Halepaghen-Schule Buxtehude

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Halepaghen-Schule
HPS - Eingang - cropped.jpg
Eingang der Halepaghen-Schule
Schulform Gymnasium
Gründung 1390
Adresse

Konopkastr. 5, 21614 Buxtehude

Ort Buxtehude
Land Niedersachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 53° 28′ 35″ N, 9° 41′ 35″ O53.4763888888899.6930555555556Koordinaten: 53° 28′ 35″ N, 9° 41′ 35″ O
Schüler circa 1500 (Stand 2014/2015)
Leitung Bettina Fees-McCue
Website www.halepaghen-schule.de

Die Halepaghen-Schule (kurz HPS) ist ein Gymnasium mit zweisprachigem Unterrichtsangebot zum Erwerb des Exzellenzlabels CertiLingua in der niedersächsischen Stadt Buxtehude.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahr 1390 wurde zum ersten Mal ein rector scholarium als Leiter der örtlichen Klosterschule urkundlich erwähnt. Die Urkunde wurde im Jahr 1990 von der damaligen Stadtarchivarin Dr. Margarete Schindler entdeckt, die bei Hermann Aubin über die Buxtehuder Stadtgeschichte promoviert hatte. Bis dahin galt die "Schulordnung für die Buxtehuder Lateinschule" von 1552, verfasst von dem Hamburger Superintendenten Johannes Aepinus als ältester Nachweis einer Schule in Buxtehude.

Die Schule befand sich ursprünglich in unmittelbarer Nähe der Buxtehuder St. Petri-Kirche und bildete bis zur Säkularisation der Klöster nach dem Westfälischen Frieden 1648 im Unterschied zu lateinischen Knabenschulen auch Novizinnen des Alten und Neuen Klosters aus. Bereits ab 1641 wurde neben Lesen und Schreiben auch Rechenunterricht erteilt durch so bekannte Rechenmeister wie Nicolaus Rohlfs und dessen Sohn Matthias. Seit 1927 gibt es an der HPS die Koedukation.

Die Schule ist seit 1952 nach Gerhard Halepaghe, Vikar an St. Petri in Buxtehude, Magister der Lateinschule und Stifter,[1] benannt.

Sein Handstempel (Siegel) war Vorbild für das heutige Schulwappen - einen Engel, der schützend seine Hand über das Niedersachsenpferd hält.

Der Neubau an der Konopkastraße wurde 1963 fertiggestellt und seitdem mehrmals erweitert. Seit 1871 war die HPS an der Harburger Straße, seit 1899 im Gebäude der heutigen Albert-Schweitzer-Schule untergebracht.

Organisation[Bearbeiten]

Die HPS (vorne) aus der Luft. Im Hintergrund links die Grundschule am Rotkäppchenweg.
Der Hof mit den Trakten B und D im Hintergrund
Der C-Trakt
Eingang der HPS mit Beflaggung zum Tag der Arbeit 2006

Buxtehuder Modell[Bearbeiten]

Im Jahr 1966 führte der damalige Schuldirektor Johannes Güthling mit dem Buxtehuder Modell für die Jahrgangsstufen 12 und 13 grundlegende Neuerungen in der Unterrichtsform und der Schulverfassung ein. Die Klassenverbände wurden aufgelöst und durch von den Schülern frei gewählte Kurse ersetzt. Der sogenannte Gemeinsame Ausschuss (kurz GA), der als Hauptausschuss Eingang in das niedersächsische Schulgesetz von 1982 fand, stimmte anstelle der Gesamtkonferenz der Lehrer über die schulinternen Angelegenheiten ab und war paritätisch mit gewählten Vertretern der Schüler, der Eltern und des Lehrpersonals unter dem Vorsitz des Schulleiters besetzt. Für Schüler und Eltern, aber auch für Lehrer war dies ein außerordentliches und ungewöhnliches Gremium, das damals an anderen allgemeinbildenden Schulen in Deutschland weitgehend unbekannt war.[2]

Eigenverantwortliche Schule[Bearbeiten]

Mit Wirkung zum 1. August 2007 hat der Niedersächsische Landtag im niedersächsischen Schulgesetz die „Eigenverantwortliche Schule“[3] beschlossen. Seitdem wirken Lehrer, Eltern und Schüler im Schulvorstand zusammen, um die Arbeit der Schule mit dem Ziel der Qualitätsentwicklung zu gestalten. Daneben gibt es außer der Gesamtkonferenz, die vor allem für pädagogische Angelegenheiten wie die Leistungsbewertung zuständig ist, an der HPS weiterhin den Gemeinsamen Ausschuss.

In den Schulvorstand entsendet die Lehrerschaft acht, die Schüler- und Elternschaft jeweils vier Vertreter. Diese 16 Mandatsträger haben gleichzeitig auch ein Mandat für den GA, wo für die Eltern- und Schülerfraktionen noch jeweils 4 weitere Mitglieder mit einfachen GA-Mandaten hinzukommen (insgesamt 24). Die paritätische Besetzung des GA, der von der Gesamtkonferenz mit bestimmten Zuständigkeiten ausgestattet wurde, musste also auf Grund der Regelungen zur „Eigenverantwortlichen Schule“ nicht aufgegeben werden.

Weitere Gremien[Bearbeiten]

Neben dem Schüler- und dem Schulelternrat wird die HPS in schulischen Belangen seit 1962 durch den Schulverein der Halepaghen-Schule Buxtehude e.V. unterstützt. [4]

Außerdem veranstaltet die Ehemaligen-Gruppe jedes Jahr am 27. Dezember einen Tag der offenen Tür.

Qualitätsentwicklung[Bearbeiten]

Von 2002 bis 2005 war die HPS Mitglied im Qualitätsnetzwerk Niedersachsen.[5] Der „Schul-TÜV“ im Namen des Niedersächsischen Kultusministeriums bestätigte der Schule ein herausragendes pädagogisches Klima.[6]

Das Leitbild der HPS ist bis heute geprägt von den dort gewachsenen und entwickelten demokratischen Strukturen.

Internationale Ausrichtung[Bearbeiten]

Die Halepaghen-Schule unterhält verschiedene Schul-Partnerschaften, so mit Litauen (Šilutė), Frankreich (Blagnac) und den Vereinigten Staaten (Pittsburgh). Seit 2005 gibt es zudem einen Austausch mit Schweden (Örebro) sowie der Türkei (Istanbul). Seit 2009 gibt es eine weitere Partnerschaft mit einer Schule in Pamplona, Spanien. Ein Englandaustausch ist derzeit im Aufbau.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Halepaghen-Schule, Verbindungen zu Schulen in England und Frankreich aufzubauen. Es folgte ein jahrelanger, regelmäßiger Austausch, der z. T. im Zusammenwirken mit dem Buxtehuder Turn- und Sportverein (BSV) realisiert wurde. Der erste internationale Austausch fand im April 1963 mit dem französischen Millau statt. In den Austausch war auch der Einsatz ausländischer Lehrkräfte an der HPS einbezogen.

Die ab Mitte der sechziger Jahre angebotenen Sprachkurse für ausländische Schüler führten jedoch nicht zu einem dauerhaften Austausch.

Mit Beginn der achtziger Jahre bemühten sich deshalb besonders die jüngeren Lehrer der Halepaghen-Schule erneut um Kontakte zu Schulen in Frankreich, den USA und England. Als wichtigster Austausch ist wohl der mit dem Collège Henri Guillaumet im südfranzösischen Blagnac (bei Toulouse) zu nennen, mit dem die ersten konkreten Absprachen 1984 getroffen wurden. Die französischen Austauschschüler lernen in der Regel Deutsch als erste Fremdsprache über einen Zeitraum von drei Jahren, bevor sie Buxtehude besuchen, meist zu Ostern. Der Gegenbesuch der deutschen Schüler erfolgt im Herbst.

Im Jahre 1989 wurde eine weitere Partnerschaft mit einer Schule in Šilutė, Litauen begründet, die im Frühjahr 1990 zu einem ersten Austausch führte.

2005 gab es erstmals einen Austausch mit einer jüdischen Schule in Istanbul sowie mit dem schwedischen Örebro für die 8. Klassen im Rahmen des Comenius-Programms. Inzwischen wird eine regelmäßige Partnerschaft mit Örebro angestrebt.

Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage[Bearbeiten]

Dem damaligen Schulleiter Hans-Jürgen von Maercker (2. v. r.) und dem Schülerrats-Vorstand wird 2006 durch das niedersächsische Innenministerium der Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verliehen.

Die HPS nimmt offiziell an dem Projekt Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage der vom Bund geförderten Aktion Courage teil. Die Schule organisiert dazu zahlreiche Veranstaltungen, um Rechtsextremismus, Antisemitismus und Diskriminierung jedweder Form an der Schule zu thematisieren. Projektpate der Halepaghen-Schule ist der deutsche Kommunalpolitiker Wolf-Egbert Rosenzweig.

Es waren bereits ein Vertreter des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Fritz Kath, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde in Hamburg und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Hamburg, zwei Islamwissenschaftlerinnen der GIGA-Stiftung und der Universität Hamburg sowie der Rechtsrock-Experte Christian Dornbusch zu Gast. Zudem gastierte eine Wanderausstellung der Amadeu Antonio Stiftung zum Thema Antisemitismus in der HPS.

Am 10. Oktober 2006 kam der damalige Generalsekretär des Zentralrat der Juden in Deutschland, Stephan Kramer, nach Buxtehude und hielt einen Vortrag zum Thema „Wir brauchen Patriotismus!“.

Schüler[Bearbeiten]

Es gab schon viele Schülerzeitungen an der HPS, wie zum Beispiel den Kacktus. Seit dem 16. Dezember 2013 erscheint der "paghe".

Der Schülerrat der Halepaghen-Schule engagiert sich auch außerhalb der Schule in der Bildungspolitik wie 2005 durch die Übergabe einer Protestnote an den niedersächsischen Kultusminister Bernd Busemann gegen die Abschaffung der Lernmittelfreiheit, schlechte Lehrerversorgung und die Streichung der Gelder für Klassen- und Studienfahrten oder 2006 mit einem Protestbrief zur Oberstufenverordnung an den Niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann.

Bekannte Rektoren[Bearbeiten]

Bekannte Absolventen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • 400-Jahr-Feier der städtischen Oberschule Buxtehude. Festschrift, Buxtehude 1952
  • Halepaghen-Schule (Hrsg.): 600 Jahre Halepaghen-Schule. Festschrift zum 600jährigen Jubiläum, Buxtehude 1991
  • Halepaghen-Schule (Hrsg.): Festreden zur 600-Jahrfeier der Halepaghen-Schule Buxtehude. Buxtehude 1991
  • Jahresbericht des Realprogymnasiums zu Buxtehude : für das Schuljahr .... Buxtehude, 1883 - 1893 (Digitalisat)
  • Jahresbericht des Realprogymnasiums (in Umwandlung zu einer Realschule Begriffen) zu Buxtehude : für das Schuljahr ... Buxtehude, 1894 - 1898 (Digitalisat)
  • Jahres-Bericht der Realschule zu Buxtehude : über das Schuljahr ... Buxtehude, 1899 - 1915 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halepaghen-Schule – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. freiwilligenserver.de: Halepaghen-Stiftung von 1484 in Buxtehude. Abgerufen am 23. November 2014.
  2. Gegen den Strich. Der Spiegel 45/1969 vom 3. November 1969. Abgerufen am 23. November 2014.
  3. Niedersächsisches Kultusministerium: Eigenverantwortliche Schule. Angerufen am 23. November 2014.
  4. 1926 als Vereinigung ehemaliger Schüler der Realschule zu Buxtehude gegründet, 1950 Neugründung als Schulverein der Oberschule Buxtehude.
  5. Niedersächsisches Kultusministerium: Qualitätsnetzwerke. Qualitätsentwicklung in Netzwerken (Niedersachsen). Abgerufen am 23. November 2014.
  6. Martin Spiewak: Wenn der Inspektor zweimal klingelt. In: Die Zeit. 30. Juni 2005, abgerufen am 17. Oktober 2014.