Halfter

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Dieser Artikel erläutert Zaumzeug; Halfter ist auch als Bezeichnung für Holster in Gebrauch.
Stallhalfter
Maremmano mit Trense und Halfter
Knotenhalfter

Das Halfter ist ein gebissloser Ausrüstungsgegenstand, der zum Führen und Anbinden eines Tieres dient. Ein Halfter besteht aus einem Genickstück, Backenstücken und ein um die Nase verlaufendes Band. Manche Halftertypen haben zusätzlich Kehlriemen und einen Verbindungsstück zwischen Nasenband und Kehlriemen. Halfter werden meisten aus Leder oder Gurt gefertigt. Wenn Zügel am Halfter befestigt werden, kann man mit dem Halfter, je nach Temperament des Tieres, auch reiten.

Ein Halfter im Sinne dieses Artikels ist nicht zu verwechseln mit dem im Pferdesport verwendeten Begriff Reithalfter, das ein Bestandteil des Zaumzeugs ist und dazu dient, den Zügeldruck auf den Nasenrücken zu verteilen.

Stallhalfter[Bearbeiten]

Die am häufigsten verwendete Form des Halfters ist das Stallhalfter. Ein Stallhalfter sitzt lose und ist aus breiten, stabilen Riemen gefertigt, damit es für das Pferd bequem getragen werden kann und beim Fressen nicht stört.

Das Stallhalfter wird dem Tier um den Kopf gelegt und mit einem Panikhaken mit dem Führstrick verbunden. So wird es von der Weide geholt oder aus dem Stall geführt. Mit dem Strick wird es mit einem Anbindeknoten angebunden, beispielsweise zum Putzen oder zur Hufpflege. Auf der Weide und in der Box wird das Halfter meistens abgenommen, damit das Tier sich damit nirgends festhängen kann.

Reiten[Bearbeiten]

Beim Reiten von Pferden und Maultieren wird üblicherweise ein Zaumzeug verwendet.

Zum Wanderreiten gibt es jedoch auch Halfter ("Wanderreit-Halfter"), die unter dem normalen Trensenzaum angelegt werden können, um das Reittier bei kurzen Pausen leicht anbinden zu können. Bei langen Pausen, kann man den darüber getragenen Trensenzaum einfach abnehmen. Unterwegs wird der Strick am Sattel befestigt.

Auch die Hirten der Maremma haben für ihr Arbeitspferd, das Maremmano, ein Halfter entwickelt, das unter der Trense getragen wird und das zum Anbinden des Pferdes dient.

Knotenhalfter werden seit Jahrhunderten zum Führen, Reiten und für die Bodenarbeit mit Pferden verwendet.[1] Es wird aus einem einzigen langen Seil geknotet, wobei meistens der Fiadorknoten Verwendung findet. Im Idealfall ist ein Knotenhalfter auf Maß gefertigt, so dass es dem Pferd richtig passt. Die Knoten sitzen an sensiblen Punkten am Pferdekopf, daher ist die Einwirkung auf das Tier stärker als bei einem Stallhalfter. Es kann zum Reiten und zur Bodenarbeit anstelle des Zaumzeugs verwendet werden. Signale lassen sich mit durchhängendem Seil übertragen. Eine zu starke Einwirkung kann dem Pferd leicht Schmerzen zufügen. Pferde dürfen nicht mit Knotenhalfter angebunden werden, da ein Knotenhalfter keine Nähte hat und somit keine "Sollbruchstelle" an der es reisst. Ein Pferd, das panisch an einem Knotenhalfter zieht, kann sich mit dem dünnen Seil im Genick verletzen.[2]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Haltern am See ist ein stilisiertes Halfter auf blauem Grund.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Herstellung eines Knotenhalfters (engl.) Tie a First Class Rope Halter; auf naturalhorse.com
  2. Verwendungsmöglichkeiten für ein Knotenhalfter, Nebelreiter Blog, 4. Oktober 2010.