Hallstadt

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Dieser Artikel behandelt die Stadt in Deutschland, die Gemeinde in Österreich schreibt sich Hallstatt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hallstadt
Hallstadt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hallstadt hervorgehoben
49.93333333333310.883333333333239Koordinaten: 49° 56′ N, 10° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberfranken
Landkreis: Bamberg
Höhe: 239 m ü. NHN
Fläche: 14,54 km²
Einwohner: 8364 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 575 Einwohner je km²
Postleitzahl: 96103
Vorwahl: 0951
Kfz-Kennzeichen: BA
Gemeindeschlüssel: 09 4 71 140
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 2
96103 Hallstadt
Webpräsenz: www.hallstadt.de
Bürgermeister: Thomas Söder (CSU)
Lage der Stadt Hallstadt im Landkreis Bamberg
Landkreis Haßberge Landkreis Schweinfurt Landkreis Kitzingen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Pommersfelden Landkreis Erlangen-Höchstadt Landkreis Coburg Landkreis Kulmbach Landkreis Bayreuth Landkreis Lichtenfels Bamberg Landkreis Forchheim Zückshuter Forst Winkelhofer Forst Steinachsrangen Semberg Lindach (gemeindefreies Gebiet) Koppenwinder Forst Hauptsmoorwald Geisberger Forst Eichwald (Oberbayern) Ebracher Forst Ebracher Forst Walsdorf (Oberfranken) Rattelsdorf Baunach Reckendorf Lauter (Oberfranken) Gerach (Oberfranken) Gundelsheim (Oberfranken) Hallstadt Schlüsselfeld Zapfendorf Wattendorf Viereth-Trunstadt Strullendorf Stegaurach Stadelhofen Schönbrunn im Steigerwald Scheßlitz Priesendorf Pommersfelden Pommersfelden Pettstadt Oberhaid (Oberfranken) Litzendorf Lisberg Königsfeld (Oberfranken) Kemmern Hirschaid Frensdorf Ebrach Buttenheim Burgwindheim Burgebrach Breitengüßbach Bischberg Altendorf (Landkreis Bamberg) MemmelsdorfKarte
Über dieses Bild

Hallstadt ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bamberg.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

In Hallstadt beginnt an der Eisenbahnbrücke bei Flusskilometer 387,69 der Status des Mains als Bundeswasserstraße. [2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Hallstadt grenzt im Süden an die Stadt Bamberg und im Westen an den Main sowie an die Gemeinden Kemmern, Gundelsheim, Oberhaid und Bischberg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Hallstadt gliedert sich in zwei Stadtteile, die sich mit den gleichnamigen Gemarkungen decken (in Klammern Einwohnerzahl):[3]

Geschichte[Bearbeiten]

St. Kilian, Hallstadt

Ausgrabungen zeigten eine etwa um 5000 v. Chr. entstandene Siedlung jungsteinzeitlicher Ackerbauern.

Etwa um 670 predigte der spätere Frankenheilige Kilian in Hallstadt und fast 50 Jahre später versuchte 719 der heilige Bonifatius die Germanen von Hallstadt zu bekehren. Schließlich wurde zwischen 741 und 747 Hallstadt als Halazestat im Radensgove in einer Urkunde der fränkischen Herzöge Karlmann und Pippin erstmals namentlich genannt und 793 bestätigte Karl der Große dem Würzburger Bischof Berwolf die Schenkungen seines Vaters Pippin, darunter auch Halazestat. Von 794 bis 820 erfolgte der Bau der Hallstadter St.-Kilians-Kirche als eine der 14 Slawenkirchen und 805 wurde Hallstadt zum Königshof Karls des Großen, nachdem dieser Jahre zuvor (793) dort bereits übernachtet hatte.

200 Jahre später, 1007, schenkte Kaiser Heinrich II. den Königshof Hallstadt dem von ihm gegründeten Bistum Bamberg und erhielt 1013 auf dem Tauschwege Kirche und Pfarrei Hallstadt durch den Bischof von Würzburg gegen den Königshof Gerau am Oberrhein zurück.

Mit dem 1395 erfolgten Bau der Mainbrücke durch Bischof Lamprecht von Brunn erhielt der Ort auch Handelsbedeutung. 1430 wurde Hallstadt von den Hussiten niedergebrannt. Erst 1503 hatte sich der Ort soweit erholt, dass Hallstadt von da an Markt genannt werden durfte. Doch nur zwei Generationen später, 1553, besetzte und zerstörte Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Kulmbach Bamberg und Hallstadt.

Von 1617 bis 1618 fanden Hexenprozesse unter Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen statt; 53 Bürger wurden hingerichtet. 1630 wütete die Pest in Hallstadt, 1633 wurde es im Dreißigjährigen Krieg niedergebrannt.

Zwischen 1756 und 1763 besetzten die Soldaten Friedrichs des Großen mehrmals Bamberg und Hallstadt. Im Jahre 1802 gab Kurfürst Max Joseph von Bayern die Besitznahme des Hochstifts Bamberg und einen Teil des fränkischen Landes bekannt und 1808 besuchte König Max I. den Ort. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Im Jahre 1880 wurde der Ort an das Schienennetz angeschlossen und der Bahnhof Hallstadt eröffnet.

Neuere Geschichte[Bearbeiten]

1954 wurde Hallstadt zur Stadt erhoben und beging seine 1300-Jahr-Feier. Am 1. Januar 1970 erfolgte die Ausgliederung der Ortsteile Bruckertshof und Kramersfeld nach Bamberg. Die neue Mainbrücke, die bereits nach dem Zweiten Weltkrieg erneuert worden war, wurde im Jahr 1970 fertiggestellt. Am 1. Januar 1972 erfolgte die Eingliederung der Gemeinde Dörfleins.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1970: 6589
  • 1987: 7436
  • 2000: 8472
  • 2004: 8560
  • 2005: 8485 [5]
  • 2006: 8581 [6]
  • 2007: 8526
  • 2008: 8512 [7]
  • 2009: 8559 [8]
  • 2012: 8407

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Thomas Söder (CSU), der sich mit 53,87 % der Stimmen gegen den seit 2008 amtierenden Markus Zirkel (SPD) durchsetzte. Zirkels Vorgänger war seit 1996 Erwin Braun (SPD).

Vertreter ist seit 2008 Ludwig Wolf (Bürgerblock/Freie Wähler). Dessen Vorgänger war Arthur Bittel (Bürgerblock/Freie Wähler).

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei den vergangenen Kommunalwahlen setzte sich der Gemeinderat jeweils wie folgt zusammen:

CSU SPD BBL / FW* Gesamt
2002 9 8 3 20 Sitze
2008 8 7 5 20 Sitze
2014 9 6 5 20 Sitze

* Bürgerblock / Freie Wähler

Gemeindefinanzen[Bearbeiten]

Im Jahr 2012 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 12.940.000 Euro, davon waren 8.001.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto) .

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Hallstadt pflegt Städtepartnerschaften mit dem französischen Lempdes (bei Clermont-Ferrand) und Hallstatt in Österreich. Die Stadt Bamberg wiederum übernahm die Patenschaft für Hallstadt.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Hallstadt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten]

2012 waren in Hallstadt nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 13, im produzierenden Gewerbe 3282, im Bereich Handel und Verkehr 1696 und in anderen Bereichen 1154 Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Zu den großen Arbeitgebern gehört die Firma Brose Fahrzeugteile, die im Jahr 1990 das Werk eröffnete, in dem im Jahr 2010 1240 Mitarbeiter beschäftigt waren. Ihre Aktivitäten für das weltweite Geschäft mit Türsystemen sind in Hallstadt konzentriert. Der Produktionsbeginn der Firma Michelin war am 5. April 1971. Die Firma beschäftigt rund 900 Mitarbeiter. Die Firma Josef Leicht, Maschinenbau hat rund 400 Beschäftigte (2007). In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren in Hallstadt 653 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Im verarbeitenden Gewerbe gab es 2012 fünf, im Bauhauptgewerbe sechs Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 23 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 576 Hektar, davon waren 455 Hektar Ackerfläche und 119 Hektar Dauergrünfläche.

Brauereien[Bearbeiten]

Auf dem Stadtgebiet gibt es noch die Brauerei Eichhorn im Stadtteil Dörfleins. In Hallstadt direkt gab es bis 1985 die Löwenbräu Diller, bis 1969 die Schwanenbräu und bis 1960 die Bürgerbräu.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof Hallstadt (b Bamberg) liegt an der Bahnstrecke Bamberg–Hof.

Auf dem Gebiet von Hallstadt verläuft auch die A 70, die von Werneck nach Bayreuth führt.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 2006):

  • Kindergarten St. Anna
  • Katholischer Kindergarten und Kinderkrippe Pfr. Rössert
  • St.-Franziskus-Kindergarten
  • Katholischer Kindergarten St. Ursula Dörfleins
  • Kinderhort Ankerplatz
  • Grundschule und Mittelschule im Schulverbund Westliches Maintal" mit Oberhaid und Bischberg
  • Grundschule in Dörfleins

Sicherheit für die Bevölkerung[Bearbeiten]

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die Stadt Hallstadt hat Freiwillige Feuerwehren in Hallstadt und in Dörfleins mit fünf Fahrzeugen (LF 16/12, HLF 20/16, DLK 23-12, RW 2 und MZF) bzw. einem Fahrzeug (TSF).

Landrettung[Bearbeiten]

Im Bereich der gesundheitlichen Notfallversorgung stellen die Hilfsorganisationen Bayerisches Rotes Kreuz (BRK) und Malteser Hilfsdienst (MHD) den öffentlich rechtlichen Land-Rettungsdienst für die Stadt und den Landkreis Bamberg. In der Michelinstraße ist eine Rettungswache eingerichtet, die durch Mannschaft des Bayerischen Roten Kreuzes mit einem Rettungswagen besetzt ist.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK), Kreisverband Bamberg verfügt über eine Sanitäts-Bereitschaft in Hallstadt, die BRK Bereitschaft Bamberg 3/Hallstadt. Diese ist für das Gemeindegebiet Hallstadt für die sanitätsdienstlichen Aufgaben, sowie Fortbildungsmaßnahmen, seitens des BRK zuständig.

Wasserrettung[Bearbeiten]

Im Bereich des Wasser-Rettungsdienstes ist die Kreiswasserwacht Bamberg durch die Ortsgruppe Hallstadt vertreten. Sie besetzt in den Sommermonaten am Wochenende und Feiertagen das Freibad Hallstadt zusätzlich zu den Schwimmmeistern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Heinrich Osel (1863–1919), Reichstags- und Landtagsabgeordneter
  • Kaspar Schleibner (1863–1931), Kunstprofessor und Maler, nach ihm ist eine Straße in der Stadt benannt
  • Robert Pfleger (1906–1971), Chemiker und Pharmaunternehmer, nach ihm ist ebenfalls eine Straße benannt

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hallstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Hallstadt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Verzeichnis der dem allgemeinen Verkehr dienenden Binnenwasserstraßen des Bundes
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111101/200754&attr=OBJ&val=1116
  4.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 430
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes
  8. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung; Fortschreibung des Bevölkerungsstandes
  9. Städtepartnerschaften