Hallucinogen Persisting Perception Disorder

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Klassifikation nach ICD-10
F16 Psychische und Verhaltensstörungen durch Halluzinogene:
F16.5 Psychotische Störung
F16.6 Amnestisches Syndrom
F16.7 Restzustand und verzögert auftretende psychotische Störung
F16.8 Sonstige psychische und Verhaltensstörungen
F16.9 Nicht näher bezeichnete psychische und Verhaltensstörung
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Die Hallucinogen Persisting Perception Disorder (HPPD; dt.: fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch) ist eine psychische Störung, die der Definition nach durch Konsum von Halluzinogenen ausgelöst wird. Betroffene haben in regelmäßigen Abständen oder sogar jederzeit Pseudohalluzinationen, obwohl der eigentliche Drogenrausch schon längst vorbei ist und (mutmaßlich) das Halluzinogen und dessen Metaboliten den Körper verlassen haben.

HPPD wird definiert durch DSM-IV und hat in diesem Klassifikationssystem den Diagnoseschlüssel 292.89. Die Pseudohalluzinationen müssen den Betroffenen im normalen Leben einschränken und andere Ursachen, wie Epilepsie, Delirium oder Schizophrenie müssen ausgeschlossen werden, damit HPPD diagnostiziert werden kann. Einschränkungen sind zum Beispiel Konzentrationsschwächen oder ein erschwertes Lesen. Im ICD 10 entsprechen die Diagnoseschlüssel F16.5 bis F16.9 am ehesten dem Krankheitsbild.[1]

Es gibt keine repräsentativen Studien über die Häufigkeit von HPPD.

Ursachen[Bearbeiten]

Die meisten dokumentierten Fälle sind durch LSD ausgelöst worden. Es wird vermutet, dass auch andere Halluzinogene mit ähnlichen Wirkungen, wie zum Beispiel Meskalin, DMT oder Psilocin,[2] HPPD auslösen können.

Nach der Definition können nur Menschen an HPPD erkranken, die auch Halluzinogene konsumiert haben. Es ist nicht auszuschließen, dass auch die genetische Veranlagung für den Ausbruch der Krankheit eine Rolle spielt, da sie das Niveau der Neurotransmitter möglicherweise ungünstig vordefiniert, obwohl dieses sich im Laufe des Lebens häufig stark ändert.

Behandlung[Bearbeiten]

Es gibt kein anerkanntes Heilmittel und keine anerkannte Therapie für HPPD, es gibt jedoch Berichte, dass eine Einnahme von Clonidin, eigentlich einem Blutdrucksenker, das neuronale Gleichgewicht nach HPPD wiederherstellen kann.[3] Häufig sind bei einer psychotischen Form diejenigen Maßnahmen förderlich, die auch zur Behandlung einer Psychose angewendet werden. Daneben gibt es Hinweise auf Maßnahmen, die die Symptome lindern sollen:

  • Stimulantien – darunter Koffein – und Halluzinogene vermeiden. Sie verschlimmern die Symptome. Psychopharmaka wie Tranquilizer oder Antipsychotika sollten nur in Absprache mit einem erfahrenen Psychiater eingenommen werden. Letztere können mitunter auch zur Symptomverschlimmerung führen.[4]
  • Anwendung von Entspannungstechniken.
  • Je nach Fall kann es sinnvoll sein, sensorische Deprivation zu vermeiden. Manche Betroffene berichteten, dass sie allein durch das Starren auf eine weiße Wand Pseudohalluzinationen hervorrufen können. Dann mag Ablenkung oder Beschäftigung hilfreich sein. In anderen Fällen ist aber die Vermeidung von zu viel oder von stressigen Reizen angezeigt, wenn deren Verarbeitung zur Überforderung führt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Schulte-Markwort M., Marutt K., Riedesser P.: Cross-walk ICD-10 - DSM 4: Klassifikation psychischer Störungen: eine Synopsis, Huber, Bern, 2002. ISBN 3-456-83574-4
  2. Espiard ML. et al. (2005): Hallucinogen persisting perception disorder after psilocybin consumption: a case study., Eur. Psychiatry 20(5–6):458–460. PMID 15963699.
  3. Lerner AG, Gelkopf M, Oyffe I, Finkel B, Katz S, Sigal M, Weizman A. LSD-induced hallucinogen persisting perception disorder treatment with clonidine: an open pilot study. Int Clin Psychopharmacol. 2000 Jan;15(1):35–37. PMID 10836284.
  4. Abraham HD., Mamen A. (1996): LSD-like panic from risperidone in post-LSD visual disorder. J. Clin. Psychopharmacol 16(3):238–241. PMID 8784656.
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