Hallwilersee

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hallwilersee
Halwiler see02.jpg
Geographische Lage Mittelland
Zuflüsse Aabach
Abfluss Aabach
Städte am Ufer Beinwil am See, Meisterschwanden, Seengen
Daten
Koordinaten 658819 / 23732147.2841666666678.2161111111111449Koordinaten: 47° 17′ 3″ N, 8° 12′ 58″ O; CH1903: 658819 / 237321
Hallwilersee (Schweiz)
Hallwilersee
Höhe über Meeresspiegel 449 m ü. M.
Fläche 10,3 km²f5
Länge 8,4 kmf6
Breite 1,5 kmf7
Volumen 285'000'000dep1f8
Maximale Tiefe 47 mf10
Besonderheiten

künstliche Seebelüftung

BFS-Nr.: 9172
Karte Hallwilersee.png

Der Hallwilersee ist ein See im Schweizer Mittelland und liegt wie der etwas weiter südlich gelegene Baldeggersee im Seetal. Er ist 8,4 Kilometer lang, an der breitesten Stelle 1,5 Kilometer breit und maximal 47 Meter tief bei einer mittleren Tiefe von 28 m. Seine Fläche beträgt 10,3 km², davon liegen fünf Sechstel in den Bezirken Lenzburg und Kulm des Kantons Aargau und ein Sechstel in den Wahlkreisen Hochdorf und Sursee des Kantons Luzern. Nach der Grösse ist er an 16. Stelle der Schweizer Seen. Das Volumen des Sees beträgt 0,285 km³, sein Einzugsgebiet 128 km². Der Hauptzufluss bzw. -abfluss ist der Aabach, der bei Möriken-Wildegg in die Bünz mündet (die wiederum knapp zweihundert Meter weiter in die Aare fliesst). Daneben münden zahlreiche kleine Bäche in den See.[1]

Der Hallwilersee entstand während der Würmeiszeit durch die Aufschüttung einer Endmoräne. Bei kaltem Winterwetter kann der See zufrieren. Er war letztmals 1986 ganz zugefroren. Das Dorf Hallwil liegt nicht am See, sondern etwa zwei Kilometer von dessen nördlichem Ende entfernt. Der Name des Sees stammt von den Herren von Hallwyl.

Hallwilersee vom Schiff aus


Tourismus[Bearbeiten]

Der Hallwilersee ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflüge. In den Dörfern am Seeufer gibt es zahlreiche Ausflugsrestaurants und Strandbäder. Sehr beliebt ist auch eine Wanderung rund um den See, die etwa 4,5 Stunden dauert. Etwa ein Kilometer nördlich des Sees liegt auf einer Insel des Aabachs das Wasserschloss Hallwyl.

Während der Sommersaison fahren diverse Kurs- und Extraschiffe der Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee. Entlang des gesamten Westufers verläuft die Seetalbahn der SBB (LenzburgLuzern). Das Ostufer wird durch Buslinien erschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits während der Mittelsteinzeit, der Jungsteinzeit und der Bronzezeit lebten Menschen in Seeufersiedlungen am Hallwilersee. Bei Seengen befand sich eine Siedlung der Römer. Um 1300 hatte der See verschiedene Namen: Halwiler se, lacus de Seingen (nach Seengen), Escherse (nach Aesch). Dann aber setzte sich der Name der Vögte, der Herren von Hallwyl, durch. Diese besassen das Hochgericht und das Niedergericht über den See sowie die Fischerei- und Schifffahrtsrechte. Das Seegericht tagte am Ufer in Birrwil, Beinwil am See, Mosen und Seengen. Ab 1429 fielen die Bussen zur Hälfte an die Fischer.

Erst 1859 wurde der Hallwilersee zu einem öffentlich zugänglichen Gewässer. 1883 erfolgte die Eröffnung der Seetalbahn entlang des westlichen Ufers, 1888 nahm der Ausflugsverkehr mit Schiffen den Betrieb auf.

Ökologie[Bearbeiten]

Durch die äusserst intensive Landwirtschaft rund um den See mit dem entsprechenden Einsatz von Düngemitteln war der Hallwilersee Anfang der 1980er Jahre beinahe ein "toter" See. Wegen des hohen Anteils an Phosphat bildeten sich riesige Algenteppiche. Die abgestorbenen Algen sanken auf den Seegrund und verrotteten dort, dabei wurde der dort vorhandene Sauerstoff verbraucht. Andere Wasserpflanzen und Fische bekamen dadurch nicht genug Sauerstoff, um zu überleben. Seit 1985 wird der See deshalb künstlich belüftet. Im Winter wird Druckluft am Seegrund über Düsen eingeblasen. So erhält der See zusätzlich zur natürlichen Umwälzung eine künstliche Zirkulationshilfe. Wasser wird aus der Tiefe an die Oberfläche transportiert und mit Sauerstoff aus der Atmosphäre versorgt. Der vollständig durchmischte See wird so mit rund 1000 Tonnen Sauerstoff angereichert.

Im Sommer wird dem See künstlich Sauerstoff zugeführt. Reiner Sauerstoff wird direkt über dem Seegrund in feinen Blasen dem Wasser zugegeben. Damit werden 400–600 Tonnen des im Tiefenwasser gezehrten Sauerstoffs ersetzt. Die erwärmte Oberflächenschicht des Sees wird dabei nicht gestört.

Durch diese künstliche Beatmung sowie durch die Reduzierung des Düngereinsatzes konnte der Phosphatgehalt des Wassers von 250 mg/l (1975) auf etwa 30 mg/l (2006) reduziert werden. [2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hallwilersee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Zustand der Seen in der Schweiz, Schriftenreihe Umwelt Nr. 237, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, 1994
  2. Sanierung des Hallwilersees, Kanton Aargau