Halmstad

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Dieser Artikel behandelt den Ort Halmstad; für die schwedische Gemeinde Halmstad siehe Halmstad (Gemeinde).
Halmstad
Wappen von Halmstad
Halmstad (Schweden)
Halmstad
Halmstad
Basisdaten
Staat: Schweden
Provinz (län): Hallands län
Historische Provinz (landskap): Halland
Gemeinde (kommun): Halmstad
Koordinaten: 56° 40′ N, 12° 51′ O56.66666666666712.85Koordinaten: 56° 40′ N, 12° 51′ O
Einwohner: 58.577 (31. Dezember 2010)[1]
Fläche: 34,13 km²
Bevölkerungsdichte: 1.716 Einwohner je km²
Postleitzahl: 300 04 - 308 01

Halmstad [ˈhalmstɑː(d)] ist eine Stadt in der schwedischen Provinz Hallands län und der historischen Provinz Halland. Sie liegt auf halbem Weg zwischen Malmö und Göteborg an der Mündung des Flusses Nissan und ist Hauptort der gleichnamigen Gemeinde.

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss Halmstad
Stadttor Norre Port in Halmstad

Halmstad lag ursprünglich etwas weiter den Nissan hinauf, dort wo heute der Stadtteil Övraby liegt, der damals noch ein eigenständiges Dorf war. Bereits im 13. Jahrhundert wurde das Dorf erwähnt und bekam am 31. Mai 1307 seine Privilegien von Herzog Kristofer, dem späteren König Christoph II bekräftigt. Wenig später um 1322 wurde das Dorf nach Braktorp an die Mündung des Nissan verlegt, wo es auch heute noch liegt. Die neue Stadt hatte den Namen Halmstad zumindest bereits im Jahr 1327. Der Ortsname Halmstad wurde bereits im Erdbuch des dänischen Königs Waldemar II. von 1231 als Königshof erwähnt. Die Stadt wurde bald darauf zur vornehmsten an der Westküste und daher auch zum Treffpunkt für die skandinavischen Reichsräte, so z.B. 1435, 1450, 1468, 1483 und 1512.

Nach dem Vorschlag der Kalmarer Union von 1436 und dem Vertrag von 1450 sollte in Halmstad die Königswahl abgehalten werden, dies geschah indessen nie. Die Stadt hatte zwei Kloster, das des Dominikanerordens, dem die St. Katarinakirche geweiht war, und das des Franziskanerordens, dem die St. Annakirche geweiht war. Sowohl 1434 und 1436 wurde Halmstad von Engelbrekt Engelbrektsson und seinen Truppen eingenommen. 1534 begab sich die Stadt unter ein schwedisches Heer unter Johan Turesson und im folgenden Jahr wurde ein dänischer Angriff unter dem Grafen Johann von Hoya von Jakob Bagge zurückgeschlagen. Die Friedensverhandlungen fanden in der Stadt statt, doch brach der Nordische Siebenjährige Krieg aus und die Stadt wurde 1563, 1566 und 1568 vergeblich von schwedischer Seite angegriffen.

Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde das Schloss erbaut, das unter Christian IV. zu Beginn des 17. Jahrhunderts durch den Baumeister Willem van Steenwinckel noch weiter ausgebaut und befestigt wurde. 1619 trafen sich Gustav Adolf und Christian IV. in Halmstad. Nachdem Halmstad sowie das übrige Halland an Schweden übergeben wurde, wurde 1646 ein Vorschlag für den Bau einer Zitadelle eingebracht. Dieser wurde später in einen Abschnitt zwischen Schloss und Stadt abgeändert, so dass die Arbeiten 1648 beginnen konnten, die jedoch nicht vor dem Krieg Karl X. gegen Dänemark beendet wurden.

1651 wurde die Planung für eine weitere Verbesserung der Stadt vorgestellt, doch auch nach der Vereinfachung des Planes 1655 passierte wenig. Halmstad wurde 1676 vergeblich von den Dänen unter Generalmajor Duncan belagert. Im September des Jahres sogar vom dänischen König persönlich, doch auch dies brachte keinen Erfolg. Nach dem Krieg wurde die Befestigung noch einige Zeit unterhalten, ein Plan zur Verstärkung wurde allerdings nicht mehr umgesetzt. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde die Befestigung nochmals repariert, doch beschloss der Reichstag 1734 die Schleifung. Nicht alles wurde damals abgetragen, so steht z.B. heute noch das nördliche Tor der Befestigung.

Im Jahr 1883 hatte Halmstad 8.966 Einwohner.

Verkehr[Bearbeiten]

Halmstad besitzt einen Bahnhof an der Västkustbanan.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Sehenswertes[Bearbeiten]

In der Innenstadt befindet sich ein Schloss mit Fachwerkhäusern. Der Frauenkopf von Pablo Picasso am Fluss ist ein Wahrzeichen der Stadt, ebenso Milles Brunnen auf dem Marktplatz mit der Statue Europa mit dem Stier.

Zu den Wahrzeichen der Stadt gehört auch die Dreimastbark Najaden, die als Museumsschiff an der Nissan-Brücke beim Schloss liegt. Die Najaden wird zur Zeit aufwendig restauriert.

Etwas außerhalb liegt am Meer der Badeort Tylösand, bekannt für den kilometerlangen Sandstrand, seine Golfplätze und mondänen Villen.

Kultur[Bearbeiten]

In Halmstad gibt es seit 1973 eine Hochschule mit etwa 7000 Studenten und 500 Angestellten. Der Fußballverein Halmstads BK spielt in der Fotbollsallsvenskan, der höchsten schwedischen Fußballliga und war bereits viermal schwedischer Meister.

Die berühmte schwedische Death-Metal-Band Arch Enemy kommt aus Halmstad. Die beiden Gitarristen Michael Amott und Christopher Amott wohnen dort.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halmstad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Tätorternas landareal, folkmängd och invånare beim Statistiska centralbyrån.