Vịnh Hạ Long

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20.85107.15Koordinaten: 20° 51′ N, 107° 9′ O

Karte: Vietnam
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Vịnh Hạ Long
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Vietnam
Bucht von Hạ Long*
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Bucht von Hạ Long
Staatsgebiet: VietnamVietnam Vietnam
Typ: Natur
Kriterien: vii, viii
Referenz-Nr.: 672bis
Region: ª Asien und Ozeanien
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1994  (Sitzung 18)
Erweiterung: 2000  (Sitzung 24)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Die Halong-Bucht (vietnamesisch: Vịnh Hạ Long) ist ein rund 1.500 km² großes Gebiet im Golf von Tonkin, im Norden Vietnams. Nach offiziellen Angaben ragen 1969 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch, aus dem Wasser. Das Kalksteinplateau, auf dem die Bucht beheimatet ist, versinkt. 1994 erklärte die UNESCO die Bucht zum Weltnaturerbe.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Name Vịnh Hạ Long (Hán Nôm: 泳下龍) bedeutet: „Bucht des untertauchenden Drachen“ im Gegensatz zu Thang Long – aufsteigender Drache (dem alten Namen von Hanoi). Der Legende nach entstand die Bucht durch einen Drachen, der in den Bergen nahe am Meer lebte. Als er zur Küste lief, zog er mit seinem Schwanz tiefe Furchen in das Land, welches vom Meer überflutet wurde, nachdem der Drache ins Wasser getaucht war.

Geologie[Bearbeiten]

Geologisch entstand die heutige Bucht durch einen im Holozän ertrunkenen Kegelkarst. Die Grotten und Höhlen können teilweise, wie einige Strände auch, nur bei Ebbe betreten werden. Viele von ihnen sind grün, also über und über mit Pflanzen bewachsen, auf den größeren existieren teilweise dichte Dschungel. In den Grotten wie z.B. Hang Tong (Trommelgrotte) und Höhlen wie z.B. Hang Dau Go (Höhle der hölzernen Pfähle und anderen) gibt es bizarr anmutende Stalaktiten und Stalagmiten. Teilweise haben die Naturkräfte regelrechte Durchgänge durch den Fels gebildet.

Lage[Bearbeiten]

Die Halong-Bucht liegt im Nordosten von Vietnam in einem Gebiet, das von E106°56' bis E107°37' und von N20°43' bis N21°09' reicht. Die Bucht erstreckt sich vom Yên Hưng Distrikt über Hạ Long City und Cẩm Phả bis zum Vân Đồn Distrikt, sie grenzt im Süden und Südosten an den Golf von Tonkin und im Norden an China. Im Westen und Südwesten wird das Gebiet von der Insel Cát Bà begrenzt. Die Bucht hat eine 120 km lange Küstenlinie und fast 2000 Inseln auf einer Fläche von 1,553 km². Die als UNESCO-Weltkulturerbe ausgewiesene Fläche beträgt immerhin noch 434 km² mit 775 Inseln.

Die mit 354 km² größte Insel ist Cát Bà, auf der etwa 12.000 Insulaner vorwiegend vom Fischfang, der Austernzucht und dem zunehmenden Tourismus leben. Die größte Erhebung beträgt über 330 m. In den 1970er und 80er Jahren war sie Ausgangspunkt der Flucht zahlreicher so genannter Boatpeople.

Während dem Indochinakrieg und dem Vietnamkrieg wurden einige der Inseln und große Höhlen darauf zu Auffanglagern für Flüchtlinge und Kranke und als Nachschubdepots ausgebaut. So existierte auf Cát Bà in einer Höhle ein Krankenhaus, in dem sich zeitweilig bis zu 300 Personen aufhielten.

Tourismus[Bearbeiten]

Die Halong-Bucht ist eine der beliebtesten Tourismusattraktionen in Vietnam. In den vergangenen Jahren waren allerdings zunehmend Unfälle aufgrund schlechter Sicherheitsstandards zu verzeichnen. Am 17. Februar 2011 starben elf Touristen aus England, Australien, Frankreich, Japan, USA, Russland, Schweden und der Schweiz sowie ihr vietnamesischer Reiseführer, als ihr Ausflugsboot sank. Ein weiteres Unglück ereignete sich am 8. Mai 2011, als ein Ausflugsboot der Hại Long Co Ltd mit 28 französischen Touristen an Bord vor der Insel Do Cạn kenterte. Alle Bootsinsassen konnten jedoch gerettet werden.[1] Ähnliche Unglücke gab es bereits 2002, 2006, und 2009. Laut BBC Vietnam äußerten sich einige britische und australische Touristen, die die Halong-Bucht besichtigt hatten, dahingehend, „dass sie sich glücklich schätzen, noch am Leben zu sein“, und dass sie nicht sonderlich über solche Unfälle überrascht seien, da alle Touristenboote „sehr alt“ seien.[2][3][4][5]

Bildergalerie[Bearbeiten]

Panoramabild in der Halong Bucht, aufgenommen auf Monkey Island

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Việt Nam News, Ausgabe 11. Mai 2011, Seite 3
  2. BBC.co.uk
  3. BBC.co.uk
  4. Dailymail.co.uk
  5. Dailymail.co.uk

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vịnh Hạ Long – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien