Halsdorf (Wohratal)

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50.9155555555568.9480555555556221Koordinaten: 50° 54′ 56″ N, 8° 56′ 53″ O

Halsdorf
Gemeinde Wohratal
Höhe: 221 m
Fläche: 30,66 ha
Einwohner: 880 (1. Jan. 2006)
Eingemeindung: 1. Juli 1970
Postleitzahl: 35288
Vorwahl: 06425

Halsdorf ist ein Ortsteil mit 880 Einwohnern in der Gemeinde Wohratal im Landkreis Marburg-Biedenkopf in Hessen.

Geografie[Bearbeiten]

Halsdorf befindet sich ca. 16 km nordöstlich von Marburg an der Wohra.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung Halsdorfs erfolgte in einer zwischen 780 und 802 datierten Urkunde als „Habelscendorf“. In dieser Zeit bestand das Dorf wahrscheinlich nur aus ein paar Häusern, vielleicht sogar nur aus einem einzelnen Gehöft. Der Ort kann damit eine über 1200-jährige Geschichte vorweisen und gehört zu den ältesten (nachgewiesenen) Orten der Region.

Am 1. Juli 1970 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Halsdorf und Wohra zur neuen Gemeinde Wohratal zusammengeschlossen.[1]

Infrastruktur, Wirtschaft, Verkehr[Bearbeiten]

In Halsdorf befinden sich neben einer Mittelpunktschule und einer Kindertagesstätte auch einige Gewerbebetriebe.

Verkehrsmäßig angeschlossen ist Halsdorf über die Landesstraße 3073 und die Bundesstraße 3. Bis 1972 war Halsdorf Haltepunkt der Wohratalbahn.

Vereine[Bearbeiten]

Halsdorf verfügt über ein reges Vereinsleben. Diese Vereine erhalten die dörfliche Kultur, fördern die Jugendarbeit oder sorgen mit zahlreichen Veranstaltungen für Abwechslung im Dorf.

  • Der Männergesangverein ist der älteste Verein Halsdorfs. Als Gründungsdatum des MGV Halsdorf gilt das auf der Vereinsfahne dargestellte Jahr 1873.
  • Der Posaunenchor bietet ein Repertoire besteht aus alten und neuen kirchlichen und weltlichen Musikstücken.
  • Der 1. DV Kastebier ist eine 1977 gegründete „Schoppenelf“, die fußballinteressierten Amateuren Gelegenheit gab, jenseits der etablierten Sportvereine Fußball zu spielen. Inzwischen ist der Verein für eine Maiwanderung und das Backhausfest, die Instandhaltung des Sportplatzgeländes und des Backhauses zuständig. Zur 1200-Jahr-Feier des Ortes führte der 1. DV Kastebier den Grenzgang durch.
  • Der eingetragene Fanclub der Eintracht-Frankfurt „Wohrataler Adler“ wurde am 3. Oktober 1998 gegründet. Er hat den größten Jugendanteil der Halsdorfer Vereine.
  • Die Freiwillige Feuerwehr leistet neben dem Brandschutz und der allgemeinen Hilfe auch einen wichtigen Beitrag in der Jugendarbeit.
  • Auch die Halsdorfer Burschenschaft veranstaltet jährlich einen Dämmerschoppen und die Kirmes für die Dorfgemeinschaft. Sie kann auf eine Tradition von über 100 Jahren zurückblicken.
  • Der Schützenverein ist aus dem sog. „Kriegerverein“ hervorgegangen. Dieser Verein beging 1927 sein 25-jähriges Jubiläum, wurde also 1902 gegründet.
  • Die Trachten- und Volkstanzgruppe e.V. Halsdorf wurde 1962 gegründet und widmet sich der Pflege und Darstellung von Volkstänzen, Volksliedern und Mundart. Der Verein hat rund 130 Mitglieder. Die Gruppe trägt die evangelische Marburger Tracht und nimmt regelmäßig am Hessentag teil.
Franz von Dingelstedt
Eberhard Werner Happel

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Arbeitskreis Dorfkultur und Dorfgeschichte Halsdorf: 1200 Jahre Halsdorf. Ein Buch vom Dorf. Books on Demand GmbH, 2002, ISBN 3-8311-3529-0
  • Konrad Vanja: Dörflicher Strukturwandel zwischen Überbevölkerung und Auswanderung. Zur Sozialgeschichte des hessischen Postortes Halsdorf, 1785-1867. Diss. Marburg 1987.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 402.

Weblinks[Bearbeiten]