Haltebogen

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Der Haltebogen

Unter einem Haltebogen, auch Ligatur genannt, (von lateinisch ligatura - Band) versteht man in der Musik die graphische Bindung von zwei Noten gleicher Tonhöhe.[1]

Der Haltebogen verbindet zwei aufeinanderfolgende Noten gleicher Tonhöhe, so dass diese wie ein einziger Ton klingen. Das heißt, der an den ersten Ton mit einem Haltebogen angehängte zweite Ton wird nicht neu angeschlagen, sondern verlängert die Dauer des ersten Tons. Auf diese Weise lassen sich beliebige Notenlängen erzielen oder Noten über einen Taktstrich hinweg verlängern – in diesem Fall spricht man auch von „Überbindung“. So kann z. B. ein Orgelpunkt gesetzt werden, der über mehrere Takte hinweg andauert. Ein Haltebogen kann auch innerhalb eines Taktes gesetzt werden, wenn sich dadurch z. B. bei einer Synkope die Übersichtlichkeit erhöhen lässt.

Eine alternative, abkürzende Schreibweise für angehängte Noten bietet in vielen Fällen die Punktierung.

Zu unterscheiden ist der Haltebogen von dem ihm optisch gleichenden Bindebogen, der beim Legato und Portato verwendet wird, und dem Phrasierungsbogen, der musikalische Phrasen verdeutlichen soll.

Der Begriff Ligatur bezeichnet in Quadrat-, Modal- und Mensuralnotation eine verbundene Schreibweise mehrerer Töne unterschiedlicher Tonhöhe.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Christine Schlitt (Hrsg.): Schülerduden Musik: Das Fachlexikon von A-Z. 4., völlig neu bearbeitete Auflage. Bibliographisches Institut, Mannheim 2006, ISBN 3-411-05394-1, S. 235.