Hamborn

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Duisburger Stadtbezirk Hamborn. Zur von 1929 bis 1935 so genannten Stadt Duisburg-Hamborn (heute Duisburg) siehe Duisburg#Weimarer Republik und Nationalsozialismus.
Stadtwappen der Stadt Duisburg.svg
Hamborn
Stadtbezirk von Duisburg
Wappen Karte
Wappen Karte
Gliederung
Gliederung
Basisdaten
Fläche: 20,84 km²
Einwohner: 71.466 (31. Dezember 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 3.420 Einwohner/km²
Postleitzahlen: 47166, 47167, 47169
Telefonvorwahl: 0203
Sitzverteilung der Bezirksvertretung (2009)
SPD:8 CDU:7 PBP:1 GRÜNE:1 FDP:1 DUBB:1

Hamborn ist ein Stadtbezirk der kreisfreien Stadt Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Er umfasst die Stadtteile Alt-Hamborn, Marxloh, Neumühl, Obermarxloh und Röttgersbach und hat 71.466 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2013) auf einer Fläche von 20,84 km². Bis zum Zusammenschluss mit dem Stadtkreis Duisburg im Jahr 1929 zu Duisburg-Hamborn war Hamborn ein selbständiger Stadtkreis und zählte damals zu den 40 größten Städten Deutschlands.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Erwähnt wird der Ort Hamborn bereits um 962 als Havenburn, was so viel wie „Viehtränke“ bedeutete. Namensgeber war ein am heutigen Standort der Abtei St. Johann gelegener Gutshof Havenburen. Diesen Landbesitz schenkte im Jahre 1136 der Edle Gerhard von Hochstaden dem Kölner Erzbischof mit der Auflage, dort ein Prämonstratenserkloster zu errichten. Die Klostergründung selbst erfolgte durch die Abtei Steinfeld in der Eifel. Die Siedlung und die benachbarten Bauerschaften gehörten zum Herzogtum Kleve und kamen mit diesem 1614/1666 an Brandenburg/Preußen. Anfang des 19. Jahrhunderts war Hamborn eine kleine Ortschaft innerhalb der Bürgermeisterei Holten im Landkreis Dinslaken, ab 1823 Landkreis Duisburg und ab 1873 Landkreis Mülheim an der Ruhr. 1886 wurde Hamborn Teil der Bürgermeisterei Beeck und kam mit ihr 1887 zum neugebildeten Landkreis Ruhrort, der nach Ausscheiden von Ruhrort und Meiderich 1909 wieder in Landkreis Dinslaken umbenannt wird.

Hamborner Rathaus, erbaut zwischen 1902 und 1904. (Foto von 2009.)

Am 6. April 1898 beschloss der Gemeinderat von Hamborn die Einführung eines Wochenmarktes, sodass die Händler fortan am Altmarkt ihre Stände aufbauten.[3] Im Jahre 1900 wurde die Bürgermeisterei Hamborn gebildet. Sie umfasste die Bauerschaften Alsum, Bruckhausen, Marxloh, Hamborn-Wittfeld, Schmidthorst, Neumühl und Fahrn.

Durch die expandierende Industrie wurden neue Arbeitsplätze geschaffen. So erlebte Hamborn in den nachfolgenden Jahren einen immensen Zuwachs an Bürgern. Am 1. April 1900 hatte Hamborn rund 28.000 Einwohner.[4] 1910 überschritt die Einwohnerzahl der jungen Gemeinde mit Helene Kropp, nach der auch eine Straße benannt ist, bereits die 100.000-Einwohner-Marke. Am 1. April 1911 wurden in Hamborn 102.800 Bürger gezählt, was einem Zuwachs von 75.000 Neu-Bürgern in nur zehn Jahren entspricht.[4] Das „größte Dorf Preußens[4] war faktisch eine Großstadt, ohne bis dahin Rechte als Stadt zu besitzen. Diese Rechte erhielt Hamborn am 1. April 1911.[4] Am 1. Mai 1911 schied Hamborn aus dem Landkreis Dinslaken aus und wurde Stadtkreis.

Um die drohende Eingemeindung nach Duisburg zu verhindern, bemühte sich in den 1920er Jahren Dr. Hugo Rosendahl als Hamborner Bürgermeister erfolglos um die Eingemeindung der Städte Dinslaken und Sterkrade. Los von Duisburg sei die Losung. Ruf es aus in alle Welt: Los von Duisburg die Parole, solange uns die Brust noch schwellt…, so heißt es in einem zeitgenössischen Gedicht des Jahres 1931, nachdem am 1. August 1929 Hamborn mit der Stadt Duisburg und den Ortschaften Huckingen, Mündelheim und Rahm aus dem Amt Angermund im Landkreis Düsseldorf zur neuen Stadt Duisburg-Hamborn vereinigt wurde, die dann am 1. April 1935 in Duisburg umbenannt wurde. Hamborn wird seitdem als Stadtteil geführt.

Aufgrund der geänderten Gemeindeordnung wurden in allen kreisfreien Städten Nordrhein-Westfalens ab 1975 Stadtbezirke eingerichtet. Bereits vor der Neufassung der Gemeindeordnung gab es einen statistischen Stadtbezirk Hamborn. Aus dem neu eingerichteten Stadtbezirk wurden Bruckhausen und das alte Fahrn herausgetrennt. Es verblieben die Stadtteile Alt-Hamborn, Marxloh, Neumühl, Obermarxloh und Röttgersbach. Bruckhausen wurde dem Stadtbezirk Meiderich-Beeck, das alte Fahrn dem Stadtbezirk Walsum zugeschlagen.

Alle Duisburger Stadtbezirke haben eigene Bezirksvertretungen mit einem Bezirksvorsteher an der Spitze. Der Hamborner Bezirksvertretung steht seit der Kommunalwahl 2004 Uwe Heider (SPD) vor.

Wasserturm auf der Alleestraße
Hamborner Altmarkt
Einkaufsmeile Jägerstraße
Kinderkarnevalszug in Hamborn
Friedenskirche an der Duisburger Straße, vollendet 1897 nach Plänen von Karl Doflein
Duisburg-Hamborn

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Das Wappen der ehemaligen Stadt Hamborn zeigt in silber (weiß) und grün quergeteiltem Schild einen nach rechts gewendeten, steigenden, zweischwänzigen, gekrönten roten Löwen. Das Oberwappen zeigt eine rote Mauerkrone mit drei Türmen. Bedeutung: Das Wappen ist leicht abgewandelt von dem Wappen der Herren von Horst. Alexander von Horst war von 1782 bis 1790 Abt in Hamborn. In dieser Form wurde das Wappen von 1911 bis 1929 genutzt. Wegen der dann erfolgten Eingemeindung nach Duisburg, wurde eine Genehmigung des Wappens durch den Regierungspräsidenten nie beantragt. Das Wappen zierte offizielle Schriftstücke der Stadt Hamborn. In einigen Varianten hält der Löwe Schlägel und Eisen, die Symbole des Bergbaus in seinen Pranken.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der Gemeinde Hamborn (ab 1910 Großstadt) nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um Schätzungen, Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt. Seit 1. August 1929 ist Hamborn Teil der Stadt Duisburg. Bei der Volkszählung im Jahre 1970 hatte der Stadtbezirk eine Einwohnerzahl von 112.946.

Jahr Einwohner
1816 1.550
1. Dezember 1871 ¹ 2.710
1. Dezember 1890 ¹ 4.095
2. Dezember 1895 ¹ 11.200
1. Dezember 1900 ¹ 32.597
1. Dezember 1905 ¹ 67.453
Jahr Einwohner
1. Dezember 1910 ¹ 101.703
1. Dezember 1916 ¹ 96.635
5. Dezember 1917 ¹ 107.516
8. Oktober 1919 ¹ 110.102
16. Juni 1925 ¹ 126.043
31. Dezember 1928 132.547

¹ Volkszählungsergebnis

Der heutige Stadtteil Alt-Hamborn hat 11.191 Einwohner.

Oberbürgermeister[Bearbeiten]

Stadt Hamborn[Bearbeiten]

Stadt Duisburg-Hamborn[Bearbeiten]

  • 1929–1933: Karl Jarres, DVP (vorher Oberbürgermeister der Stadt Duisburg)
  • 1933–1934: Ernst Heinrich Kelter
  • 1934–1935: Just Dillgardt, NSDAP (danach Oberbürgermeister der Stadt Duisburg)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe Liste der Baudenkmäler in Duisburg-Hamborn

Literatur[Bearbeiten]

siehe auch die unter den Stichworten Duisburg, Marxloh und Neumühl angegebene Literatur.

  • Erich Binder: Die Ev. Kirchengemeinde Hamborn. Ein Beitrag zur kirchengeschichtlichen Entwicklung von Duisburg-Hamborn. Duisburg 1972
  • Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Hamborn einschließlich Krankenhaus. o.O. [ca. 1928]
  • Ulf Hegewald (Hg.): Das Duisburg-Projekt. Studenten der Fachhochschule Aachen zeichnen und malen in Duisburg-Hamborn. Aachen 1984
  • Erhard Lucas Zwei Formen von Radikalismus in der Deutschen Arbeiterbewegung. Frankfurt am Main 1976
  • Rheinisches Städtebuch. Band III.3, Teilband aus Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte, im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages hg. von Erich Keyser, Stuttgart 1956
  • M. Schulte: Ev. Kirchengemeinde Hamborn. Duisburg 1929

Gebürtige Hamborner[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Duisburg-Hamborn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg vom 31. Dezember 2013 (PDF; 21 kB)
  2. [1] Westermanns Historischer Weltatlas.
  3. Hermann Kewitz: Duisburg. Bewegte Zeiten – Die 50er Jahre, Spangenberg 1997, S. 41, ISBN 3-86134-385-1.
  4. a b c d Christian Balke: Stadion aus Schweiß und Herzblut. In: WAZ (Online) vom 12. April 2013.

51.49756.7777777777778Koordinaten: 51° 30′ N, 6° 47′ O