Hamborn 07

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Hamborn 07
Wappen von Hamborn 07
Voller Name Sportfreunde Hamborn 07 e. V.
Gegründet 1907
Stadion Sportanlage Im Holtkamp
Plätze 5.000
Präsident Ernst Schneider
Trainer Joachim Hopp
Homepage hamborn-07.de
Liga Landesliga Niederrhein, Staffel 3
2012/13 20. Platz (Oberliga Niederrhein)
Heim
Auswärts

Die Sportfreunde Hamborn 07 sind ein Sportverein aus Hamborn, einem Stadtteil im Norden von Duisburg.

Geschichte[Bearbeiten]

1907 fusionierte der 1903 in Hamborn gegründete Ballspiel-Club Hamborn mit dem SV Marxloh zum SV Hamborn 07. Die Spielstätte von Hamborn 07 war von 1913 bis 1954 der Platz an der Buschstraße.

1954 erhielt der Verein durch Fusion mit dem Verein Sportfreunde Hamborn seinen jetzigen Namen Sportfreunde Hamborn 07. 1954 wurde auch das August-Thyssen-Stadion im Stadtteil Bruckhausen eingeweiht, das bis zu seinem Abriss 1969 Spielort der Sportfreunde war. Danach fanden die Hamborner Heimspiele für ein knappes Jahrzehnt im Schwelgernstadion im Stadtteil Marxloh statt. Seit 1978 werden die Heimspiele von Hamborn 07 auf der vereinseigenen Anlage Im Holtkamp ausgetragen, die ein offizielles Fassungsvermögen von 5000 Plätzen besitzt. Davon sind ca. 500 überdacht.

Die Vereinsfarben von Hamborn 07 sind Schwarz-Gelb, im Wappen findet sich ein schwarzer Adler auf gelbem Grund, dennoch werden die Hamborner „die Löwen“ genannt, da sich im alten Hamborner Wappen ein roter Löwe findet.

Christoph Daum hat einen Teil seiner Spielerkarriere bei den „Löwen“ verbracht.

Handball[Bearbeiten]

Die Handballer, mittlerweile ein eigenständiger Verein, wurden in der Meisterschaftsrunde 1958 durch ein 10:9 im Endspiel gegen den VfL Wolfsburg Deutscher Meister im Feldhandball. Kopf der Mannschaft und ihr bekanntester Akteur war Spielertrainer Walter Schädlich, der bei der WM 1952 und erneut 1955 mit der Nationalmannschaft Weltmeister wurde. 1968 wurde die Westdeutsche Meisterschaft errungen, die gleichzeitig den Aufstieg in die Feldhandball-Bundesliga bedeutete. Die Mannschaft um Jürgen Ecker, Winfried Terjung, Jochen Goetzke, Winfried Hetzel und Dieter Stahl behauptete sich in der Gruppe Nord der höchsten Spielklasse bis zur letzten Saison 1973, in dieser letzten Saison als Spielgemeinschaft HSG Westende/Hamborn 07.

Im Hallenhandball brauchten die „Löwen“ eine ganze Weile, bis sie sich einen Namen verschaffen konnten. Von 1975 bis 1985 sowie nochmals in den Spieljahren 1987/88 und 1989/90 spielte die erste Männermannschaft in der Regionalliga West, die bis zur Einführung der 2. Bundesliga 1981 die zweithöchste Spielklasse in Deutschland war. Nachdem die Hamborner 1993 auch aus der Oberliga absteigen mussten, folgte ein sportlicher Niedergang, der einen Fall bis in die Kreisklasse zur Folge hatte. Nach einer langen Regenerationsphase gelang am Ende der Saison 2006/07 nach 14 Jahren Unterklassigkeit der Wiederaufstieg in die Oberliga Niederrhein. Bis heute gehören die "Löwen" zu den Oberliga-Mannschaften, die immer wieder um den Aufstieg mitspielen. Zuletzt fehlte ein Tor gegen den TV Aldekerk im Jahr 2010.

Die Frauen gehörten zeitweise der Oberliga an, spielten in der Folgezeit aber auch in der Kreisoberliga Rhein-Ruhr, der zweitniedrigsten Spielklasse. Am Ende der Spielzeit 2009/10 erfolgte der Aufstieg der Damen in die Landesliga. In der Saison 2011/12 erfolgte ein weiterer Aufstieg der Damen und der Damen-Reserve in die Verbandsliga und Bezirksliga.

Fußball[Bearbeiten]

Die Hamborner Fußballer gehörten ab den 1930er Jahren zu den Spitzenvereinen im Ruhrgebiet. 1933 nahmen sie erstmals an der Endrunde um die westdeutsche Meisterschaft teil, scheiterten dort jedoch am FC Schalke 04. Doch gehörten sie zu den Gründungsmitgliedern der neuen erstklassigen Gauliga Niederrhein.[1] In der ersten Spielzeit wurden sie mit einem Punkt Rückstand auf Meister VfL Benrath und Fortuna Düsseldorf Dritter.[2] Zumeist diesen beiden Vereinen musste die Hamborner in den nächsten Jahren stets den Vortritt lassen, ehe sie 1941/42 erstmals die Meisterschaft im Gau Niederrhein erringen konnten. Hamborn 07 profitierte dabei vom Zweiten Weltkrieg, da die besten Hamborner Spieler für die Kriegsindustrie unabkömmlich gestellt waren.[3] Als Niederrheinmeister traf Hamborn 07 in der Qualifikation zur Endrunde um die deutsche Meisterschaft auf Werder Bremen. Nach dem 1:1 nach Verlängerung im eigenen Stadion vor 20.000 Zuschauern schied Hamborn im Wiederholungsspiel in Bremen durch eine 1:5-Niederlage aus.[4] Ab 1943 schloss sich 07 mit dem Lokalrivalen Union 02 Hamborn zur KSG 07/Union Hamborn zusammen. Nach einem gemeinsamen neunten Platz 1943/44[1] wurde dann die Saison 1944/45 im September 1944 kriegsbedingt eingestellt.[5]

Am 26. Dezember 1952 wurde mit dem DFB-Pokal-Spiel beim FC St. Pauli im Hamburger Millerntor-Stadion das erste Fußballspiel in der Geschichte des deutschen Fernsehens direkt übertragen. Die Hamborner gewannen mit 4:3. In den 50ern und 60ern spielten die Hamborner als Fahrstuhlmannschaft mehrmals in der Oberliga und 2. Liga. 1961 verpassten sie den Einzug in das Endspiel um den DFB-Pokal nur knapp, als sie im Halbfinale dem 1. FC Kaiserslautern mit 1:2 unterlagen. Danach folgte ein zwischenzeitlicher Absturz bis in die Bezirksliga, ehe es in den späten 1970er Jahren wieder aufwärts ging.

Seine bisher letzte Blütezeit erlebte der Verein Mitte der 1980er Jahre, als Oberligaspiele gegen Rot-Weiss Essen oder den Lokalrivalen MSV Duisburg vor teilweise fünfstelliger Kulisse im Wedaustadion ausgetragen wurden. 1987 erreichte man das Finale des Niederrheinpokals, in dem man Schwarz-Weiß Essen mit 3:5 unterlag.

Mitte der 1990er wurde der Verein, der zu diesem Zeitpunkt wieder bis in die Landesliga Niederrhein abgerutscht war, nochmals bekannt, als er in dem ARD-Magazin Privatfernsehen von Friedrich Küppersbusch gesponsert und in jeder Ausgabe ein von Tom Theunissen verfasster kurzer Bericht über den Verein gesendet wurde. Als Höhepunkt wurde am 19. Januar 1997 eine Neuauflage des Spiels gegen den FC St. Pauli im WDR-Fernsehen übertragen. Als Co-Kommentator fungierte dabei der ehemalige Bundesligaprofi und -trainer Horst Heese, der vor seinem Wechsel in die Bundesliga für die Hamborner gespielt hatte.

Im Jahr des 100-jährigen Bestehens musste der Verein den Abstieg aus der Verbandsliga Niederrhein hinnehmen. 2008 folgte der Abstieg in die Bezirksliga. 2009 holten die Hamborner souverän den Meistertitel der Bezirksliga mit 21 Punkten Vorsprung auf den Tabellen-Zweiten und nur einer Saisonniederlage und schafften somit den direkten Weg zurück in die inzwischen siebtklassige Landesliga. 2011 folgte der Aufstieg in die Niederrheinliga. Am Ende der Saison 2011/12 qualifizierten sich die Löwen für die neu geschaffene Oberliga Niederrhein. Aus dieser Spielklasse stieg der Verein aber postwendend als Tabellenletzter in die Landesliga ab.

Bekannte Spieler und Trainer[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Hamborn 07 in: Hardy Grüne (2001): Vereinslexikon. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 7. Kassel: AGON Sportverlag, S. 196. ISBN 3-89784-147-9
  2. Hardy Grüne (1996): Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. 1890 bis 1963. Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1., S. 130 Kassel: AGON Sportverlag, ISBN 3-928562-85-1
  3. Grüne 1996, S. 217
  4. Grüne 1996, S. 211
  5. Grüne 1996, S. 262

51.505266.777875Koordinaten: 51° 30′ 19″ N, 6° 46′ 40″ O