Hambrücken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Hambrücken
Hambrücken
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Hambrücken hervorgehoben
49.1861111111118.5438888888889107Koordinaten: 49° 11′ N, 8° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 10,97 km²
Einwohner: 5521 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 503 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76707
Vorwahl: 07255
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 029
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 108
76707 Hambrücken
Webpräsenz: www.hambruecken.de
Bürgermeister: Thomas Ackermann
Lage der Gemeinde Hambrücken im Landkreis Karlsruhe
Karlsdorf-Neuthard Malsch (Landkreis Karlsruhe) Malsch (Landkreis Karlsruhe) Bretten Bruchsal Bruchsal Ettlingen Forst (Baden) Gondelsheim Hambrücken Kronau Kürnbach Marxzell Oberderdingen Östringen Philippsburg Sulzfeld (Baden) Ubstadt-Weiher Walzbachtal Weingarten (Baden) Zaisenhausen Karlsbad (Baden) Kraichtal Graben-Neudorf Bad Schönborn Pfinztal Eggenstein-Leopoldshafen Linkenheim-Hochstetten Waghäusel Oberhausen-Rheinhausen Rheinstetten Stutensee Waldbronn DettenheimKarte
Über dieses Bild

Hambrücken ist eine Gemeinde im Landkreis Karlsruhe in Baden-Württemberg. Zur Gemeinde Hambrücken gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Geographie[Bearbeiten]

Hambrücken liegt in der Oberrheinebene westlich der Bundesautobahn 5, rund 10 km nord-nordwestlich von Bruchsal.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarorte von Hambrücken sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen): die Stadt Waghäusel, die Gemeinden Bad Schönborn, Ubstadt-Weiher und Forst und die Stadt Bruchsal. Alle gehören zum Landkreis Karlsruhe.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wird 1161 erstmals urkundlich erwähnt, es gehörte damals zum Ritterstift Odenheim. Der Ortsname geht zurück auf das althochdeutsche „Hagan“ (Wald oder Busch) und „Brucca“ (Brücke oder Knüppeldamm)[2] aus „Brucca“ entstand auch das Wort „Bruch“ (Sumpf), Landschaftsformen die man noch heute in der Umgebung des Ortes finden kann. So z. B. im Naturschutzgebiet Saalbachauen.

Spätestens 1366 kam der Ort unter die Herrschaft des Fürstbistum Speyer. Durch den Dreißigjährigen Krieg hatte Hambrücken den Großteil seiner Bevölkerung eingebüßt. Deshalb rief der Fürstbischof aus allen Gebieten Deutschlands Ansiedler herbei. Die regional nicht typischen Nachnamen Simianer und Soder stammen aus dem Alpengebiet.[2] Mit der Mediatisierung aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam der Ort 1803 zum Großherzogtum Baden.

Religionen[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St.Remigius in Hambrücken

Obwohl der Ort in kirchlichem Besitz war, wurde erst 1510 erstmals eine Pfarrkirche erwähnt. Diese Holzkirche wurde von Fürstbischof Damian Hugo von Schönborn durch eine massive Barockkirche mit Zwiebelturm ersetzt, die er 1742 selbst einweihte. Diese Kirche wurde um die Jahrhundertwende durch die heutige Kirche ersetzt.[2] Da die Reformation den Ort nicht erreichte, sind auch heute noch die meisten Bürger römisch-katholisch. Für den kleinen evangelischen Teil der Bevölkerung ist die Gemeinde in Waghäusel zuständig.

Pfarrkirche St.Remigius[Bearbeiten]

Die katholische Pfarrkirche St.Remigius ist das Wahrzeichen der kleinen Gemeinde und ist aus allen Himmelsrichtungen gut zu erkennen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1850: 1165
  • 1939: 2500
  • 2000: 5084
  • 2005: 5390

Tornado[Bearbeiten]

Durch den Tornado beschädigte Grillhütte von Hambrücken
Durch den Tornado verwüsteter Spielplatz am Vogelpark

Am 22. Juli 2006 wütete über Hambrücken ein Tornado, wodurch große Teile des Naherholungsgebietes inklusive Minigolfanlage und die Grillhütte zerstört wurden. Bäume wurden entwurzelt und 100 Häuser wurden zum Teil schwer beschädigt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben dem Bürgermeister als Vorsitzenden 14 Mitglieder an.

CDU 40,0 % -5,5 6 Sitze ±0
SPD 22,8 % +3,2 3 Sitze ±0
FWG 21,1 % -0,3 3 Sitze ±0
Junge Union 16,1 % +2,1 2 Sitze ±0

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen zeigt ein silbernes Kreuz auf blauem Grund. Auf dem Schnittpunkt der Kreuzlinien liegt ein rotes Schild mit goldenem Jagdhorn. Das Kreuz auf Blau erinnert an die frühere Zugehörigkeit zum Fürstbistum Speyer, während das Herzschild in den badischen Farben darauf hinweist, dass auch der Großherzog nach der Übernahme der Herrschaft über Hambrücken das örtliche Jagdhaus noch nutzte.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Hambrücken unterhält seit 1993 partnerschaftliche Beziehungen zur französischen Gemeinde La Bouexière in der Bretagne.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten]

Der größte Arbeitgeber in Hambrücken ist das Unternehmen Linhardt, ein Hersteller von Kunststoff- und Aluminiumtuben für Pharmazie- und Kosmetikindustrie. Die Firma Pizza Lorenzo produziert in Hambrücken Pizzen, Flammkuchen, Baguettes, Burger und Snacks.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Bundesstraße 36 (Mannheim – Karlsruhe – Lahr/Schwarzwald) ist Hambrücken an das überregionale Straßennetz angebunden. Verbindungen nach Wiesental und Forst bestehen über die Landesstraße 556. Orthogonal dazu, führt durch den Ort die Kreisstraße 3525 von der Bundesstraße 36 zur Kreisstraße 3524, welche von Forst nach Weiher führt. Nächster BAB-Anschluss 3 km, A 5, Raststätte Bruchsal.

Busverbindungen des ÖPNV bestehen in Richtung Bruchsal und Waghäusel (Buslinie 125 im Karlsruher Verkehrsverbund). Nach Fahrplanende gibt es ein Anruf-Sammeltaxi nach Bruchsal. Die im Dezember 2009 testweise eingerichtete Buslinie nach Graben-Neudorf wurde zum Jahresfahrplan 2011 wieder eingestellt.

Bildung[Bearbeiten]

Hambrücken verfügt über eine Grund- und Hauptschule. Außerdem gibt es zwei römisch-katholische Kindergärten im Ort (Kindergarten St. Josef und St. Martin).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jeweils am letzten Augustwochenende findet das in der Region bekannte Hambrücker Straßenfest statt.

Ende Oktober wird in der Lußhardt-Halle ein großes Guggenmusik-Treffen von der örtlichen Guggemusikzunft Forlebuzzel veranstaltet.

Des Weiteren findet seit einigen Jahren ein jährlicher Weihnachtsmarkt statt.

Ferienstraßen[Bearbeiten]

Hambrücken liegt an zwei bedeutenden touristischen Straßen:

Sport[Bearbeiten]

Sport-Vereine[Bearbeiten]

Der 1. Taekwondo-Club 1982 Hambrücken e.V. wurde im Jahr 1977 in Hambrücken gegründet. Im Jahr 1982 erhielt der Club vom Amtsgericht Bruchsal schließlich den Eintrag ins Vereinsregister. Der Verein wurde 24 Jahre lang bis 2010 von Klaus-Dieter Raab als 1. Vorsitzender geleitet. Seit 2010 ist Stephan Heck 1. Vorsitzender.

Der TKD-Club Hambrücken ist Mitglied im Badischen Sportbund Nord (BSB-Nord), im Deutschen Sportbund (DSB), im Badischen Turnerbund (BTB), im Bundesverband „Deutsche Taekwondo Union e.V.“ (DTU) und im zugehörigen Landes-Fachverband „Taekwondo Union Baden-Württemberg e.V.“ (TUBW). Die DTU ist eines von 204 Mitgliedsländern (Stand März 2013) in der olympisch anerkannten und größten Taekwondo-Weltorganisation „World Taekwondo Federation“ (WTF) mit über 30 Millionen Mitgliedern.

Primäres Sportangebot ist Taekwondo-Training nach den Regeln der WTF mit den Disziplinen Vollkontakt-Kampf (Kyorugi) und Formenlauf (Poomsae) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Taekwondo wird als Breitensport und als Leistungssport trainiert. Der Verein war und ist sportlich erfolgreich im Vollkontakt-Taekwondo und im Taekwondo-Formenlauf, d.h. im „Schattenkampf“ gegen virtuelle Angreifer aus den 4 Himmelsrichtungen. Sportler des Vereins starten bei regionalen, nationalen und internationalen Turnieren im Vollkontakt-Kampf und im Formenlauf.

Natur[Bearbeiten]

Der frühere Werbespruch des Hambrücker Poststempels lautete „Inmitten herrlicher Wälder“, die auch der heutige Besucher durchwandern kann. Neben den Wiesen und Wäldern die das Dorf ringsherum umgeben, laden insbesondere das Naturschutzgebiet Saalbachauen, ein Obstlehrpfad (Beginn bei der ehemaligen Dreschhalle im Heuweg) und ein Waldlehrpfad (Beginn im Vogelpark) Spaziergänger, Wanderer und Radfahrer dazu ein, diese Natur zu entdecken.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hambrücken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c http://www.hambruecken.de/index.php/geschichte.html