Hamburg-Bahrenfeld

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Wappen von Hamburg
Bahrenfeld
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 34′ 26″ N, 9° 53′ 33″ O53.573849.89251Koordinaten: 53° 34′ 26″ N, 9° 53′ 33″ O
Fläche 10,9 km²
Einwohner 27.274 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2502 Einwohner/km²
Postleitzahl 22...
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Altona
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Bahrenfeld ist ein Stadtteil im westlichen Hamburg. Er gehört zum Bezirk Altona. 1938 mit ganz Altona nach Hamburg eingemeindet, hatte der Stadtteil im Jahr 2008 über 26.000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Stadtgebiets[Bearbeiten]

Bahrenfeld hatte 2007 eine Fläche von 10,5 km².[1]

Benachbarte Stadtteile[Bearbeiten]

Bahrenfeld grenzt im Westen an Osdorf, im Südwesten an Groß Flottbek, im Süden an Othmarschen und Ottensen, im Südosten an Altona-Nord, im Osten an Stellingen und im Norden an Eidelstedt und Lurup.

Geschichte[Bearbeiten]

Bahrenfeld wurde im Jahr 1256 erstmals erwähnt. Der Name wird, wie auch der der Stadtteile Ottensen und Othmarschen, auf den Ritter Otto von Bahren zurückgeführt, der im 13. Jahrhundert in Ottensen gelebt und in Bahrenfeld landwirtschaftlich genutzte Flächen besessen haben soll. Über Jahrhunderte war es ein kleines Bauerndorf an der Straße von Hamburg nach Pinneberg und gehörte die meiste Zeit zur Herrschaft Holstein-Pinneberg. 1867 wurde Bahrenfeld preußisch und im gleichen Jahr an die neueröffnete Altona-Blankeneser Eisenbahn angeschlossen. In der Folgezeit siedelten sich erste Industriebetriebe an; ab 1910 entstanden ausgedehnte Arbeitersiedlungen an der Grenze zu Ottensen.

Bereits 1890 war Bahrenfeld nach Altona/Elbe eingemeindet worden, mit dem es nach dem Groß-Hamburg-Gesetz 1938 ein Teil Hamburgs wurde. Bei der anschließenden Neuordnung der Hamburger Stadtteilgrenzen wurde Bahrenfeld um Teile der einstigen Ottenser Feldmark (auch Neu-Ottensen genannt) erweitert.

1923 verlegte das Unternehmen Reemtsma seine Zigarettenproduktion von Erfurt ins damals preußische Altona-Bahrenfeld. Ab 1930 produzierte auch die British American Tobacco in Bahrenfeld. Nach Auszug von BAT wurde die Produktionsstätte zum Westend Village, einer komfortablen Wohnanlage, umgebaut.

Seit der Eröffnung der Bundesautobahn 7 Mitte der 1970er Jahre ist Bahrenfeld allerdings in zwei Teile zerschnitten, das alte Zentrum um den Bahrenfelder Marktplatz verschwand.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

1840: 400
1890: 2.200
1914: 9.400
1939: 26.000
1956: 43.000

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Bahrenfeld zum Wahlkreis Altona. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[2]:

  • SPD 51,7 % (+12,9)
  • GAL 15,5 % (+1,7)
  • CDU 12,6 % (-19,3)
  • Die Linke 9,0 % (+0,5)
  • FDP 4,2 % (+0,1)
  • Übrige 7,0 % (+4,1)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Trabrennbahn Bahrenfeld

Der Altonaer Volkspark schließt sich nördlich an die Bahrenfelder Trabrennbahn an. Er ist Hamburgs größter öffentlicher Park (205 Hektar) und reicht bis an Lurup, Eidelstedt und Stellingen heran.

Der nach Georg Bonne benannte Bonnepark ist eine große Verkehrsinsel zwischen A 7, B 431 und Bahrenfelder Chaussee, erfüllt aber gerade dadurch eine wichtige Funktion. Im Bonnepark stand das Bonnehaus. Es wurde 1895 von Carl Friedrich Gajen erbaut und als Herrensitz genutzt. Es gab dort größere Säle, die oft für ausgelassene Feste genutzt wurden. Im Untergeschoss befand sich die mit weißen Marmorplatten ausgelegte Küche, daneben ein Raum für Geschirr und Tafelsilber. Am Ende des Gebäudes befand sich ein Raum für den Weinvorrat, der zugleich Weinstube war. Ans Haus grenzten Gartenanlagen und Wege, die zu Spaziergängen einluden. Der Zugang zum Grundstück muss früher von Süden her gewesen sein, also vom Bahrenfelder See her. Als das Haus noch stand, konnte man dies noch an der vorhandenen Allee erkennen. Gajen gehörte ein breiter Streifen vom Volkspark bis hinunter zur Elbe. Später (Jahr nicht bekannt) soll er durch eine Intrige enteignet worden sein; als Grund wird die Geldgier der Verwandtschaft vermutet. Später zog der IOGT (International Organisation of Good Templars) in das Haus ein. Nach der Machtübertragung an die Nazis wurden die Räumlichkeiten zu insgesamt sechs unterschiedlich großen Wohnungen umgebaut. Aus dem Untergeschoss (Küche usw.) wurde eine Hausmeisterwohnung. Das Bonnehaus (Silcherstraße 29) wurde im Zuge des Neubaus der A 7 abgerissen. Die beiden noch vorhandenen Blutbuchen geben eine Orientierung für den ehemaligen Platz des Hauses. Auf der Rückseite (zugl. Zufahrtshof) stand eine riesige Eiche.

In Bahrenfeld gibt es mehrere große Friedhöfe. Neben dem Altonaer Hauptfriedhof am Volkspark sind das der jüdische Begräbnisplatz am Bornkampsweg, der Mennonitenfriedhof am Holstenkamp und die evangelischen Friedhöfe am Holstenkamp, am Bornkamp und am Diebsteich. All diese sind erlebbare Überbleibsel der Glaubensfreiheit in Altonas Geschichte.

Das Gelände des Lise-Meitner-Parks am DESY (darum auch: Desy-Wiesen) wurde aus Boden gestaltet, der beim Bau des Hamburger Elbtunnels angefallen war.

Der Otto von Bahrenpark beinhaltet zwar auch eine Grünanlage, er bezeichnet jedoch ein Immobilienobjekt, welches ein denkmalgeschütztes Gebäudeensemble des ehemaligen Gaswerks beinhaltet.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Die Paul-Gerhardt-Kirche.

Der Dahliengarten ist eine der wenigen touristischen Attraktionen Bahrenfelds. Jedes Jahr finden mehr als einer Viertelmillion Besucher den Weg in diesen eintrittsfreien Garten. Er ist Teil des Altonaer Volksparks und befindet sich an der Ecke Luruper Chaussee/Stadionstraße. Der Dahliengarten wurde 1920 eingeweiht. Er ist 1 1/2 Hektar groß, und es handelt sich mit 14.227 Dahlien um Europas Dahliengarten mit den meisten Raritäten. Die Saison dauert normalerweise von Ende Juni bis Ende Oktober (bis zum ersten Frost).

Am Nordrand des Altonaer Volksparks liegen die Sportarenen O2 World Hamburg, die Heimat des DEL-Clubs Hamburg Freezers und des Handball-Erstligisten HSV Hamburg, und die Imtech Arena, Spielstätte des Fußballbundesligisten Hamburger SV, sowie die Eis- und Ballsporthalle Volksbank Arena.

Auch die evangelische Lutherkirche (Bahrenfelds erste Kirche, erbaut 1910), östlich von Autobahn und Volkspark gelegen, ist einen Abstecher wert. Neben der Lutherkirche besitzt Bahrenfeld mit der Paul-Gerhardt-Kirche im Osten des Stadtteils und der Freien evangelischen Gemeinde Hamburg-Bahrenfeld zwei weitere evangelische Kirchen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahrenfeld ist gut an den überregionalen Straßenverkehr angeschlossen. Durch Bahrenfeld führt die Bundesautobahn 7, an ihrer Ausfahrt Nr. 28 schneidet sie die Bundesstraße 431, die Bahrenfeld von Ost nach West durchquert.

Die davon ausgehenden Emissionen, insbesondere der Lärm, haben dazu geführt, dass die in den Stadtteilen Bahrenfeld, Othmarschen und Groß Flottbek verankerte Bürgerinitiative „Ohne Dach ist Krach“ seit Jahren eine Überdeckelung des Autobahngrabens fordert, an einem Finanzierungs- und Realisierungskonzept mitgearbeitet hat und dafür auch parteiübergreifende Unterstützung in der Kommunalpolitik findet.

Bahrenfeld ist mit den Bahnhöfen Bahrenfeld (Grenze zwischen Bahrenfeld und Ottensen) und Diebsteich (Grenze zwischen Bahrenfeld und Altona-Nord) an das Netz der Hamburger S-Bahn (Linien S 1, S 11, S 21, S 3) und der AKN (Linie A1) angeschlossen.

In Bahrenfeld befand sich der nördliche Teil des Schienennetzes der Ottensener Industriebahn, einer Anschlussbahn mit Rollbockverkehr. Reste davon sind im Straßenplanum noch zu erkennen.

Durch Bahrenfeld verkehren die Metrobuslinien 1 (S-Rissen - Bf. Altona), 2 (Schenefeld (Mitte) - Bf. Altona) und 3 (Schenefelder Platz - Rathausmarkt/HafenCity), die Schnellbuslinie 37 (Schenefelder Platz - Bramfeld, Dorfplatz) sowie die Stadtbuslinien 180 (S-Stellingen - S-Holstenstraße) und 288 (Pflegeheim Bahrenfeld - Bf. Altona) und verbinden den Stadtteil mit der Hamburger Innenstadt und dem Regionalzentrum Hamburg-Altona.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Aufgrund seiner günstigen Lage ist Bahrenfeld Sitz diverser Unternehmen, insbesondere im Dienstleistungs- und Verarbeitungsbereich. Ein großes Industrie- und Gewerbegebiet zieht sich durch den Nordosten des Stadtteils. Die Zahl der ansässigen Handwerksbetriebe gibt die Stadtteilstatistik mit 356 für das Jahr 2007 an, 2002 waren es 281.[1]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Die Freiwillige Feuerwehr Ottensen-Bahrenfeld hat ihre Dienststelle im Friesenweg.
  • An der Notkestraße besaß das THW-Ortsverband Hamburg-Altona bis zum August 2011 ein Gelände für seine Zwecke.
  • In der Notkestraße 95 hat die Polizei Hamburg das Kommissariat 25 eingerichtet (ehemals in der Silcherstraße).

Bildung und Forschung[Bearbeiten]

Das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY in der Helmholtz-Gemeinschaft, ein weltweit renommiertes Forschungsinstitut für Teilchenphysik, unterhält ein Forschungszentrum in Bahrenfeld; ausgehend vom Gelände untertunnelt der inzwischen stillgelegte Teilchenbeschleuniger HERA den nördlichen Teil Bahrenfelds. Das DESY gehört mit seinen rund 1.400 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern im Stadtteil.

Innerhalb der Wohngebiete sind sechs Schulen angesiedelt, darunter die Stadtteilschule Bahrenfeld (vorher Gesamtschule Bahrenfeld) sowie im Kielkamp eine Sonderschule für behinderte Kinder. 2007 gab es im Stadtteil 2.295 Schüler.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Wendt, Wie Bahrenfeld wurde. Von der Steinzeit bis heute - die Chronik eines Hamburger Stadtteils., in: 750 Jahre Bahrenfeld, Hamburg 2006 (Festschrift, hg. v. Bürgerverein Bahrenfeld).
  • Johanna Wolff, Spaziergänge durch Bahrenfeld. Hamburg 1990 (Ergebnisse).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Webseite Statistik Nord, abgerufen 15. Oktober 2009.
  2. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Bahrenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien