Hamburg-Eppendorf

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Wappen von Hamburg

Eppendorf
Stadtteil von Hamburg

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Über dieses Bild
Koordinaten 53° 35′ 44″ N, 9° 59′ 2″ O53.595669.98401Koordinaten: 53° 35′ 44″ N, 9° 59′ 2″ O
Fläche 2,7 km²
Einwohner 22.810 (31. Dez. 2004)
Bevölkerungsdichte 8448 Einwohner/km²
Postleitzahl 20249
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Blick vom Leinpfad über den Alsterstreek auf die St. Johanniskirche 2006 …
… und der gleiche Blick 1845

Eppendorf ist ein Stadtteil Hamburgs im Bezirk Hamburg-Nord (nordwestlich der Außenalster). Der Name leitet sich vermutlich vom altdeutschen epen, „am Wasser gelegen“, her.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

In Eppendorf münden der Isebekkanal und das Flüsschen Tarpenbek in die Alster. Die Tarpenbek fließt vorher durch den Mühlenteich, der auch als Winterquartier für die Alsterschwäne dient.

[Bearbeiten] Geschichte

Eppendorf, 1140 erstmals als Eppenthorp erwähnt, ist Hamburgs ältestes Dorf. Sein Name leitet sich entweder von altgermanisch epen - „am Wasser“ ab oder von dem Personennamen Ebo, Ebbo oder Eppo. Fraglich ist, ob damit der Erzbischof Ebo von Reims gemeint war, der von 823 bis 826 mehrfach auf Missionsreisen nördlich der Elbe zog. Auf eine frühe Christianisierung weisen allerdings die, bei einer Renovierung der 1267 erstmals erwähnten St-Johannis-Kirche gefundenen, Überreste eines älteren Rundturmes aus ungehauenen Feldsteinen hin.

An der Heilwigstraße direkt an der Alster befindet sich seit 1914 das sogenannte Kloster St. Johannis, der Nachfolger des 1530 zum Damenstift umgewandelten Herwardeshuder Zisterzienserinnenklosters, das 1247 von Heilwig von der Lippe, Ehefrau des Schauenburger Grafen Adolf IV. gegründet worden war.

Im 19. Jahrhundert wurde Eppendorf zum beliebten Vorort für wohlhabende Bürger aus Hamburg, die dort ihren Landsitz errichteten. In der Folgezeit wurde das niedriggelegene, sehr feuchte Land aufgeschüttet und bebaut. Von der ursprünglichen Weide- und Moorlandschaft hat sich nur das Eppendorfer Moor an der Tarpenbek erhalten, das seit 1982 unter Naturschutz steht.

1875 wurde der Eppendorfer Bürgerverein (EBV) gegründet, der heute noch besteht und das Stadtteil-Magazin „Der Eppendorfer“ herausgibt.

1879, als die Hamburger Krankenhäuser die vielen Kranken, die oft an Seuchen wie Cholera litten, nicht mehr aufnehmen konnten, wurde mit dem Bau eines modernen Krankenhauses auf einem freien Gelände am Rand von Eppendorf begonnen, dem heutigen Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Bei der Unterbringung der Kranken in einzelnen Pavillons anstelle der großen Säle früherer Krankenhäuser wurden neue Erkenntnisse der Vermeidung von Ansteckungen angewandt.

1894 wurde Eppendorf als Stadtteil in die Stadt Hamburg eingemeindet. In zahlreichen Gebäuden aus der Zeit zwischen der Eingemeindung und dem Beginn des ersten Weltkriegs 1914 stehen große Wohnungen zur Verfügung, die heute überwiegend von eher wohlhabenden Personen oder Familien bewohnt werden (Eppendorfer Mischung).

[Bearbeiten] Politik

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Eppendorf zum Wahlkreis Eppendorf-Winterhude. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[1]:

  • SPD: 46,6 % (+14,6)
  • CDU: 18,6 % (-23,1)
  • GAL: 15,2 % (+1,5)
  • FDP: 9,9 % (+3,5)
  • Die Linke: 4,9 % (±0,0)
  • Sonstige: 4,8 % (+3,5)

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das „Lustspielhaus“
Der ehemalige „Brahmskeller“
Eppendorfer Landstraßenfest
  • Kirche St. Johannis: liegt direkt an der Alster und an der Brücke nach Winterhude. Sie hat einen ehemals runden Turm, der wohl aus dem frühen 13. Jahrhundert stammt, das 1622 neu gebaute Kirchenschiff ist ein rechteckiger Fachwerksaal. Samuel Heinicke, einer der Pioniere im deutschen Gehörlosenschulwesen, war hier Kantor von 1768 bis 1778 und unterrichtete in der Küsterei mehrere gehörlose Schüler.
  • Holthusenbad: Das 1912 bis 1914 errichtete Holthusenbad wurde von Fritz Schumacher entworfen.

[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen

  • Eppendorfer Landstraßenfest: das Eppendorfer Landstraßenfest findet alljährlich im Mai statt, 2006 zum 25. Mal
  • Erikastraßen-Fest: im August findet in ähnlichem, wenn auch kleineren Umfang, das Erikastraßen-Fest statt
  • Eppendorfer Fest: das Eppendorfer Fest findet alljährlich im Juni statt

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Verkehr

Eppendorf hat mit dem U-Bahnhof Kellinghusenstraße (U1 und U3) einen wichtigen Knotenpunkt des Hamburger U-Bahn-Netzes. Eine weitere U-Bahn Station ist der Eppendorfer Baum an der Linie U3. Am Eppendorfer Marktplatz kommen mehrere Buslinien zusammen.

[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen

Die Universitätsklinik Eppendorf (UKE) ist eine der alten, großen Kliniken Hamburgs und wurde 1884 gegründet. Seit 1934 ist es Universitätsklinikum.

Auch das Bezirksamt Hamburg- Nord hat hier seinen Sitz und wurde in den letzten Jahren stetig ausgebaut. Das Kundenzentrum für öffentliche Angelegenheiten zog während dieser Phase in das ehemalige Gebäude einer öffentlichen Bücherhalle, welches sich direkt neben dem Bezirksamt befindet. Im Jahr 2009 wurde zudem ein Neubau auf dem ehemaligen Karstadt-Gelände eingeweiht.

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

Die Eppendorf AG, nach dem Stadtteil benannt, entstand auf dem Krankenhausgelände des UKE und ist inzwischen weltweit tätig. Sie fertigt Maschinen und andere Geräte für Labore.

[Bearbeiten] Bildung

  • Wolfgang-Borchert-Schule (auslaufende Grundschule, Haupt- und Realschule)
  • Grundschule Knauerstraße
  • Schule Robert-Koch-Straße
  • Marie-Beschütz-Schule (ehemalige Schule Schottmüllerstraße)
  • Gymnasium Eppendorf
  • Staatliche Handelsschule Kellinghusenstraße (H 13)
  • Gesamtschule Eppendorf (ehemaliges Gymnasium Curschmannstraße)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

Wolfgang-Borchert-Denkmal, Eppendorfer Landstraße

Söhne und Töchter (des Stadtteiles)

  • Hans Ferdinand Bubbe (1873-1961), deutscher Schulmann und Heimatforscher
  • Wolfgang Borchert (1921-1947), deutscher Schriftsteller, in Eppendorf geboren und besuchte die später nach ihm benannte Wolfgang-Borchert-Schule (vorher Erica-Schule)
  • Ernst Thälmann, an den heute noch der Ernst-Thälmann-Platz und die DKP-nahe Ernst-Thälmann-Gedenkstätte erinnern
  • Uwe Seeler, Fußballlegende, besuchte die Wolfgang-Borchert-Schule
  • Samy Deluxe, Rapper, ist in Eppendorf aufgewachsen.[2]
  • Jan Delay (Jan Eißfeldt), Rapper der Gruppe Beginner, spricht im Track „Lang is her“ zusammen mit Samy Deluxe über seine Jugend in Hamburg-Eppendorf
  • Claus Johannes Timmermann (1842-1919), der letzte Bauernvogt von Eppendorf
  • Fabius, Sänger, Schauspieler und Musicaldarsteller; in Eppendorf aufgewachsen, besuchte die Wolfgang-Borchert-Schule; heute spielt er in diversen Musicalstücken und im Ohnsorg-Theater Hamburg, insbesondere in der Rock-Revue „Wi rockt op Platt“

Personen mit Beziehung zur Stadt (zum Stadtteil)

  • Lonzo Westphal, der „Teufelsgeiger von Eppendorf“ und Mitglied der Hamburger Musikgruppe Leinemann, besang den Stadtteil 1980 in seinem Stück Der Zaubergeiger (Der Teufel kam nach Eppendorf)
  • Die Country-Band Texas Lightning, die Deutschland 2006 beim Eurovision Song Contest 2006 vertrat, kommt aus Eppendorf.
  • Der deutsche Komiker Karl Dall und der deutsche Schriftsteller, Kolumnist, Übersetzer und Schauspieler Harry Rowohlt leben hier.
  • Der deutsche Komiker und Schriftsteller Heinz Erhardt lebte bis zu seinem Tode mit seiner Familie am Eppendorfer Baum.

[Bearbeiten] Literatur

  • Helmut Alter: Eppendorf. Leben und Wohnen im Hamburger Vorort. Hans Christians Verlag Hamburg 1976
  • Hakim Raffat: Eppendorf und seine Parks. 2. überarb. & erw. Auflage 2007, Herausgegeben vom Stadtteilarchiv Eppendorf. Vertrieb: Abera Verlag. Hamburg. ISBN 978-3-934376-76-2
  • Werner Skrentny: Eppendorf 1860-1945. Ein photographischer Streifzug. Edition Temmen Bremen 1998. ISBN 3-86108-727-8
  • Knuth Weidlich (Hrsg.), Werner Skrentny (Text): Das Eppendorf-Buch. Historika Photoverlag Hamburg 1991. ISBN 3-9802761-0-4

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  2. Zeit Online, Artikel Mal die Steuern senken vom 1. April 2009

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Hamburg-Eppendorf – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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