Hamburg-Fuhlsbüttel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Hamburg
Fuhlsbüttel
Stadtteil von Hamburg
Neuwerk → zu Bezirk Mitte Duvenstedt Wohldorf-Ohlstedt Mellingstedt Bergstedt Volksdorf Rahlstedt Hummelsbüttel Poppenbüttel Sasel Wellingsbüttel Steilshoop Bramfeld Farmsen-Berne Eilbek Marienthal Wandsbek Tonndorf Jenfeld Moorfleet Allermöhe Neuallermöhe Spadenland Tatenberg Billwerder Lohbrügge Ochsenwerder Reitbrook Kirchwerder Neuengamme Altengamme Curslack Bergedorf Neuland Gut Moor Rönneburg Langenbek Wilstorf Harburg Sinstorf Marmstorf Eißendorf Heimfeld Hausbruch Neugraben-Fischbek Moorburg Francop Altenwerder Neuenfelde Cranz Rissen Sülldorf Blankenese Iserbrook Osdorf Lurup Nienstedten Othmarschen Groß Flottbek Ottensen Altona-Altstadt Altona-Nord Sternschanze Bahrenfeld Schnelsen Niendorf Eidelstedt Stellingen Lokstedt Hoheluft-West Eimsbüttel Rotherbaum Harvestehude Langenhorn Fuhlsbüttel Ohlsdorf Alsterdorf Groß Borstel Hohenfelde Dulsberg Barmbek-Nord Barmbek-Süd Uhlenhorst Hoheluft-Ost Eppendorf Winterhude Veddel Kleiner Grasbrook Steinwerder Wilhelmsburg Waltershof Finkenwerder St. Pauli Neustadt Hamburg-Altstadt HafenCity St. Georg Hammerbrook Borgfelde Hamm Hamm Hamm Rothenburgsort Billbrook Horn Billstedt Land Niedersachsen Land Schleswig-HolsteinLage in Hamburg
Über dieses Bild
Koordinaten 53° 38′ 5″ N, 10° 0′ 58″ O53.6345910.01608Koordinaten: 53° 38′ 5″ N, 10° 0′ 58″ O
Fläche 6,6 km²
Einwohner 12.130 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1838 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Nord
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein
Der Flughafen Hamburg nimmt den größten Teil des Fuhlsbütteler Gebiets ein
Klimadiagramm von Hamburg-Fuhlsbüttel

Fuhlsbüttel ist ein Hamburger Stadtteil und gehört zum Bezirk Hamburg-Nord. Außerdem war Fuhlsbüttel bis 2008 ein Ortsamtsgebiet.

Geografie[Bearbeiten]

Ehemaliger Ortsamtsbereich[Bearbeiten]

Der Ortsamtsbereich Fuhlsbüttel bestand aus den Stadtteilen Fuhlsbüttel, Langenhorn und Ohlsdorf. Das Ortsamt hatte seinen Sitz in Fuhlsbüttel. Klein Borstel und der südliche Teil Fuhlsbüttels gehören heute verwaltungsmäßig zu Ohlsdorf.

Im Ortsamtsgebiet lagen

Die Grenzen des Ortsamtsbereichs waren im Norden die Straße „Am Ochsenzoll“ / früher „Grenzweg“ (zu Norderstedt), im Westen die Tarpenbek (zu Norderstedt) und der Flughafen (zu Niendorf und Groß Borstel), im Süden die Sengelmannstraße (zu Alsterdorf und Barmbek), im Osten der Ohlsdorfer Friedhof (zu Bramfeld) und der Raakmoorgraben (zu Hummelsbüttel).

Teile des ehemaligen Ortsamtsgebietes, z.B. Langenhorn, befinden sich seit über 800 Jahren in Hamburger Besitz. Früher gehörten sie zur Landherrenschaft der Geestlande. Bis zum Jahr 1975 verfügte der Ortsamtsbereich auch über das eigene Standesamt Hamburg-Fuhlsbüttel, welches später mit dem Standesamt Hamburg-Nord zusammengelegt wurde.

Stadtteil[Bearbeiten]

Fuhlsbüttel wird bestimmt vom Lauf der Alster, deren Tal im Osten an der Grenze zu Ohlsdorf liegt. Der umliegende Grüngürtel stellt heute ein wichtiges Naherholungsgebiet dar. Ein Teil des Mühlenteichs, ein kleineres Staubecken des Flusses, gehört zum Gebiet Fuhlsbüttels. Das eigentliche Zentrum Fuhlsbüttels hat sich unweit davon um die Straße Erdkampsweg gebildet.

Das Gebiet des Stadtteils Fuhlsbüttel wird zu etwa zwei Dritteln vom Flughafen eingenommen. Dieser hat im Norden eine kurze Grenze mit Norderstedt. Im Westen grenzt er an Niendorf. Im Süden Fuhlsbüttels liegen Groß Borstel, Alsterdorf und Ohlsdorf. Im Osten ist Hummelsbüttel gelegen, im Norden Langenhorn.

Geschichte[Bearbeiten]

Unter dem Namen Fulesbotle wurde das Dorf 1283 erstmals urkundlich erwähnt und gehört siedlungshistorisch zu den Büttel-Ortschaften, die auf die sächsische Bezeichnung einer „sicheren Ortschaft“ verweist. Die Vorsilbe -ful heißt „schmutzig“ oder „sumpfig“ und bezieht sich auf die Lage an dem damals noch ungeregeltem Lauf der Alster, durch die die Gegend häufig überschwemmt wurde. Es wird also eine Siedlung auf sumpfigem Gelände benannt.[1]

Die Urkunde von 1283 erwähnt den Verkauf der Güter Fulesbotle, einschließlich des Dorfs und einer Mühle, durch den Graf Gerhard an das Kloster Reinfeld. Bereits ein Jahr später gingen Dorf und Mühle in das Eigentum der Söhne des Pächters Johann vom Berge über. Um 1420 kamen die Belegenheiten in Hamburger Besitz, die Mühle hieß um diese Zeit Ratsmühle.

1913 wurde Fuhlsbüttel zum Hamburger Stadtteil.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Fuhlsbüttel zum Wahlkreis Fuhlsbüttel-Alsterdorf-Langenhorn. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis[2]:

  • SPD: 53,0% (+18,9)
  • CDU: 20,4% (-23,5)
  • GAL: 9,8% (+0,1)
  • FDP: 7,0% (+2,5)
  • Die Linke: 5,5% (-0,3)
  • Übrige: 4,3% (+2,3)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Turm St. Marien
St. Lukas

Für die evangelische Kirche St. Marien schuf Charles Crodel 12 kleine Fenster nach eigenem Vorschlag 1959–1960.

St. Lukas, 1893 im neugotischen Stil erbaut (Julius Faulwasser), erhielt 1937-38 nach Plänen von Bernhard Hopp und Rudolf Jäger sein heutiges Gesicht. Die ursprüngliche Sakristei wurde 1963 vom Architekten der Kirche zum Gedenken an die gefallenen Söhne von Gemeindemitgliedern zur Gedächtniskapelle umgebaut. Seit Januar 2002 gibt es dort auch eine Gedenkwand für die zivilen Opfer des Nationalsozialismus in Fuhlsbüttel. Rechteckige Reliefkacheln wurden dafür von Schülern des Gymnasiums Alstertal hergestellt.

Die Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel (Santa Fu), die allerdings heute im Stadtteil Ohlsdorf liegt, beherbergte während des Nationalsozialismus ein Außenlager des KZ Neuengamme und das berüchtigte Konzentrationslager Fuhlsbüttel für politisch und rassisch Verfolgte (Kola-Fu). Mindestens 500 Menschen wurden hier zu Tode gequält. Eine Gedenkstätte im 1896 erbauten Torgebäude am Suhrenkamp erinnert seit 1987 an die Gräuel der Vergangenheit. Die 2003 erneuerte Dauerausstellung stellt exemplarisch die verschiedenen Opfergruppen und die Geschichte des Kola-Fu dar.

Sport[Bearbeiten]

Der größte Sportverein in Fuhlsbüttel und im Bezirk Hamburg-Nord ist der SC Alstertal-Langenhorn mit 7500 Mitgliedern (Stand: Juni 2009). Er feierte am 5. und 6. September 2009 sein 100-jähriges Jubiläum. Weitere Sportvereine sind der Alstereck VfW und der Oberalster VfW.

Verkehr[Bearbeiten]

U-Bahn-Station Fuhlsbüttel
U-Bahn-Station Fuhlsbüttel, Bahnsteig

Die U-Bahn-Stationen Fuhlsbüttel und Fuhlsbüttel Nord der U-Bahn-Linie 1 befinden sich im Stadtteil. Letztere hieß früher Flughafenstraße.

Am 11. Dezember 2008 wurde außerdem der Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel durch die Flughafenstrecke der S-Bahn angebunden.[3]

Der Flughafen ist einer der wichtigsten Arbeitgeber Hamburgs. Trotz der inzwischen erfolgten Schienenanbindung ist der von den Flugreisenden verursachte Autoverkehr entsprechend dicht. Wegen dieses hohen Verkehrsaufkommens wurde in den Neunzigerjahren die B433 mit großem Aufwand zur vierstreifigen Ortsumgehung Fuhlsbüttel (B433n) ausgebaut. Wie der Name andeutet, dient diese aber auch insbesondere zur Entlastung des parallelen Straßenzuges Alsterkrugchaussee/Langenhorner Chaussee und der umliegenden dichten Wohnbebauung in Fuhlsbüttel. Übrigens ist die B433n einer der wenigen verwirklichten Teile einer ehemaligen A25-Planung quer durch Hamburg mit dem Namen Osttangente.

Eine weitere wichtige Achse ist der Straßenzug Maienweg/Brombeerweg/Hummelsbüttler Landstraße, der teilweise ebenfalls vierstreifig ausgeführt ist. Er stellt eine wichtige Verbindung von Alsterdorf nach Poppenbüttel über den Straßenring 3 dar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 44
  2. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  3. Großer Bahnhof am Flughafen

Literatur[Bearbeiten]

  • Armin Clasen: Fuhlsbüttel und Ohlsdorf. Hamburg 1963
  • Richard Hesse: Gruss aus Fuhlsbüttel und Umgebung 1895-1912. Hamburg 1972
  • Richard Hesse: Blick auf Fuhlsbüttel und das Alstertal 1912-1934. Hamburg 1973
  • Richard Hesse: Durch Fuhlsbüttel und Hummelsbüttel 1934-1948. Hamburg 1976
  • Richard Hesse: Fuhlsbüttel 1948-1977. Hamburg 1977
  • Willi-Bredel-Gesellschaft (Hrsg.): Fuhlsbüttel unterm Hakenkreuz. Hamburg 1996, ISBN 3-930802-21-x
  • Manfred Sengelmann: Zeitsprünge, Hamburg-Fuhlsbüttel. Hamburg 2004, ISBN 3-89702-669-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Fuhlsbüttel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien