Hamburg-Hoheluft

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Dieser Artikel behandelt den Hamburger Stadtteil. Für den Hersfelder Stadtteil siehe Hohe Luft.
Wappen von Hamburg
Hoheluft-Ost
Hoheluft-West

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Koordinaten 53° 35′ 2″ N, 9° 58′ 9″ O53.583979.96929Koordinaten: 53° 35′ 2″ N, 9° 58′ 9″ O
Fläche 1,3 km²
Einwohner 22.364 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 17.203 Einwohner/km²
Postleitzahl 20144, 20249, 20251, 20253, 20255, 22529
Vorwahl 040
Bezirk Bezirke Hamburg-Nord und Eimsbüttel
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein (Daten für Hoheluft-Ost und -West kumuliert)

Die Hoheluft besteht aus zwei Stadtteilen in der Freien und Hansestadt Hamburg, die durch ihre in weiten Teilen erhaltende Altbauarchitektur geprägt sind.

Verwaltungsmäßig gliedert sich die Hoheluft in die Stadtteile Hoheluft-Ost im Bezirk Hamburg-Nord und Hoheluft-West im Bezirk Eimsbüttel. Die Hoheluftchaussee bildet die Grenze zwischen den Stadtteilen.

Mit rund 17.200 Einwohnern pro Quadratkilometer (Ende 2013) gilt Hoheluft deutschlandweit als einer der am dichtesten besiedelten Stadtteile.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Der Isebekkanal bildet die südöstliche Grenze der Hoheluft. Dahinter liegt der Stadtteil Harvestehude. Hoheluft-Ost grenzt außerdem an Eppendorf, Hoheluft-West im Norden an Lokstedt und im Westen an Eimsbüttel. Die Hoheluftchaussee im Osten bildet die Grenze zwischen Hoheluft-West und dem zum Bezirk Hamburg-Nord gehörenden Stadtteil Hoheluft-Ost.

Geschichte[Bearbeiten]

In Territorialgeschichte und Verwaltung ist die Vergangenheit des Stadtteils Hoheluft aufs engste mit der Eppendorfs verbunden, das − wie Eimsbüttel und Harvestehude auch − im Besitz des Klosters Harvestehude war. Erst 1939 wird der Name Hoheluft offiziell als Stadtteilname eingeführt.

Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig bekannt. Die Heimatforscher Wilhelm Melhop und Armin Clausen gehen davon aus, dass der Grenzpunkt Veerendeel zu dem ehemaligen Dorf Lokstedt als Anhöhe des Gebiets über den Niederungen der Isebek als „auf der Hohenluft“ bezeichnet wurde. Es kann aber auch sein das der Name auf einen 1602 errichteten Galgen oder auf das „Hoge Licht“ des dortigen Wirtshauses zurückgeführt wird. Das Licht sollte den Fuhrleuten bei Nacht und Nebel zur Orientierung dienen.[2] Urkundlich erwähnt ist der Name 1802 im Kirchenbuch Eppendorf und 1805 in Protokollen des Johannisklosters, die ein Grundstück „auf der hohen Lucht“ beschreiben.[3]

Hoheluft-Ost[Bearbeiten]

Hamburg Hoheluft-Ost Straßenbahnring. Links die alten Hallen der Straßenbahnwerke rechts Neubauten.

Hoheluft-Ost wurde 1951 zum eigenständigen Stadtteil im Bezirk Hamburg-Nord. Zuvor war er Teil von Eppendorf und ist in der Struktur von der dortigen Entwicklung beeinflusst. Die Wohnbebauung ist durch Häuser aus der Gründerzeit bestimmt, ein bekanntes Wohnquartier sind die sogenannten Falkenried-Terrassen, die in der Tradition der Hamburger Wohnterrassen stehen.

Die Fahrzeugwerkstätten Falkenried entstanden aus dem 1892 errichteten Betriebshof der Straßeneisenbahn-Gesellschaft (SEG) an der gleichnamigen Straße und produzierten ab 1894 u. a. Straßenbahnfahrzeuge zunächst für Hamburg, kurze Zeit später in alle Welt. 1999 zog die Tochtergesellschaft der Hamburger Hochbahn von Hoheluft nach Hamburg-Hummelsbüttel. Das freigewordene Areal wurde saniert und beherbergt heute Wohnraum, Geschäfte und Büros an der neu angelegten Straße Straßenbahnring, der an die vorherige Nutzung des Geländes erinnert. Einige der alten Büros, Garagen und Hallen wurden erhalten; es wurden aber auch etliche Neubauten auf dem Areal errichtet.

Hoheluft-West[Bearbeiten]

Gneisenaustraße im Generalsviertel Hamburg Hoheluft-West

Auch Hoheluft-West gehörte vor 1939 zum Stadtteil Eppendorf, wurde dann jedoch zum Bezirk Eimsbüttel gegliedert. Auf eine Vergangenheit als eigenständiges Dorf kann Hoheluft-West entsprechend nicht zurückblicken. In den Topographien des 19. Jahrhunderts findet sich der Hinweis auf eine „Zahl der Einwohner 40, worunter 2 Gastwirthe, 1 Schlachter und 3 Schuster“. Das hamburgische Hoheluft spielte allenfalls noch als Zollstätte an der Grenze ins holsteinische Lokstedt eine gewisse Rolle.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war das Gebiet südlich der Gärtnerstraße Weideland. Nördlich davon gab es den Kätnerkamp, der aus Acker- und Gartenland für die Kätner bestand. Erst ab 1870 wurden allmählich aus den Fluren Wohngebiete.

Während sich das heute „Generalsviertel“ genannte Quartier zwischen Bismarckstraße und Gärtnerstraße als reines Wohngebiet aus Einfamilien- und Etagenhäusern formierte, bildete sich nördlich der Gärtnerstraße ein aus Etagenhäusern mit rückwärtigen Terrassen und Passagen dicht bebautes Quartier heraus, an dessen Rändern Fabriken (Tabakfabrik, Brauerei) und später die Chemiefabrik von Paul Carl Beiersdorf an der Quickbornstraße entstanden.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Hoheluft-West zum Wahlkreis Rotherbaum-Harvestehude-Eimsbüttel-Ost und Hoheluft-Ost zum Wahlkreis Eppendorf-Winterhude.

Wahlergebnisse Hoheluft-Ost und -West[Bearbeiten]

Bürgerschafts-
wahl
Hoheluft-Ost Hoheluft-West
SPD Grüne-GAL CDU FDP Linke1 Übrige SPD Grüne-GAL CDU Linke1 FDP Übrige
2011 47,7 % 17,2 % 15,9 % 09,2 % 05,7 % 04,3 % 48,2 % 19,9 % 13,1 % 07,4 % 05,5 % 05,9 %
2008 34,8 14,6 % 39,4 % 05,3 % 04,8 % 01,0 % 38,6 % 17,2 % 30,6 06,9 % 04,6 % 02,0 %
2004 33,8 % 21,7 % 37,4 % 02,9 % 04,2 % 33,3 % 24,1 % 34,8 % 02,7 % 05,1 %
2001 39,5 % 21,8 % 17,9 % 05,9 % 00,4 % 14,5 %2 41,7 % 19,1 % 17,5 % 00,6 % 06,0 % 15,1 %4
1997 35,3 % 25,7 % 24,3 % 04,6 % 00,6 % 09,5 % 36,4 % 25,8 % 23,0 % 01,2 % 03,2 % 10,4 %
1993 39,2 % 26,8 % 17,8 % 04,5 % 11,7 % 39,5 % 24,8 % 17,7 % 03,9 % 14,1 %5
1991 50,8 % 14,8 % 24,9 % 05,7 % 00,7 % 03,1 % 51,2 % 14,4 % 25,9 % 00,9 % 04,5 % 03,1 %
1987 49,7 % 14,1 % 28,6 % 06,3 % 01,3 % 40,8 % 19,9 % 33,5 % 04,7 % 01,1 %
1986 41,9 % 20,1 % 31,6 % 05,3 % 01,1 % 48,9 % 13,9 % 30,4 % 05,7 % 01,1 %
Dezember 1982 52,7 % 13,5 % 30,2 % 02,6 % 01,0 % 52,2 % 13,4 % 31,5 % 02,0 % 00,9 %
Juni 1982 44,6 % 14,2 % 34,7 % 04,6 % 01,9 % 43,1 % 14,4 % 35,4 % 04,9 % 02,2 %
1978 50,6 % 08,0 %3 30,8 % 06,5 % 04,1 % 50,9 % 07,2 %3 32,9 % 05,5 % 03,5 %
1974 45,7 % 37,0 % 12,5 % 03,8 % 47,3 % 37,9 % 10,4 % 04,4 %
1970 55,3 % 31,8 % 07,4 % 04,5 % 57,3 % 31,3 % 06,3 % 05,1 %
1966 57,0 % 30,8 % 07,6 % 04,6 % 57,9 % 30,1 % 06,9 % 05,1 %

1) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS.
2) Darunter 10,2 % für die Schill-Partei.
3) Als Bunte Liste – Wehrt Euch.
4) Darunter 10,7 % für die Schill-Partei.
5) Darunter 5,7 % für die Statt Partei.

Verkehr[Bearbeiten]

An der Kreuzung der Hoheluftchaussee mit dem Straßenzug Gärtnerstraße–Breitenfelder Straße zweigt die Bundesstraße 447 von der Bundesstraße 5 ab. Beide großen Straßenzüge haben je Richtung zwei Fahrstreifen.

Schon am 5. Mai 1870 wurde bis zum ehemaligen Grenzhaus (bei der Martinistraße) eine Pferdebahn durch die Hoheluftchaussee gelegt und 1894 elektrifiziert. 1900 erhielt diese Linie die Nummer 2, und als 2 oder von 1925 bis 1953 auch als 22 verkehrte die Straßenbahn dort bis 1978.

Anlagen für den Schienenverkehr gibt es auf der Hoheluft seit Einstellung der letzten Straßenbahnlinie 2 im Jahr 1978 nicht mehr. Die seit 1912 bestehende Haltestelle Hoheluftbrücke der U-Bahn-Linie U3 (Ringlinie) liegt jenseits des Isebekkanals in Harvestehude. Die ehemalige Straßenbahntrasse in der Mitte der Hoheluftchaussee wird heute als Busspur genutzt; die dort verkehrende Metrobus-Linie 5 ist mit tägl. ca. 60.000 Fahrgästen (Stand: 2007) eine der meistfrequentierten Buslinien Deutschlands.

Charakterisierend für den Doppelstadtteil ist der Mangel an Parkplätzen, der zum einen aus der vorhandenen alten Bausubstanz herrührt, aber auch daher, dass die Stadtteile zu den eher wohlhabenden Vierteln mit einem überdurchschnittlichen PKW-Bestand gehören.

Sport[Bearbeiten]

Seit 1904 ist der Sport-Club Victoria im Stadtteil ansässig. Der Verein wurde 1895 von Schülern und Lehrlingen auf dem Heiligengeistfeld gegründet. Da es gegen den Widerstand von Bürgervereinen und Stadtverwaltung nicht gelang, auf dem Heiligengeistfeld dauerhaft einen Fußballplatz anzulegen, nutzte der Verein 1904 die Möglichkeit im Innenraum der am heutigen Standort der U-Bahn Haltestelle Hoheluftbrücke gelegenen Radrennbahn einen Fußballplatz sowie vier Tennisplätze zu errichten. Durch den Konkurs des Rennbahnbetreibers fiel das Gelände 1906 an die Stadt. Der SC Victoria baute daraufhin das 1907 eröffnete Stadion Hoheluft am Kreuzungsbereich Lokstedter Steindamm / Martinistraße. 1911 wurde die 1000 Plätze fassende erste Tribüne Norddeutschlands fertiggestellt. Die nach einem Brand 1921 neu errichtete Tribüne ist noch heute in Betrieb und zählt zu den ältesten noch erhaltenen in Deutschland. Mit bis zu 30.000 Plätzen war das Stadion Hoheluft bis 1938 das größte in Hamburg, zwischen 1911 und 1940 wurden hier fünf Länderspiele der deutschen Mannschaft ausgetragen.[4]

Bauwerke[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Kuppig: Eimsbüttelbuch. Mit Eidelstedt, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen. Junius, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88506-496-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Hoheluft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://mobil.abendblatt.de/hamburg/article2042848/Eppendorf-am-Wasser.html
  2. Hamburg-Lexikon, hrsg. von F. Kopitzsch und D. Tilgner, Ellert & Richter Verlag Hamburg 2010
  3. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 58 f.
  4. Vereinschronik: 1895–1996 100 Jahre SC Victoria