Hamburg-Othmarschen

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Wappen von Hamburg
Othmarschen
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 33′ 10″ N, 9° 53′ 40″ O53.552779.89445Koordinaten: 53° 33′ 10″ N, 9° 53′ 40″ O
Fläche 6,0 km²
Einwohner 12.854 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2142 Einwohner/km²
Postleitzahl 2....
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Altona
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Othmarschen ist ein Stadtteil im westlichen Hamburg. Er gehört zum Bezirk Altona und zählt darin zu den Elbvororten.

Der Name Othmarschen wird, ebenso wie bei Ottensen und Bahrenfeld, von dem Ritter Otto von Bahren abgeleitet, der in dieser Gegend seine Ländereien besaß, vereinzelt auch von einem Einzelsiedler namens Othmar (Othmarsheim).

Geografie[Bearbeiten]

Flüsse und Bäche[Bearbeiten]

Historisch gab es die Flottbek (ursprünglich wohl Vlothbeke) (Quellgebiet nördlich der Straße Quellental im Westerpark), die Teufelsbek (für den Namen des Schiffsanlegers Teufelsbrück an der Elbe verantwortlich, Quellgebiet an der Baurstraße beim Othmarschen-Park) sowie die Röbbek im Bereich der Straßen Röbbek und Seestraße (Quellgebiet am Groß-Flottbeker Markt). Die Röbbek ist nur noch durch den Straßennamen erhalten. Das ursprüngliche Bachbett trocknete aus, wurde verfüllt und ist nur noch an wenigen Stellen durch leichte Bodenabsenkungen nachweisbar. Flottbek und Teufelsbek sind ebenfalls weitestgehend ausgetrocknet (auch durch Grundwasserveränderungen beim Elbtunnelbau bedingt), teilweise auch verrohrt. Ein Grabenteilstück der Teufelsbek ist in der Walderseestraße zwischen Reventlowstraße und A7-Anschlussstelle erhalten. Ebenso ist der Verlauf der Teufelsbek und der Flottbek im Jenischpark erkennbar; beide Bäche entwässern in die Elbe.

Benachbarte Stadtteile[Bearbeiten]

Othmarschen grenzt im Süden an die Elbe, im Norden an Groß Flottbek, im Osten an Ottensen und im Westen an Nienstedten. Es umfasst den östlichen Teil der Gemarkung Klein Flottbek.

Geschichte[Bearbeiten]

Othmarschen wurde 1317 als Othmarshusen erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter war es ein Bauerndorf mit wenigen Höfen und gehörte zur Hamburger St. Petri-Gemeinde. Erst 1547/1548 gelangte es mit dem Bau einer Ottenser Kirche zum neuen Kirchspiel Ottensen. 1759 entstand der reetgedeckte Röperhof der Familie Röper am heutigen Agathe-Lasch-Weg. Er ist der letzte erhaltene Rest des historischen Othmarscher Dorfkerns. Etwa zur selben Zeit entstanden an der heutigen Elbchaussee die ersten Landhäuser wohlhabender Kaufleute. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein war Othmarschen ein kleiner Vorort. Zusammen mit Övelgönne zählte es 1855 lediglich 362 Einwohner. 1868 kam Othmarschen zur preußischen Provinz Schleswig-Holstein. 1882 entstand an der Strecke der Vorortbahn Altona-Blankenese die erste Haltestelle, namentlich die Bedarfshaltestelle Groß-Flottbek-Othmarschen. 1883 gründete der Fabrikant Ferdinand Ancker gemeinschaftlich mit anderen Teilhabern das Terrain-Consortium, das das Bauprojekt Villenanlage Neu-Othmarschen, eine Gartenstadt für Wohlhabende, realisierte. 1890 fiel Othmarschen zusammen mit Bahrenfeld und Övelgönne an Altona. Seit 1897 ist Othmarschen an das S-Bahn-Netz angeschlossen; die Bedarfshaltestelle wurde nunmehr reguläre Haltestelle der S-Bahn, lange Zeit als Haltestelle Großflottbek-Othmarschen, nunmehr als Othmarschen. 1893 ist im Ort eine Pferdebahn eingerichtet worden. 1899 führte eine Straßenbahn nach Altona, im folgenden Jahr wurde der Bau der Christuskirche am Roosensweg beendet. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz kam Othmarschen 1937/1938 zusammen mit Altona nach Hamburg. 1939 erhielt Othmarschen den östlichen Teil Klein Flottbeks hinzu. Die 1960er- und 1970er-Jahre veränderten das alte Othmarschen beträchtlich: Der historische Dorfkern musste dem Bau der Bundesautobahn 7 und des in Othmarschen beginnenden Elbtunnels weichen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

  • Minderjährigenquote: 18,0 % (Hamburger Durchschnitt: 15,6 %)
  • Altenquote: 23,6 % (Hamburger Durchschnitt: 19,1 %)
  • Ausländeranteil: 9,3 % (Hamburger Durchschnitt: 13,6 %)
  • Arbeitslosenquote: 2,3 % (Hamburger Durchschnitt: 6,3 %)

Othmarschen zählt zu den reichsten Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Einkommen beträgt hier etwa 89.000 Euro jährlich und ist somit fast dreimal so hoch wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt.

Politik[Bearbeiten]

Für die Bürgerschaftswahl und die Wahl der Bezirksversammlung gehört Othmarschen zum Wahlkreis Altona. Bei den Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft am 22. Februar 2011 entstand in Othmarschen folgendes Ergebnis:

  • SPD 37,8 % (+16,4)
  • CDU 26,9 % (-29,1)
  • FDP 16,3 % (+7,3)
  • GAL 11,5 % (+1,7)
  • Die Linke 3,3 % (+0,6)
  • Alle übrigen Parteien erhielten zusammen 4,2 % (+3,1) der Stimmen.[1]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Alter Schwede
Stein von Ottensen

Museen[Bearbeiten]

Im Jenischpark sind die Kunstausstellungen des Jenischhauses und des Ernst-Barlach-Hauses zu sehen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Entlang der Elbchaussee sind etliche Villen verschiedener Stilrichtungen zu sehen. Andere Villen liegen weiter von der Elbe entfernt, etwa Haus K. in O. und Jenischhaus. Das über 250-jährige Gymnasium Christianeum ist seit 1974 in einem funktionalistischen Betonbau von Arne Jacobsen in Othmarschen untergebracht.

Parks[Bearbeiten]

Der Elbstrand bei Övelgönne und der Elbuferweg sind beliebt bei Spaziergängern. Größere Grünanlagen sind der Jenischpark in Klein Flottbek und der Hindenburgpark am Elbhang.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

In Othmarschen befinden sich die beiden größten Findlinge des Hamburger Raums:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der S-Bahnhof Othmarschen.

Verkehr[Bearbeiten]

Den nördlichen Rand Othmarschens bildet die S-Bahnstrecke Altona–Blankenese (Linien S1/S11), hier befindet sich auch der unter Denkmalschutz stehende S-Bahnhof Othmarschen. Nach einer bereits bis 2006 erfolgten Restaurierung des historischen Bahnsteigdachs wird die Haltestelle zur Zeit barrierefrei ausgebaut, ein Aufzug wird ergänzt und Bahnsteig und Zugangsanlagen saniert.

Im Osten Othmarschens liegt die nördliche Einfahrt des Hamburger Elbtunnels der Bundesautobahn 7. Entlang der Elbe ziehen sich, ebenfalls von Altona nach Blankenese, die Hauptverkehrs- und großbürgerliche Wohnstraße Elbchaussee und der Elbwanderweg.

Bildung[Bearbeiten]

Othmarschen verfügte 2007 über elf Kindergärten und sieben Schulen, darunter drei Gymnasien, wozu eine der ältesten Schulen der Stadt, das humanistische Christianeum, zählt. Insgesamt besuchten 4.089 Schüler die Othmarscher Schulen.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Othmarschen geboren[Bearbeiten]

Mit Othmarschen verbunden[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  2. Webseite Statistik Nord, abgerufen 15. Oktober 2009.
  3.  F. W. Döbereiner (Hrsg.): Altonaer Adreßbuch für 1895. H. W. Köbner & Co, Altona, Othmarschen, S. 307 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Othmarschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien