Hamburg-Schnelsen

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Wappen von Hamburg
Schnelsen
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 38′ 0″ N, 9° 55′ 0″ O53.6333339.916667Koordinaten: 53° 38′ 0″ N, 9° 55′ 0″ O
Fläche 9,0 km²
Einwohner 27.853 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 3095 Einwohner/km²
Postleitzahl 22455, 22457, 22459, 22453
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Eimsbüttel
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein.

Schnelsen ist ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg. Er gehört zum Bezirk Eimsbüttel.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Stadtteil liegt an der nordwestlichen Grenze der Hansestadt – nordwestlich des Stadtteils Niendorf und nördlich des Stadtteils Eidelstedt im Bezirk Eimsbüttel. An den Norden und den Westen des Stadtteils grenzt der Kreis Pinneberg, der zu Schleswig-Holstein gehört, mit den Gemeinden Bönningstedt (nördlich), Ellerbek (nordwestlich), Rellingen und Halstenbek (westlich).

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges AKN-Bahnhofsgebäude Schnelsen

Schnelsen ist – wie Funde aus vorhistorischer Zeit beweisen – auf eine sehr alte Siedlung zurückzuführen. Einer der bedeutendsten archäologischen Funde aus Schnelsen ist das 1952 entdeckte spätsächsische Reitergrab von Schnelsen. Auch der Name, vormals Snelsingh, verweist auf diese frühe Gründung durch einen Mann names Snel. Urkundlich lässt es sich bis 1253 zurückverfolgen, 1347 wird es als Sneltzen im Einkünfteverzeichnis der Kirche in Eppendorf aufgeführt.[1] Es war lange Zeit eine kleine bäuerliche Siedlung mit wenigen Höfen. Im ausgehenden 19. Jahrhundert setzte dann, bedingt durch eine verbesserte Verkehrsanbindung und der Nähe zur Hansestadt Hamburg, ein stärkerer Zuzug von Familien ein, die in der Hansestadt arbeiteten.

Von 1912 bis 1978 gab es sogar eine Anbindung an die damalige Hamburger Straßenbahn. Schnelsen gehörte bis 1937 zum Kreis Pinneberg und war damit Teil der Provinz Schleswig-Holstein im ehemaligen Preußen. Mit dem Groß-Hamburg-Gesetz vom 1. April 1937 wurde es in Hamburg eingemeindet. 1949 wurde in Schnelsen der Otto-Versand von seinem Namensgeber Werner Otto gegründet. Im gleichen Jahr wurde mit der Adventskirche die erste Kirche des Stadtteils errichtet. In den 1990er Jahren entstanden die Neubaugebiete „Süntelstraße“ und „Burgwedel“, die zirka 6000 Einwohner in Schnelsen aufnahmen. Die Straßen Burgwedels sind den 20 Kindern, die während eines der schrecklichsten Endphaseverbrechen von den Nazis in der ehemaligen Schule der Bullenhuser Damm ermordet worden sind, gewidmet.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Schnelsen zum Wahlkreis Lokstedt-Niendorf-Schnelsen. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[2]

  • SPD 53,0 % (+ 19,7)
  • CDU 21,5 % (− 24,7)
  • GAL 8,8 % (+ 1,0)
  • FDP 7,4 % (+ 2,2)
  • Die Linke 4,5 % (− 0,8)
  • Übrige 4,8 % (+ 2,7)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Adventskirche
Albertinen-Krankenhaus

In Schnelsen steht die im Jahre 1994 eingeweihte Bait-Ul-Rasheed Moschee. Im Jahr 2012 wurde diese um das Haus des Gerechten erweitert, eine ehemalige Fabrikhalle für Metallverarbeitung die mit Gebetsräumen, Büroeinheiten, eine Bibliothek und zwei 14 Meter hohe Minarette umgebaut wurde.[3] Die Minarette wurden von seiner Heiligkeit Hazrat Mirza Masroor Ahmad im Dezember 2012 offiziell eingeweiht.
Am Kriegerdankweg befindet sich die Adventskirche der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schnelsen.
Die "Kirche am Albertinen-Krankenhaus" der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde (EFG) befindet sich in der Hogenfelder Straße.

Sport[Bearbeiten]

Von 1987/88 bis zur Saison 1989/90 spielte der Verein TuS Germania Schnelsen drei Jahre lang in der Tischtennis-Bundesliga.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Schnelsen der AKN
Frohmestraße

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Schnelsen verläuft die Bundesautobahn 7 mit den Anschlussstellen „Schnelsen“ und „Schnelsen-Nord“ sowie die Bundesstraßen 4 und 447.

Die AKN-Linie A 1 von Hamburg-Eidelstedt über Quickborn, Henstedt-Ulzburg, Kaltenkirchen und Bad Bramstedt nach Neumünster bedient die Haltestellen „Schnelsen“ und „Burgwedel“ auf Schnelsener Gebiet. Seit Ende Oktober 2012 besitzt auch der Bahnhof Burgwedel einen zweiten Bahnsteig, der im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Strecke Eidelstedt-Kaltenkichen erbaut wurde. Es gibt verschiedene Pläne, die AKN-Strecke in das S-Bahn-System einzubinden, um eine durchgängige Schnellbahnverbindung zur Hamburger Innenstadt zu erreichen. Auf Höhe der Halstenbeker Straße wurden beim zweigleisigen Ausbau Vorarbeiten geleistet, um eine zusätzliche Station einrichten zu können.

Folgende Buslinien im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) verkehren über Schnelsener Gebiet:

  • 5 Burgwedel (A1) – Schnelsen – Niendorf Markt (U2) – Lokstedt – Hoheluftbrücke (U3) – Universität – Hamburg Hauptbahnhof
  • 21 Niendorf Nord (U2) – Schnelsen – Eidelstedt (S21, S3) – Lurup – Schenefeld – Osdorf – Klein Flottbek (S1)
  • 183 Schnelsen – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Holstenstraße (S21) – Bf. Altona (S-Bahn)
  • 283 Schnelsen – Eidelstedt – Stellingen – Langenfelde – Holstenstraße (S21) – Reeperbahn (S1, S3) – Bf. Altona (S-Bahn) – Bahrenfeld – EEZ (Julius-Brecht-Straße)
  • 284 Niendorf Nord (U2)IKEA – Schnelsen – Eidelstedt (S21, S3) – Lurup
  • 191 Schnelsen – Niendorf Markt (U2) – Niendorf-Ost
  • 185 Schnelsen-West – Eidelstedt (A1) (S21, S3) – Lurup
  • 195 Pinneberg Bf. – Rellingen – Ellerbek – Schnelsen (A1) – Niendorf Nord (U2) (– Norderstedt-Garstedt (U1))

Literatur[Bearbeiten]

  • Karin Kuppig: Eimsbüttelbuch. Mit Eidelstedt, Hoheluft-West, Lokstedt, Niendorf, Schnelsen, Stellingen. Junius, Hamburg 2012, ISBN 978-3-88506-496-1
  • Horst Grigat (Hrsg.): Hamburg-Schnelsen von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Selbstverlag, Hamburg 1996[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Schnelsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Horst Beckershaus: Die Namen der Hamburger Stadtteile. Woher sie kommen und was sie bedeuten, Hamburg 2002, ISBN 3-434-52545-9, S. 107
  2. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  3. Kulturkarte Hamburg: Bait-ul-Rasheed Moschee
  4. Hamburger Abendblatt vom 23. April 2003