Hamburg-St. Georg

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Wappen von Hamburg
St. Georg
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 33′ 18″ N, 10° 0′ 44″ O53.5551310.01231Koordinaten: 53° 33′ 18″ N, 10° 0′ 44″ O
Fläche 1,8 km²
Einwohner 10.466 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 5814 Einwohner/km²
Postleitzahl 20095, 20097, 20099
Vorwahl 040
Bezirk Bezirk Hamburg-Mitte
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

St. Georg ist ein Hamburger Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte.

Geografie[Bearbeiten]

Das Ferdinandstor mit Blick auf Hamburg

Der Stadtteil St. Georg wird im Nordwesten durch die Außenalster begrenzt. In diesem Bereich wird er infolge gemischter Nutzung durch Verwaltungsbauten sowie kleinere, meist ältere Wohnhäuser geprägt. Im Westen markieren die Gleise des Hamburger Hauptbahnhofs im Gebiet des alten Hamburger Wallrings die Grenze zum Stadtteil Hamburg-Altstadt. Die südliche und südöstliche Begrenzung bilden die Gleisanlagen der Bahn nach Lübeck mit nur wenigen Durchlässen zum Münzviertel und zum Stadtteil Borgfelde. Im Nordosten begrenzt die Anlage des Krankenhauses St. Georg den Bezirk nach Hamburg-Nord und zum Stadtteil Hohenfelde.

Geschichte[Bearbeiten]

Ritter von St. Georg - Skulptur in der Langen Reihe
Die Vorstadt St. Georg 1855
Die Befestigung der Vorstadt

Das Viertel verdankt seinen Namen dem Lepra-Hospital, das 1194[1] außerhalb der Stadt gegründet und nach dem heiligen Georg (zunächst Jürgen) benannt worden war. Nach dem Reglement von 1296, das der Rat und die Erbgesessene Bürgerschaft gemeinsam mit dem Domkapitel erlassen hatten, durften die Pestkranken die Stadt nicht betreten, um die Bevölkerung vor Ansteckung zu schützen.[2] Dem Hospital St. Georg gehörte der Landstreifen zwischen der Straße Koppel und der Außenalster. Hierhin wurden später störende Gewerbe wie Schweinezüchter und Branntweinbrenner abgeschoben. 1564 wurde ein Pestfriedhof angelegt, der als Armenfriedhof weiterbestand. Bereits seit 1554 stand hier auch der Galgen von Hamburg. Das Pesthaus wurde 1606 an den Hamburger Berg in St. Pauli verlegt und das St.-Georgs-Hospital in ein Armenstift umgewandelt, das 1951 nach Poppenbüttel verlegt wurde.

Nach dem Bau von Bastionen auf dem Gelände des späteren Krankenhauses St. Georg 1681 war das Viertel in die Stadtfestung einbezogen. Zusammen mit dem westlichen Teil des Hammerbrooks bildete es seit 1830 die Vorstadt St. Georg. 1868 wurde St. Georg (nach der Hamburger Altstadt und der Neustadt) formal in das Stadtgebiet eingegliedert. Dies führte zu einer verstärkten Bautätigkeit und einer erheblichen Zunahme der Bevölkerung, so entstand im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts mit dem Etagenhausquartier um den Hansaplatz das neue Zentrum des Stadtteils.[3] Der Bau des Hauptbahnhofes, der 1906 eröffnet wurde, führte zum Bau zahlreicher Hotels, von denen viele noch heute bestehen. Die Bahnhofslage zog allerdings auch Vergnügungsstätten und Prostitution an, was z. T. noch heute das Image des Stadtteils prägt.[4]

Im Zweiten Weltkrieg wurde insbesondere der Ostteil St. Georgs schwer zerstört.[5] Nach 1966 war das Stadtviertel vorübergehend vom völligen Verschwinden bedroht, da Planungen der Neuen Heimat zum Bau des Alsterzentrums den nahezu kompletten Abriss von St. Georg beinhalteten. Erst 1973 wurde dieses Projekt endgültig aufgegeben. Stattdessen erfolgte eine Sanierung des Altbaubestandes.

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St. Georg ist ein Stadtteil, der viele Probleme mit Drogen- und Prostitution hatte. Doch seit etwa 1998 ist es wieder chic, in St. Georg zu wohnen. Die Drogenszene um den Hansaplatz wird in umliegende Bezirke verdrängt, und gerade im Bereich um die Lange Reihe steigen die Mietpreise. Auch wird vermehrt Mietwohnraum in Eigentumswohnungen umgewandelt. Vor- und Nachkriegsbauten werden abgerissen, um Platz für Neubauten mit Eigentumswohnungen zu schaffen. Die multikulturelle, bunte Einwohnerstruktur der letzten Jahrzehnte wird entsprechend durch eine zahlungskräftigere Klientel verändert. Dieser Vorgang ist in vielen Städten zu beobachten und wird als Gentrifizierung bezeichnet.

Die Bild-Zeitung schrieb: „Die Lange Reihe hat sich gemausert. Künstler, Angestellte und Freaks gehen hier shoppen. Abends trifft man sich in einer der Bars oder im Restaurant. Beliebt ist die Straße auch wegen ihrer multikulturellen Vielfalt“.

Die bis Ende der 1980er-Jahre zahlreich vertretenen kleinen Handwerks- und Gewerbebetriebe sind nach und nach durch schicke Straßencafés und Boutiquen ersetzt worden. Die Lange Reihe zeichnet sich durch ein sehr gemischtes Angebot an Läden und Gastronomiebetrieben aus.

Durch die zentrale Lage und ein großes Angebot an preiswerten Hotels und Pensionen ist St. Georg dabei für Rucksacktouristen ein beliebtes Reiseziel.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 2002: 09.940
  • 2003: 10.298
  • 2006: 12.802

Politik[Bearbeiten]

Wahlergebnisse im Stadtteil St. Georg:

SPD Grüne-GAL CDU Die Linke1) FDP Übrige
Bürgerschaftswahl 2011 42,0 % 21,3 % 12,4 % 11,9 % 05,3 % 07,1 %
Bürgerschaftswahl 2008 35,7 % 17,9 % 29,8 % 10,2 % 04,3 % 02,1 %
Bürgerschaftswahl 2004 29,0 % 28,9 % 31,3 % 02,0 % 08,8 %
Bürgerschaftswahl 2001 37,2 % 20,4 % 16,0 % 01,0 % 03,8 % 021,6 %2)
Bürgerschaftswahl 1997 31,4 % 28,2 % 20,8 % 02,1 % 02,9 % 014,6 %3)
Bürgerschaftswahl 1993 37,4 % 27,6 % 15,3 % 02,9 % 016,8 %4)
Bürgerschaftswahl 1991 45,2 % 18,1 % 25,5 % 02,2 % 02,6 % 06,4 %
Bürgerschaftswahl 1987 44,1 % 19,1 % 31,4 % 03,8 % 01,6 %
Bürgerschaftswahl 1986 37,6 % 23,8 % 33,5 % 03,6 % 01,5 %
Bürgerschaftswahl Dez. 1982 48,0 % 15,8 % 32,4 % 02,2 % 01,6 %
Bürgerschaftswahl Juni 1982 41,8 % 14,9 % 36,6 % 03,8 % 02,9 %
Bürgerschaftswahl 1978 48,0 % 7,8 %5) 35,5 % 04,2 % 01,6 %
Bürgerschaftswahl 1974 44,1 % 40,9 % 08,8 % 06,2 %
Bürgerschaftswahl 1970 53,8 % 33,6 % 05,0 % 07,6 %
Bürgerschaftswahl 1966 57,1 % 30,8 % 07,2 % 04,9 %

1) 1991 und 1997 als PDS/Linke Liste, 2001 als PDS.
2) Darunter 12,2 % für die Schill-Partei und 7,4 % für den Regenbogen.
3) Darunter 5,6 % für die DVU.
4) Darunter 5,8 % für die Republikaner.
5) Als Bunte Liste – Wehrt euch.

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört St. Georg zum Wahlkreis Hamburg-Mitte.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Durch seine zentrale Lage am Hauptbahnhof und an der Außenalster zieht der Stadtteil St. Georg viele unterschiedliche Bevölkerungsgruppen an.

Hier leben viele Künstler und finden sich teure Prachthotels und unterschiedliche Kulturen. Obwohl St. Georg seit 1980 Sperrbezirk ist, gibt es aber auch Prostitution in der Nähe des Hauptbahnhofes. Seit den 1990er-Jahren ist St. Georg auch in der Schwulen-Szene sehr beliebt, es gibt hier viele auf diese Zielgruppe zugeschnittene Cafés und Clubs.

Lange Reihe[Bearbeiten]

Lange Reihe 30–32
Geschäftsstelle der Aids-Hilfe
Lange Reihe 71
Geburtshaus von Hans Albers

Die Lange Reihe gilt als eine der schönsten Straßen mit Altbauten Hamburgs und gehört mittlerweile zu den Top 50 der Hamburger Straßen mit den teuersten Eigentumswohnungen. Auch Mietwohnungen haben zum Teil sehr hohe Mieten. Quadratmetermietpreise von zwölf Euro sind keine Seltenheit mehr. Die Lange Reihe ist ein typisches Beispiel für die Gentrifizierung eines Stadtquartiers: Wo bis vor wenigen Jahren in bunter Folge Armeleuteläden und Spezialitätenshops, Eckkneipen und Handwerksbetriebe wechselten, finden sich heute Boutiquen und immer mehr Straßencafés.

Die stadtteilprägende Vielfalt kennzeichnet auch die Lange Reihe: Hier startet jedes Jahr die Parade zum Hamburger Christopher Street Day; entlang dieser Straße befindet sich das Lesben- und Schwulenviertel in Hamburg. Daneben finden hier jährlich die Fronleichnamsprozession der Dompfarrei und ein Sankt-Martins-Zug der Kindergärten und Schulen statt.

In der Langen Reihe 71 wurde der Schauspieler Hans Albers geboren. Folgende Bauten stehen unter Denkmalschutz:

  • Lange Reihe 30: Fachwerk-Doppelhaus
  • Lange Reihe 50: um 1800 errichteter zweigeschossiger Fachwerkbau mit verputzter Straßenfassade
  • Lange Reihe 51/Ecke Gurlittstraße: fünfgeschossiges Putzetagenhaus, vermutlich 1875 von einem Konditormeister erbaut; Fassade mit klassizistischen bis gründerzeitlichen Stilelementen und reichlich Stuck, Fries und Ornamenten
  • Lange Reihe 61: Fachwerkgebäude (Ursprungsbau aus dem 17. Jahrhundert)
  • Lange Reihe 92, Haus 1 bis 3: Ensemble einer Wohnanlage der 1870er Jahre

Hansaplatz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Hansaplatz (Hamburg)

Berliner Tor[Bearbeiten]

Neben dem Hauptbahnhof ist der S- und U-Bahnhof am Berliner Tor ein wichtiger Verkehrsknoten Hamburgs. Gegenüber der Hauptfeuerwache der Feuerwehr Hamburg, hinter der die Ganztagsschule Gymnasium Klosterschule steht, ist ein modernes Bürozentrum (Berliner-Tor-Center) entstanden.

Bieberhaus[Bearbeiten]

Bieberhaus

Unmittelbar am Hauptbahnhof steht das Bieberhaus. Es wurde 1909 nach Plänen der Architekten Johann Gottlieb Rambatz und Wilhelm Jollasse als Eisenbetonkonstruktion mit einer Kunstsandsteinfassade erbaut und steht unter Denkmalschutz. Das Bieberhaus ist der neue Standort des Ohnsorg-Theaters, das 2011 nach 75 Jahren vom alten Standort an den Großen Bleichen hierher umzog.

Holzdamm[Bearbeiten]

Ensemble Holzdamm

Die Häuser Nr. 41–51 wurden 1860 in der neu angelegten Straße errichtet.

Die spätklassizistischen Gebäude weisen in Gliederung und Dekor historisierende Elemente und „exotische“ Details auf, mit denen die Fassaden um die Jahrhundertmitte häufig ausgestattet wurden.

Cosmic Garden[Bearbeiten]

An der Nordwestecke des Museums für Kunst und Gewerbe war ein Cosmic Garden zu finden.

Der quadratische Garten hatte kreuzförmig Wege eingeschrieben, die die vier Seiten miteinander verbanden. Die Kreuzung der Wege markierte ein Kreis, in dessen Zentrum ein Baum stand. Quadrat, Kreis und Kreuz waren in der Spätantike Formeln für den Kosmos, die in den Klostergärten des Mittelalters und der Architektur der Renaissance wieder aufgenommen wurden. Sie repräsentieren die Harmonie der göttlichen Schöpfung.[6]

Eine Luftaufnahme der US-Air Force vom 25. August 1944 zeigt direkt hinter dem Eingang zum Hof des Krematorium II von Auschwitz/Birkenau einen solchen Ziergarten. Die Aufnahmen entstanden, als geklärt werden musste, ob die Konzentrationslager von den Alliierten bombardiert werden sollten.[6]

Ein solches Motiv im Zentrum der Vernichtung erscheint absurd und unglaublich. Unter der Leitung von Dr. Joachim Caesar wurden die aufwendigen Grünanlagen des KZ-Geländes angelegt. Caesars Hecken hatten nicht nur die Funktion, die Anlage zu verschönern. Sie sollten auch die Tötungsmaschinerie verbergen und einer Massenpanik entgegenwirken. Da der Garten zwischen dem Eingangstor und dem Entkleidungsraum des Krematoriums lag, muss man davon ausgehen, dass dieser unverhofft auftauchende Garten für Hunderttausende ihr letzter Blick auf die Welt war.[6]

Ronald Jones, dessen Vater bei der Einheit diente, von der die Aufnahmen stammen, baute „Caesars Cosmic Garden“ im Jahre 2000 für die stadtweite Freilichtausstellung „Außendienst“ nach. Der Garten lag zwischen dem Museum für Kunst und Gewerbe und den Bahngleisen. (Dieser Ort ist nur rund einen Kilometer weit entfernt vom Hannöverschen Bahnhof am Ericusgraben, der als Verladebahnhof der Deportationen diente.)

Entgegen dem Vorbild stand in der Mitte der Nachbildung kein Brunnen, sondern ein Baum, der sogenannte „Baum des Himmels“.[6]

Im Februar 2008 wurde der Garten im Zuge einer Umgestaltung wieder durch eine Rasenfläche ersetzt.[6]

Theater[Bearbeiten]

Deutsches Schauspielhaus

Das Deutsche Schauspielhaus liegt direkt am Hamburger Hauptbahnhof und ist mit ca. 1.200 Plätzen die "größte Sprechbühne Deutschlands". Es wurde 1900 unter der Bezeichnung Burgtheater an der Alster durch das auf Theaterbauten spezialisierte Wiener Büro Fellner & Helmer (Architekt: Ferdinand Fellner der Jüngere) gebaut. 1933 wurde es verstaatlicht. Legendär ist bis heute die Faust-Inszenierung der 1950er Jahre mit Intendant Gustaf Gründgens in der Rolle des Mephisto.[7]

2001 wurde nach 107-jährigem Betrieb das Hansa-Theater am Steindamm geschlossen. Damit verlor Hamburg zunächst sein letztes klassisches Varieté. Im Januar 2009 wurde es jedoch wieder eröffnet. Die Leiter des St.-Pauli-Theaters, Collien und Waller, planten zunächst einhundert Vorstellungen, haben dann aber den Betrieb des Theaters dauerhaft verlängert.

Im Jahr 2003 eröffnete im ehemaligen Neuen Cinema am Steindamm die Kabarett- und Kleinkunstbühne Polittbüro.

Im ehemaligen „Savoy“-Kino am Steindamm befindet sich heute das kommunale Metropolis-Kino.

Museen[Bearbeiten]

Museum für Kunst und Gewerbe

Das Museum für Kunst und Gewerbe wurde von 1874 bis 1876 am Steintorplatz errichtet. Zunächst waren im Gebäude neben dem Museum auch die Oberrealschule des Johanneums und die Gewerbeschule untergebracht. Dort sind verschiedene Sammlungen zu kunstgewerblichen Themen, Keramik und Möbeln untergebracht. Hervorzuheben sind die Sammlungen an Asiatica und zur Stilrichtung Art déco und Jugendstil.

Religion[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Dreieinigkeitskirche, oft fälschlich auch St. Georgskirche genannt, befindet sich am Anfang der Langen Reihe. Das heutige Kirchengebäude stammt aus dem Jahr 1957, der barocke Turm wurde 1962 nach der fast vollständigen Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg wieder errichtet.

Der 1890 bis 1893 errichtete Neue Mariendom (Architekt: Arnold Güldenpfennig) in der Danziger Straße war der erste katholische Kirchenneubau in Hamburg nach der Reformation. Er ist seit 1995 die Kathedralkirche des Erzbistums Hamburg. In derselben Straße befindet sich auch der Caritasverband für Hamburg, der Träger verschiedener katholischer Sozialprojekte ist.

In der Böckmannstraße liegt die Centrum-Moschee und auf dem Steindamm die Al-Quds-Moschee, die am 9. August 2010 behördlich geschlossen wurde.

Am Steindamm 87 befindet sich die erste Kirche in Deutschland, die sich vorwiegend an Schwule und Lesben richtete und heute als MCC Hamburg, die Kirche nicht nur für Lesben und Schwule, integrativ wirkt.

Hauptbahnhof[Bearbeiten]

Der Hamburger Hauptbahnhof ist ein Beispiel der Industriearchitektur des beginnenden 20. Jahrhunderts mit einer großen freitragenden Bahnhofshalle.

Sonstiges[Bearbeiten]

Am Carl-von-Ossietzky-Platz an der Langen Reihe steht eine „Sonnenuhr“ besonderer Art: Das Solarpanel speist neben dem Uhrwerk auch einen Schrittmotor, der das Panel zur Sonne ausrichtet.

Wirtschaft, Infrastruktur und Einrichtungen[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Der ZOB Hamburg am Steintorplatz

St. Georg liegt unmittelbar am Hamburger Hauptbahnhof. Hier laufen alle U-Bahn- und S-Bahnlinien zusammen. Fast alle Linien bedienen auch in ihrem weiteren Verlauf das Gebiet St. Georgs. Um den Hauptbahnhof herum sind mehrere Bushaltestellen angelegt, die durch verschiedene Bus-, Metrobus- und Nachtbuslinien bedient werden.

Daneben ist der Zentrale Omnibusbahnhof angesiedelt, von dem aus Fernbuslinien nach ganz Europa führen.

St Georg wird durch sehr stark befahrene Straßen berührt: An der Alster, Sechslingspforte, Kurt-Schumacher-Allee-Beim Strohhause. Im Zentrum des Stadtteils St. Georg verlaufen außerdem die stärker befahrenen Straßen Steindamm, Adenauerallee (früher Große Allee) und Lange Reihe.

Außer dem U- und S-Bahnhof Berliner Tor liegt die Haltestelle Lohmühlenstraße der U-Bahnlinie U1 in St. Georg.

Bildung[Bearbeiten]

Am Berliner Tor befindet sich die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. An der Schmilinskystraße liegt das Priesterseminar des Erzbistums Hamburg. Außerdem gibt es im Stadtteil mehrere Grundschulen, Stadtteilschulen sowie Gymnasien.

Gerichte[Bearbeiten]

Erzbischöfliches Generalvikariat am Domplatz

Im Haus der Gerichte am Berliner Tor sind das Amtsgericht Hamburg-St. Georg, das Verwaltungsgericht Hamburg, das Hamburgische Oberverwaltungsgericht und das Finanzgericht Hamburg ansässig.

Im Generalvikariat in der Danziger Straße befindet sich die Hamburger Außenstelle des Bischöflichen Offizialats (Kirchengericht) der Diözesen Hamburg und Osnabrück.

Hotel Atlantic[Bearbeiten]

Hotel Atlantic

Das Hotel Atlantic ist ein traditionsreiches Nobel-Hotel an der Außenalster. Es wurde 1909 eröffnet und gehört seit 1957 zu Kempinski, der 1897 in Berlin gegründeten, ältesten Luxushotelgruppe der Welt. Aufsehen erregte das Atlantic nicht nur als Dauer-Domizil der Deutschrock-Legende Udo Lindenberg sondern auch 2008, als die einstige Fünf-Sterne-Herberge die Klassifizierungsstandards nicht mehr erfüllte und offen zum Sanierungsbedarf stehen musste.[8]

Krankenhaus St. Georg[Bearbeiten]

Das Krankenhaus St. Georg, seit 2007 als Asklepios Klinik St. Georg umfirmiert, ist nicht nur das älteste, auf Vorläufer seit 1190 zurückgehende Krankenhaus der Stadt, sondern auch bedeutendes Krankenhaus der Maximalversorgung für jährlich über 25.000 stationär aufgenommene und 50.000 ambulant versorgte Patienten mit zentraler Innenstadtlage. Vor der Übernahme durch Asklepios gehörte es zum Hamburger Landesbetrieb Krankenhäuser. Am gleichen Standort stand früher das Pestkrankenhaus. Es ist heutzutage Notarztwagenstandort und Hubschrauberlandeplatz und unterhält 19 medizinische Abteilungen (mit 625 Betten) wie die Allergologie, das Chirurgisch-Traumatologische Zentrum, die Allgemeinchirurgie, Herzchirurgie und die Handchirurgie, das Onkologische und das Diabeteszentrum oder das Interdisziplinäre Wirbelsäulen-Zentrum. Mit seinen 1.550 Mitarbeitern ist es auch Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Hamburg. Architektonisch beachtlich ist seine klassizistische Häuserfront an der Lohmühlenstraße. In der zweiten Reihe stehen moderne Funktionsbauten. Es liegt im Karrée zwischen Lange Reihe, Lohmühlenstraße, Lübeckertordamm und der Straße Sechslingspforte.

Fotografie-Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hamburger Sparkasse (Hrsg.): St. Georg. In: Hamburg, Von Altona bis Zollenspieker – Das Haspa-Handbuch für alle Stadtteile der Hansestadt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8, S. 940 ff.
  • Michael Joho (Hrsg.): St. Georg lebt! 125 Jahre Bürgerverein St. Georg – ein Lese-Bilder-Buch. VSA, Hamburg 2005, ISBN 3-89965-161-8.
  • Kristiane Lutz: Der Stadtteil St. Georg im Wandel – Veränderungen im Wohnquartier aus der Sicht zweier Stadtteil-Vereine. Magisterarbeit. GRIN Verlag, Norderstedt 2005, ISBN 3-638-44594-1.
  • Museum für Kunst und Gewerbe (Hrsg.): St. Georg – Vorstadt und Vorurteil? Ausstellung vom 5. Oktober bis 19. November 1978. Christians Verlag, Hamburg 1978, ISBN 3-7672-0605-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Sankt Georg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichtswerkstatt St. Georg.
  2. Hamburg, von Altona bis Zollenspieker. 2002, S. 940.
  3. Hamburg, von Altona bis Zollenspieker. 2002, S. 941.
  4. Hamburg, von Altona bis Zollenspieker. 2002, S. 941.
  5. Stadtplan der Zerstörungen 1945
  6. a b c d e Infotafel an der Anlage; bildarchiv.
  7. Hamburg, von Altona bis Zollenspieker. 2002, S. 942.
  8. Das Hotel „Atlantic“ wird international verwarnt, Welt online (abgerufen am 10. September 2008).