Hamburg-Volksdorf

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Wappen von Hamburg
Volksdorf
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 38′ 59″ N, 10° 11′ 3″ O53.64972222222210.184166666667Koordinaten: 53° 38′ 59″ N, 10° 11′ 3″ O
Fläche 11,6 km²
Einwohner 20.200 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1741 Einwohner/km²
Postleitzahl 22359
Vorwahl 040
Bezirk Wandsbek
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburg-Volksdorf ist ein Stadtteil im Nordosten der Freien und Hansestadt Hamburg. Er ist dem Bezirk Wandsbek zugeordnet. Seine Bezeichnung stammt von Volcwardesdorpe ab und hat seinen Ursprung in dem Namen des Dorfgründers Volkward.

Geografie[Bearbeiten]

Volksdorf grenzt östlich, nördlich und nordöstlich an Schleswig-Holstein. Die größte dortige Stadt (im Kreis Stormarn) ist Ahrensburg. Nordwestlich schließt Volksdorf an Bergstedt an, westlich an den Stadtteil Sasel und südwestlich an den Stadtteil Farmsen-Berne. Abgegrenzt durch den Volksdorfer Wald schließt südlich Meiendorf, ein Ortsteil des Stadtteils Rahlstedt, an.

Geschichte[Bearbeiten]

Volksdorf 1905

Die Gegend war – wie das benachbarte Meiendorf – bereits in der Steinzeit besiedelt. Das belegen gefundene Feuersteinbeile, Schaber und Pfeilspitzen aus dieser Zeit. Die Gegend bestand seinerzeit aus Tundrasteppe. Auch aus der späteren Bronzezeit gab es reichlich Funde, namentlich einen der größten Schatzfunde Hamburgs. Bei den Ausschachtarbeiten für die Kleinbahnstrecke am Anfang des 20. Jahrhunderts sind Halsringe, Armspiralen und ein Hängebecken freigelegt worden, die in der Vorgeschichte vermutlich aus kultischen Gründen versenkt worden waren.

Die erste urkundliche Erwähnung im Mittelalter erfolgte 1296. Volksdorf gehörte ursprünglich zu Stormarn, seine Einnahmen gingen jedoch an das Kloster Harvestehude. 1437 verpfändete der damalige Grundherr Volksdorf zusammen mit anderen Dörfern an Hamburg, das Pfand wurde jedoch niemals ausgelöst. Volksdorf wurde somit eines der Hamburger Walddörfer. Einem als Verwalter eingesetzten Waldherren waren die Bauern zu Hand- und Spanndiensten verpflichtet. Im 16. Jahrhundert vergrößerte sich Volksdorf um die nachbarlichen Fluren des Herkenkrugs sowie um die Felder des Dorfes Lottbek. 1830 kam es zu einer tief greifenden Verwaltungsreform, bei der Volksdorf in die neu geschaffene Landherrenschaft der Geestlande eingegliedert worden ist. Zu diesem Zeitpunkt gab es rund 400 Einwohner in Volksdorf. Ab 1867 pachtete dann der Hamburger Kaufmann Heinrich Ohlendorff die Volksdorfer Jagdrechte. Er erwarb mehrere Hufen, errichtete ein Landhaus und führte einen modernen landwirtschaftlichen Großbetrieb. Er trieb die Verkehrserschließung Volksdorfs voran und so wurde die Kleinbahn von Altrahlstedt nach Volksdorf 1904 in Betrieb genommen. Seit 1920 führte die Walddörferbahn direkt nach Barmbek an das Hamburger U-Bahn-Netz und machte Volksdorf als Wohnort für andere Hamburger attraktiv. Weitere Neubaugebiete kamen seit 1948 dazu. 1949/1951 entstand im Rahmen der Neuordnung der Hamburger Verwaltung der Ortsamtsbereich Walddörfer im Bezirk Wandsbek, der bis 2007 bestand.

Bevölkerung[Bearbeiten]

  • Minderjährigenquote: 20,6 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 15,6 %.
  • Altenquote: 25,3 %, liegt deutlich über dem Hamburger Durchschnitt von 19,1 %.
  • Ausländeranteil: 4,6 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 13,6 %.
  • Arbeitslosenquote: 2,5 %, liegt deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt von 6,3 %.

Volksdorf zählt zu den wohlhabenden Hamburger Stadtteilen. Das durchschnittliche Einkommen beträgt hier etwa 50.500 Euro und ist somit fast doppelt so hoch wie der Hamburger Gesamtdurchschnitt.

Religionen[Bearbeiten]

In Volksdorf gibt es zwei lutherische Kirchen in einer Gemeinde: die Kirche am Rockenhof und die Kirche St. Gabriel. Das Gemeindezentrum St. Johannes musste 2002 wegen Geldmangels geschlossen werden. Die katholische Kirche ist durch die Gemeinde Heilig Kreuz vertreten. Des Weiteren gibt es als Freikirche die Gemeinde Hamburg-Volksdorf im Vörn Barkholt sowie die Lukaskirche der Christengemeinschaft nördlich der Katholischen Gemeinde und eine Neuapostolische Kirche im Eulenkrugpfad.

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Hamburgischen Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Volksdorf zum Wahlkreis Alstertal-Walddörfer. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[1]

  • SPD 43,6 % (+14,9)
  • CDU 23,3 % (-23,4)
  • GAL 15,4 % (+2,2)
  • FDP 9,8 % (+3,3)
  • Die Linke 4,0 % (+0,2)
  • Übrige 3,9 % (+2,7)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das Bürgerhaus Koralle mit dem Programmkino „Koralle“ mit zwei Kinosälen, zwei (Musik-)Kneipen und einem Internetcafé ist das Zentrum des kulturellen Lebens in Volksdorf.

In dem Museumsdorf Volksdorf sind historische Bauern- und Wirtschaftshäuser zu sehen. Vier- bis fünfmal jährlich werden Gewerketage veranstaltet, an denen frühere Handwerkstechniken und das ländliche Leben in vergangener Zeit zu sehen sind.

Der Verein Konzerte junger Künstler im Spiekerhus e. V. (gegr. 1975) veranstaltet im Museumsdorf jährlich sechs Konzerte mit Kammermusik.

Der Verein Kulturkreis Walddörfer e. V. wurde 1978 gegründet, um den Bewohnern von Volksdorf und Umgebung den Besuch von mehr kulturellen Veranstaltungen in ihrem Wohnumfeld zu ermöglichen. Der ehrenamtlich geleitete Verein hat rund 450 Mitglieder und bietet überwiegend in der Ohlendorff-Villa jährlich etwa 20 Veranstaltungen (Theater, Konzerte, Lesungen, Vorträge, Kabarett, Kleinkunst, Stadtführungen) an. Der Verein bemüht sich auch, die Ohlendorffsche Villa (denkmalgeschützter Bau von 1928, Architekt: Erich Elingius) als Stätte für kulturelle Veranstaltungen zu erhalten [2].

Der „Bürgerverein Walddörfer“ organisiert Bürgerengagement für kommunale Themen und vermittelt zwischen Behörden und Anliegen der Stadtteilbewohner.

Der Verein „Pfadfinder & Pfadfinderinnenbund Nordlicht e.V.“ betreibt seit über 40 Jahren Naturschutzangebote für Kinder und Jugendliche im Wulfsdorfer Weg durch Erhaltungsmaßnahmen der Volksdorfer Aue.

In den Kirchen St. Gabriel und am Rockenhof finden fast wöchentlich Konzerte statt.

Jedes Jahr am ersten Septemberwochenende findet das Volksdorfer Stadtteilfest statt mit einem Feuerwerk und einem Radrennen.

Im Zentrum Volksdorfs befindet sich der Platz Weiße Rose mit dem Denkmal zu Ehren der Widerstandskämpfer der Weißen Rose (von Franz Reckert 1978), deren Gedenktafel 1993 um die Namen der Toten der Hamburger Weißen Rose ergänzt wurde.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet Volksdorfer Teichwiesen

In Volksdorf liegt eines der 29 Hamburger Naturschutzgebiete, die von der Saselbek durchflossenen Volksdorfer Teichwiesen. Das gut erhaltene Tunneltal wurde 1993 unter Schutz gestellt und beherbergt bedrohte Arten.[3]

Bauwerke und Sport[Bearbeiten]

Grundlage für die Anlage der Gesamtschule Volksdorf war das Walddörfer-Gymnasium im klassischen Klinkerstil Fritz Schumachers in der Straße Im Allhorn. Ebenfalls auf dem Gelände befindet sich das Allhorn Stadion. Dieses traditionsreiche Stadion ist die Spielstätte des ortsansässigen Sportvereins, dem Walddörfer SV. In der Räucherkate, die im Juli 2009 abbrannte und 2012 wiederaufgebaut wurde, hat der Volksdorfer Schachklub seinen Sitz.[4]

Der Stadtteil verfügt über das von der Bäderland Hamburg GmbH betriebene Parkbad, ein Hallenbad mit Kind- und Kleinkindbecken, beheiztem Außenbecken und Liegewiese.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der Platz „Weiße Rose“

Volksdorf ist maßgeblich von Wohngebieten geprägt. Rund um den Platz „Weiße Rose“ liegen in einer Fußgängerzone Supermärkte, Fachgeschäfte, Cafés und eine Postfiliale. An der Straßenkreuzung Wiesenhöfen/Eulenkrugstraße eröffnete nach mehrjähriger Bauphase, zwischenzeitlichem Baustopp und Eigentümerwechsel 2004 das Einkaufszentrum „Eulenkrug-Passage“ mit 180 Tiefgaragenplätzen. Die Eigentümer bemühen sich seit Oktober 2009 um eine Revitalisierung des dortigen Geschäftslebens.[5]

Eine besondere Attraktion ist der Volksdorfer Wochenmarkt, der mittwochs und samstags auf der Marktfläche am U-Bahnhof abgehalten wird. Er wird regelmäßig von mehr als 100 Markthändlern beschickt und zieht Käufer nicht nur aus Volksdorf, sondern auch aus den benachbarten Stadtteilen an.[6] An zwei Samstagen im Jahr wird der Wochenmarkt ins Ortszentrum verlegt.

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrsanbindungen bestehen durch die U-Bahnlinie 1 der Hamburger Hochbahn AG. Außer der Haltestelle Volksdorf befinden sich drei weitere Haltestellen in Volksdorf: im Norden des Stadtteils Buckhorn, im Osten Buchenkamp und im Süden die Haltestelle Meiendorfer Weg. Außerdem ist der Stadtteil an drei Buslinien angebunden. Die Bundesstraße 75 (dort als Meiendorfer Straße benannt) verbindet Volksdorf in Richtung Süden mit der Hamburger Innenstadt und in Richtung Norden mit Ahrensburg. Die Farmsener Landstraße verbindet Volksdorf ebenfalls mit der Innenstadt Hamburgs.

Schulen[Bearbeiten]

Im Stadtteil gibt es vier Grundschulen und drei weiterführende Schulen. Ersteres sind die westlich vom Ortskern gelegene Schule an den Teichwiesen, die zentrumsnahe Grundschule Ahrensburger Weg (erbaut 1997), die südöstlich vom Ortskern gelegene Grundschule Eulenkrugstraße und die nördlich vom Ortskern gelegene Grundschule Buckhorn. Die weiterführenden Schulen sind die Stadtteilschule Walddörfer, die 2010 aus der Gesamtschule Walddörfer hervorging, das Gymnasium Buckhorn und das 1930 gegründete und von Fritz Schumacher entworfene und ursprünglich als Volksschule und Gymnasium geplante Walddörfer-Gymnasium.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • De Spieker. Gesellschaft für Heimatpflege und Heimatforschung in den Hamburgischen Walddörfern e. V. (Hrsg.): 700 Jahre Volksdorf. M+K Hansa Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-920610-73-3.
  • Hamburg von Altona bis Zollenspieker. 1. Auflage. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2002, ISBN 3-455-11333-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Volksdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bürgerschaftswahl 20.02.2011. auf: wahlen-hamburg.statistik-nord.de
  2. Website des Kulturvereins Walddörfer zur Ohlendorff'schen Villa
  3. Hier fliegen Falter ganz besonders auf Feilchen. In: Hamburger Abendblatt. 5. August 2008.
  4. Bleibt die Räucherkate eine Ruine? In: Hamburger Abendblatt. 1. September 2009.
  5. Offizielle Webseite der „Eulenkrug-Passage“
  6. Internet-Auftritt der Interessengemeinschaft Volksdorfer Wochenmarkt