Hamburg-Wilhelmsburg

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Wappen von Wilhelmsburg
Wappen von Hamburg
Wilhelmsburg
Stadtteil von Hamburg
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Koordinaten 53° 29′ 42″ N, 10° 0′ 40″ O53.49510.011111111111Koordinaten: 53° 29′ 42″ N, 10° 0′ 40″ O
Fläche 35,3 km²
Einwohner 52.372 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 1484 Einwohner/km²
Postleitzahl 20539, 21107, 21109
Vorwahl 040
Bezirk Hamburg-Mitte
Verkehrsanbindung
Autobahn A1 A252 A253
Bundesstraße B4 B75
S-Bahn S3Hamburg S3.svg S31Hamburg S31.svg
Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Wilhelmsburg ist ein Stadtteil im Bezirk Hamburg-Mitte der Freien und Hansestadt Hamburg. Wilhelmsburg ist der flächenmäßig größte Stadtteil Hamburgs und hat nach Rahlstedt, Billstedt, Eimsbüttel, Bramfeld und Winterhude die sechstgrößte Einwohnerzahl. Bis zum 29. Februar 2008 war Wilhelmsburg verwaltungsmäßig dem Bezirk Harburg zugeordnet.[1]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Zusammen mit den Stadtteilen Veddel, Steinwerder und Kleiner Grasbrook liegt der Stadtteil Wilhelmsburg zwischen den beiden großen Elbarmen Norderelbe und Süderelbe-Köhlbrand im Hamburger Stadtgebiet. Diese Stadtteile bilden mehrere Elbinseln, die Veddel und Wilhelmsburg sind separat eingedeicht. Zu Wilhelmsburg gehört außerdem die Elbinsel Hohe Schaar (diese entspricht etwa dem „Unterkiefer“, wenn man das gesamte Inselareal mit der äußeren Kopfform einer aufwärts blickenden Schildkröte vergleicht). Das Gesamtgebilde zwischen Norder- und Süderelbe wird oftmals auch als eine große Insel aufgefasst – der Grund hierfür ist darin zu suchen, dass die Übergänge zwischen den Einzelinseln wesentlich schwerer auszumachen sind als das Überqueren der beiden breiten Flussarme. Dazu kommt, dass das südliche Gebiet (also der Stadtteil Wilhelmsburg ohne die Hohe Schaar) in früheren Zeiten aus wesentlich mehr Einzelinseln bestand, die bereits als Elbinsel Wilhelmsburg zusammengefasst sind. Für den Begriff „Elbinsel Wilhelmsburg“ gibt es also mehrere Definitionen, je nachdem, welche Teilgebiete bzw. Inseln dazugezählt werden.

Die häufig zu lesende Behauptung Wilhelmsburg sei die größte Flussinsel Europas[2] oder die größte bewohnte Flussinsel Europas[3] ist falsch. So gibt es z. B. in der Donau zahlreiche größere und auch teilweise bewohnte Flussinseln, so ist etwa die Große Schüttinsel (Žitný ostrov) in der Slowakei mit einer Fläche von 1.885,19 Quadratkilometern und etwa 72.000 Einwohnern mehr als 50-mal größer als Wilhelmsburg. Jedoch ist Wilhelmsburg die größte Elbinsel und auch die größte Binneninsel Deutschlands.

An das Stromspaltungsgebiet, also an Norder- und Süderelbe bzw. Köhlbrand, grenzen: im Norden die Hamburger Innenstadt mit den Stadtteilen Altona, St. Pauli, Neustadt, Altstadt, Klostertor (HafenCity) und Rothenburgsort; im Osten die Vier- und Marschlande im Bezirk Bergedorf; im Süden der Bezirk Harburg mit Neuland, Harburg selbst, den Harburger See- und Binnenhäfen in Heimfeld und im Westen Moorburg mit den Hafengebieten Altenwerder und Waltershof. Bemerkenswert ist, dass die Stadtteile Steinwerder und Kleiner Grasbrook etwa 90 % des Hamburger Freihafengebietes ausmachten – der Hamburger Hafen ist also zu großen Teilen deckungsgleich mit dem Wilhelmsburger Hafen.

Das Gebiet zwischen Norder- und Süderelbe/Köhlbrand umfasst etwa sieben mal sieben Kilometer, also gut 50 Quadratkilometer, die Größe des offiziellen Stadtteils Wilhelmsburg beträgt etwa 35 Quadratkilometer. Die längste Distanz, von der Gabelung der Unterelbe im Südosten Wilhelmsburgs (der Bunthäuser Spitze), bis zum Köhlbrandhöft im Nordwesten, beträgt rund 13 Kilometer (alle Angaben Luftlinie).

Geschichte[Bearbeiten]

Wilhelmsburg (1907)

Am 4. September 1672 erwarb Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg-Celle drei große Elbinseln, die darauf hin eingedeicht und durch Verbindungsdeiche vereint worden sind. Sie trugen fortan den Namen Wilhelmsburg. Die längste und eine der wichtigsten Straßen Wilhelmsburgs erinnert heute noch als Georg-Wilhelm-Straße an den Gründer.

Infolge der Annexion des Unterelbegebiets durch Frankreich war Wilhelmsburg zwischen 1811 und 1814 ein Kanton des Amts Hambourg des Elbemündung-Departements, danach wieder Teil des Königreiches Hannover, das nach 1866 preußische Provinz wurde.

Bahnhof Wilhelmsburg (1906)

Der heutige Stadtteil Wilhelmsburg entspricht – mit Ausnahme des Dorfes Moorwerder an der Südostspitze der Insel – der gleichnamigen Stadt innerhalb der Provinz Hannover, deren erster Bürgermeister 1903 Adolf Menge wird. 1925 wurde Wilhelmsburg aus dem Landkreis Harburg herausgelöst und zum Stadtkreis. Dieser wurde 1927 mit dem benachbarten Stadtkreis Harburg unter Oberbürgermeister Walter Dudek zum Stadtkreis Harburg-Wilhelmsburg vereinigt, der etwa 110.000 Einwohner hatte und somit Großstadt war. Durch das Groß-Hamburg-Gesetz wurde Harburg-Wilhelmsburg mit Wirkung vom 1. April 1937, also zur Zeit des Dritten Reichs, zusammen mit anderen Gemeinden Preußens in dem „Lande Hamburg“ eingegliedert und beide verloren 1938 ihre Selbstständigkeit.

1951 wurde Wilhelmsburg Stadtteil des Bezirkes Harburg. Während der Sturmflutkatastrophe 1962 wurde die Elbinsel besonders schwer getroffen.[4]

Am 20. Februar 2007 erließ der Senat die Verordnung zur Bestimmung der Ortsteilgrenzen des Stadtteils Wilhelmsburg. Wilhelmsburg wurde hierdurch zum 1. März 2008 aus dem Bezirk Harburg ausgegliedert und dem Bezirk Hamburg-Mitte zugeordnet.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Volkszählungsergebnisse der Gemeinde Wilhelmsburg nach dem jeweiligen Gebietsstand. Mit der Vereinigung mit der damaligen Stadt Harburg 1927 zu Harburg-Wilhelmsburg überschritt die Einwohnerzahl der Gemeinde die Grenze von 100.000 und machte sie zur Großstadt. Bei der Zählung am 16. Juni 1933 hatte die Stadt 112.593 Einwohner. Seit dem 1. Januar 1938 ist sie Teil der Stadt Hamburg. Die Einwohnerzahlen beziehen sich ab 1890 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“ und ab 1925 auf die Wohnbevölkerung. Die Stadt Hamburg versucht seit 2006, mit dem Programm zur Förderung studentischen Wohnens in Wilhelmsburg Studenten zum Wohnen in Wilhelmsburg und Veddel zu bewegen.

Im Jahr 2009 waren 21,7 % der Bevölkerung jünger als 18 Jahre (Hamburg: 15,6 %), 55,2 % hatten einen Migrationshintergrund, unter den Jugendlichen lag diese Zahl bei 73,3 % (Hamburg: 28,1 bzw. 42,2 %).[5]

Jahr Einwohner
1. Dezember 1890 8.800
2. Dezember 1895 12.772
1. Dezember 1900 16.640
1. Dezember 1905 22.359
1. Dezember 1910 28.225
1. Dezember 1916 26.369
5. Dezember 1917 25.380
8. Oktober 1919 28.402
16. Juni 1925 32.517
Jahr 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
Einwohner 44.047 44.477 45.636 46.686 46.876 47.523 47.729 47.670 47.772 47.604 47.256 46.280 46.110
Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2008 2009
Einwohner 46.125 47.180 47.857 47.847 48.322 48.957 49.132 49.803 50.091

Politik[Bearbeiten]

Für die Wahl zur Bürgerschaft und der Bezirksversammlung gehört Wilhelmsburg zum Wahlkreis Billstedt-Wilhelmsburg-Finkenwerder. Die Bürgerschaftswahl 2011 führte zu folgendem Ergebnis:[6]

  • SPD: 53,2 % (+9,6)
  • CDU: 15,3 % (−20,3)
  • Linke: 10,8 % (+2,1)
  • GAL: 8,1 % (+2,5)
  • FDP: 3,4 % (+0,8)
  • Übrige: 9,2 % (+4,4)

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat für den Bereich der Stadtteile Wilhelmsburg, Kleiner Grasbrook, Steinwerder und Veddel den Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel eingesetzt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kulturelle Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Die Honigfabrik ist ein 1979 aus der Jugendzentrumbewegung entstandenes Kulturzentrum.[7]
  • Das Bürgerhaus ist ein Veranstaltungszentrum.
  • Die Soulkitchenhalle, bekannt aus dem gleichnamigen Film war seit 2010 ein Veranstaltungsort für Konzerte, Kunst und Soziokultur.
  • Die Rialto Lichtspiele, in 1913 erbautes Lichtspielhaus/Theater, das am 3. Mai 2013, nach über 25 Jahren Leerstand, für einen Sommer wiedereröffnet wurde. Neben Kinofilmvorführungen fanden hier auch Lesungen, Theateraufführungen und Konzerte statt.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirchen und Moscheen[Bearbeiten]

Friedhöfe[Bearbeiten]

  • Evangelischer Kirchhof Kirchdorf
  • Evangelischer Friedhof Wilhelmsburg (entwidmet)
  • Friedhof Am Industriebahnhof, Träger: Ev. Kirchengemeinde St. Raphael; auch „Eisenbahnerfriedhof“ bzw. „Bahnhofsfriedhof“ (entwidmet)
  • Friedhof Kirchdorf-Amtshof
  • Friedhof Finkenriek

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Naturschutzgebiet Auenlandschaft Norderelbe

Im Naturschutzgebiet Heuckenlock beherbergt Wilhelmsburg einen der letzten Tideauenwälder Europas. Er liegt am Südufer der Elbinsel rund einen Kilometer flussabwärts hinter der Bunthäuser Spitze, an der sich Norder- und Süderelbe teilen. Ebenfalls in Wilhelmsburg gelegen sind die Naturschutzgebiete Rhee und Auenlandschaft Norderelbe sowie die Möwenkolonie Hohe Schaar.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Alljährlich im Juni findet im Norden von Wilhelmsburg das Spreehafenfest statt.
  • Im Reiherstiegviertel feierte man bis Ende August 2008 das Fährstraßenfest.
  • Das Dockville-Festival ist mittlerweile eines der größten Festivals in Hamburg. Das Elbinsel-Festival findet einmal im Jahr statt.

Filme[Bearbeiten]

Nordsee ist Mordsee spielt zu wesentlichen Teilen in Wilhelmsburg, u. a. in der damals neuen Siedlung Kirchdorf-Süd und am Veringkanal nahe dem Wasserturm. Soul Kitchen spielt ebenfalls in Wilhelmsburg, u. a. in der Soulkitchenhalle.

IBA Hamburg[Bearbeiten]

Gegenwärtig werden im Rahmen der Internationalen Bauausstellung verschiedene Projekte auf der Elbinsel Wilhelmsburg realisiert.

igs 2013[Bearbeiten]

Haupteingang der igs 2013

Auf der Elbinsel Wilhelmsburg fand von April bis Oktober 2013 die Internationale Gartenschau statt. Auf ca. 100 Hektar wurde mit einem Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro das Motto „In 80 Gärten um die Welt“ umgesetzt.[8] Die igs hat wegen geringerer Besucherzahlen als vorhergesagt mindestens 37 Millionen Euro Verlust gemacht. Als ein Grund für die geringen Besucherzahlen wurden die hohen Eintrittspreise vermutet.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Infrastruktur ist von einer großen Vielfalt. Während im Norden und Westen großflächig Hafenbecken und Industriebetriebe dominieren, zeigt sich im Süden und Osten eine eher ländliche Struktur. Die Veddel verfügt über umfangreiche Bebauung mit Arbeitersiedlungen aus den 1920er-Jahren. Wilhelmsburg weist daneben im Bereich des Reiherstieg-Viertels auch Altbaubestände auf. In den östlich gelegenen Gebieten Georgswerder und Kirchdorf überwiegen Einfamilienhäuser und Bauernhöfe.

Die in den 1970er-Jahren erbaute Großsiedlung Kirchdorf Süd bricht mit ihren mehrstöckigen Sozialwohnungen mit der Bebauung des Umfeldes und fügt sich nicht in die ländlich geprägte Umgebung ein.

Im Rahmen von Umstrukturierungen des Hafens werden Flächen im Bereich des Reiherstiegs für kulturelle Zwecke (Dockville-Festival) genutzt.

Industrie- und Hafenanlagen[Bearbeiten]

Im Stadtteil Wilhelmsburg liegen im Westen, auf dem Gebiet der Hohen Schaar, die Shell-Raffinerie und andere Betriebe der Petrochemie. Im Norden gibt es die Werft Theodor Buschmann, im Süden Unternehmen der Lebensmittelindustrie wie die Kampffmeyer Mühlen und die Deutsche Extrakt Kaffee.

Verkehr[Bearbeiten]

Verkehrstechnisch ist die Situation von der Insellage sowie umfangreichen Hafen- und Eisenbahnanlagen geprägt.

Der Hamburger Hafen gehört seit dem 1. Januar 2013 zollrechtlich zum Zollgebiet. Damit entfielen die Kontrollen an der ehemaligen Zollgrenze des früheren Hamburger Freihafens. Die durch die Lage der Grenzübergänge beeinflusste Straßenführung ist jedoch noch nicht beseitigt.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Wilhelmsburg wird im Osten von der Bundesautobahn A 1 in Nord-Süd-Richtung durchquert. Die Wilhelmsburger Reichsstraße mit ihren Elbbrücken verbindet als Bundesstraße B 4 und B 75 die Hamburger Innenstadt mit dem Stadtteil Harburg. Die westlichen Hamburger Hafengebiete sowie die A 7 sind mit Kraftfahrzeugen über die Köhlbrandbrücke erreichbar. Im Südwesten ermöglicht die Kattwyk-Brücke eine Querung der Süderelbe. Wenig Bedeutung für den Autoverkehr heute hat der Alte Elbtunnel, der Wilhelmsburg (Steinwerder) nach Norden hin zur Innenstadt anbindet, der aber an Bedeutung für den Radverkehr nicht zu vernachlässigen ist. Wilhelmsburg ist wegen der Nähe zum Hafen in starkem Maße von Lkw-Verkehr belastet.

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird durch verschiedene Buslinien innerhalb des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) sichergestellt. Durch eine (zuschlagpflichtige) Schnellbuslinie wird Wilhelmsburg direkt an die Hamburger Innenstadt angebunden. Die anderen Buslinien dienen neben den örtlichen Verbindungen als Zubringer zu den beiden in Wilhelmsburg befindlichen S-Bahn-Stationen Wilhelmsburg und Veddel der ebenfalls im HVV verkehrenden S-Bahn-Linien S3 und S31.

Kilometerstein am Loop

Im Fahrradverkehr ist Wilhelmsburg als künftiger Hamburger Modellstadtteil für den Radverkehr durch die Presse gegangen. Dazu wird neben den Velorouten zwischen Harburg und der Hamburger City bzw. City-Süd ein Freizeitrundkurs ausgebaut, der Loop genannt wird. Zwei erste Abschnitte sind als Fahrradstraßen ausgebaut worden.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

In Nord-Süd-Richtung verlaufen gebündelt mehrere Eisenbahnstrecken mit jeweils zwei Gleisen über die Elbinsel. Dies sind von Westen nach Osten:

Dieser Ast der Hamburger S-Bahn ist mit über 100.000 Fahrgästen pro Tag der am stärksten belastete in Hamburg. Auf der Elbinsel befinden sich die Stationen Veddel und Wilhelmsburg.

Der Rangierbahnhof Hamburg-Wilhelmsburg wird heute nur noch zum Abstellen von Güterzügen und Lokomotiven verwendet. Die ursprüngliche Aufgabe der Zugbildung in und aus dem Hafen hat der Rangierbahnhof Maschen übernommen. Um den Rangierbahnhof entstand mit dem Bahnhofsviertel ein eigener Stadtteil.

Das verzweigte Netz der Hamburger Hafenbahn hat auf der Elbinsel zwei der drei Haupthafenbahnhöfe. Im Hafenbahnhof Hohe Schaar werden Güterwagen mit den Massengütern Getreide, Kali und Mineralölprodukten, im Hafenbahnhof Hamburg-Süd Wagen mit Containern, Kraftfahrzeugen, Früchten und nicht containerisierbaren Stückgütern behandelt. Die aus dem Netz der DB hereinkommenden Züge werden dort zerlegt und die Wagen den Kaianlagen und Betrieben im Hafen zugestellt bzw. mit den Wagen aus dem Hafen werden Züge für Ziele in ganz Europa zusammengestellt.

Die Gleisanlagen zwischen Reiherstieg und der Wohnbebauung gehörten ehemals zur Wilhelmsburger Industriebahn, die nach der Flutkatastrophe 1962 von der Hafenbahn übernommen wurde.

Im Zuge des Baus der U-Bahn-Linie U4 der Hamburger Hochbahn wurde auch eine Verlängerung über Wilhelmsburg nach Harburg diskutiert.

Medien[Bearbeiten]

  • Die Fernsehsendung Konspirative Küchenkonzerte wurde seit 2009 in einer ehemaligen Fabriketage des Puhsthofes produziert. Bis Anfang 2011 lief die Sendung bei zahlreichen offenen Fernsehkanälen und dann bis zum Februar 2012 auf ZDFkultur.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Das Rathaus Wilhelmsburg mit einem Kundenzentrum des Bezirks Hamburg-Mitte befindet sich in der Mengestraße.
  • Das Polizeikommissariat 44 hat seinen Sitz in der Georg-Wilhelm-Straße.
  • Die Dienststelle der Berufsfeuerwehr Wilhelmsburg (F34) ist in der Rotenhäuser Straße untergebracht.

Bildung[Bearbeiten]

  • Katholische Schule Bonifatiusstraße
  • Grundschule Prassekstraße
  • Elbinselschule
  • Schule Fährstraße
  • Schule Rotenhäuser Damm
  • Schule Stübenhofer Weg
  • Förderschule Karl-Arnold-Ring
  • Willi-Kraft-Förderschule an der Zeidlerstraße
  • Sprachheilschule Wilhelmsburg
  • Nelson-Mandela-Schule in Kirchdorf[10]
  • Stadtteilschule Wilhelmsburg (Gesamtschule Wilhelmsburg)[11]
  • Helmut-Schmidt-Gymnasium, bis 1. November 2012 Gymnasium Kirchdorf/Wilhelmsburg (Kiwi)[12]
  • Gewerbeschule G17
  • Gewerbeschule G18
  • Schule an der Burgweide
  • Freie Schule für Gestaltung, Berufsfachschule für Grafik-Design

Schlaglichter[Bearbeiten]

  • 17. Februar 1962: Durch die Sturmflut starben über 300 Menschen, die Mehrzahl davon in Wilhelmsburg.
  • 1976: Der Jugendfilm Nordsee ist Mordsee von Hark Bohm wurde in der Großwohnsiedlung östlich des S-Bahnhof Wilhelmsburg gedreht. Der Filminhalt bezieht sich größtenteils auf die Probleme und Sorgen von Jugendlichen in sozialen Brennpunkten in den 1970er-Jahren.
  • 26. Juni 2000: Der sechsjährige Junge Volkan wurde durch zwei Kampfhund-Mischlinge getötet. Der Vorfall führte zu einigen Gesetzesänderungen hinsichtlich Züchtung, Einfuhr und Haltung von Hunden.
  • Mai 2001 bis März 2002: Die Zukunftskonferenz Wilhelmsburg erarbeitete umfassende Forderungen zur Entwicklung des Stadtteils.
  • 2005: Die europäische Solar-Bauausstellung fand in Hamburg-Wilhelmsburg statt.
  • 2009: Die als Hommage an den Stadtteil gedrehte Filmkomödie Soul Kitchen (2009) von Fatih Akın gewann bei den der 66. Internationalen Filmfestspielen von Venedig den Spezialpreis der Jury.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

In Wilhelmsburg geboren[Bearbeiten]

Mit Wilhelmsburg verbunden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Harms, Ronald Kunze, Dirk Schubert: Die Baugenossenschaften in Harburg-Wilhelmsburg. Hamburg-Harburg 1994
  • Ernst Reinstorff: Geschichte der Elbinsel Wilhelmsburg: Von Urbeginn bis zur Jetztzeit, Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e. V., 2003 (Erstauflage 1955), ISBN 3-8334-0282-2
  • Studio Urbane Landschaften, IBA Hamburg, Herausg.: Wasseratlas – Elbland Hamburg: Wasser-Land-Topologien, JOVIS-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-939633-94-5
  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): Die Insel denen, die drauf wohnen! Hamburg 2009, Broschüre online (PDF, 3,2 MB)
  • Arbeitskreis Umstrukturierung Wilhelmsburg (AKU): Unternehmen Wilhelmsburg. Stadtentwicklung im Zeichen von IBA und igs, Assoziation A, Hamburg 2013, ISBN 978-3-86241-426-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hamburg-Wilhelmsburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFriederike Ulrich: Sternschanze, HafenCity – Hamburgs neue Stadtteile. In: Hamburger Abendblatt. 1. März 2008, abgerufen am 18. Juli 2009.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatZEIT Online – Stadtplanung: Hier beginnt das Morgen. Abgerufen am 30. Mai 2013.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatIBA Hamburg – Wilhelmsburg Mitte. Vom inneren Stadtrand zum neuen Zentrum. Abgerufen am 30. Mai 2013 (PDF; 5,8 MB).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEkkehard Lauritzen: Die große Flut von 1962. Abgerufen am 18. Juli 2009.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHamburger Stadtteil-Profile 2010: Stadtteil Wilhelmsburg. Abgerufen am 18. August 2010 (PDF; 3,4 MB).
  6. http://wahlen-hamburg.statistik-nord.de/frameset.php?file=status_karte&wahl=77&frame=true
  7. Homepage der Honigfabrik
  8. www.igs-hamburg.de
  9. http://www.bild.de/regional/hamburg/garten/schau-hamburg-wilhelmsburg-die-wetter-luege-32939160.bild.html Bild.de-Artikel 10-2013
  10. Hamburg.de Abgerufen am 5. Oktober 2011
  11. Gesamtschule Wilhelmsburg abgerufen am 21. November 2010
  12. Gymnasium Kirchdorf / Wilhelmsburg abgerufen am 21. November 2012