Hamburger Abendblatt

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Hamburger Abendblatt
Hamburger-abendblatt-schriftzug.svg
Beschreibung Hamburger Tageszeitung
Verlag Zeitungsgruppe Hamburg GmbH[1]
Erstausgabe 14. Oktober 1948
Erscheinungsweise Montag bis Sonnabend
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014, Mo–Sa)
188.749 Exemplare
Reichweite (MA 2011 I) 0,70 Mio. Leser
Chefredakteur Lars Haider
Herausgeber Christian Delbrück
Weblink abendblatt.de
Artikelarchiv 1948 ff.
ZDB 40002-6

Das Hamburger Abendblatt ist eine Hamburger Tageszeitung, die bis 1. Mai 2014 Teil der Axel Springer AG war und seitdem der Funke Mediengruppe gehört.[2] Das Abendblatt erscheint montags bis sonnabends jeweils früh morgens und erzielt eine verkaufte Auflage von 188.749 Exemplaren.[3]

Der redaktionelle Schwerpunkt liegt auf Meldungen aus Hamburg und dem Umland. Dennoch werden für die Regionen Norderstedt, Ahrensburg, Harburg, Pinneberg, Lüneburg und Stade Regionalbeilagen produziert und in den entsprechenden Teilauflagen mitverkauft.

Abendblatt-Autoren haben Journalistenpreise gewonnen, darunter den Theodor-Wolff-Preis (Jan Haarmeyer, Barbara Hardinghaus, Miriam Opresnik, Özlem Topcu), den Wächterpreis der deutschen Tagespresse (Christian Denso, Marion Girke) und den Deutschen Reporterpreis (Antje Windmann). 2008 wurde das Abendblatt durch die Konrad-Adenauer-Stiftung für die „beste redaktionelle Gesamtleistung“ deutscher Lokalzeitungen ausgezeichnet.

Immer sonnabends erscheint die Kolumne „Rathauswoche", in der das Tagesgeschäft im Hamburger Rathaus analysiert und kommentiert wird.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Logo der zwischen 2006 und 2007 erschienenen „Sonntags“-Zeitung

Vier Hamburger Zeitungen hatten zuvor das Wort „Abendblatt“ im Titel, darunter auch ein Hamburger Abendblatt, das am 2. Mai 1820 gegründet worden war.

Am 14. Oktober 1948 wurde das erste Abendblatt nach dem Zweiten Weltkrieg mit einer Auflage von 60.000 Stück herausgegeben. Axel Springer erhielt dafür vom Hamburger Senat unter Bürgermeister Max Brauer eine Lizenz. Das Abendblatt war somit die erste Tageszeitung Deutschlands, die eine „deutsche“ Lizenz erhielt und nicht von den alliierten Stellen lizenziert wurde. Seit der Gründung wird ein Zitat des Hamburger Dichters Gorch Fock (eigentlich Johann Kinau) „Mit der Heimat im Herzen die Welt umfassen“ als Werbeslogan verwendet. Nach einem halben Jahr konnten bereits täglich 170.000 Exemplare gedruckt werden.

Nachdem es bis in die 1970er noch am Nachmittag ausgeliefert wurde, wird es nun in den frühen Morgenstunden zugestellt. Aufgrund des späten Andrucktermins wird über wichtige aktuelle Ereignisse, die in den Abendstunden stattfinden (wie zum Beispiel Fußballspiele), bereits in der Ausgabe am nächsten Tag berichtet.

Vom Oktober 2006 bis Februar 2007 gab es auch eine Sonntagsausgabe, die als Abwehrmaßnahme gegen eine ab 5. November 2006 herausgegebene Sonntagsausgabe der Hamburger Morgenpost anzusehen war. Aufgrund der mangelnden Resonanz wurde die Sonntagsedition bald eingestellt und offiziell als „Markttest“ deklariert. Schon in den 1950er Jahren gab es eine Sonntagsausgabe des Hamburger Abendblattes, die aber nach kurzer Zeit zur Bild am Sonntag wurde.

Seit 2009 sind regionale Inhalte der Internetseite des Abendblattes kostenpflichtig.

Am 26. Oktober 2012 gab der Verlag Axel Springer bekannt, die Redaktion des Hamburger Abendblattes noch vorm Jahresende mit denen der Blätter Die Welt und Berliner Morgenpost zusammenzulegen. Die Zentralredaktion wurde in Berlin angesiedelt. In Hamburg blieb dann nur noch eine Lokalredaktion bestehen, die die drei Zeitungen mit Hamburg-Themen versorgen soll. Dies ist auch im Zusammenhang mit der fünfjährigen Standortgarantie für Hamburg zu sehen, die beim Berlin-Umzug der Bild-Zeitung gegebenen wurde und am 30. Juni 2013 auslief.

Im Juli 2013 wurde bekannt, dass das Abendblatt ebenso wie die Berliner Morgenpost und Springers Programm- und Frauenzeitschriften an die Funke Mediengruppe verkauft wird. Dieser Verkauf soll zum 1. Januar 2014 wirksam werden.[4]

Auflagenentwicklung[Bearbeiten]

Eingang des Verwaltungsgebäudes des Hamburger Abendblatts

Das Hamburger Abendblatt hat ebenso wie viele deutschen Tageszeitungen in den vergangenen Jahren stark an Auflage verloren. Die verkaufte Auflage ist seit 1998 um 38,9 Prozent gesunken.[5] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei rund 75 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[6]


Chefredakteure[Bearbeiten]

  • Wilhelm Schulze, 1948–1952
  • Otto Siemer, 1952–1965
  • Martin Saller, 1965–1969
  • Werner Titzrath, 1969–1983
  • Klaus Korn, 1983–1989
  • Peter Kruse, 1989–2001
  • Menso Heyl, 2001–2008
  • Claus Strunz, 2008 bis Juni 2011[7]
  • Lars Haider, ab Juli 2011

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Daniel A. Gossel: Die Hamburger Presse nach dem Zweiten Weltkrieg. Neuanfang unter britischer Besatzungsherrschaft. Hamburg 1993, ISBN 3-923356-53-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. aktuelles Impressum
  2. Meldung der FAZ vom 30. April 2014, Heise Online: Axel Springer stößt Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften ab. 25. Juli 2013, abgerufen am 25. Juli 2013.
  3. laut IVW, zweites Quartal 2014, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  4. Heise Online: Axel Springer stößt Regionalzeitungen, Programm- und Frauenzeitschriften ab. 25. Juli 2013, abgerufen am 25. Juli 2013.
  5. laut IVW, (Details auf ivw.eu)
  6. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  7. Pressemitteilung

Weblinks[Bearbeiten]