Hamburger Innenstadt

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Luftbild der Hamburger Innenstadt, vom Michel in Richtung Nordosten

Als Hamburger Innenstadt bezeichnet man das Gebiet rund um die Binnenalster. Sie umfasst Teile der Hamburger Stadtteile Hamburg-Altstadt, Neustadt und HafenCity. Am Hauptbahnhof grenzt der Stadtteil St. Georg an die Innenstadt, am Bahnhof Dammtor die Stadtteile Rotherbaum und St. Pauli.

Geschichte[Bearbeiten]

Karte der Innenstadt um 1890

Der Artikel Geschichte Hamburgs gibt einen Überblick über die wirtschaftliche und politische Entwicklung Hamburgs. Details sind in den oben genannten Stadtteil-Artikeln, entsprechend ihrer geographischen Lage nach heutigen Verwaltungsgrenzen.

Der Bischofsturm aus dem 12. Jahrhundert ist ein archäologischer Fund nahe der Petri-Kirche. Die für Hamburg namensgebende Hammaburg kennt man bislang jedoch nur aus schriftlichen Aufzeichnungen.

Der Artikel Hamburger Wallanlagen beschreibt die neue Stadtbefestigung ab 1625. Der nördliche Teil wurde ab 1866 für die Trasse der Hamburg-Altonaer Verbindungsbahn genutzt und bildet die Nordgrenze der Innenstadt.

Nach dem Abtragen der vorherigen Stadtbefestigung wurde der Alsterlauf grundlegend umgestaltet und die Binnenalster entstand in der heutigen Form, begrenzt von den Straßen Ballindamm, Jungfernstieg und Neuer Jungfernstieg.

Der Hamburger Brand vernichtete 1842 weite Teile der Innenstadt. Weitere wesentliche Einschnitte in die Bausubstanz erfolgten zur Sanierung der hygienischen Verhältnisse auf Grund der Choleraepidemie von 1892 und der Angriffe auf die Zivilbevölkerung im Zweiten Weltkrieg ab 1943.

1842 wurde die erste Eisenbahnstrecke eröffnet. 1866 fuhr die erste Pferdebahn und 1894 die erste elektrische Straßenbahn in der Innenstadt, 1908 die elektrische Stadtbahn (heute: S-Bahn), 1912 die Hochbahn (heute: U-Bahn).

Am Stephansplatz wurde, zeitgleich mit einer Kreuzung in Paris, 1922 die erste Ampelanlage Europas in Betrieb genommen.

Die Oper am Gänsemarkt war einst das wichtigste bürgerliche Theater im deutschen Sprachraum.

Straßen und Plätze[Bearbeiten]

Mönckebergstraße, Blick vom Hauptbahnhof
Rathausmarkt, Blick vom Turm St. Petri

Vom Hamburger Hauptbahnhof führt die Mönckebergstraße (Haupteinkaufsstraße) zum Rathausmarkt.

Südlich des Hauptbahnhofs befinden sich die City-Hof-Häuser, die Markthalle und die Deichtorhallen (ehemalige Großmarkthallen, Veranstaltungszentrum und Ausstellungshallen).

In der Mönckebergstraße steht die Hauptkirche St. Petri, daneben das Hulbe-Haus. An der Nordseite der Mönckebergstraße geht es über die Europa Passage zum Gerhart-Hauptmann-Platz mit dem Thalia Theater.

Südlich der Mönckebergstraße findet man an der Steinstraße die Hauptkirche St. Jacobi mit Arp-Schnitger-Orgel und das Kontorhausviertel (unter anderem mit dem Chilehaus und Meßberghof).

Die Hamburger Börse mit dem Bankenviertel befindet sich westlich hinter dem Rathaus. Dort zu finden: Der Große Burstah, Haupteinkaufstraße Hamburgs vor dem Durchbruch der Mönckebergstraße 1912 und die ehemalige Hauptkirche St. Nikolai, nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs blieb der Turm (Bau von 1846 bis 1874) erhalten.

Vom Rathausmarkt gelangt man über die Poststraße oder den Jungfernstieg zum Gänsemarkt. Auf dem Rathausmarkt steht das Heine-Denkmal. An den Rathausmarkt grenzt die Kleine Alster mit den Alsterarkaden und der „Barlach-Stele“ sowie das Bucerius Kunst Forum.

Weitere Einkaufsstraßen und Passagen: Neuer Wall, Große Bleichen (hier befand sich das Ohnsorg-Theater), Hanseviertel, Hamburger Hof und Kaufmannshaus.

Am Gänsemarkt schließt sich die Dammtorstraße an, die über den Stephansplatz zum Bahnhof Hamburg Dammtor führt. Die Hamburgische Staatsoper befindet sich in der Dammtorstraße.

Am Stephansplatz: die ehemalige Oberpostdirektion (mit ehemaligem Museum für Kommunikation) und die Fußgängerzone Colonnaden sowie die ehemalige „Prachtstraße“ Esplanade

Zwischen Stephansplatz und Dammtor-Bahnhof befinden sich der Park Planten un Blomen, das Congress Center Hamburg mit dem Radisson SAS Hotel Hamburg und der Gustav-Mahler-Park mit dem Friedrich-Schiller-Denkmal.

Über die Esplanade gelangt man zur Lombardsbrücke, zwischen ihr und dem Hauptbahnhof liegt die Hamburger Kunsthalle.

Auf der Ostseite des Hauptbahnhofes (St. Georg) liegen das Deutsche Schauspielhaus und das Museum für Kunst und Gewerbe.

Innenstadtpanorama aus Richtung Lombardsbrücke

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Weihnachtsmarkt in der Mönckebergstraße

Zahlreiche Freiluftveranstaltungen finden in der Hamburger Innenstadt statt, zum Beispiel auf verschiedenen Plätzen in der Vorweihnachtszeit, auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz und dem Rathausmarkt.

Alstervergnügen[Bearbeiten]

Das bedeutendste auf die Innenstadt beschränkte Volksfest ist das Alstervergnügen, das jedes Jahr – seit 1976 – an vier Tagen Ende August rund um die Binnenalster veranstaltet wird. Das Alstervergnügen wurde einst zur Belebung der Innenstadt geschaffen. Neben Gastronomie- und Verkaufsständen werden hier mehrere Bühnen aufgebaut, auf denen meist lokale Künstler auftreten. Zahlreiche Lautsprecherbrücken sorgen für Musik, die zeitweise (z.B. während des Feuerwerks) zentral zusammengeschaltet werden.

Durch die verlängerten Ladenöffnungszeiten sehen einige Geschäftsleute der Innenstadt die Veranstaltung heute als Konkurrenz.

Besonderer Höhepunkt ist dabei seit 1994 das jeweils über drei Abende hin ausgetragene internationale Feuerwerkfestival auf der Binnenalster, initiiert und bis zu seinem Tode moderiert von Carlheinz Hollmann.

Verkehr[Bearbeiten]

Hauptbahnhof, Westseite

Fernverkehr[Bearbeiten]

Bahnhöfe: Hamburger Hauptbahnhof und Hamburg-Dammtor.

Südöstlich des Hauptbahnhofs befindet sich der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) mit internationalen und nationalen Busverbindungen und dem VHH-Shuttle Linie A24 zum Flughafen Lübeck.

Regionalverkehr[Bearbeiten]

Bus- und Schienenverkehr: Siehe Hamburger Verkehrsverbund (HVV). Betreibergesellschaften: HHA, VHH, DB Regio, metronom, AKN, Autokraft.

Für den motorisierten Individualverkehr ist an den Zufahrtsstraßen ein Parkleitsystem installiert, das Auskunft über die Auslastung der Innenstadt-Parkhäuser gibt.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Zugangspavillon zur Station Jungfernstieg

Die Innenstadt wird durch alle Schnellbahnlinien (U- und S-Bahn) sowie mehrere MetroBus-, Stadtbus-, Schnellbus- und Nachtbus-Linien erschlossen. Wichtige Stationen des Schnellbahnnetzes sind der Hauptbahnhof, Jungfernstieg und Dammtor. Zentrale Knoten des Busnetzes sind der Hauptbahnhof mit den um den Bahnhof angeordneten Haltestellen Hbf/Kirchenallee, Hbf/ZOB, Hbf/Mönckebergstraße, Hbf/Steintorwall und Hbf/Spitalerstraße und der Rathausmarkt (Rathausplatz) mit den Haltestellen Rathausmarkt und Rathausmarkt (Petrikirche).

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]