Hamburger Sparkasse

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Die Zentrale der Haspa am Adolphsplatz
Zentrale der Haspa am Adolphsplatz
Staat Deutschland
Sitz Hamburg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 200 505 50[1]
BIC HASP DEHH XXX[1]
Gründung 1827 (ursprüngliche Gründung)
2003 (heutige AG)
Verband Hanseatischer Sparkassen- und Giroverband
Verband der Deutschen Freien Öffentlichen Sparkassen
Website www.haspa.de
Geschäftsdaten 2012[3]
Bilanzsumme 39,573 Mrd. Euro
Einlagen 27,977 Mrd. Euro
Kundenkredite 29,87 Mrd. Euro
Mitarbeiter über 5.000
Geschäftsstellen über 200[2]
Leitung
Vorstand Harald Vogelsang (Sprecher)
Frank Brockmann
Bettina Poullain
Axel Kodlin
Jürgen Marquardt (stv.)
Aufsichtsrat Karl-Joachim Dreyer (Vorsitzender)
Liste der Sparkassen in Deutschland

Die Hamburger Sparkasse AG (Haspa) ist eine von fünf in Deutschland bestehenden freien öffentlichen Sparkassen mit Sitz in Hamburg. Mit einer Bilanzsumme von rund 39,6 Milliarden Euro (Stichtag: 31. Dezember 2012) und über 5.000 Mitarbeitern ist sie die größte Sparkasse in Deutschland.[4] Die Sparkasse wurde 1827 in der Rechtsform der juristischen Person alten hamburgischen Rechts gegründet. 2003 wurde der Bankbetrieb in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert und die ursprüngliche Hamburger Sparkasse in Haspa Finanzholding umfirmiert.

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Die Hamburger Sparkasse ist eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft. Rechtsgrundlage der Sparkasse ist die Haspa-Satzung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Sparkassen unterliegt sie nicht einem Sparkassengesetz, als Aktiengesellschaft aber dem deutschen Aktiengesetz. Organe der Sparkasse sind der Vorstand, der Aufsichtsrat, die Hauptversammlung und verschiedene Beiräte.

Die Sparkasse ist in unterschiedliche Zentralbereiche gegliedert. Dazu gehören:

  • Privatkunden
  • Firmenkunden
  • Private Banking

Sie verfügt über mehr als 200 Filialen und Kundencenter. Weitere Kompetenz-Center widmen sich Existenzgründungen, komplexen Immobiliengeschäften und dem Großkundengeschäft. Im Großraum Hamburg betreibt die Haspa insgesamt rund 370 Geldautomaten.[5]

Die Hamburger Sparkasse AG besitzt darüber hinaus Beteiligungen an folgenden Unternehmen:[6]

  1. Haspa BGM – Beteiligungsgesellschaft für den Mittelstand mbH
  2. GBP Gesellschaft für betriebliche Pensionsplanung mbH
  3. Wincor Nixdorf Portavis GmbH
  4. Hanseatischer Sparkassen- und Giroverband

Geschäftsausrichtung[Bearbeiten]

Die Haspa betreibt als Sparkasse das Universalbankgeschäft. Nach eigenen Angaben ist sie die marktführende Bank in der Metropolregion Hamburg für Privatkunden und mittelständische Firmenkunden.

Geschichte der Haspa[Bearbeiten]

Vor dem Hintergrund des Endes der napoleonischen Ära und der Neuordnung der politischen Verhältnisse in Europa durch den Wiener Kongress wurde auf Initiative des Senators Amandus Augustus Abendroth durch Hamburger Bürger die damalige „Hamburger Sparcasse von 1827“ gegründet. Ganz im Sinne hanseatischer Kaufleute erfolgte dies ohne eine Einlage der Stadt. Überraschenderweise wurde bald festgestellt, dass nicht nur die finanziell minderbemittelte Bevölkerung ihr Geld anlegte, sondern auch Geschäftsleute, Handwerker und andere Gewerbetreibende erschienen. Hierdurch zeigte sich, dass die Bevölkerung das ursprünglich Konzept einer „Armensparkasse“ selbständig abgewandelt hatte.

Unter dem Slogan „Sparkasse für kleinste Beträge“ wurde in den ersten Jahren eine Geschäftspolitik betrieben, deren primäres Ziel sich auf Einlagen von 8 bis 30 Kurant-Mark (damals die gängige Hamburger Währung) begrenzte, welche mit 3⅛ Prozent verzinst wurden. Der Geschäftsbetrieb erfolgte zunächst bescheiden mit zwei bezahlten Mitarbeitern (Buchhalter und Bote) und sechs ehrenamtlichen Personen, die für die Ein- und Auszahlungen verantwortlich zeichneten. Die räumliche Präsenz beschränkte sich zunächst auf zwei eingerichtete Büros: je eines im Stadthaus und im Eimbeckschen Haus.

Von 1847–1848 errichteten die Hamburger Architekten Hermann Peter Fersenfeldt und Carl Friedrich Reichardt,[7] das Sparkassengebäude am Adolphsplatz 2 in Hamburg[8]

Ein besonderer Einschnitt der bis dato jungen Sparkasse ereignete sich im Jahre 1864. Aufgrund von Differenzen im Vorstand der Haspa im Zusammenhang mit der Abschaffung der - inzwischen 60 Mark betragenden - Einlagenhöchstgrenze, gründeten die beiden ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Rudolf Martin und F. E. Schlüter die „Neue Sparcasse von 1864“.

Diese Teilung währte bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Erst im Jahre 1968 wurden schließlich unter den maßgeblichen Bestrebungen des Vorstandsspechers Peter Mählmann die ersten Schritte der im Jahre 1972 erfolgten Fusion beider Sparkassen vollzogen. Im Gegensatz zu der in Deutschland überwiegenden Zahl von Sparkassen in öffentlich-rechtlicher Form konstituierte sich die neue „Hamburger Sparkasse“ weiterhin als „Juristische Person alten hamburgischen Rechts“, also als privatwirtschaftliche Sparkasse. Ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der Haspa in den 1980er Jahren erfolgte durch die Beendigung des sogenannten Sparkassenkrieges zwischen der Haspa und dem Land Schleswig-Holstein. Hierbei ging es insbesondere um einen Konflikt, innerhalb dessen es der Hamburger Sparkasse untersagt wurde, weitere Geschäftsstellen in den an Hamburg angrenzenden Gemeinden in Schleswig-Holstein zu eröffnen. Dieser Rechtsstreit ging auf juristischer Ebene bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Diese oberste Instanz gab der Haspa Recht: Sie darf im Hamburger Umland Filialen eröffnen.

Am 16. Juni 2003, also zum 176. Gründungstag, nahm die Haspa die bis heute letzte große Veränderung vor. An diesem Tag wurde der Bankbetrieb der Hamburger Sparkasse in eine Aktiengesellschaft überführt und die Gesellschaft alten hamburgischen Rechts in „Haspa Finanzholding“ umfirmiert. [9]

Am 23. April 2010 hat das Hanseatische Oberlandesgericht ein vorinstanzliches Urteil gegen die Haspa zu einer Schadenersatzzahlung wegen angeblicher Falschberatung bei dem Verkauf von Lehman-Zertifikaten aufgehoben.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Unternehmensporträt der Haspa
  3. HASPA - Geschäftsbericht 2012
  4. Sparkassenrangliste 2012 (PDF; 79 kB)
  5. Unternehmensporträt der Haspa [1]
  6. vgl. Organigramm Haspa-Finanzholding
  7. Liste der Kulturdenkmäler im Hamburger Bezirk Hamburg-Mitte, abgerufen am 20. Januar 2013
  8. zwei Fotos, abgerufen am 20. Januar 2013
  9. http://www.haspa-finanzholding.de/Haspa/Finanzholding/Geschichte__Finanzholding__Seite.html
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAgenturmeldungen: Gericht verweigert Lehman-Opfern Entschädigung. In: Spiegel Online. 23.04.2010, abgerufen am 14. Mai 2010.

Weblinks[Bearbeiten]

53.5489722222229.9910083333333Koordinaten: 53° 32′ 56″ N, 9° 59′ 28″ O