HAMEG

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HAMEG Instruments GmbH
Logo HAMEG.svg
Rechtsform GmbH, Tochtergesellschaft der Rohde & Schwarz GmbH & Co. KG
Gründung 1957 in Frankfurt am Main
Sitz Mainhausen, Hessen, Deutschland
Leitung Andre Vander Stichelen, Holger Asmussen
Mitarbeiter 80 [1]
Umsatz 15 Mio. EUR
Produkte Messinstrumente, LabornetzteileVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.hameg.com

Die HAMEG Instruments GmbH ist ein namhaftes deutsches, zum Rohde & Schwarz Konzern gehörendes Unternehmen zur Entwicklung und Herstellung von Laborinstrumenten (wie Oszilloskopen) mit Sitz in Mainhausen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

HAMEG-Produktlogo seit 2012

Das Unternehmen wurde 1957 von Karl Hartmann in Frankfurt am Main unter der Firma Hameg KG gegründet. Der Name leitet sich ab von Hartmann-Messgeräte. Das erste Produkt war ein 5-MHz-Einkanal-Oszilloskop. Der Unternehmensgründer zog sich im Jahr 2005 aus Altersgründen zurück und verkaufte das Unternehmen an Rohde & Schwarz.[3] Dabei wurde der Name geändert in Hameg Instruments GmbH.

Zu dieser Zeit unterhielt HAMEG Niederlassungen in Chemnitz (Oszilloskopeentwicklung) und Münchenbernsdorf (Leiterplattenbestückung), sowie eine Vertriebs-Tochtergesellschaft in Frankreich (HAMEG Instruments France S.a.r.l.). Ende 2010 gab HAMEG die Fertigungsstandorte Mainhausen und Münchenbernsdorf auf[4] und produziert seitdem im Rohde & Schwarz-Werk Vimperk in Tschechien.[5] Andere Unternehmensteile wie Entwicklung (Mainhausen und Chemnitz), Produktmanagement, Vertrieb, Kundendienst und Qualitätssicherung blieben eigenständig.

Seit 2012 werden Hameg Produkte auch über das Vertriebsnetz von Rohde & Schwarz verkauft.[6][7] Seitdem wird ein Produkt-Logo verwendet, das die Zugehörigkeit zu Rohde & Schwarz deutlich macht.[8] Im Juni 2014 wurde bekannt, dass alle neu entwickelten Geräte von HAMEG Instruments zukünftig unter dem Namen Rohde & Schwarz auf den Markt kommen werden.[9]

Produkte[Bearbeiten]

200MHz Mixed Signal CombiScope HM2008
350MHz Mixed Signal Oszilloskop HMO3524

Zu den Produkten von HAMEG gehören analoge Oszilloskope, Mixed Signal Oszilloskope (MSO), Spektrumanalysatoren, Funktionsgeneratoren, HF-Generatoren, klassische Labornetzgeräte, programmierbare Netzgeräte und modulare Labormesskomponenten. Das Unternehmen bedient vorwiegend das untere Marktsegment und ist daher vor allem in Elektroniklabors, in der Fertigungsüberwachung, aber auch an Schulen und Universitäten vertreten.

Im Bereich der Oszilloskope war man bei HAMEG sehr lange von den Vorteilen der analogen Technik überzeugt. So schrieb HAMEG im Jahr 2004 bei der Vorstellung einer neuen Reihe von sogenannten CombiScopes - also Geräten, die sowohl über einen analogen als auch über einen digitalen Betriebsmodus verfügen - dass „DSOs [...] grundsätzlich Analog-Oszilloskope nicht ersetzen“ können.[10] 2007 baute HAMEG mit dem HM2008 – wie auf nebenstehendem Bild zu sehen – ein Oszilloskop, das neben einem analogen und einem digitalen Teil auch Mixed-Signal-Funktionen (4 Digitalkanäle) beinhaltete.

Ende 2008 stellte HAMEG auf der electronica-Messe in München die ersten reinen digitalen Oszilloskope mit TFT-Bildschirm vor.[11] Diese Geräte verfügen wie alle danach vorgestellten Geräte über Mixed-Signal-Funktionen (8 oder 16 Digitalkanäle) sowie die Möglichkeit, serielle Busse wie I2C, SPI, CAN und LIN zu dekodieren. Bei Geräten mit TFT-Bildschirm übersprang HAMEG damit die Generation der klassischen, reinen DSOs ohne MSO-Funktionen. 2012 hatte HAMEG elf MSO-Geräte und ein analoges Oszilloskop im Sortiment. Im Herbst 2012 kündigte HAMEG an, bald keine analogen Oszilloskope mehr herstellen zu wollen. Unter anderem sollen dabei Probleme bei der Beschaffung von Elektronenstrahlröhren eine Rolle gespielt haben.[12] Im Februar 2013 stellte HAMEG auf der Fachmesse Embedded World in Nürnberg eine neue Mixed-Signal-Oszilloskop-Serie mit bis zu 500 MHz Bandbreite vor; die Bandbreite kann bei diesen Geräten per Softwarelizenz künstlich limitiert werden.[13]

Bekanntheit und Verbreitung[Bearbeiten]

HM 312, Einkanal - 15Mhz Oszilloskop von 1974

Mitte der 1980er und 1990er Jahre gehörten HAMEG-Geräte zur Standardausrüstung von Schulen und Hochschulen.[14] Wegen der vergleichsweise niedrigen Preise für die Geräte wurden diese bevorzugt im Bereich der Ausbildung, oft aber auch für wissenschaftliche Arbeiten genutzt.[15][16]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizieller HAMEG-Unternehmensblog
  2. Reinhard Lerch: Elektrische Messtechnik: Analoge, Digitale Und Computergestützte Verfahren, Springer Verlag Berlin, Heidelberg, 6. Auflage 2012, S. 294, ISBN 978-3-642-22609-0
  3. Rohde & Schwarz kauft HAMEG
  4. Produktion künftig im Rohde & Schwarz Werkeverbund
  5. Rohde & Schwarz Daten & Fakten 2011/12, Seite 21
  6. elektrotechnik, Vogel Business Media, 21. November 2011
  7. http://webstore.rohde-schwarz.com/ Länderauswahl des Webstores von Rohde & Schwarz
  8. Markt&Technik-Artikel auf elektroniknet.de vom 17. Februar 2012
  9. http://www.elektroniknet.de/messen-testen/analysatoren/artikel/109530/ Markt&Technik-Interview mit dem Leiter der R&S-Messtechniksparte
  10. Presse-Archiv vom 29. Oktober 2004
  11. elektroniknet.de-Artikel vom 5. November 2008
  12. Analog-Scopes: Eine Ära geht zu Ende - Zeitschriftenartikel Elektronik messen+testen, Oktober 2012
  13. http://www.elektroniknet.de/messen-testen/analysatoren/artikel/95401/ elektroniknet.de-Artikel vom 28. Februar 2013
  14. vgl. books.google.de- und scholar.google.de-Treffer zum Suchbegriff "HAMEG"
  15. exemplarisch hierzu: Jurkonis et al: 'Ultrasound Medical Diagnostics Laboratory for remote Learning in EVICAP' Campus in Magued Iskander (hrsg.): 'Innovative Techniques in Instruction Technology, E-learning, E-assessment and Education', Springer Science & Business Media, 2008, S. 454 ff., ISBN 9781402087394
  16. Malika Auvray and Christian Duriez: 'Haptics: Neuroscience, Devices, Modeling, and Applications', Springer Verlag 2014, DOI 10.1007/978-3-662-44196-1, ISBN 9783662441961

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HAMEG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien