Hameln

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Dieser Artikel behandelt die Stadt Hameln, zum Stadtschreiber und Büchersammler dieses Namens siehe Gerwin von Hameln, für die jüdische Autorin Glückel von Hameln.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hameln
Hameln
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hameln hervorgehoben
52.1030555555569.3668Koordinaten: 52° 6′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hameln-Pyrmont
Höhe: 68 m ü. NHN
Fläche: 102,3 km²
Einwohner: 56.281 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 550 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 31785, 31787, 31789
Vorwahlen: 05151, 05158 (Halvestorf, Haverbeck)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: HM
Gemeindeschlüssel: 03 2 52 006
Stadtgliederung: 13 Ortsteile und die Kernstadt
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
31785 Hameln
Webpräsenz: www.hameln.de
Oberbürgermeister/in: Susanne Lippmann (Ab 1. November 2014 Claudio Griese (CDU)) (parteilos)
Lage der Stadt Hameln im Landkreis Hameln-Pyrmont
Bad Münder am Deister Salzhemmendorf Coppenbrügge Hessisch Oldendorf Hameln Emmerthal Bad Pyrmont Aerzen Nordrhein-Westfalen Landkreis Holzminden Landkreis Hildesheim Region Hannover Landkreis Schaumburg Landkreis Hameln-Pyrmont NiedersachsenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Hameln vom Berg Klüt

Hameln ist eine große selbständige Stadt in Niedersachsen. Die Kreisstadt des Landkreises Hameln-Pyrmont liegt an der Weser und ist vor allem bekannt durch die Sage vom Rattenfänger von Hameln, die auf einer Überlieferung aus dem Jahre 1284 beruht.

Geografie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Ausflugsschiff auf der Weser vor Hameln

Hameln liegt südwestlich von Hannover etwa auf halber Luftlinie zwischen Herford im Westen und Hildesheim im Osten. Die Stadt befindet sich im Zentrum des Naturparks Weserbergland Schaumburg-Hameln und ist jeweils von Teilen des Weserberglands im Westen beziehungsweise Leineberglands im Osten umgeben. Hameln wird von einem Abschnitt der Oberweser durchflossen, in die im Stadtgebiet die Hamel (von Osten) und die Humme (von Westen) einmünden.

Direkt westlich der auf 68 m ü. NN gelegenen Stadt erhebt sich der Berg Klüt (258 m ü. NN), auf dem heutzutage der Klütturm (Aussichtsturm) und das Klüthaus (Restaurant) stehen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Klima[Bearbeiten]

Hameln, als Teil des mittleren Weserberglandes, unterliegt größtenteils dem subatlantischen Klima, welches durch milde Winter und feuchte Sommer geprägt ist. Gleichzeitig zeigen sich schwache kontinentale Einflüsse mit zeitweilig mäßig kalten Wintern und wärmeren Sommern. Die Niederschlagsmenge liegt zwischen 720 und 820 mm. Die Durchschnittstemperatur beträgt im Sommer 15,0 °C und im Winter 8,2 °C.

Geschichte[Bearbeiten]

Früheste Spuren[Bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren im heutigen Stadtgebiet von Hameln gehen bis in die Steinzeit zurück. Ungeklärt ist, ab wann sich auf dem Boden der heutigen Altstadt erste dörfliche Strukturen herausbildeten. Im Jahre 802 oder 812 errichteten der sächsische Graf Bernhard und seine Frau Christina auf ihrem Gut in Hameln eine Eigenkirche im Tilithigau. Im Jahre 826 starben beide kinderlos, die Besitzung gingen an die Reichsabtei Fulda über. Diese gründete im Jahr 851 an dem günstig gelegenen Weserübergang ein Benediktinerkloster. Die ersten Ortsnamen bezeichneten den Ort als „Hamela“ oder „Hameloa“.

Klostergründung[Bearbeiten]

Im Laufe der Zeit bildete sich vor dem in ein Kollegiatstift umgewandelten Kloster (urkundliche Nennungen 1054 und 1074) eine Marktsiedlung, die um 1200 als Stadt genannt wird. Damit gehört Hameln zu den allerersten Städten im ehemaligen Königreich Hannover. Im Jahr 1209 wird zum ersten Mal eine (Stifts-)Mühle in Hameln erwähnt.

Die Stadthoheit über Hameln lag im 12. und 13. Jahrhundert bei der Abtei Fulda bzw. ihren Stiftsvögten in Hameln, den Grafen von Everstein. Die geistliche Oberhoheit lag beim Bischof von Minden. Im Jahr 1259 verkaufte der Abt von Fulda seine Rechte der Stadt Hameln an das Hochstift Minden. Das Hamelner Bürgerheer wollte dies nicht hinnehmen, aber unterlag im Jahre 1260 in der Schlacht von Sedemünder dem Bischof von Minden. Im Verlauf weiterer Auseinandersetzungen erwarb Herzog Albrecht I. (Braunschweig) 1268 die Vogtei über Hameln. Im Jahr 1277 bestätigte er der Stadt mit einem Privileg ihre bis dahin vorbehaltenen Rechte.

Rattenfänger[Bearbeiten]

Lithografie von 1902: „Gruss aus Hameln“
Pflasterstein in der Fußgängerzone

Weltweite Bekanntheit erlangte Hameln durch die Rattenfängersage, die auf dem Auszug der „Hämelschen Kinder“ im Jahre 1284 beruht. Als historischer Hintergrund ist anzunehmen, dass es Hamelner Jung–Bürger gewesen sind, die von adligen Territorialherren oder Lokatoren zur Ostkolonisation angeworben wurden. Daraus entwickelte sich später die Rattenfängersage. Die Datierung auf dieses Jahr 1284 geht auf das Spätmittelalter zurück. Der älteste Bericht hierzu stammt aus der Zeit zwischen den Jahren 1430 und 1450. Noch heute bezeichnet sich die Stadt Hameln offiziell als Rattenfängerstadt Hameln. Mit dem Rattenfänger als Symbolfigur ist Hameln auch Teil der Deutschen Märchenstraße.

Hanse und Dreißigjähriger Krieg[Bearbeiten]

Hamelner Thaler von 1544

1426 wurde Hameln Mitglied der Hanse, welcher es bis 1572 angehörte. 1540 wurde die Reformation eingeführt. Bürgermeister und Rat der Stadt unterzeichneten 1580 die lutherische Konkordienformel von 1577.[2]

Im 16. Jahrhundert erfolgte ein wirtschaftlicher Aufstieg, der bis zum Dreißigjährigen Krieg anhielt. Im Wettstreit der reichen Kaufmannschaft mit dem Landadel entstanden in dieser Zeit die prächtigen Bauten der Weserrenaissance, die das Stadtbild noch heute in der Altstadt schmücken.

Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges besetzte 1625 König Christian IV. von Dänemark als Kriegsoberst des Niedersächsischen Reichskreises die Stadt; ihm folgte 1626 der kaiserliche Feldherr Tilly. Die kaiserliche Besatzung währte bis 1633, als Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg und die schwedischen Truppen die kaiserlichen Besatzungstruppen belagerten. Nach ihrer Niederlage bei Hessisch Oldendorf kapitulierte Hameln am 3. Julijul./ 13. Juli 1633greg. [3] vor dem Herzog.

Festung[Bearbeiten]

Hameln nach einem Kupferstich aus dem Jahr 1642
Reste der alten Festung

Im Jahr 1664 begann der Ausbau der Stadt zur welfischen „Haupt- und Prinzipalfestung“. Der erste Bauabschnitt der Festung galt 1684 als abgeschlossen. 1664 bis 1668 wurde die Stadt mit sternförmigen Bastionen umgeben.

Im Jahr 1690 wurden durch herzogliches Privileg in Hameln Flüchtlinge (Refugiés) aus Frankreich (Hugenotten) angesiedelt.

1734 wurde auf dem Werder bei Hameln die erste in staatlicher Regie errichtete Weserschleuse in Betrieb genommen, die den Schiffern bei der Überwindung des berüchtigten „Hamelner Loches“ half.

Nach dem Tod von König Georg II. von Großbritannien-Hannover 1760 wurde noch während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) unter seinem Nachfolger König Georg III. die Festung Hameln durch Festungsbauten auf dem Berg Klüt verstärkt. Das Fort I (Fort George) wurde von 1760 bis 1763 errichtet. 1774 bis 1784 wurden auf dem Klüt zwei weitere Forts angelegt: Fort II (Fort Wilhelm) und Fort III. Damit wurde Hameln zum uneinnehmbaren Gibraltar des Nordens, der stärksten Festung des damaligen Kurfürstentums Hannover. Während der napoleonischen Zeit und unter wechselnden französischen und preußischen Besatzungen wurde 1806 am Fuße des Klüts Fort IV (Fort Luise) errichtet.

Nach der Schlacht bei Jena kapitulierte Hameln am 20. November 1806 unter General Le Coq kampflos vor den zahlenmäßig unterlegenen Franzosen des Generals Savary.[4] Die von Napoléon 1808 durchgeführte Schleifung der Befestigung (bis auf zwei Stadttürme) schuf die Voraussetzung für eine weitere Ausdehnung der Stadt. Aus den Steinen des ehemaligen Fort George entstand 1843 ein, zunächst Georgsturm genannter Aussichtsturm (1887 aufgestockt), der heute unter dem Namen Klütturm ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Kreisfreie Stadt/Kreisstadt[Bearbeiten]

Hameln um 1900, Osterstraße

1866 wurde Hameln nach 700–jähriger Oberhoheit der Welfen preußisch, 1923 kreisfreie Stadt. Mit der Verwaltungs- und Gebietsreform in Niedersachsen 1972/1973 wurde der kreisfreie Status wieder beendet. Hameln ist seit 1885 Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Hameln-Pyrmont.

1872 wurde die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken durch die Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet, 1875 kam die Bahnverbindung nach Hildesheim und Löhne (Weserbahn) hinzu. Zwischen 1889 und 1897 wurde die Strecke Hameln–Lage (Begatalbahn) mit der Weserbrücke und dem Klüttunnel gebaut.[5]

Am 1. April 1897 wurde das 4. Hannoversche Infanterie-Regiment Nr. 164 in Hameln aufgestellt. Das Regiment nahm ab August 1914 am Ersten Weltkrieg in Belgien und Frankreich teil. 2423 Soldaten des Regiments sind bis 1918 gefallen. Am 23. August 1925 wurde am 164er Ring (Straße) ein Denkmal für die Gefallenen des Regiments eingeweiht.

Frühe Automobilindustrie[Bearbeiten]

Denkmal für die Hamelner Autoindustrie in der Zeit 1907–1931

1907 wurden im Industriegebiet südlich des Bahnhofs die Norddeutschen Automobilwerke (N. A. W.) von Hans Hartmann gegründet.[6] 1908 begann das Werk mit der Produktion des Personenkraftwagens der unteren Mittelklasse Colibri. Ab 1911 kam das Modell Sperber dazu, das in zahlreiche Länder exportiert wurde; darunter Russland, baltische und skandinavische Staaten, Österreich, Großbritannien und in Übersee nach Südafrika und Neuseeland.

Im Ersten Weltkrieg stagnierte die Produktion und es wurden nur noch Rüstungsgüter wie LKW hergestellt. 1917 übernahm die Firma Selve aus dem Sauerland die N. A. W, stellte aber 1929 die Produktion infolge der Weltwirtschaftskrise ein. Zu Beginn der nationalsozialistischen Zeit wurde das Werk reaktiviert und als Deutsche Automobilwerke AG (DAWAG) weitergeführt. Dabei entwarf der Konstrukteur Robert Mederer einen Wagen mit einem neuartigen Motor. Das Fahrzeug sollte 2300 Reichsmark kosten, was der Regierung zu hoch war. Sie vergab den Großauftrag zum Aufbau einer Automobilindustrie nach Wolfsburg, wo zur Herstellung des nur 990 Reichsmark teuren KdF-Wagens der Aufbau der Volkswagen-Werke geplant war. Das beendete die Hamelner Automobilindustrie.

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Auf dem Bückeberg bei Hameln fand von 1933 bis 1937 regelmäßig das Reichserntedankfest statt. Mit bis zu einer Million Teilnehmern aus ganz Deutschland war es eine der größten Massenveranstaltungen der Nationalsozialisten. Dazu reisten vorwiegend Menschen aus der Bauernschaft sowie führende Nationalsozialisten wie Hitler, Goebbels und andere Funktionsträger an.

Zweiter Weltkrieg und Besatzungszeit[Bearbeiten]

Bei den Luftangriffen auf Hameln war die Stadt gegen Ende des Zweiten Weltkriegs am 14. März 1945 Ziel eines schweren alliierten Bombenangriffs. Dabei wurden der Bahnhof und Häuser in der Kreuzstraße, am Hastenbecker Weg und in der Stüvestraße getroffen. 177 Personen wurden getötet, 93 verletzt und über 700 obdachlos.

Am 5. April 1945 stand die 2. US-Panzerdivision in Groß-Berkel und bei dem Vormarsch eines Stoßtrupps nach Hameln, sprengten deutsche Soldaten die Weserbrücke. Es sollen bis zu 500 Soldaten in Hameln unter dem Kampfkommandanten Generalmajor Klockenbrink zur Verteidigung bereitgestanden haben. Einsetzendes Artilleriefeuer zerstörte die Marktkirche, die Werdermühle, das Rathaus und mehrere Häuser, auch in der Osterstraße. Das 17. US-Pionierbataillon und Teile der 30. US-Infanteriedivision unter Generalmajor Leland Hobbs bereiteten den Übergang mit Sturmbooten nahe dem Ort Ohr vor, errichteten eine Pontonbrücke und setzten die Panzer in Richtung Tündern über. Eine Einheit Fahnenjunker aus dem Sennelager konnte die US-Truppen im Süden der Stadt stoppen und zwei Panzer abschießen. Der 1st Lieutenant Raymond O. Beaudoin der 119th Infantry, 30th Infantry Division wurde bei seinem Einsatz, eine deutsche MG-Stellung auszuschalten, am 6. April erschossen und erhielt hierfür die höchste Ehrenauszeichnung Medal of Honor. Am 7. April 1945 stieß das 117. Regiment von Tündern aus in die Stadt vor und die verbliebenen deutschen Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft.

Am 4. Juni 1945 setzte die Militärregierung Walter Harm, SPD, als Oberbürgermeister von Hameln ein, der bereits vor 1933 als stellvertretender Bürgermeister ein Amt bekleidete und von den Nationalsozialisten entlassen wurde. Ab 1. Dezember 1945 übernahm Georg Wilke das Amt des Oberstadtdirektors.

Blick auf das Gefängnis Hameln an der Weser um 1900

Im Gefängnis Hameln wurden ab 1933 so genannte Politische, vorwiegend Kommunisten und Sozialdemokraten interniert (aber auch Homosexuelle und Juden). Später kamen politische Gefangene aus Frankreich und Dänemark dazu. 1935 wurde die Strafanstalt in ein Zuchthaus umgewandelt. Während des Zweiten Weltkriegs gab es infolge der unmenschlichen Haftbedingungen etwa 300 Todesfälle. Zum Kriegsende im April 1945 wurde das Gefängnis teilweise geräumt und es kam zu Todesmärschen.

In der Nachkriegszeit diente das Gefängnis ab dem 13. Dezember 1945 der britischen Besatzungsmacht bis 1949 als Hinrichtungsstätte. 156 Personen wurden in dieser Zeit als Kriegsverbrecher hingerichtet, unter anderem die im Rahmen des Bergen-Belsen-Prozesses Verurteilten. Darunter waren die KZ-Aufseherinnen Irma Grese, Elisabeth Volkenrath und Johanna Bormann, der Lagerkommandant Josef Kramer, der KZ-Arzt Fritz Klein. Weitere Hinrichtungen aufgrund alliierter Prozesse betrafen KZ-Ärzte, KZ-Kapos, SS-Aufseherinnen und Kommandeure von SS-Einheiten (2. SS-Totenkopfregiment, SS-Panzerdivision). Die letzte Hinrichtung in Hameln erfolgte am 6. Dezember 1949 mit einer Displaced Person wegen Schusswaffengebrauchs mit Todesfolge.

Im Juni 1946 fanden die ersten Gemeindewahlen nach Kriegsende statt. Der Rat der Stadt Hameln setzte sich aus 30 Mitgliedern zusammen, davon 18 SPD-Anhänger, neun der Niedersächsischen Landespartei (NLP), zwei der CDU und ein FDP-Mitglied. Oberbürgermeister Heinrich Löffler (SPD) wurde im Amt bestätigt.

1947 waren in Hameln 120 Häuser und 1014 Zimmer von der britischen Besatzungsmacht belegt.

Hameln ab 1948[Bearbeiten]

Osterstraße in Hameln, 1960

Da die Stadt von kriegerischer Zerstörung bis auf wenige Ausnahmen größtenteils verschont geblieben war, siedelten sich ab Ende der 1940er Jahre größere Betriebe, die ihren ehemaligen Standort verloren hatten, in Hameln an (z. B. 1947 BHW auf dem Gelände der DOMAG). Auch die Bevölkerungszahl wuchs aufgrund der Aufnahme von Flüchtlingen bis zum Jahr 1950 auf über 51.000 Personen an, wobei die meisten Heimatvertriebenen aus Schlesien stammten. Dem kulturellen Aufschwung wurde mit der Eröffnung des Theaters im Jahre 1953 Rechnung getragen.

Ende der 1960er Jahre begann in Hameln die Altstadtsanierung, die das Stadtbild maßgeblich verändert und Jahrzehnte in Anspruch genommen hat. Es wurden in der Innenstadt Fußgängerzonen eingerichtet und zur Verbesserung der Verkehrssituation eine zweite Weserbrücke errichtet.[7]

In Hameln befand sich während des Kalten Krieges ein großer Stützpunkt der britischen Rheinarmee. Seit 1971 war das 28. britische Pionierregiment mit 846 Soldaten und 500 Zivilangestellten in der 1938 erbauten Linsingenkaserne stationiert, dazu lebten noch etwa 1400 Familienangehörige in der Stadt. Bis 2001 waren zudem britische Einheiten in der 1898 erbauten Scharnhorstkaserne stationiert. Im Zuge der Konvertierung von Militäranlagen in Wohnanlagen entstand dort ein Wohngebiet, teilweise in denkmal- und ensemblegeschützten ehemaligen Militärbauten.

Am 1. Januar 1973 wurde Hameln im Zuge der Gebietsreform in den Landkreis Hameln-Pyrmont eingegliedert. Bis zur Auflösung der Regierungsbezirke in Niedersachsen am 31. Dezember 2004 gehörte Hameln dem Regierungsbezirk Hannover an.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Rohrsen gehört bereits seit 1923 zu Hameln. Am 1. Januar 1973 wurden die zwölf Umlandgemeinden Afferde, Groß Hilligsfeld, Halvestorf, Hastenbeck, Haverbeck, Holtensen, Klein Berkel, Klein Hilligsfeld, Tündern, Unsen, Wehrbergen und Welliehausen eingegliedert.[8]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Stadt Hameln in den damaligen Grenzen

  • 1689: 02.397
  • 1825: 05.326
  • 1905: 21.385
  • 1939: 29.978
  • 1950: 48.122
  • 1961: 50.443[8]
  • 1968: 48.787
  • 1970: 47.414[8]

Stadt Hameln in den heutigen Grenzen

  • 1961: 61.733[8]
  • 1970: 63.010[8]
  • 1973: 62.464
  • 1974: 61.722
  • 1975: 61.066
  • 1976: 60.328
  • 1977: 60.042
  • 1978: 59.671
  • 1979: 59.005
  • 1980: 58.390
  • 1981: 57.960
  • 1982: 57.271
  • 1983: 56.582
  • 1984: 55.992
  • 1985: 55.580
  • 1986: 55.390
  • 1987: 58.030
  • 1988: 57.642 (ab 1998 jeweils zum 31. Dezember)
  • 1989: 57.945
  • 1990: 58.539
  • 1991: 58.906
  • 1992: 59.294
  • 1993: 59.209
  • 1994: 58.923
  • 1995: 58.781
  • 1996: 58.762
  • 1997: 58.973
  • 1998: 58.762
  • 1999: 58.544
  • 2000: 58.807
  • 2001: 59.052
  • 2002: 59.156
  • 2003: 58.902
  • 2004: 58.676
  • 2005: 58.739
  • 2006: 58.517
  • 2007: 58.563
  • 2008: 58.267
  • 2009: 57.906[9][10]
  • 2010: 57.771[11]
  • 2011: 57.342
  • 2011: 56.756 (reales Ergebnis gem. Zensus 2011)[12]
  • 2012: 56.281[13]

Der Ausländeranteil betrug zum 31. Dezember 2009 8,6 % (2008: 8,7 %).[14]

Religionen[Bearbeiten]

Kirche St. Nicolai und das Hochzeitshaus

Hameln ist eine durch die Reformation geprägte Stadt. 50 % der Einwohner sind evangelisch-lutherisch, 13 % sind römisch-katholisch und 37 % gehören keiner oder einer anderen Religionsgemeinschaft an (Orthodoxe, Muslime, Juden, Konfessionslose)

Religiöse Gemeinschaften in Hameln: Christliche Gemeinden in der ACK

Christliche Gemeinschaften:

  • Internationale Schule des Goldenen Rosenkreuzes e. V.

Andere Religionen:

Yezidische Gemeinde

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011[15][16]
Wahlbeteiligung: 46,25 % (2006: 46,19 %)
 %
40
30
20
10
0
34,03 %
33,05 %
16,46 %
3,88 %
3,12 %
3,05 %
2,55 %
2,04 %
1,76 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+1,39 %p
+1,14 %p
+6,67 %p
-4,80 %p
+3,12 %p
-12,72 %p
+2,55 %p
+2,04 %p
+0,58 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
i 2011:
– Frischer Wind: 1,63 % (1 Sitz)
NPD: 0,13 %
2006:
Frischer Wind: 1,18 %

Rat der Stadt Hameln[Bearbeiten]

Die 42 Sitze des Rates verteilen sich wie folgt:

(Stand: Dezember 2012)

Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen[Bearbeiten]

Ehrenamtliche Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen (Zweigleisigkeit, Wahl durch Stadtrat)

  • 7. April 1945 bis 1. Juni 1945: Wilhelm Grote
  • 1. Juni 1945 bis 1. Juni 1946: Walter Harm, SPD
  • 7. Juni 1946 bis 28. Oktober 1949: Heinrich Löffler, SPD
  • 28. Oktober 1949 bis 29. Oktober 1951: Karl Schütze, NLP
  • 29. Oktober 1951 bis 2. Dezember 1952: Heinrich Löffler, SPD
  • 2. Dezember 1952 bis 4. Dezember 1953: Karl Schütze, DP
  • 4. Dezember 1953 bis 3. Dezember 1958: Heinrich Janssen, DP
  • 3. Dezember 1958 bis 2. März 1959: Robert Denzler, SPD
  • 24. März 1959 bis 13. April 1961: Helmut Greulich, SPD
  • 13. April 1961 bis 26. Oktober 1964: Friedrich Sander, CDU
  • 26. Oktober 1964 bis 1970: Friedel Leunig, SPD
  • 1970 bis 1973: Gerhard Rama, SPD
  • 24. April 1973 bis 19. November 1991: Walter-Dieter Kock, CDU
  • 19. November 1991 bis 28. Februar 1999: Christa Bruns, SPD

Hauptamtliche Oberbürgermeister und Oberbürgermeisterinnen (Direktwahl seit 1999)

  • 1. März 1999 bis 31. Oktober 2006: Klaus Arnecke, parteilos (nominiert durch CDU)
  • 1. November 2006 bis 31. Oktober 2014: Susanne Lippmann, parteilos (nominiert durch SPD)
  • ab 1. November 2014: Claudio Griese, CDU

Oberstadtdirektoren (1945–1998)[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Wegweiser mit den Partnerstädten Hamelns, darüber das Stadtwappen

Das Stadtwappen zeigt im roten Felde einen bogenförmig geschärften silbernen Mühlstein, belegt mit einem aufrecht gestellten blauen Mühleisen. Der Schild ist gekrönt von der stilisiert dargestellten doppeltürmigen, mit vier Querdachgiebeln besetzten silbernen Münsterkirche St. Bonifatius, deren Fenster, Turmdächer und Kreuzblumen blau und deren Mitteldach rot tingiert sind. In der Form des Prachtstücks zeigt das Stadtwappen die mit der Wappenfigur belegte und mit unterschiedlichen Turmhelmen ausgestattete Münsterkirche als Helmzier sowie zwei Löwen als Schildhalter.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater[Bearbeiten]

Rathausplatz in Hameln mit dem Theater

Das Theater Hameln (ehemals Weserbergland-Festhalle) bietet rund 700 Besuchern einen umfangreichen Spielplan an. Über 150 Konzerte, Musicals, Opern, Komödien bis hin zur Kleinkunst und dem Kinder- und Jugendtheater.

Museum Hameln[Bearbeiten]

Das Museum Hameln befindet sich in den historischen Gebäuden Leisthaus und Stiftsherrenhaus und zeigt die Geschichte und Kultur der Stadt Hameln und des Weserberglands. Ein Schwerpunkt liegt auf der Rattenfängersage, die zusätzlich in einem im Museum installierten Rattenfängertheater durch mechanische Figuren und Sound- und Lichteffekte dargestellt wird.

Bauwerke[Bearbeiten]

Hameln bietet an den Hauptstraßen ein nahezu geschlossenes historisches Stadtbild mit einer großen Zahl prachtvoller Fachwerk- und Steinhäuser, viele davon aus der Renaissance. Repräsentativer Mittelpunkt der Altstadt sind die Osterstraße und der Pferdemarkt.

Besonders zu erwähnen sind:

Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof
Die frühere Pfortmühle als letzte Wesermühle
Hefehof
  • Stiftsherrenhaus von 1558, an den Fachwerkkonsolen reicher Figurenschmuck. Eines der wenigen Häuser die nicht den Giebel zur Straße zeigen, sondern traufseitig stehen.
  • Leisthaus von 1585–1589, in feinsten Renaissanceformen, Relieffries der sieben Tugenden und Lukretia im Erkergiebel, heute Museum Hameln
  • Rattenfängerhaus mit reich verziertem Renaissancegiebel von 1603, gut gegliederte Fassade mit Erker
  • Dempter-Haus, 1607–1608 von dem im Dreißigjährigen Krieg so bedeutenden Bürgermeister Tobias von Dempter (eigentlich: van Deventer) erbaut; die unteren beiden Etagen in Stein mit Utlucht, darüber Fachwerk mit einer Überfülle von Renaissanceschmuck.
  • Hochzeitshaus, monumentales Fest- und Feierhaus der Stadt, im Stil der Weserrenaissance 1610–1617 erbaut; Rattenfänger-Kunst und Glockenspiel spielt fünfmal am Tag mit Figurenumlauf um 13:05, 15:35 und 17:35 Uhr. Rattenfänger- und Weserlied vormittags.
  • Zwei erhaltene Mauertürme der Stadtbefestigung (Haspelmathturm und Pulverturm) mit einem rekonstruierten Stadtmauerstück
  • Garnisonskirche, ein schlichter Barockbau von 1713 mit Stift zum Heiligen Geist (heute: Sparkasse)
  • Münsterkirche St. Bonifatius (evangelisch), dreischiffige gotische Hallenkirche mit achteckigem Vierungsturm und romanischer Krypta, 1870–1875 nach zweckfremder Benutzung restauriert
  • Marktkirche St. Nicolai (evangelisch), vor 1200 erbaut, 1945 zerstört, 1957–1959 wiederaufgebaut, romanische und gotische Teile wiederverwendet, modern ausgestattet
  • Die letzte Wesermühle, die Pfortmühle, eine ehemalige Wassermühle im Stil des Deutschen Kaiserreiches, heute befinden sich darin u.a. die Stadtbücherei und ein Café
  • Auf dem jüdischen Friedhof an der Scharnhorststraße befinden sich 173 Grabsteine für jüdische Verstorbene aus Hameln und Umgebung aus den Jahren 1741 bis 1937.
  • Hefehof, ein 1890 erbautes Werksgebäude im Stil der Gründerzeit der Bremer Zucker-Raffinerie, das nach knapp 10-jähriger Betriebszeit 1899 die Produktion einstellte. Ab 1907 wurde von der Nord-West Deutschen Hefe- und Spritwerke Aktiengesellschaft Hefe produziert und im Laufe der Zeit siedelten sich auf dem Gelände zahlreiche weitere Betriebe an. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde im Jahre 2000 umgebaut und beherbergt seither eine Einkaufszone, das Technologie- und Gründerzentrum der Stadt Hameln sowie einen kulturellen Veranstaltungsbereich.[17]

Bilder[Bearbeiten]

Parks[Bearbeiten]

Stadtwald und der Bürgergarten nahe der Hamelner Altstadt.

Der Bürgergarten im Osten der Altstadt ist eine schöne, zentral gelegene Parkanlage. Er ist sowohl bei den Touristen wie auch den Einwohnern Hamelns sehr beliebt. In der Sommerzeit ist er Spielort für Freiluftkonzerte.

Sport[Bearbeiten]

Weserberglandstadion

Bekannt ist Hameln als Standort des Ruderverein Weser von 1885 (RVW), der bereits mehrere Olympiateilnehmer und Weltmeister im Rudersport hervorbrachte. Vorsitzender des RVW ist der Unternehmer Helmut Griep, der von 2001 bis 2008 auch Vorsitzender des Deutschen Ruderverbands war.

Als Fußball- und Allgemeinstadion dient das Weserberglandstadion. Bis 2010 war hier die Spielvereinigung Preußen Hameln 07 zu Hause. Der Fußballverein spielte viele Jahre in der Amateur-Oberliga, der ehemals dritthöchsten Spielklasse. Im Jahre 2010 musste er Insolvenz anmelden. Der neugegründete FC Preußen Hameln versucht einen sportlichen Neuanfang.

Das Weserberglandstadion war Veranstaltungsort mehrerer Freiluftkonzerte, zum Beispiel Michael Jackson und Pur, sowie von Spielen von Jugend-Welt- und Europameisterschaften im Fußball. Während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 trainierte hier mehrfach die Französische Fußballnationalmannschaft, die Vizeweltmeister wurde. Sie logierte vier Wochen im Golf- und Schlosshotel Münchhausen in Aerzen-Königsförde logierte.

Der VfL Hameln ist bekannt für die Abteilungen Basketball (2. Regionalliga), Handball (Oberliga) und Leichtathletik.

Der in Hameln-Tündern beheimatete TSV Schwalbe Tündern war von 2005 bis 2007 in der Tischtennis-Bundesliga vertreten. Der Olympia-Dritte und Europameister Dimitrij Ovtcharov entwickelte sich dort zum Spitzenspieler. Nationalspieler Ruwen Filus spielte als Kind und Jugendlicher bei Schwalbe.

Der PSV Hameln bietet unter anderem Hockey für Kinder und Jugendliche an; gespielt wird auf dem großen Kunstrasenplatz im Ortsteil Afferde.

Die H.I.C., Hamelner Inline Connection, bietet die Möglichkeit, verschiedene Sportarten mit Inline-Skates zu betreiben. Vor allem das dem Eishockey ähnliche Inlinehockey, ausgeübt durch die Mannschaften der Boomtown Ratz, erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Rattenfänger Freilichtspiel
Musical RATS

Freilichttheater in der Innenstadt (Hochzeitshausterrasse):

  • Rattenfänger Freilichtspiel. 80 Hamelner Bürger und Kinder präsentieren in historischen Kostümen die Rattenfängersage nach den Brüdern Grimm. Das kostenlose Freilichttheater wird von Mitte Mai bis Mitte September sonntags mittags aufgeführt. Das 30-minütige Spiel zieht durchschnittlich etwa 2000 Besucher an.
  • Musical „RATS“. Es handelt sich um eine 40-minütige, humorvolle Interpretation der Rattenfängersage. Das Musical beinhaltet musikalische Ohrwürmer, wie Walzer, Marsch, Balladen und Rap. Es wird von Ende Mai bis Mitte September mittwochs nachmittags auf der Bühne im Bürgergarten kostenlos aufgeführt.

Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Rattenfänger-Halle[Bearbeiten]

Direkt an der Weserpromenade liegt die Mehrzweck-Sporthalle der Stadt Hameln, die Rattenfänger-Halle. Mit rund 2155 m² ist sie seit 1988 der größte Veranstaltungsort der Stadt. Die vielfältige Nutzung reicht von sportlichen Wettbewerben über Bälle, Märkte, Messen bis hin zu Konzerten und Tagungen. Sie bietet Sitzplätze für bis zu 2300 Personen.[18]

Ausstellungsfläche 2155 m²
Restaurant bis ca. 150 Personen mit Freiterrasse
Parkplätze Tiefgarage „Rattenfänger-Halle“ für 538 Pkw
Bushaltestelle Mühlenstraße bzw. Münster
Rollstuhl Rollstuhl geeignet

Unter dem gesamten Komplex befindet sich eine öffentliche Tiefgarage mit 538 Stellplätzen. Ein Busparkplatz ist direkt nebenan. Die Halle ist gut per ÖPNV zu erreichen. Direkt neben der Halle befindet sich ein Vier-Sterne-Hotel mit 81 Zimmern und weiteren Seminarräumen. Gastronomie ist vorhanden.

Weserbergland-Zentrum[Bearbeiten]

Das 1996 fertiggestellte und nahe der Innenstadt liegende Weserbergland-Zentrum (WB-Z) ist ein dreigeschossiger Veranstaltungsort für Konferenzen, Seminare, Kleinkunst, Messen und Festivitäten. Ein mobiles Wandsystem ermöglicht eine Raumgestaltung von 20 bis 700 Personen. Im Obergeschoss stehen drei weitere Gruppenräume zur Verfügung. Das Untergeschoss wird als Garderobe und Ausstellungsfläche genutzt.[19] Das Weserbergland-Zentrum verfügt über eine Gastronomie und eine öffentliche Tiefgarage mit 228 Stellplätzen.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Im Innenstadtring von Hameln laufen die Bundesstraßen 1, 83 und 217 sternförmig zusammen. Dabei durchquert die B 1 Hameln in Ost-West-Richtung von Berlin Richtung Ruhrgebiet und die B 83 in Nord-Süd-Richtung von Bückeburg Richtung Kassel. Die B 217 beginnt in Hameln und führt Richtung Nord-Ost nach Hannover.

Im Straßenpersonennahverkehr verfügt die Stadt seit 1996 über ein Stadtbussystem, das vom Nahverkehr Hameln-Pyrmont geleitet wird.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Hameln, Empfangsgebäude
Haltepunkt Hameln-Klüt an der 1985 abgebauten Strecke nach Bielefeld

Der Bahnhof Hameln liegt an der zweigleisigen, elektrifizierten Hauptbahn Hannover–Altenbeken, die sich hier mit der zweigleisig trassierten, nunmehr aber nur noch eingleisigen, nicht elektrifizierten Weserbahn Löhne (Westf)–Hildesheim kreuzt. Die ebenfalls nach Hameln führende Bahnstrecke Hameln-Lage-Bielefeld wurde 1980 im Personenverkehr stillgelegt und 1985 abgebaut.

Der Bahnhof wird im Personennahverkehr von der S-Bahn-Linie 5 Hannover FlughafenHannover Hbf – Hameln – AltenbekenPaderborn bedient. Außerdem verkehrt die Regionalbahn „Weser-Bahn“ Bünde – Löhne – Hameln – Hildesheim.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr für die S-Bahn von der DB Regio Niedersachsen, die Elektro-Triebwagen der DB Baureihen 424 und 425 für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h einsetzt. Für die „Weserbahn“ werden von der NordWestBahn Dieseltriebwagen der Bauart Alstom Coradia LINT (Baureihe 648) eingesetzt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Medien[Bearbeiten]

Von regionaler Bedeutung ist die 1848 gegründete Deister- und Weserzeitung, kurz Dewezet genannt; sie erscheint als Hauptausgabe „Hameln“ und als Nebenausgabe „Bodenwerder“ sowie unter dem Titel „Pyrmonter Nachrichten“ in Bad Pyrmont. Außerdem liefert die Zentralredaktion – seit 2004 teils in Zusammenarbeit mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ – die überregionalen Seiten für die „Schaumburger Zeitung“ (Rinteln), die „Schaumburg-Lippische Landeszeitung“ (Bückeburg), die „Neue Deister Zeitung“ (Springe) und die „Deister-Leine-Zeitung“ (Barsinghausen). Zunehmend an Bedeutung gewinnt der Onlinedienst „dewezet.de“. Aus Rundfunkgebühren finanziert wird der Sender Radio Aktiv, der weite Teile des Landkreises Hameln-Pyrmont abdeckt und täglich in seinen gläsernen Studios am Hamelner Bürgergarten ein an Wortbeiträgen reiches Programm produziert. Außerdem unterhält der NDR ein Redaktionsstudio in Hameln.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Hameln ist Standort des Sana Klinikums Hameln-Pyrmont, das sich an dem Standort Weser befindet. Der Standort Wilhelmstraße wurde geschlossen. Danach wurde das Gebäude ausgebaut. Heute residiert das AMEOS-Klinikum Hameln in der Wilhelmstraße. In der Stadt haben das Amtsgericht Hameln und das Arbeitsgericht Hameln ihren Sitz. Die Jugendanstalt Hameln ist die größte Einrichtung für den geschlossenen Jugendvollzug in Deutschland.

Bildung[Bearbeiten]

Fachhochschule[Bearbeiten]

Die private Hochschule Weserbergland wurde zum Wintersemester 2010/11 eröffnet und hat Platz für ca. 370 Studenten.[20] Die Hochschule ging aus der seit 1989 bestehenden privaten Berufsakademie Weserbergland e. V. hervor. Getragen wird die Fachhochschule von einem gemeinnütziger Verein, dem regionale Unternehmen, die Stadt Hameln und der Kreis Hameln-Pyrmont angehören. Als Studiengänge werden Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen angeboten.[21][22]

Gymnasien[Bearbeiten]

  • Schiller-Gymnasium Hameln („Schiller“)
    Die ursprüngliche höhere Schule Hamelns war die aus der früheren Klosterschule hervorgegangene Höhere Knabenschule, aus der sich später das heutige Schiller-Gymnasium entwickelte.
  • Viktoria-Luise-Gymnasium („Vikilu“)
    Das Gymnasium entstand im 19. Jahrhundert und entwickelte sich aus der 1859 von der Stadt übernommenen Höheren Töchterschule zum heutigen Gymnasium
  • Albert-Einstein-Gymnasium Hameln („AEG“)
    Im Jahr 1972 wurde das Gymnasium aufgrund der stark gestiegenen Schülerzahl gegründet.

Berufliche Gymnasien[Bearbeiten]

  • Elisabeth-Selbert-Schule (Berufliches Gymnasium für Gesundheit und Soziales)
  • Eugen-Reintjes-Schule (Berufliches Gymnasium Technik)
  • Handelslehranstalt (Berufliches Gymnasium Wirtschaft)

Gesamtschulen[Bearbeiten]

  • IGS Hameln
    Die Gründung der IGS mit Standort Sertürner-Realschule wurde 2010 beschlossen.

Oberschulen[Bearbeiten]

Grundschulen[Bearbeiten]

  • Pestalozzi-Schule (Grund- und Oberschule)
  • Klütschule (Grundschule)
  • Grundschule Hohes Feld (Grundschule)
  • Grundschule Sünteltal (Grundschule)
  • Basbergschule (Grundschule)
  • Grundschule Hameln-Rohrsen (Grundschule)
  • Grundschule Afferde (Grundschule)
  • Grundschule Tündern (Grundschule)
  • Papenschule (Grundschule)
  • Grundschule Wangelist (Grundschule)
  • Grundschule Klein Berkel (Grundschule)
  • Grundschule Am Mainbach (Grundschule)
  • Niels-Stensen-Schule (katholische Grundschule)
  • Grundschule Hastenbeck (Grundschule)

Förderschulen[Bearbeiten]

Berufsbildende und sonstige Schulen[Bearbeiten]

Jugendanstalt[Bearbeiten]

In Hameln-Tündern befindet sich die Jugendanstalt Hameln mit 793 Haftplätzen, die die einzige Jugendanstalt (JA) Niedersachsens und zugleich die größte Deutschlands ist.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Victor Lebrecht von Prott (1781–1857), am 2. November 1839, Generalmajor und Erbauer der Kettenbrücke über die Weser
  • Karl Georg Ludwig Wermuth (1804–1867), am 21. Februar 1846, Senator und Polizeikommissar, Verbesserung des Rechnungswesens der Stadt
  • Georg Heinrich Adolf Buchholz (1803–1877), am 18. Dezember 1869, Wasserbauinspektor, Erbauer der Hamelner Schleuse
  • Carl August Brekelbaum (1804–1884), am 28. August 1874, Maurermeister und Bauunternehmer, Gründer der C.-A.-Brekelbaum-Stiftung
  • Friedrich Wilhelm Heise (1802–1883), am 19. Juli 1878, Vorsteher des Postamtes, Vorsitzender des Hamelner Verschönerungsvereines
  • Julius Wolff (1834–1910), am 28. Juni 1884, Autor des Versepos Der Rattenfänger von Hameln und von „Singuf, Rattenfängerlieder“
  • Victor Ernst Nessler (1841–1890), am 28 Juni 1884, Komponist, schrieb 1879 die Oper „Der Rattenfänger von Hameln“
  • Heinrich Friedrich Meyer (Hameln) (1819–1894), am 22. November 1889, Mitglied des Hamelner Magistrates
  • Johannes Ludwig Daniel Thieß (1846–1933), am 23. August 1919, Senator/Baudezernent in Hameln
  • Paul von Hindenburg (1847–1934), am 13. April 1933 auf Beschluss des Bürgervorsteherkollegs
  • Adolf Hitler (1889–1945), am 13. April 1933 auf Beschluss des Bürgervorsteherkollegs
  • Margarete Wessel, am 9. August 1933, da die Mutter von Horst Wessel (1907–1930) nahe Hameln geboren war; Übergabe am 25. März 1937 an ihre Tochter.

Im Jahr 1979 fasste der Rat der Stadt Hameln zur Distanzierung von der Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Adolf Hitler und Margarete Wessel den Beschluss, dass die Ehrenbürgerschaften beider Personen bereits mit dem Tod erloschen seien, und weder rechtlich noch politisch eine Ehrenbürgerschaft von Adolf Hitler und Margarete Wessel bestehe. Nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz endet das Ehrenbürgerrecht mit dem Tod. Wegen unwürdigen Verhaltens kann es nur zu Lebzeiten der Person wieder entzogen werden.

Söhne und Töchter der Stadt oder hier Wirkende[Bearbeiten]

In zeitlicher Reihenfolge

Weitere Persönlichkeiten mit Verbindung zur Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Friedrich Lindau: Erinnerungen eines Soldaten aus den Feldzügen der Königlich-Deutschen Legion. Ein Bürger Hamelns erzählt aus der Zeit 1806–1815. Aurel Verlag, Daun 2006, ISBN 3-938759-02-X.
  • Sprenger’s Geschichte der Stadt Hameln. Hameln 1861, ISBN 3-7777-0072-X.
  • Heinrich Spanuth: Geschichte der Stadt Hameln, 1963, ISBN B0000BIHLA.
  • Bernhard Gelderblom, Mario Keller-Holte: Ausländische Zwangsarbeit in Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont 1939–1945. Holzminden 2006.
  • Gerhard Fließ: Hameln damals: die Rattenfängerstadt um die Jahrhundertwende in 137 Bildern. Niemeyer, Hameln 1977. ISBN 3-87585-041-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hameln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hameln – Reiseführer
 Wikisource: Hameln – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Vgl. BSLK, S. 766; vgl. S. 17.
  3.  Meyers Großes Konversations-Lexikon. Band 8, 1905, S. 691 (online, abgerufen am 9. Oktober 2011).
  4. Großer Generalstab (Hrsg.): 1806 – Das Preußische Offizierkorps und die Untersuchung der Kriegsereignisse, Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1906
  5. Die Eisenbahnbrücke und der Klüttunnel. In: Hamelner-Geschichte.de. Jörg Meyer, abgerufen am 9. Oktober 2011.
  6. Autostadt Hameln. In: Hamelner-Geschichte.de. Jörg Meyer, abgerufen am 9. Oktober 2011.
  7.  Silke Schulte: Geschichte der Stadt Hameln. In: Niedersachsenbuch 2009. 2009, S. 32 (PDF-Datei; 5,3 MB, abgerufen am 9. Oktober 2011).
  8. a b c d e  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 189.
  9. Entwicklung der Einwohnerzahl in der Stadt Hameln. 1980–2009. Stadt Hameln, 2010, abgerufen am 9. Oktober 2011 (PDF; 15 kB).
  10. Entwicklung der Einwohnerzahl in der Stadt Hameln. 1973–2006. Stadt Hameln, 2007, abgerufen am 9. Oktober 2011 (PDF; 21 kB).
  11. Einwohnerzahl Stadt Hameln zum 31.12.2010. Stadt Hameln, abgerufen am 15. November 2011.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEntwicklung der Einwohnerzahl in der Stadt Hameln. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 2013-19-08.
  13. Heft Statistische Daten der Stadt Hameln, Oktober 2013. Abgerufen am 11. April 2014.
  14. Deutsche und ausländische Einwohner der Stadt Hameln mit Hauptwohnsitz in den Ortsteilen. Stadt Hameln, April 2010, abgerufen am 9. Oktober 2011 (PDF; 15 kB).
  15. http://www2.hameln.de/wahlen/KW2011/Stadtrat/00_tabelle.html
  16. http://www2.hameln.de/wahlen/KW2006/Stadtrat/00_tabelle.html
  17. Geschichte des HefeHofes als Keimzelle Regionaler Wirtschaftsentwicklung
  18. Rattenfänger-Halle Rattenfänger-Halle. Stadt Hameln, abgerufen am 12. April 2011.
  19. Weserbergland-Zentrum Weserbergland-Zentrum. Stadt Hameln, abgerufen am 12. April 2011.
  20. http://www.hsw-hameln.de/index.php?mod=ctext_show&ctext_id=834&cl=lang
  21. Wirtschaftsstudiengänge: Hameln soll Hochschule bekommen. Hannoversche Allgemeine, 11. Mai 2010, abgerufen am 9. Oktober 2011.
  22. Aktuelles Hameln: Hameln wird zum Standort der "Hochschule Weserbergland". Deister und Weserzeitung, 10. Mai 2010, abgerufen am 9. Oktober 2011.