Hamlet (1948)

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Filmdaten
Deutscher Titel Hamlet
Originaltitel Hamlet
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1948
Länge 150 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Laurence Olivier
Drehbuch Alan Dent
Produktion Laurence Olivier
Musik William Walton
Kamera Desmond Dickinson
Schnitt Helga Cranston
Besetzung

Hamlet ist eine britische Verfilmung der gleichnamigen Tragödie von William Shakespeare aus dem Jahr 1948. Laurence Olivier trat dabei als Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller in Erscheinung. Es handelt sich um den ersten nicht US-amerikanischen Film, der den Oscar als Bester Film gewinnen konnte.

Handlung[Bearbeiten]

Auf den Zinnen von Schloss Elsinor, dem königlichen Wohnsitz der dänischen Monarchen, haben zwei Wachleute eine Geistererscheinung des alten König Hamlets. Horatio, ein Freund des jetzigen Prinzen Hamlets, kommt hinzu und verlangt vom Geist zu sprechen. Doch der Geist entschwindet ohne Wort.

Der alte König Hamlet starb unter mysteriösen Umständen. Seine Frau Gertrude heiratet nach einer Trauerfrist von einem Monat den Königsbruder Claudius. Prinz Hamlet bleibt der Vermählungsfeier fern. Er ist wütend über die hastige Hochzeit. Horatio kommt herbei und erzählt von der Geisterscheinung des Vaters. Als er auf die Zinnen steigt, sieht er den Geist seines Vaters. Der Geist winkt ihn heran und der Prinz folgt ihm auf den Turm. Der Geist gibt sich ihm als der Geist seines Vaters zu erkennen. Er erzählt dem Prinzen, dass er ermordet worden sei, wer den Mord beging und wie der Mord vor sich ging. Claudius träufelte Gift in das Ohr des Königs. Zuerst will Hamlet nicht glauben, dass es wahr ist. Um Claudius auf die Probe zu stellen, will Hamlet Wahnsinn vortäuschen.

Das Täuschungsmanöver wirkt bei Polonius. Der bringt die Sache vor Claudius, mit der Begründung, Hamlets Wahnsinn sei das Ergebnis seiner Liebe zu Polonius Tochter Ophelia. Polonius soll ein Treffen zwischen Ophelia und Hamlet arrangieren. Hamlet zeigt sich dabei wahnsinnig und Claudius ist nun voll überzeugt.

Hamlet heuert eine Truppe Bühnenschauspieler an. Sie sollen für den König das Stück Der Mord von Gonzago aufführen. Hamlet nimmt ein paar Änderungen am Stück vor, so dass es den Umständen des Mordes an König Hamlet gleicht. Claudius beklagt sich über schlechte Sicht und verlässt die Vorführung. Das überzeugt Hamlet von seiner Schuld. Hamlet sucht Claudius auf um ihn zu töten, doch Claudius betet gerade. Hamlet wartet auf den richtigen Zeitpunkt.

Er klärt Gertrude über die Todesumstände des Königs auf. Er hört eine Stimme aus dem Wandbehang und glaube, Claudius würde lauschen. Er zieht seinen Dolch und sticht in den Vorhang. Doch anstelle Claudius stürzt Polonius tot zu Boden. Hamlet ist unbeeindruckt und spricht weiter mit seiner Mutter. Wiederum sieht Hamlet den Geist seines Vaters. Er beginnt mit ihm zu sprechen. Seine Mutter kann den Geist nicht sehen und glaubt nun an Hamlets Geisteskrankheit.

Hamlet wird von Claudius nach England verbannt. Auf Claudius Befehl hin soll er dort ermordet werden, sobald er ankommt. Hamlets Schiff wird von Piraten angegriffen. Er kehrt nach Dänemark zurück. In der Zwischenzeit ist Ophelia wegen Hamlets Weggang verzweifelt, so dass sie sich zum Selbstmord entschließt. Ihr Bruder Laertes soll ihren Tod und den Tod ihres Vaters ahnden. Laertes und Claudius hören von Hamlets Rückkehr und wollen ihn töten. Es soll wie ein Unfall aussehen. Auf Claudius Befehl hin soll Laertes Hamlet zum Duell herausfordern. Laertes soll dabei ein vergiftetes Schwert benutzen, mit dem er Hamlet nur zu ritzen braucht, damit der stirbt. Falls Laertes Hamlet nicht treffen kann, will Claudius ihn mit einem Gifttrank töten.

Hamlet nimmt die Duellforderung an. Die ersten zwei Runden gewinnt er. Gertrude hat den Verdacht, dass Hamlets Kelch vergiftet ist und trinkt ihn aus. Laertes bedrängt Hamlet und verwundet ihn am Arm. Der ahnungslose Hamlet kämpft weiter und entwaffnet Laertes. Er vertauscht die Waffen und verwundet Laertes. Gertrude warnt Hamlet vor dem vergifteten Getränk. Der sterbende Laertes enthüllt das ganze Komplott. Hamlet tötet Claudius wutentbrannt und stirbt dann selber. Der entsetzte Horatio lässt Hamlet angemessen begraben. Die Leiche des Prinzen wird fortgeschafft, während die Kanonen des Schlosses einen Ehrensalut schießen.

Hintergrund[Bearbeiten]

Laurence Olivier als Hamlet war 41 Jahre alt. Die Darstellerin seiner Mutter, Eileen Herlie, war jedoch erst 28. Im Gegensatz zu anderen Hamlet-Verfilmungen großer Filmstudios wurde auf die Rollen von Rosenkranz und Güldenstern sowie Fortinbras verzichtet.

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1949 im Eagle-Lion-Synchron-Atelier Hamburg. Das Dialogbuch verfasste C. W. Burg, der auch die Synchronregie führte. [1]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Hamlet Laurence Olivier Peter Lühr
König Basil Sydney Rudolf Reif
Ophelia Jean Simmons Antje Weisgerber
Marcellus Anthony Quayle Gerhard Just
Polonius Felix Aylmer Heinz Burkhardt
Osric Peter Cushing Harald Wolff
Bernardo Esmond Knight Tadzio Kondziella
Francisco John Laurie Will-Jo Bach
Gertrude Eileen Herlie Eva Vaitl
Horatio Norman Wooland Wolfgang Eichberger
Laertes Terence Morgan Benno Sterzenbach

Kritik[Bearbeiten]

Der film-dienst ist von Oliviers Werk begeistert. Man sehe eine Shakespeare-Verfilmung „in einer Fassung, die durch die ausgewogene Verbindung bühnenmäßiger Stilisierung und filmischer Aufbereitung der Handlung besticht. Oliviers in einer monumentalen, beklemmend fotografierten Kulisse angesiedelte Version ist darstellerisch faszinierend und in ihrer psychoanalytischen Deutung interessant, auch wenn diese Interpretation einige der Vorlage nicht unbedingt entsprechende Eigenwilligkeiten aufweist. Künstlerisch einer der wagemutigsten und imposantesten Adaptionen des Stoffes.“[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Hamlet. Power Station 2007 (enthält nur die deutsche Synchronfassung)
  • Hamlet. ITV 2003 (enthält nur die englische Originalfassung)

Blu-Ray-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Hamlet. ITV Studios 2011 (Bild 4:3, 1.33:1 [1920x1080] s/w;Sprache Deutsch, Englisch; Untertitel Deutsch)

Soundtrack[Bearbeiten]

  • William Walton: Hamlet – A Shakespeare Scenario in Nine Movements for Large Orchestra. Auf: Walton: As You Like It · Hamlet. Adapted by Christopher Palmer After the Film Scores. Naxos/HNH, München-Unterhaching 1999, Tonträger-Nr. 8.553344 – digitale Neueinspielung durch das RTÉ Concert Orchestra unter der Leitung von Andrew Penny

Literatur[Bearbeiten]

  • William Shakespeare: Hamlet. Drama (Originaltitel: Tragedy of Hamlet, Prince of Denmark). Deutsch von August Wilhelm Schlegel. Ungekürzte Ausgabe. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2008, 154 S., ISBN 978-3-596-90034-3 oder ISBN 3-596-90034-4.
  • Hans-Jürgen Kubiak: Die Oscar-Filme. Die besten Filme der Jahre 1927/28 bis 2004. Die besten nicht-englischsprachigen Filme der Jahre 1947 bis 2004. Die besten Animationsfilme der Jahre 2001 bis 2004. Schüren, Marburg 2005, ISBN 3-89472-386-6.
  • Nives Sunara: Immer wieder Hamlet. Shakespeares Tragödie im Film - immer wieder anders. Studien zur anglistischen Literatur- und Sprachwissenschaft, Band 22. Zugleich Dissertationsschrift. Wissenschaftlicher Verlag Trier (WVT), Trier 2004, 179 S., ISBN 3-88476-699-6.
  • Anthony Davies: Filming Shakespeare's Plays. The Adaptations of Laurence Olivier, Orson Welles, Peter Brook, and Akira Kurosawa. Cambridge University Press, Cambridge 1990, ISBN 0-52139913-0.
  • William Shakespeare: Hamlet. 1948 Recording. Sprecher: Sir John Gielgud (englisch). Naxos Audio Books 2006, ISBN 9626344172.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hamlet (1948) in der Synchrondatenbank von Arne Kaul; abgerufen am 10. August 2008
  2. vgl. Lexikon des internationalen Films. 2000/2001 (CD-ROM)