Hamm am Rhein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hamm am Rhein
Hamm am Rhein
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hamm am Rhein hervorgehoben
49.7291666666678.430555555555687Koordinaten: 49° 44′ N, 8° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Alzey-Worms
Verbandsgemeinde: Eich
Höhe: 87 m ü. NN
Fläche: 7,89 km²
Einwohner:

2132 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 270 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67580
Vorwahl: 06246
Kfz-Kennzeichen: AZ
Gemeindeschlüssel: 07 3 31 038
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 26
67575 Eich
Webpräsenz: www.hamm-am-rhein.de
Ortsbürgermeister: Volker Luckas (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Hamm am Rhein im Landkreis Alzey-Worms
Gimbsheim Hamm am Rhein Eich (Rheinhessen) Alsheim Mettenheim Osthofen Bechtheim Dittelsheim-Heßloch Frettenheim Westhofen Monzernheim Gundheim Bermersheim Gundersheim Hangen-Weisheim Hochborn Offstein Hohen-Sülzen Monsheim Wachenheim (Pfrimm) Mölsheim Flörsheim-Dalsheim Mörstadt Wendelsheim Stein-Bockenheim Wonsheim Wonsheim Siefersheim Wöllstein Gau-Bickelheim Gumbsheim Eckelsheim Gau-Weinheim Vendersheim Wallertheim Partenheim Saulheim Udenheim Schornsheim Gabsheim Wörrstadt Sulzheim (Rheinhessen) Spiesheim Ensheim Armsheim Flonheim Erbes-Büdesheim Nack Nieder-Wiesen Bechenheim Offenheim Bornheim (Rheinhessen) Lonsheim Bermersheim vor der Höhe Albig Biebelnheim Bechtolsheim Gau-Odernheim Framersheim Gau-Heppenheim Alzey Ober-Flörsheim Flomborn Eppelsheim Dintesheim Esselborn Mauchenheim Freimersheim (Rheinhessen) Wahlheim Kettenheim Hessen Mainz Landkreis Mainz-Bingen Worms Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Bad Kreuznach DonnersbergkreisKarte
Über dieses Bild

Hamm am Rhein ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Eich an.

Inhaltsverzeichnis

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Hamm am Rhein gehört zum rheinhessischen Wonnegau und grenzt an die Gemarkungen von Worms-Ibersheim und Eich (Rheinhessen). Das Gebiet befindet sich in einem ehemaligen Überschwemmungsgebiet des Rheins innerhalb der Oberrheinischen Tiefebene und liegt im Landschaftsschutzgebiet Rheinhessisches Rheingebiet.

Der Rhein ist auf 7,3 Stromkilometern Gemarkungs- und Landesgrenze zu Hessen. Auf der anderen Rheinseite liegt die Stadt Gernsheim, verbunden mit der Rheinfähre Gernsheim. Seit dem 1. Januar 2002 trägt die Gemeinde die zusätzliche Ortsbezeichnung „am Rhein“.[2] Im Süden beginnt das Rheinufer an der Gemarkungsgrenze mit Ibersheim, an der Straße zum Rhein (ehemaliges Gasthaus Schmittel) bei km 458,4. Das nördliche Ende ist bei dem großen und bekannten Naherholungsgebiet Eicher See. Die Grenze ist dort kurz vor der Bootseinfahrt zum See in der Gemarkung Steinswörth bei km 465,7.

Als ehemaliges Reihendorf liegt das Wohngebiet idyllisch an einem ehemaligen Altrheinarm, durch die Flussinsel Ibersheimer Wörth vom Neurhein getrennt. Der Seitenarm ist teilweise Grenzgewässer zwischen den Gemarkungen von Hamm und Ibersheim. Folgerichtig nennt man ihn dort Scheidegraben, mundartlich Schadegrawe. Eine andere Bezeichnung ist noch Anhang. Damit meint man Teil des Rheins.

Bis 1816 gehörte die Hammer Aue, mit ca. 230 ha auf der rechtsrheinischen Seite, noch zum Gemarkungsgebiet von Hamm. Das Gelände ist heute FFH-Gebiet von Gernsheim und Groß-Rohrheim.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten urkundlichen Erwähnungen finden sich mit sechs Urkunden im Lorscher Codex. Die älteste Urkunde wurde am 14. Oktober 782 ausgestellt.[3] Damals schenkte der reiche Eberhold seinen gesamten Besitz (einschließlich vier Leibeigenen), in acht Orten links und rechts des Rheines, dem Kloster Lorsch.

Dem Ortsnamen liegt der Geländename hamna, als sekundäre Nebenform zu germ. habna, zugrunde. Dies bedeutet Bucht am Strand bzw. im äußeren, größeren Bogen einer Flusswindung. Der Hamm ist demnach herkunftsmäßig mit Hafen zu setzen.[4] An anderer Stelle wird erklärt, dass der Name durch die Krümmung herbeigeführten Hemmung der Flußströmung herrührt.[5] Hier war vor vielen hundert Jahren ein Naturhafen bzw. eine Schiffslände an einer Rheinschlinge im Bereich der heutigen Dörrlache gewesen. Dort ist heute noch ein Niveauunterschied von ca. 3 m im Gelände dieses Gemarkungsteils festzustellen. Nach den historischen Rheinlaufkarten von Hass (1799) und Delkeskamp (1842) war an der ehemaligen Flussschlinge bzw. Bachlauf damals noch altrheintypischer Bewuchs gewesen. – Eine der bekanntesten Schiffslände der Umgebung lag bei der Burg Stein an der Weschnitzmündung und wurde schon von den Römern benutzt.

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Hamm zum kurpfälzischen Oberamt Alzey. Während der sogenannten Franzosenzeit war der Ort Sitz einer Mairie im Kanton Bechtheim, der Teil des Departements Donnersberg war. Zur Mairie Hamm gehörte auch Ibersheim. Aufgrund der 1815 auf dem Wiener Kongress getroffenen Vereinbarungen und einem 1816 zwischen Hessen, Österreich und Preußen geschlossenen Staatsvertrag kam die Region und damit auch die Gemeinde Hamm zum Großherzogtum Hessen und wurde von diesem der Provinz Rheinhessen zugeordnet. Nach der Auflösung der rheinhessischen Kantone kam der Ort 1835 zum neu errichteten Kreis Worms, zu dem er bis 1969 gehörte.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hamm am Rhein besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl CDU SPD FDP Gesamt
2009 3 9 4 16 Sitze
2004 3 10 3 16 Sitze
1999 2 11 3 16 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2009 ist Volker Luckas (SPD) Ortsbürgermeister von Hamm am Rhein.

Wappen[Bearbeiten]

Im Ortswappen sind drei Hechte, die an die in ausgeprägte Fischerei[7] in den umliegenden Gewässern und auf dem Rhein erinnern.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Natur- und Baudenkmäler[Bearbeiten]

Das Wahrzeichen von Hamm ist eine Friedenseiche zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg. Der Eichbaum wurde am Ostermontag 1872 gegenüber dem heutigen Rathaus gepflanzt und steht unter Naturschutz. Das Kriegerdenkmal mit dem Löwen darauf ist heute nicht mehr vorhanden.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hamm am Rhein

Sport, Vereine, Organisationen[Bearbeiten]

  • Sportverein SV Rheingold 08 Hamm e.V., mit Übungsstätten auf dem Sportplatz und in der Gemeindehalle
  • Golf-Club Worms, mit einer zur Zeit bespielbaren 9-Loch-Anlage, 18-Loch vorgesehen, in der Nähe der Rheinfähre Gernsheim
  • Evangelische Kirchengemeinden von Hamm und Ibersheim

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Hammer Markt: jährlicher Jahrmarkt im September.
  • Open Air Hamm: Jedes Jahr findet an den sogenannten 12 Aposteln direkt am Rhein das Open Air Hamm statt, an der sich Anhänger verschiedener Musikrichtungen aus Nah und Fern treffen.
  • Eichbaumfest: In jedem Jahr feiert man in Hamm das Eichbaumfest des Sportvereins am Sportplatz.
  • Maibaumfest: Ein Höhepunkt für die Wohnbevölkerung ist das jährliche Maibaumfest mit einem Maibaum, den die Freiwillige Feuerwehr neben der Friedenseiche und gegenüber dem Rathaus aufstellt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Gewerbe[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bildete das Korbmacherhandwerk die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung. Begünstigt durch die Lage am weidenreichen Altrhein entwickelte sich das Dorf zu einem weit bekannten Zentrum für das Flechthandwerk. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte noch die Spankorbfabrik für einige Jahre. Das traditionelle Flecht-Handwerk kam wegen der Kunststoff-Produkte zum Erliegen.

Verkehr[Bearbeiten]

Ab 1900 hatte Hamm einen Bahnhof für den Personen- und Güterverkehr auf der Bahnstrecke Osthofen-Rheindürkheim-Guntersblum. 1969 wurde der Reisezugverkehr der Altrheinbahn durch Busse nach Worms und Guntersblum ersetzt. Die nächsten Bahnhöfe liegen an der Strecke Worms - Mainz.

Hamm ist durch zwei Kreisstraßen mit seinen Nachbarorten Eich und Ibersheim verbunden. Über die Rheinfähre Gernsheim gelangt man, von der eigenen Gemarkung aus, auf die rechtsrheinische Seite mit der Autobahn-Anschlussstelle Gernsheim. Die nächste Rheinbrücke ist die Nibelungenbrücke in Worms.

Bildung[Bearbeiten]

Die Realschule plus in Eich (früher Haupt- und Realschule) erreichen die Schüler mit Schulbussen. Weiterführende allgemeinbildende Schulen sind drei Gymnasien in Worms.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Markus Schmittel: Hammer Liedermacher besingt als „Korbmachersoldat“ seine Heimat

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Josef Minst: Lorscher Codex, Deutsch, Bd. III, Urkunden Nr. 1449–1452, 1860, 1965, Lorsch 1970.
  • Johann Goswin Widder: Versuch einer vollst. Geographisch-Historischen Beschreibung der Kurfürstl. Pfalz am Rheine, Bd. 3, Frankfurt u. Leipzig 1787
  • Karl Anton Schaab: Die Geschichte der Großherzoglich Hess. Rheinprovinz, In: Geschichte der Stadt Mainz. Bd 4, 2. Abt., 1851, S. 206-209
  • Karl Johann Brilmayer: Rheinhessen in Vergangenheit und Gegenwart. Gießen 1905, S. 198-199
  • Einwohnerbuch für Stadt und Kreis Worms 1927. Worms, S. 66-70
  • Gemeinde Hamm: 1200 Jahre Hamm am Rhein 782-1982. Hamm 1982

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland nach Bevölkerung am 31.12.2011 auf Grundlage des Zensus 2011 und früherer Zählungen (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 204 (PDF; 2,6 MB)
  3. Lorscher Kodex: Urkunde 1860, Maske: http://www8.informatik.uni-erlangen.de/cgi-bin/stoyan/wwp/LANG=germ/?urkunden
  4. Henning Kaufmann: Rheinhessische Ortsnamen, München 1976, S. 93
  5. Philipp Wirtgen: Ein Spaziergang zu Coblenz, In: Die Natur, 17. Band, Halle 1868, S. 190.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. 1200 Jahre Hamm am Rhein: Die Fischerei in Hamm, S. 502-504