Hammershus

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Burg Hammershus
Eingang zur inneren Burg

Eingang zur inneren Burg

Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Insel Bornholm
Geographische Lage 55° 16′ 15,5″ N, 14° 45′ 18″ O55.27097222222214.755Koordinaten: 55° 16′ 15,5″ N, 14° 45′ 18″ O
Hammershus (Dänemark)
Hammershus
Ruinenanlage „Hammershus“ auf Bornholm
Gemäuer
Burgruine Hammershus (Luftaufnahme)
Plan der Anlage von J. Th. Hansen

Hammershus [hɑməʀsˈhuːʔs] war eine stark befestigte Burg an der Nordwestseite der dänischen Insel Bornholm. Heute ist es einer der größten zusammenhängenden Burgruinen-Komplexe Nordeuropas. Sie liegt auf einer Klippe 74 Meter über dem Meer und ist von einer 750 Meter langen Ringmauer umgeben. Seit dem Übergang Schonens von Dänemark an Schweden im 17. Jahrhundert liegt sie Deutschland und Schweden näher als dem übrigen Dänemark.

Geschichte[Bearbeiten]

Hammershus war ab dem 12. Jahrhundert hauptsächlich im Besitz der Erzbischöfe von Lund. Bei den Kämpfen zwischen den Erzbischöfen und den Königen ging die Burg mehrfach an letztere über, zum Beispiel 1259, 1265, 1319 und 1325. 1521 war sie im Besitz von Christian II., der hier den Bischof Jens Andersen Beldenak gefangen hielt. Im gleichen Jahr wurde die Burg von der Lübecker Hanse erobert. In der Zeit der Verpfändung Bornholms an Lübeck von 1525 bis zur Rückgabe an Dänemark 1567 war Hammershus Sitz der Lübecker Vögte und wurde besonders unter dem Lübecker Vogt Bernt Knop (1525–1543) zur größten Burganlage Nordeuropas ausgebaut.[1] Letzter Lübecker Amtmann auf Bornholm war von 1558 bis zur Rückgabe der Insel der Ratsherr Mattheus Tidemann.

Im Jahre 1658 war Hammershus kurzzeitig von Schweden besetzt, doch nach einem Aufstand der Bornholmer Bevölkerung mussten diese die Burg wieder verlassen. Zwischen 1660 und 1661 wurde Leonora Christina, die Tochter des dänischen Königs Christian IV., mit ihrem Mann, dem Staatverräter Corfitz Ulfeldt, in Hammershus festgehalten. Auch später diente die Burg oft als Staatsgefängnis.

Im Jahr 1743 wurde die Burg aufgegeben. Infolgedessen wurden Teile des Komplexes zur Gewinnung von Baumaterial abgerissen, bis die Ruine 1822 durch einen königlichen Erlass unter Denkmalschutz gestellt wurde. Im Jahr 1890 begannen erste Konservierungsmaßnahmen, die sich mit Unterbrechungen bis zum heutigen Tag fortsetzten. Die Ruine ist heute ein beliebtes Touristenziel.

Aufbau[Bearbeiten]

Die Anlage besteht aus einem Innenhof und zwei Außenhöfen. Beherrscht wird die Festung durch einen riesigen, rechteckigen Donjon. Der Innenhof konnte durch einen quadratischen Torturm erreicht werden. Er ist durch eine neun Meter hohe Ringmauer mit Flankentürmen geschützt. Die einzelnen Gebäude lehnten an die Innenwand der Mauer. Ein Wachtturm und eine kleine Schlucht verhinderten ein unbemerktes Näherkommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Chris Gravett: Atlas der Burgen. Die schönsten Burgen und Schlösser („Castles“, 1999). Tosa, Wien 2001, ISBN 3-85492-470-4, S. 133.

Siehe auch[Bearbeiten]

Liste von Burgen, Schlössern und Festungen in Dänemark

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hammershus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Hammershus – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Antjekathrin Graßmann (Hrsg.): Lübeckische Geschichte. 2. Aufl. Verlag Schmid-Römhild, Lübeck 1989, ISBN 3-7950-3203-2, S. 376 ff.