Han Suyin

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Han Suyin (chinesisch 韩素音 Hán Sùyīn), Künstlername von Rosalie Elisabeth Kuanghu Chow (chin. Zhōu Guānghú 周光湖; * 12. September 1917 in Xinyang, Republik China; † 2. November 2012 in Lausanne, Schweiz[1]) war eine chinesische Ärztin und englischsprachige Autorin von Sachbüchern über die Volksrepublik China und von Romanen, die in Ostasien spielen, sowie von autobiografischen Werken.

Biografie[Bearbeiten]

Han Suyin wurde 1917 in Xinyang, Provinz Henan, China als Zhōu Guānghú geboren. Ihr Vater, ein Angehöriger des chinesischen Hakka-Volkes, war Ingenieur, ihre Mutter stammte aus dem belgischen Teil Flanderns. Sie hatte sechs Geschwister.[2] Nach einer wegen des Ausbruchs des Zweiten Chinesisch-Japanischen Krieges abgebrochenen medizinischen Ausbildung in Beijing und Brüssel arbeitete sie als Hebamme am amerikanischen christlichen Krankenhaus in Chengdu, Provinz Sichuan und heiratete 1938 den Kuomintang-General Tang Paohuang, der 1947 im Bürgerkrieg getötet wurde. Sie adoptierten ihre Tochter, Yungmei oder auch Mei genannt. Von 1944 bis 1948 studierte sie Medizin in London. Während des Koreakriegs war sie Ärztin in Hongkong, wo der Roman Alle Herrlichkeit auf Erden entstand, ihr größter literarischer Erfolg, der auch verfilmt wurde. Danach arbeitete sie an einer Tuberkuloseklinik in Johor Bahru, British Malaya, heute Sultanat Johore/Malaysia. Nach der Trennung von ihrem zweiten Ehemann Leonard Comber war sie mit dem indischen Oberst Vincent Ruthnaswamy († 3. Januar 2003 in Bangalore, Indien) verheiratet. In ihren letzten Jahren lebte sie im schweizerischen Lausanne.

Im Jahr 1966 wollte Han Suyin von Chengdu nach Lhasa (Tibet) reisen. Der Flug wurde jedoch eine Woche lang immer wieder verschoben, bis klar wurde, dass sie als Ausländerin nicht nach Tibet reisen können würde, da die Kulturrevolution gerade begonnen hatte. Erst 1975 konnte sie schließlich nach Lhasa fliegen. Nach ihrer Rückkehr schrieb sie ein Buch, das 1977 in London verlegt wurde, über die Befreiung der tibetischen Leibeigenen und die Umgestaltung Tibets als Teil der Volksrepublik China.

Werke[Bearbeiten]

In Han Suyins Büchern spielen aktuelle kulturelle und politische Konflikte zwischen Ost und West in Asien eine zentrale Rolle, unter anderem nimmt sie engagiert Stellung zu den Befreiungskriegen in Südostasien und zur Innen- und Außenpolitik des modernen China seit dem Ende der Kaiserzeit, vor dem Hintergrund der Abhängigkeit der Region von ausländischen Kolonialmächten im 19. und 20. Jahrhundert.

Ins Deutsche übertragene Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

mit englischem Originaltitel und Jahr der englischsprachigen Erstveröffentlichung

Romane[Bearbeiten]

  • Manches Jahr bin ich gewandert – Destination Chungking. 1943
  • Alle Herrlichkeit auf Erden – A Many-Splendored Thing. 1952, ISBN 3-87585-940-5
  • Wo die Berge jung sind – The Mountain is Young. 1958, ISBN 3-7844-1689-6
  • Eine Winterliebe – Winter Love. 1962
  • Wirf einen Schatten nur – Cast But One Shadow. 1962
  • Die vier Gesichter – Four Faces. 1963
  • Bis der Tag erwacht – Till Morning Comes. 1982
  • Die Zauberstadt – The Enchantress. 1985, ISBN 3-8135-0433-6

Autobiografische Werke[Bearbeiten]

  • Der große Traum (auch als Die eiserne Straße) – The Crippled Tree. 1965, ISBN 3-8135-0700-9
  • Die Blume Erinnerung – A Mortal Flower. 1966
  • Zwischen zwei Sonnen. Erinnerungen eines Jahrzehnts – Birdless Summer. 1968, ISBN 3-548-23170-5
  • Nur durch die Kraft der Liebe – A Share of Loving. 1987, ISBN 3-442-09773-8
  • Der Wind ist mein Kleid – ... and the rain my drink. 1956 ISBN 3-8135-0688-6

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Das China Mao Tse-tungsChina in the year 2001. 1967
  • Die Morgenflut. Mao Tse-tung, ein Leben für die Revolution – The Morning Deluge: Mao Tse-Tung and the Chinese Revolution 1893–1953, 1972, ISBN 3-518-06734-6
  • Der Flug des Drachen. Mao Tse-tung und die Chinesische Revolution – Wind in the tower: Mao Tsetung and the Chinese revolution 1949–1975. 1976, ISBN 3-442-11209-5
  • Chinas Sonne über Lhasa. Das neue Tibet unter Pekings Herrschaft – Lhasa, The Open City: A Journey to Tibet. 1977, ISBN 3-502-17730-9
  • China 1890–1938. Eine historische Foto-Reportage – China 1890-1938: From the Warlords to World War. 1989, ISBN 3-88230-102-3

Quellen[Bearbeiten]

  1. Chinese-born writer Han Suyin dies in Switzerland
  2. http://everything2.org/index.pl?node_id=1165780

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]