Hanamachi

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Hanamachi (jap. 花街, Blumenviertel) sind traditionelle Geisha-Viertel in Japan.

Herkunft des Begriffes[Bearbeiten]

Der Begriff Hanamachi (花街) bezeichnete in seiner alternativen Lesung Kagai ursprünglich Rotlichtviertel, in denen sowohl Geisha als auch Prostituierte ihre Wohnungen und Arbeitsstätten hatten.

Einheiten[Bearbeiten]

Die kleinste sozioökonomische Einheit in einem Hanamachi besteht in der Regel aus zwei Gebäuden:

  • Eine Okiya (置き屋 oder 置屋) ist das Wohnhaus der Geisha, der Begriff wird auch synonym für die darin lebende Geisha-„Familie“ verwendet. Für gewöhnlich ist Männern der Zutritt zu einem Okiya nicht gestattet; Ausnahmen bilden Kalligrafie- und Musiklehrer, Perückenmacher, Friseure, Kimono-Schneider und Ankleider sowie Angestellte des Kemban-sho (Gewerkschafts- bzw. Registrierungsamt eines Hanamachi).
  • Ein O-chaya (お茶屋, ehrenwertes Teehaus) ist das Gebäude, in dem Geisha ihrer Arbeit nachgehen und ihre Kunden unterhalten können.

Eine weitere bedeutende Einrichtung in jedem Hanamachi ist das Kaburen-jō (歌舞練場, Gesang-und-Tanz-Übungsstätte), das als künstlerisches Hauptquartier des jeweiligen Hanamachi fungiert. Hier sind meistens ein Theater und die Büroräume des Kemban-sho (検番署) zu finden. Jedes Hanamachi verfügt außerdem über eine Schule, in der die künstlerischen Fähigkeiten wie Tanz und Musik erlernt werden. Früher verfügte jedes Hanamachi über seine eigene Schule. Heute gibt es in Kyōto nur noch drei und in Tokio nur noch eine Schule: die Nyokoba-Schule in Gion-Kōbu, die Kamogawa-Schule in Ponto-chō, die Higashiyama-Schule in Miyagawa-chō und die Mukojima-Schule in Asakusa, Tokio.

Bekannte Hanamachi[Bearbeiten]

Die Krise, in die der Geisha-Beruf in der Moderne geraten ist, führte dazu, dass viele Hanamachi in ganz Japan schließen mussten. Die heute noch existierenden verteilen sich größtenteils auf die drei Großstädte Kyōto, Ōsaka und Tokio, in denen die traditionelle Kultur Japans zusammen mit den Geisha überdauert hat.

Kyōto[Bearbeiten]

Kyōto verfügt über fünf Hanamachi, die hier noch als „Kagai“ bezeichnet werden:

  • Gion (祇園 oder 祇をん) wird manchmal nur als ein Viertel gezählt, besteht aber aus zwei Hanamachi:
    • Gion-Kōbu (祇園甲部), in dessen Kaburen-jo findet traditionell das Miyako-Odori statt.
    • Gion-Higashi (祇園東)
  • Ponto-chō (先斗町)
  • Kamishichiken (上七軒)
  • Miyagawa-chō (宮川町)
  • Shimabara (嶋原 oder 島原)

Tokio[Bearbeiten]

Tokio verfügt über sechs Hanamachi, in denen die Zahl der Geishas allerdings stark abgenommen hat:

  • Shinbashi (新橋)
  • Akasaka (赤坂)
  • Asakusa (浅草)
  • Yoshichō
  • Kagurazaka (神楽坂)
  • Mukojima

Ōsaka[Bearbeiten]

  • Kita Shinchi
  • Minami Shinchi
  • Shinmachi

Kanazawa[Bearbeiten]

  • Higashi Chaya
  • Nishi Chaya

Die Zahl von Maiko und Geisha in den Hanamachis von Kyōto betrug im Jahr 1965 noch über 500. Im März 2005 betrug sie nur mehr 193.[1]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Akihiko Suzuki: "Kyoto group creates geisha pension plan", The Japan Times, 18. März 2005