Hanau Hauptbahnhof

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Hanau Hbf
Bahnhof-hanau002.jpg
Bahnhofsvorplatz
Daten
Kategorie 2
Betriebsart Kreuzungsbahnhof
Bauform ehem. Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 11
Reisende/Tag etwa 20.000 [1]
Abkürzung FH
IBNR 8000150
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt Hanau
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 7′ 17″ N, 8° 55′ 47″ O50.1213888888898.9297222222222Koordinaten: 50° 7′ 17″ N, 8° 55′ 47″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
i7i12i13i15i16i16i18i20

Der Hanauer Hauptbahnhof bildet den Hauptschnittpunkt des Schienenverkehrs im östlichen Rhein-Main-Gebiet.

Geschichte[Bearbeiten]

Der heutige Hanauer Hauptbahnhof wurde im Zuge der Bebra-Hanauer Bahn als vorläufiger Endbahnhof Hanau Ost errichtet und am 1. Mai 1867 eröffnet. Funktionaler Vorgänger des Bahnhofs war der 1848 als Kopfbahnhof eröffnete Endpunkt der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn-Gesellschaft, der sich westlich der Innenstadt an der Stelle des heutigen Haltepunktes Hanau West befand.

Hanau Ost war der Verküpfungsbahnhof zwischen der Main-Spessart-Bahn, die als Verlängerung der Bahnstrecke Frankfurt–Hanau nach Aschaffenburg gebaut worden war, und der Strecke nach Bebra. Gleichzeitig wurde das Bahnbetriebswerk Hanau Heideäcker errichtet. Hanau Ost erhielt ein Empfangsgebäude, das als Inselbahnhof zwischen der Strecke Richtung Bebra (nördliche Gleise) und der Strecke nach Aschaffenburg (südliche Gleise) errichtet wurde.

Stellwerk

Die Lage des Bahnhofs ergab sich aus der Querung des Mains nach Steinheim über die Steinheimer Mainbrücke, die rechtwinklig über den Fluss führen sollte, und der anschließenden Trassierung südlich des Flusses weiter nach Frankfurt am Main. Der so gesetzte Zwangspunkt erklärt die Lage des Bahnhofs weit ab vom Hanauer Stadtzentrum. Noch heute ergibt sich daraus ein erhebliches Problem für die Linienführung des ÖPNV in Hanau, der zwei Zentren bedienen muss: Den Hauptbahnhof und den innerstädtischen Busknoten Freiheitsplatz. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof durch eine Straßenbahnlinie der Hanauer Straßenbahn bedient.

Am 15. Mai 1927 wurde der „Bahnhof Hanau Ost“ in „Hanau Hauptbahnhof“ umbenannt.[2]

Das ursprüngliche Empfangsgebäude wurde 1966 abgerissen und durch ein nördlich der Gleisanlagen liegendes Empfangsgebäude mit einem großzügigen Bahnhofsvorplatz ersetzt. Die ursprüngliche Lage als Inselbahnhof ist heute noch an der Gleisnummerierung und der Straßenanbindung des zwischen den Gleisen gelegenen Park-and-ride Parkplatzes zu erkennen. Die Fußbodenhöhe der Hauptebene des neuen Bahnhofs wurde wesentlich von der Lage der bestehenden Fußgängerunterführung bestimmt, die beibehalten wurde. Da der Bahnhof teilweise in einem ehemaligen Flussbett des Mains errichtet wurde, gibt es immer wieder, besonders aber nach Gewitterregen, Probleme mit eindringendem Wasser. Der den Fahrgästen zugängliche Teil des Empfangsgebäudes wurde nach Aufgabe der Gepäck- und Expressgutbeförderung Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts grundlegend umgestaltet.

Anbindung[Bearbeiten]

Hanau ist ein zentraler Knotenpunkt im Eisenbahnnetz, dessen Bahnhof sechs Strecken verknüpft. Es treffen hier aufeinander die

Betrieb[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

ICE-Ausfahrt

Der Hanauer Hauptbahnhof ist bei der Deutschen Bahn als Bahnhof der Kategorie 2 eingestuft. Über mehrere Fernverbindungen via ICE & IC ist die Stadt mit einem großen Teil Deutschlands sowie einigen Städten im Ausland verbunden.

Linie Strecke Taktfrequenz
ICE 11 Berlin HbfBraunschweig HbfHildesheim HbfKassel-WilhelmshöheHanau HbfFrankfurt (Main) HbfMannheim HbfStuttgart HbfMünchen Hbf 2-Stunden-Takt
ICE 12 Berlin Hbf – Braunschweig Hbf – Hildesheim Hbf – Kassel-Wilhelmshöhe – Hanau Hbf – Frankfurt (Main) Hbf – Mannheim Hbf – Karlsruhe HbfFreiburg (Brsg) HbfBasel Bad BfBasel SBB 2-Stunden-Takt
ICE 31 IC 31 (Kiel Hbf –) Hamburg HbfOsnabrück HbfDortmund HbfDuisburg HbfKöln HbfKoblenz Hbf – Frankfurt (Main) Hbf – Hanau HbfWürzburg HbfNürnberg HbfPassau Hbf (– Linz HbfWien Westbf) Einzelne Züge
ICE 91 Frankfurt (Main) Hbf – Hanau Hbf – Würzburg Hbf – Nürnberg Hbf – Passau Hbf – Linz Hbf – Wien Westbf 2-Stunden-Takt

Nahverkehr[Bearbeiten]

Zug der Odenwaldbahn wartet im Bahnhof

Hanau ist über mehrere RegionalExpress- und RegionalBahn-Linien mit dem Umland verbunden. Seit 1995 enden zudem die Linien S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Main am Hauptbahnhof. Am Bahnhofsvorplatz befindet sich zudem eine zentrale Bushaltestelle.

Linien
Beginn Regional RB 33
Friedberg–Hanau
Hanau Nord
Offenbach (Main) Hbf Regional RE 50
Kinzigtalbahn
Langenselbold
Offenbach (Main) Hbf Regional RB 50
Kinzigtalbahn
Wolfgang (Kr Hanau)
Offenbach (Main) Hbf Regional RE 55
Frankfurt-Bebraer Eisenbahn / Main-Spessart-Bahn
Kahl (Main)
Maintal Ost Regional RE 55
Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn
Kahl (Main)
Hanau West Regional RB 55
Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn
Großauheim (Kr Hanau)
Beginn Hessische Landesbahn RB 56
Kahlgrundbahn
Großauheim (Kr Hanau)
Offenbach (Main) Hbf Regional RE 64
Odenwaldbahn
Hainburg Hainstadt
Beginn Regional RB 64
Odenwaldbahn
Hanau Klein-Auheim
S-Bahn Rhein-Main
Vorherige Station Linie Nächste Station
Steinheim (Main)
← Wiesbaden Hbf
S8 Endstation
Steinheim (Main)
← Wiesbaden Hbf
S9 Endstation

Veränderungen[Bearbeiten]

Zum Fahrplanwechsel 2005/2006 wurde Hanau von der ICE-Verbindung Ruhrgebiet–Rhein/Main–Nürnberg/München, die von der neuen ICE-3-Generation befahren wird, größtenteils abgekoppelt. Die Begründung – laut Deutscher Bahn – war nicht die mangelnde Wirtschaftlichkeit, sondern bauliche Bedingungen. Da am Bahnhof erst ein Umbau erfolgt war und die Deutsche Bahn ihre Entscheidung nicht mit den zuständigen Behörden absprach, brachte ihr das harsche Kritik seitens der Stadtverwaltung und der Politik ein.

Ein Fortschritt hingegen war die Modernisierung der Odenwaldbahn (RMV-Linie 64), die die Anzahl der Züge auf der Achse Odenwald–Frankfurt am Main deutlich steigerte und in weiteren Schritten steigern wird.

Im Zuge des Fahrplanwechsels 2006/2007 erhielt der Hanauer Hauptbahnhof eine Vielzahl neuer Fernverkehrsverbindungen:

  • stündliche ICE-Anbindungen nach Berlin (bisher alle 2 Stunden),
  • in der Gegenrichtung jede Stunde abwechselnd in die Schweiz oder nach München eine ICE-Anbindung
  • einzelne zusätzliche IC-Verbindungen, unter anderem nach Berlin und Halle an der Saale
  • Halt größtenteils aller ICE-, IC- und EC-Züge der Achse (Hamburg-Bremen-)Ruhrgebiet–Köln–Bonn-Frankfurt–Hanau–Nürnberg (im Zweistundentakt) und teilweisen Verlängerungen Richtung Passau–Wien–Budapest (zwei EC-Zugpaare) oder Mittenwald–Seefeld in Tirol (IC-Zugpaar 328/329).

Planungen[Bearbeiten]

Bahndiensttriebwagen 725/726 002; oft auf einem Nebengleis abgestellt

Eine S-Bahn-Linie soll vom Frankfurter Innenstadttunnel und dem Frankfurter Ostbahnhof kommend als Nordmainische S-Bahn bis Hanau geführt werden. Vorbereitende Arbeiten dafür haben begonnen. Da mit diesem Ausbau künftig deutlich mehr Züge in Hanau enden sollen als bisher, soll die Anzahl der Gleise erhöht werden. Neben einem neuen Bahnsteig 1a soll es in Zukunft auch ein zusätzliches Gleis 8 und ein Gleis 100 geben. Barrierefreiheit soll auf allen Bahnsteigen durch den Einbau von Aufzügen geschaffen werden, zudem soll der Bahnhof grundlegend modernisiert und optisch verschönert werden.[3]

Unfälle[Bearbeiten]

  • Am 14. November 1884 fuhr bei Hanau ein Personenzug auf einen Güterzug auf. Ein aus der Gegenrichtung kommender zweiter Güterzug fuhr in die Trümmer. 22 Personen starben bei dem Unfall, 26 wurden verletzt.
  • Und bereits am folgenden Tag, dem 15. November 1884, wurde der gemischte Zug Gmp 718 von Friedland durch eine falsch gestellte Weiche im Bahnhof auf das Verbindungsgleis zur Südseite des Bahnhofs geleitet, wo er auf einen weiteren Güterzug auffuhr. 5 Verletzte waren die Folge.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Schack: Neue Bahnhöfe – Die Empfangsgebäude der Deutschen Bundesbahn 1948 bis 1973. Neddermeyer Verlag Bernd, 2004. ISBN 3-933254-49-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanau Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Artikel der Frankfurter Rundschau
  2. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, Änderung von Bahnhofsnamen
  3. Hauptbahnhof Hanau braucht mehr Gleise. Barrierefreiheit und Modernisierung des Eingangsgebäudes. In: Main-Netz, 18. März 2014. Abgerufen am 18. März 2014.
  4. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 69; Erwin Rückriegel: Eisenbahnunglück am 14. November 1884 bei Hanau und seine Folgen für die Beteiligten. In: Grindaha [Zeitschrift des Geschichtsvereins Gründau] 15 (2005), S. 13-16 (16).