Hanau Hauptbahnhof
| Hanau Hbf | |
|---|---|
| Bahnhofsvorplatz | |
| Daten | |
| Kategorie | 2 |
| Betriebsart | Kreuzungsbahnhof |
| Bauform | ehem. Inselbahnhof |
| Bahnsteiggleise | 11 |
| Reisende/Tag | etwa 20.000 [1] |
| Abkürzung | FH |
| Webadresse | www.bahnhof.de |
| Lage | |
| Stadt | Hanau |
| Land | Hessen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 50° 7′ 17″ N, 8° 55′ 47″ O50.1213888888898.9297222222222Koordinaten: 50° 7′ 17″ N, 8° 55′ 47″ O |
| Eisenbahnstrecken | |
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|
| Bahnhöfe in Hessen | |
Der Hanauer Hauptbahnhof bildet den Hauptschnittpunkt des Schienenverkehrs im östlichen Rhein-Main-Gebiet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Anbindung
Hanau ist ein zentraler Knotenpunkt im Eisenbahnnetz, dessen Bahnhof sechs Strecken verknüpft. Es treffen hier aufeinander die
- Hanauer Bahn (Hanau–Maintal–Frankfurt)
- Main-Spessart-Bahn (Hanau–Kahl–Aschaffenburg)
- Frankfurt-Bebraer Eisenbahn
- östliche Richtung: Kinzigtalbahn, Hanau–Fulda–Göttingen
- westliche Richtung: Offenbach am Main–Frankfurt am Main, auch südmainische S-Bahn
- Bahnstrecke Friedberg–Hanau nach Friedberg
- Odenwaldbahn (Hanau–Groß-Umstadt Wiebelsbach–Eberbach)
[Bearbeiten] Entwicklung
Der heutige Hanauer Hauptbahnhof wurde im Zuge der Bebra-Hanauer Bahn als vorläufiger Endbahnhof Hanau Ost errichtet und am 1. Mai 1867 eröffnet. Funktionaler Vorgänger des Bahnhofs war der 1848 als Kopfbahnhof eröffnete Endpunkt der Frankfurt-Hanauer Eisenbahn-Gesellschaft, der sich westlich der Innenstadt an der Stelle des heutigen Haltepunktes Hanau West befand.
Der Hanau Ost war der Verküpfungsbahnhof zwischen der Main-Spessart-Bahn, die als Verlängerung der Bahnstrecke Frankfurt–Hanau nach Aschaffenburg gebaut worden war und der Strecke nach Bebra. Seine Lage ergab sich aus der geplanten Querung des Mains nach Steinheim und der anschließenden Trassierung südlich des Mains weiter nach Frankfurt. Gleichzeitig wurde das Bahnbetriebswerk Hanau am Heideäcker errichtet. Hanau Ost erhielt ein Empfangsgebäude, das als Inselbahnhof zwischen der Strecke Richtung Fulda (nördliche Gleise) und der Strecke nach Aschaffenburg (südliche Gleise) errichtet wurde.
Die durch den Zwangspunkt der Main-Querung vorgegebene Lage des Bahnhofs erklärt, warum er so weit vom Stadtzentrum errichtet wurde, was noch heute erhebliche Probleme für den ÖPNV in Hanau mit sich bringt, der zwei Zentren bedienen muss: Den Hauptbahnhof und den innerstädtischen Busknoten Freiheitsplatz. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bahnhof durch eine Straßenbahnlinie der Hanauer Straßenbahn bedient.
Am 15. Mai 1927 wurde der "Bahnhof Hanau Ost" in "Hanau Hauptbahnhof" umbenannt.[2]
Das erste Empfangsgebäude wurde 1966 abgerissen und durch ein nördlich der Gleisanlagen liegendes Empfangsgebäude mit einem großzügigen Bahnhofsvorplatz ersetzt. Die ursprüngliche Lage als Inselbahnhof ist heute noch an der Gleisnummerierung und der Straßenanbindung des zwischen den Gleisen gelegenen Park-and-ride Parkplatzes zu erkennen. Die Fußbodenhöhe der Hauptebene des neuen Bahnhofs wurde wesentlich von der Lage der bestehenden Fußgängerunterführung bestimmt, die beibehalten wurde. Da der Bahnhof teilweise in einem ehemaligen Flussbett des Mains errichtet wurde, gibt es immer wieder, besonders aber nach Gewitterregen, Probleme mit eindringendem Wasser. Der den Fahrgästen zugängliche Teil des Empfangsgebäudes wurde nach Aufgabe der Gepäck- und Expressgutbeförderung Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts grundlegend umgestaltet.
[Bearbeiten] Betrieb
[Bearbeiten] Fernverkehr
Der Hanauer Hauptbahnhof ist bei der Deutschen Bahn als Bahnhof der Kategorie 2 eingestuft. Über mehrere Fernverbindungen via ICE & IC ist die Stadt mit einem großen Teil Deutschlands sowie einigen Städten im Ausland verbunden.
| Linie | Strecke | Taktfrequenz |
|---|---|---|
| ICE 11 | Berlin Hbf – Hildesheim Hbf – Kassel-Wilhelmshöhe – Hanau Hbf – Frankfurt (Main) Hbf – Mannheim Hbf – Stuttgart Hbf – München Hbf | 2-Stunden-Takt |
| ICE 12 | Berlin Hbf – Hildesheim Hbf – Kassel-Wilhelmshöhe – Hanau Hbf – Frankfurt (Main) Hbf – Mannheim Hbf – Karlsruhe Hbf – Freiburg (Brsg) Hbf – Basel Bad Bf – Basel SBB | 2-Stunden-Takt |
| ICE 31 IC 31 | (Kiel Hbf –) Hamburg Hbf – Osnabrück Hbf – Dortmund Hbf – Duisburg Hbf – Köln Hbf – Koblenz Hbf – Frankfurt (Main) Hbf – Hanau Hbf – Würzburg Hbf – Nürnberg Hbf – Passau Hbf (– Linz Hbf – Wien Westbf) | Einzelne Züge |
| ICE 91 | Frankfurt (Main) Hbf – Hanau Hbf – Würzburg Hbf – Nürnberg Hbf – Passau Hbf - Linz Hbf - Wien Westbf | 2-Stunden-Takt |
[Bearbeiten] Nahverkehr
Hanau ist über mehrere RegionalExpress- und RegionalBahn-Linien mit dem Umland verbunden. Seit 1995 enden zudem die Linien S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Main am Hauptbahnhof. Am Bahnhofsvorplatz befindet sich zudem eine zentrale Bushaltestelle.
Siehe auch: Nahverkehr in Hanau
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←
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Linien |
→
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|---|---|---|---|---|
| Beginn | Friedberg–Hanau |
Hanau Nord | ||
| Offenbach (Main) Hbf | Kinzigtalbahn |
Langenselbold | ||
| Offenbach (Main) Hbf | Kinzigtalbahn |
Wolfgang (Kr Hanau) | ||
| Offenbach (Main) Hbf | Frankfurt-Bebraer Eisenbahn / Main-Spessart-Bahn |
Kahl (Main) | ||
| Maintal Ost | Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn |
Kahl (Main) | ||
| Hanau West | Frankfurt–Maintal–Hanau / Main-Spessart-Bahn |
Großauheim (Kr Hanau) | ||
| Beginn | Kahlgrundbahn |
Großauheim (Kr Hanau) | ||
| Offenbach (Main) Hbf | Odenwaldbahn |
Hainburg Hainstadt | ||
| Beginn | Odenwaldbahn |
Hanau Klein-Auheim | ||
| S-Bahn Rhein-Main | ||
| Vorherige Station | Linie | Nächste Station |
|---|---|---|
| Steinheim (Main) ← Wiesbaden Hbf |
Endstation | |
| Steinheim (Main) ← Wiesbaden Hbf |
Endstation | |
[Bearbeiten] Veränderungen
Zum Fahrplanwechsel 2005/2006 wurde Hanau von der ICE-Verbindung Ruhrgebiet–Rhein/Main–Nürnberg/München, die von der neuen ICE-3-Generation befahren wird, größtenteils abgekoppelt. Die Begründung – laut Deutscher Bahn – war nicht mangelnde Wirtschaftlichkeit, sondern bauliche Bedingungen. Da am Bahnhof erst ein Umbau erfolgt war und die Deutsche Bahn ihre Entscheidung nicht mit den zuständigen Behörden absprach, brachte ihr das harsche Kritik seitens der Stadtverwaltung und der Politik ein.
Ein Fortschritt hingegen war die Modernisierung der Odenwaldbahn (RMV-Linie 64), die die Anzahl der Züge auf der Achse Odenwald–Frankfurt am Main deutlich steigerte und in weiteren Schritten steigern wird.
Im Zuge des Fahrplanwechsels 2006/2007 erhielt der Hanauer Hauptbahnhof eine Vielzahl neuer Fernverkehrsverbindungen:
- stündliche ICE-Anbindungen nach Berlin (bisher alle 2 Stunden),
- in der Gegenrichtung jede Stunde abwechselnd in die Schweiz oder nach München eine ICE-Anbindung
- einzelne zusätzliche IC-Verbindungen, unter anderem nach Berlin und Halle an der Saale
- Halt größtenteils aller ICE-, IC- und EC-Züge der Achse (Hamburg-Bremen-)Ruhrgebiet–Köln-Bonn-Frankfurt-Hanau–Nürnberg (im Zweistundentakt) und teilweisen Verlängerungen Richtung Passau–Wien–Budapest (zwei EC-Zugpaare) oder Mittenwald–Seefeld in Tirol (IC-Zugpaar 328/329).
[Bearbeiten] Planungen
Der Hanauer Hauptbahnhof besitzt noch Potenziale, die zum Ausbau der Kinzigtalbahn, den Bau der Nordmainischen S-Bahn und der Verlängerungen der S-Bahn nach Wächtersbach genutzt werden können. Verschiedene Überlegungen zur Weiterentwicklung des schienengebundenen Nahverkehrs um Hanau existieren derzeit:
- Es ist ein Ersatz für die SE-Linie 50 sowie die RB-Linie 55 durch eine S-Bahn im Gespräch. Dabei soll die S-Bahn-Linie S8 nach Wächtersbach und die S-Bahn-Linie S9 nach Aschaffenburg verlängert werden.
- Eine S-Bahn-Linie soll vom Frankfurter Innenstadttunnel und dem Frankfurter Ostbahnhof kommend als Nordmainische S-Bahn bis Hanau geführt werden.
[Bearbeiten] Unfälle
Am 14. November 1884 fuhr bei Hanau ein Personenzug auf einen Güterzug auf. Ein aus der Gegenrichtung kommender zweiter Güterzug fuhr in die Trümmer. 22 Personen starben bei dem Unfall, 26 wurden verletzt. Ursache war eine unterlassene telegraphische Zugmeldung.
Am 8. November 1900 fuhr bei dichtem Nebel ein Personenzug nach Offenbach am Main kurz hinter Hanau auf den D 42 Berlin–Frankfurt (Main). 12 Tote und 4 Verletzte waren die Folge des Unfalls. Der D 42 hatte ein Halt zeigendes Blocksignal überfahren. Der Lokführer hatte das im Vorbeifahren bemerkt, bremste und drückte den Zug hinter das Blocksignal zurück. Der Blockwärter nahm an, dass der D-Zug weitergefahren sei und gab den Block für den nachfolgenden Personenzug frei. Wegen des Nebels erkannte die Beteiligten die Situation zu spät. Die beiden letzten Wagen des D-Zuges wurden zerstört, fingen Feuer und brannten aus.
Am 27. April 1954 überfuhr ein von der Odenwaldbahn kommender Personenzug nach der Ausfahrt aus dem Hanauer Hauptbahnhof ein „Halt“ zeigendes Signal, das die Einfahrt der südlichen in die nördlichen, auf die Steinheimer Mainbrücke führenden Gleise, sperrte. Der mit 20 Minuten Verspätung aus der Gegenrichtung kommende „Skandinavien-Express“, der sich auf dem Weg von Basel nach Großenbrode Kai befand, passierte die Brücke zur gleichen Zeit. Die Lokomotive des Personenzugs fuhr in die Flanke des „Skandinavien-Express“, dessen Lokomotive vom Bahndamm stürzte. Deren Zugpersonal hatte die Katastrophe kommen sehen und noch eine Notbremsung eingeleitet. Der Zug fuhr zum Unfallzeitpunkt aber immer noch ca. 60 km/h. Die der Lokomotive nachfolgenden Wagen des Schnellzuges, ein Speisewagen und ein Packwagen, wurden zertrümmert, die folgenden Wagen schwer beschädigt. Eine Reisende, der Zugführer und zwei Schaffner des Schnellzuges starben. Darüber hinaus gab es 97 Verletzte. Lokführer und Heizer der umgestürzten Lokomotive sprangen vor dem Zusammenstoß ab, blieben weitestgehend unverletzt und konnten noch den Dampf aus der umgestürzten Lokomotive ablassen, um eine drohende Kesselexplosion zu verhindern.
[Bearbeiten] Literatur
- Martin Schack: Neue Bahnhöfe – Die Empfangsgebäude der Deutschen Bundesbahn 1948 bis 1973. Neddermeyer Verlag Bernd, 2004. ISBN 3-933254-49-3
[Bearbeiten] Weblinks
- Gleise in Serviceeinrichtungen (PDF) der Deutschen Bahn AG (PDF; 314 kB)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
Darmstadt Hauptbahnhof | Frankfurt (Main) Hauptbahnhof | Hanau Hauptbahnhof | Kassel Hauptbahnhof | Offenbach (Main) Hauptbahnhof | Wiesbaden Hauptbahnhof