Handball-Weltmeisterschaft

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Dieser Artikel behandelt die Handball-Weltmeisterschaften der Männer. Siehe auch Handball-Weltmeisterschaft der Frauen und zu weiteren Wettbewerben Handball-Weltmeisterschaft (Begriffsklärung).
Handball-Weltmeisterschaft der Männer
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Voller Name IHF Men's World Championship
Verband IHF
Erstaustragung 1938
Mannschaften 24
Spielmodus Rundenturnier

(8 Gruppen à 4 Teams)
K.-o.-System (ab Achtelfinale)

Titelträger SpanienSpanien Spanien
Rekordsieger SchwedenSchweden Schweden
Website www.ihf.infoVorlage:InfoboxHandballwettbwerb/Wartung/Webseite

Die Handball-Weltmeisterschaft der Männer (offiziell: IHF Men's World Championship) ist ein Handballturnier zur Ermittlung der besten Handballnationalmannschaft der Welt. Veranstalter ist die International Handball Federation (IHF). Erstmals wurden 1938 Weltmeisterschaften für Männer im Feldhandball und im Hallenhandball ausgetragen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fanden die beiden Turniere in unregelmäßigen Abständen, meist alle drei oder vier Jahre statt. Die letzte Feldhandball-Weltmeisterschaft wurde 1966 in Österreich ausgetragen. Seit 1993 wird das Turnier alle zwei Jahre veranstaltet.

Der aktuelle Handballweltmeister in der Halle ist Spanien. Die Mannschaft konnte sich 2013 vor heimischen Publikum im Finale gegen die Auswahl von Dänemark erfolgreich durchsetzen und erspielte sich so ihren zweiten Weltmeistertitel. Die nächste Handball-WM der Männer findet 2015 in Katar statt.[1]

Die Turniere im Überblick[Bearbeiten]

Den ersten Weltmeistertitel im Hallenhandball sicherte sich 1938 das damalige Deutsche Reich. Wiederaufgenommen wurden die Weltmeisterschaftstuniere erst wieder nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Bei der WM 1954 gewann Gastgeberland Schweden die Weltmeisterschaft. Bis zur Wende 1989 gelang es der Bundesrepublik einmal, den Weltmeistertitel zu erringen. Deutschland wurde bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land zuletzt 2007 Weltmeister. Dieser Titelgewinn unter Trainer Heiner Brand wurde in den Medien als „Wintermärchen“ bezeichnet. Mit insgesamt vier Weltmeistertiteln, drei zweiten Plätzen und vier dritten Plätzen führt die schwedische Mannschaft die Rangliste im Männerhandball an.

Jahr Austragungsland Weltmeister Ergebnis Vize-Weltmeister Dritter
1938
Details
Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich Deutsches Reich NSDeutsches Reich (NS-Zeit) Deutsches Reich 5:4A OsterreichÖsterreich Österreich SchwedenSchweden Schweden
1954
Details
SchwedenSchweden Schweden SchwedenSchweden Schweden 17:14 Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR
1958
Details
Deutschland Demokratische Republik 1949Deutsche Demokratische Republik Deutsche Demokratische Republik SchwedenSchweden Schweden 22:12 TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft Deutschland
1961
Details
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland Rumänien 1952Rumänien Rumänien 9:8 n.2 V. TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR SchwedenSchweden Schweden
1964
Details
TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei Rumänien 1952Rumänien Rumänien 25:22 SchwedenSchweden Schweden TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei
1967
Details
SchwedenSchweden Schweden TschechoslowakeiTschechoslowakei ČSSR 14:11 DanemarkDänemark Dänemark RumänienRumänien Rumänien
1970
Details
FrankreichFrankreich Frankreich Rumänien 1965Rumänien Rumänien 13:12 n.2 V. Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
1974
Details
Deutschland Demokratische Republik 1949DDR Deutsche Demokratische Republik Rumänien 1965Rumänien Rumänien 14:12 Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
1978
Details
DanemarkDänemark Dänemark Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland BR Deutschland 20:19 Sowjetunion 1955Sowjetunion UdSSR Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
1982
Details
Deutschland BundesrepublikBundesrepublik Deutschland Bundesrepublik Deutschland SowjetunionSowjetunion UdSSR 30:27 n.V. Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien PolenPolen Polen
1986
Details
SchweizSchweiz Schweiz Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien 24:22 Ungarn 1957Ungarn Ungarn Deutschland Demokratische Republik 1949DDR DDR
1990
Details
TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei SchwedenSchweden Schweden 27:23 SowjetunionSowjetunion UdSSR RumänienRumänien Rumänien
1993
Details
SchwedenSchweden Schweden Russland 1991Russland Russland 28:19 FrankreichFrankreich Frankreich SchwedenSchweden Schweden
1995
Details
IslandIsland Island FrankreichFrankreich Frankreich 23:19 KroatienKroatien Kroatien SchwedenSchweden Schweden
1997
Details
JapanJapan Japan RusslandRussland Russland 23:21 SchwedenSchweden Schweden FrankreichFrankreich Frankreich
1999
Details
AgyptenÄgypten Ägypten SchwedenSchweden Schweden 25:24 RusslandRussland Russland Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
2001
Details
FrankreichFrankreich Frankreich FrankreichFrankreich Frankreich 28:25 n.V. SchwedenSchweden Schweden Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien
2003
Details
PortugalPortugal Portugal KroatienKroatien Kroatien 34:31 DeutschlandDeutschland Deutschland FrankreichFrankreich Frankreich
2005
Details
TunesienTunesien Tunesien SpanienSpanien Spanien 40:34 KroatienKroatien Kroatien FrankreichFrankreich Frankreich
2007
Details
DeutschlandDeutschland Deutschland DeutschlandDeutschland Deutschland 29:24 PolenPolen Polen DanemarkDänemark Dänemark
2009
Details
KroatienKroatien Kroatien FrankreichFrankreich Frankreich 24:19 KroatienKroatien Kroatien PolenPolen Polen
2011
Details
SchwedenSchweden Schweden FrankreichFrankreich Frankreich 37:35 n.V DanemarkDänemark Dänemark SpanienSpanien Spanien
2013
Details
SpanienSpanien Spanien SpanienSpanien Spanien 35:19 DanemarkDänemark Dänemark KroatienKroatien Kroatien
2015
Details
KatarKatar Katar –:–
2017
Details
FrankreichFrankreich Frankreich –:–
2019
Details
DanemarkDänemark Dänemark/DeutschlandDeutschland Deutschland –:–
A Bei der Weltmeisterschaft 1938 wurde der Titel nicht in einem Finalspiel entschieden, sondern in einer Gruppe mit vier Mannschaften, wobei jeder gegen jeden spielte. Angegeben ist das Ergebnis des direkten Aufeinandertreffens.

Rangliste[Bearbeiten]

Der Handball-Weltpokal für Männer
Rang Land Weltmeister Zweiter Dritter Total
1. SchwedenSchweden Schweden 4 3 4 11
2. FrankreichFrankreich Frankreich 4 1 3 8
3. RumänienRumänien Rumänien 4 - 2 6
4. DeutschlandDeutschland Deutschland B 3 4 3 10
5. RusslandRussland Russland/SowjetunionSowjetunion UdSSR 3 3 - 6
6. SpanienSpanien Spanien 2 - 1 3
7. KroatienKroatien Kroatien 1 3 1 5
8. TschechoslowakeiTschechoslowakei Tschechoslowakei 1 2 2 5
9. Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Jugoslawien C 1 1 4 6
10. DanemarkDänemark Dänemark - 3 1 4
11. PolenPolen Polen - 1 2 3
12. UngarnUngarn Ungarn - 1 - 1
OsterreichÖsterreich Österreich - 1 - 1
Gesamt 23 23 23 69
B einschließlich Bundesrepublik Deutschland, DDR, gesamtdeutsche Mannschaft (1958), Deutsches Reich
C einschließlich Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien (bis 1992)

Die besten Acht bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

Nr. Jahr 1. Platz 2. Platz 3. Platz 4. Platz 5. Platz 6. Platz 7. Platz 8. Platz
1 1938 Deutsches Reich Österreich Schweden Dänemark nicht belegt nicht belegt nicht belegt nicht belegt
2 1954 Schweden BR Deutschland ČSR Schweiz Dänemark Frankreich nicht belegt nicht belegt
3 1958 Schweden ČSR Deutschland Dänemark Polen Norwegen Ungarn Jugoslawien
4 1961 Rumänien ČSSR Schweden Deutschland Dänemark Island Norwegen Frankreich
5 1964 Rumänien Schweden ČSSR BR Deutschland UdSSR Jugoslawien Dänemark Ungarn
6 1967 ČSSR Dänemark Rumänien UdSSR Schweden BR Deutschland Jugoslawien Ungarn
7 1970 Rumänien DDR Jugoslawien Dänemark BR Deutschland Schweden ČSSR Ungarn
8 1974 Rumänien DDR Jugoslawien Polen UdSSR ČSSR Ungarn Dänemark
9 1978 BR Deutschland UdSSR DDR Dänemark Jugoslawien Polen Rumänien Schweden
10 1982 UdSSR Jugoslawien Polen Dänemark Rumänien DDR BR Deutschland Spanien
11 1986 Jugoslawien Ungarn DDR Schweden Spanien Island BR Deutschland Dänemark
12 1990 Schweden UdSSR Rumänien Jugoslawien Spanien Ungarn ČSSR DDR
13 1993 Russland Frankreich Schweden Schweiz Spanien Deutschland ČSSR Island
14 1995 Frankreich Kroatien Schweden Deutschland Russland Ägypten Schweiz Tschechien
15 1997 Russland Schweden Frankreich Ungarn Island Ägypten Spanien Südkorea
16 1999 Schweden Russland Jugoslawien Spanien Deutschland Frankreich Ägypten Kuba
17 2001 Frankreich Schweden Jugoslawien Ägypten Spanien Russland Ukraine Deutschland
18 2003 Kroatien Deutschland Frankreich Spanien Russland Ungarn Island Jugoslawien
19 2005 Spanien Kroatien Frankreich Tunesien Serbien/Mtgro. Griechenland Norwegen Russland
20 2007 Deutschland Polen Dänemark Frankreich Kroatien Russland Spanien Island
21 2009 Frankreich Kroatien Polen Dänemark Deutschland Ungarn Schweden Serbien
22 2011 Frankreich Dänemark Spanien Schweden Kroatien Island Ungarn Polen
23 2013 Spanien Dänemark Kroatien Slowenien Deutschland Frankreich Russland Ungarn
  • Bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1961 trat eine gesamtdeutsche Mannschaft an.
WM-Titel für eine deutsche Mannschaft

Deutsche, österreichische und Schweizer Platzierungen bei Weltmeisterschaften[Bearbeiten]

1938 54 58 61 64 67 70 74 78 82 86 90 93 95 97 99 2001 03 05 07 09 11 13 15
BR Deutschland - 2 - - 4 6 5 9 1 7 7 n.q. - - - - - - - - - - - -
DDR - - - - 9 9 2 2 3 6 3 8 - - - - - - - - - - - -
Deutschland 1 - 3 4 - - - - - - - - 6 4 n.q. 5 8 2 9 1 5 11 5
Österreich 2 - V - - - - - - - - - 14 n.q. - - - - - - - 18 -
Schweiz - 4 - V V V V - - 12 11 13 4 7 - - - - - - - - - n.q.
  • Bei den Weltmeisterschaften 1958 und 1961 trat eine gesamtdeutsche Mannschaft an.
  • n.t. = nicht teilgenommen; n.q. = nicht qualifiziert; V = in der Vorrunde ausgeschieden (ohne Platzierung)

Teilnehmerübersicht[Bearbeiten]

B- und C-Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

Als Qualifikationsturniere für die Handball-Weltmeisterschaft fanden von 1977 bis 1992 B- und C-Weltmeisterschaften statt, deren Erst- und Zweitplatzierte in die nächsthöhere Division auf- und deren beide Letztplatzierte in die niedrigere Gruppe abstiegen:

  • B-WM für Männer in den ungeraden Jahren von 1977 bis 1989 sowie 1992,
  • C-WM für Männer in den geraden Jahren von 1976 bis 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Handball-Weltmeisterschaft der Männer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://handballwm.net/