Handpuppe

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Handpuppen bestehen meist aus einem Kopf, in den der Zeigefinger gesteckt wird, und einem Kleid, unter dem die ganze Hand verschwindet. Die Arme sind in der Regel stummelartig und werden mit Daumen und kleinem Finger gespielt, seltener werden Handpuppen mit Beinen gefertigt. Bei Tierpuppen hält man Daumen und die übrigen Finger so, dass das Tier das Maul auf- und zuklappen kann.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handpuppenspiel als Kunstform

Handpuppe Kasper mit Beinen...

Egal ob es der Mister Punch in England ist, die Figur des Pulcinella aus der italienischen Commedia dell'arte oder auch der Hans Wurst, Kasper oder auch Kasperl des deutschen Sprachraums - die typisierten Charakterzüge dieser bekannten Hauptfiguren sind sich sehr ähnlich: es ist überall der ziemlich schlaue, humorvolle und witzige kleine, einfache Mann von der Straße, der nicht zimperlich ist und sich mit wachem Verstand und manchmal auch mit raffinierter List seiner Haut durchaus zu wehren weiß und damit dem Zuschauer zeigt, wie man sich einigermaßen gut durchs Leben schlägt.

Die Figuren rund um den „Kasper“ des Kasperletheaters sind zumeist Handpuppen - entsprechend weithin bekannt. Die Klassiker heißen Kasper, Seppel (sein Freund), Wachtmeister, Teufel, Krokodil, Großmutter, Hexe und Prinzessin. Puppenspieler stellen ihre Handpuppen meist in Handarbeit selbst her oder lassen sie von speziellen Bildhauern - die bekanntesten unter ihnen sind wahrscheinlich Theo Eggink, Till de Kock, Fritz Herbert Bross und Jürgen Maaßen - individuell fertigen. Die gekonnte Führung der Handpuppe wird häufig unterschätzt und bedarf einer geduldigen Anleitung und viel Übung. Berühmte künstlerische Handpuppenspieler waren unter anderem Max Jacob, Rudolf Fischer, Friedrich Arndt, Wolfgang Buresch, Gerd J. Pohl, Alfredo Bannenberg, Jo Micovich, Heinrich Maria Denneborg, Oswald Hempel, Heinz Fülfe, Paul Hölzig und Walter Büttner.

[Bearbeiten] Handpuppen als Spielzeug und im pädagogischen Einsatz

Einfache Handpuppe, hergestellt aus einem Strumpf

Handpuppen als Kinderspielzeug gibt es in höchst unterschiedlicher Qualität im Fachhandel.

Sockenpuppen sind aus Strümpfen mit Wollresten und Pappe hergestellte Handpuppen, die auch den Mund bewegen und Grimassen schneiden und aufgrund ihrer sehr einfachen Herstellungsweise bereits von älteren Kindergartenkindern und Grundschülern gebastelt werden können.

Außerhalb vom künstlerischen Einsatz bzw. als Kinderspielzeug sind sie manchmal Maskottchen und können in Rollenspielen wertvolle Hilfe bei der Psychotherapie insbesondere bei jüngeren und etwas älteren Menschen leisten. Ein Beispiel in der Grundschule eingesetzter Handpuppen sind Fara und Fu oder der Quiesel.

[Bearbeiten] Berühmte Handpuppen

Seit der Ming-Dynastie sind Handpuppen auch im Chinesischen Puppentheater vertreten.

[Bearbeiten] Literatur

  • Jo Micovich: Das 1x1 des Handpuppenspiels, Wuppertal 1977
  • Friedrich Arndt: Das Handpuppenspiel, Kassel 1965 (4. Auflage)
  • Leo Weismantel: Werkbuch der Puppenspiele, Frankfurt/Main 1924
  • Ernst Lehmann: Das Handpuppen-Spiel, Potsdam 1934
  • Johannes Minuth: Das Kaspertheater und seine Entwicklungsgeschichte - Vom Possentreiben zur Puppenspielkunst, Nold, Frankfurt/Main 1996 ISBN 3-922220-75-4
  • P. K. Steinmann: Die Theaterfigur auf der Hand - Grundlagen und Praxis, Nold, Frankfurt/Main 2005, ISBN 978-3-935011-55-6

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Sockenpuppen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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