Handspiel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff Handspiel wird im Sport und im Kartenspiel in unterschiedlichen Bedeutungen verwendet.

Handspiel im Fußball[Bearbeiten]

Das Handspiel beim Fußball (schweiz., österr.: Hands) ist ein Regelverstoß, der mit direktem Freistoß – bei Begehen im eigenen Strafraum mit Elfmeter – für die gegnerische Mannschaft geahndet wird.

Definition des Verstoßes und dessen Ahndung[Bearbeiten]

Handspiel bezeichnet dabei das Spielen des Balles mit dem Arm oder der Hand, „Hand“ ist hier also der gesamte Arm unterhalb der Schulter. Mit den oben genannten Maßnahmen wird vom Fußballschiedsrichter nur das „absichtliche Handspiel“ geahndet, das dadurch charakterisiert ist, dass der Spieler gezielt seinen Arm bzw. seine Hand in der Absicht zum Ball hinbewegt, diesen mit der Hand zu spielen. Ungeahndet bleibt hingegen das „unbeabsichtigte Handspiel“, wenn der Ball zufällig an die Hand springt. Dabei ist entscheidend, dass mit dem Arm eine „natürliche“, d. h. eine dem fußballspezifischen Bewegungsablauf entsprechende Bewegung ausgeführt wurde. Nicht entscheidungsrelevant ist dagegen, ob der Spieler durch das unbeabsichtigte Handspiel objektiv einen Vorteil erlangt hat. Entgegen häufig geäußerten Ansichten war und ist auch die sogenannte „Schutzhand“, also der Gebrauch der Hand zum Schutz eines empfindlichen Körperteils (z. B. Kopf) vor dem Ball, als absichtliches Handspiel zu werten.[1]

Zusätzlich zum Freistoß bzw. Elfmeter kann – je nach Schwere des Verstoßes – gegen den das Handspiel begehenden Spieler auch noch eine persönliche Strafe (Verwarnung oder Feldverweis) ausgesprochen werden. So wird zum Beispiel in der Regel ein Abwehrspieler, der auf der Torlinie stehend einen Ball durch Handspiel abwehrt, der ansonsten ins Tor gegangen wäre, mit einer Roten Karte bestraft.

Eines der legendärsten Handspiele ist das bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko praktizierte Handspiel von Diego Maradona im Viertelfinale gegen England. Maradona selbst bezeichnete es als „die Hand Gottes“.[2]

Torwart[Bearbeiten]

Hauptartikel: Torwartregeln

Der Torwart darf im eigenen Strafraum die Hände benutzen, außerhalb desselben nicht.

Handspiel beim Kartenspiel[Bearbeiten]

Ebenfalls gibt es den Begriff Handspiel bei verschiedenen Kartenspielen, wie etwa beim Skat. Er bezeichnet dort ein Spiel, bei dem die beiden verdeckt liegenden Karten (der Skat) nicht aufgenommen werden, sondern nur mit den Karten, die man auf der Hand hat, gespielt wird. Ein Handspiel ist gewagter und wird daher höher bewertet als ein normales Spiel. Auch Rommé kennt Handspiel und verdoppelt üblicherweise das Spielergebnis. Beim Bridge bezeichnet das Handspiel das Spiel des Alleinspielers, welcher auch das Blatt seines Partners, das offen auf dem Tisch liegt, bedient.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volker Roth: Wie ist das denn nun mit dem Handspiel? (PDF; 3,1 MB). DFB-Schiedsrichter Zeitung, 1/2010, S. 4ff
  2. „Es war ein bisschen Maradonas Kopf und ein bisschen die Hand Gottes.“ (span.: un poco con la cabeza de Maradona y otro poco con la mano de Dios) Spiegel Online, Maradona Celebrates 20th Anniversary of „Hand of God“ Goal, Spiegel Online International, 23. Juni 2006 (englisch).