Hanhofen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Hanhofen
Hanhofen
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Hanhofen hervorgehoben
49.3161111111118.3430555555556107Koordinaten: 49° 19′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Römerberg-Dudenhofen
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 5,8 km²
Einwohner: 2473 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 426 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67374
Vorwahl: 06344
Kfz-Kennzeichen: RP
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 010
Adresse der Verbandsverwaltung: Konrad-Adenauer-Platz 6
67373 Dudenhofen
Webpräsenz: www.hanhofen.de
Ortsbürgermeisterin: Friederike Ebli (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Hanhofen im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild

Hanhofen ist eine Ortsgemeinde im Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Römerberg-Dudenhofen an.

Geographie[Bearbeiten]

Hanhofen liegt in der Region Pfalz.

Zu Hanhofen gehören die Wohnplätze Eichenhof, Im Schnepfenstoß, Peterhof, Waldhäuser und Kreuzhof.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Wahrscheinlich wurde Hanhofen im 7. oder 8. Jahrhundert von den Franken gegründet, die erstmalige Erwähnung fand jedoch 1156 als „Heinhoven“ statt. Die heutige Schreibweise stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Kaiser Otto II. stellte das Gebiet der heutigen Gemeinde unter die Gerichtsbarkeit des Bistums Speyer, Heinrich IV. 1065 übertrug den Ort dem fürstbischöflichen Hochstift. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Hanhofen unter der Landeshoheit des Speyerer Hochstiftes, obwohl der Ort wahrscheinlich 1235 als Filiale der Pfarrei Harthausen mit vollen Lehns- und Zehntrechten an das Speyerer St. Germansstift übertragen wurden. Die Oberhoheit des Speyerer Hochstiftes wurde im 15. Jahrhundert von der Stadt Speyer streitig gemacht, deren Bürger 1417 die bischöfliche Burg Marientraut in Hanhofen zerstörten. Das Bistum konnte jedoch seine Stellung festigen, so dass die Burg wieder aufgebaut und Marientraut 1475 zum bischöflichen Unteramt, also Verwaltungssitz des Hochstifts Speyer für die umliegenden Orte, erklärt wurde.

Von 1798 bis 1814 war Hanhofen wie die gesamte Pfalz der französischen Republik angeschlossen und wurde dem Kanton Speyer im Departement Donnersberg zugeordnet. Von 1816 an gehörte der Ort zum Landkommissariat Speyer im bayerischen Rheinkreis, der 1838 in „Pfalz“ umbenannt wurde, und hier zum Bezirksamt Speyer. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Landkreis Speyer - einschließlich Hanhofen - Teil des neu gebildeten Rheinland-Pfalz. Dieser wurde 1969 dem Landkreis Ludwigshafen, seit 2003 Rhein-Pfalz-Kreis angegliedert.

Geschichte der Burg Marientraut[Bearbeiten]

Plan von Schloss Marientraut 1720

Die Burg Marientraut befand sich am Westende des Dorfes nördlich der Hauptstraße. Der erste Bau erfolgte 1414 durch den Speyerer Bischof Raban von Helmstatt zur Festigung der Ansprüche des Bistums und zur Kontrolle der Wasserquellen Speyers. Unter Verweis auf ein kaiserliches Privileg wurde diese Burg 1417 von Speyerer Bürgern zerstört, Kaiser Sigismund bestätigte jedoch die Haltung des Bischofs, so dass ab 1422 die Burg wieder aufgebaut werden konnte. 1464 bis 1471 wurde die Burg durch Bischof Matthias von Ramung mit der vierfachen Fläche weitgehend neu erbaut und mit einer turmbesetzten Mauer und einem Wassergraben geschützt. Nach der Zerstörung im Réunionskrieg ließ 1722 Bischof Damian Hugo Philipp von Schönborn auf dem Gelände der Hauptburg ein Barockschlösschen errichten. Während der französischen Besetzung 1792–1794 wurde die Burg schließlich vollständig niedergebrannt. Der nachfolgende Eigentümer des Grundstücks ließ die Ruinen abtragen. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden in den Gräben der Vorburg Fischweiher angelegt. Vom Barockschloss haben sich noch Fundamente und Umfassungsmauern an einem Hofgebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite erhalten.

Religion[Bearbeiten]

katholische Martinskirche

2013 waren 47,2 Prozent der Einwohner katholisch und 22.5 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die erste Einwohnerzahl ist erst für das Jahr 1787 bekannt, damals lebten 322 Menschen in Hanhofen. Nach dem ersten Katasterplan aus dem Jahr 1820 lässt sich ein zwischenzeitlicher Anstieg auf 500–600 Personen abschätzen. Der Umfang der Bebauung blieb bis 1925 weitgehend unverändert auf dem damaligen Stand, entsprechend änderte sich wenig an der Bevölkerungszahl. 1921 wurden 636 Einwohner gezählt, 1926 waren es etwa 700. Eine Expansion des Ortes gab es von 1925 bis zum Zweiten Weltkrieg in östlicher und südlicher Richtung. In den 1960er Jahren wurde die Schillerstraße im Süden des Ortes bebaut, ab den 1970er Jahren entstanden Neubausiedlungen im Osten. Damit setzte ein Bevölkerungszuwachs ein von etwa 1100 Einwohnern im Jahr 1960 bis zu 1599 im Jahr 1984. Im Jahr 2010 leben 2494 Menschen in Hanhofen.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Hanhofen besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU FDP WGR Gesamt
2014 9 6 1 16 Sitze
2009 8 6 2 16 Sitze
2004 6 7 1 2 16 Sitze

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Friederike Ebli ist seit 1994 Ortsbürgermeisterin von Hanhofen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Blau ein silbernes Gemarkungszeichen, in Form eines Kreuzes, dessen Arm in einer liegenden Mondsichel endet“.

Es wurde 1845 vom bayerischen König genehmigt und geht zurück auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1784.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Hanhofen pflegt seit 1998 partnerschaftliche Beziehungen zu Kondoros in Ungarn.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dr. Martin Armgart, et al.: 850 Jahre Hanhofen 1156–2006. Streifzüge durch die Ortsgeschichte. Ortsgemeinde Hanhofen 2006, ISBN 3-00-017775-2
  • zur Burg Hanhofen und Marientraut:  Alexander Thon: Hanhofen. In: Jürgen Keddigkeit, Alexander Thon, Rolf Übel (Hrsg.): Pfälzisches Burgenlexikon. Bd. 2. F–H (= Beiträge zur pfälzischen Geschichte. Bd. 12.2). Kaiserslautern 2002, ISBN 3-927754-48-X, ISSN 0936-7640, S. 274–279.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanhofen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile 2010, Seite 104 (PDF; 2,3 MB)
  3. KommWis, Stand: 30. Juni 2013
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen