Hanne Haller

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Hanne Haller, 1990
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Stärker als ich
  DE 20 01.03.1982 (22 Wo.)
Augenblicke
  DE 19 06.12.1982 (10 Wo.)
Gefühlsroulette
  DE 51 02.09.1985 (4 Wo.)
Love Story
  DE 62 29.06.1987 (1 Wo.)
Mein lieber Mann
  DE 24 19.06.1989 (27 Wo.)
Mitten im Licht
  DE 84 08.12.2003 (4 Wo.)
Wir sind nur Gast auf dieser Welt
  DE 77 23.12.2005 (2 Wo.)
Singles[1]
Samstag Abend
  DE 11 09.02.1981 (31 Wo.)
Geh nicht
  DE 23 22.06.1981 (18 Wo.)
Weil Du ein zärtlicher Mann bist
  DE 22 14.12.1981 (22 Wo.)
Ich halte durch
  DE 70 05.07.1982 (2 Wo.)
Mein lieber Mann
  DE 20 26.06.1989 (21 Wo.)
Mein Gott, was Männer alles tun
  DE 48 30.10.1989 (13 Wo.)
Willkommen im Leben
  DE 51 24.06.1991 (12 Wo.)
Du bist einmalig
  DE 61 04.05.1992 (7 Wo.)
Schatz, ich will ja nicht meckern ...
  DE 53 06.07.1992 (10 Wo.)

Hanne Haller (* 14. Januar 1950 in Rendsburg; † 15. November 2005 in Tegernsee; vollständiger Name Hannelore Haller) war eine deutsche Schlagersängerin, Komponistin, Texterin, Produzentin und Tonmeisterin.

Leben[Bearbeiten]

Hanne Haller wuchs in Schleswig-Holstein auf. Ihre Mutter war Opernsängerin, ihr Vater Bankkaufmann. In ihrer Schulzeit spielte sie ab 1965 in Ronnenberg bei Hannover Schlagzeug in der Band The Rooks (dt.: „Die Nebelkrähen“). Nach der Schule studierte sie ab 1968 Sport, musste das Studium jedoch wegen einer schweren Krankheit aufgeben. Im selben Jahr gründete sie einen Gospelchor. In den 60er Jahren erschien im christlichen Label Songs der Frohen Botschaft der heutigen Gerth Medien eine Single mit zwei Liedern von Siegfried Fietz (Wir sind nur eine Minderheit und Broadway).

Nach Abbruch ihres Studiums machte Haller eine Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin (MTA), welche sie 1970 mit dem Examen abschloss. Danach war sie im Strahlen-Biochemischen Labor der Universität Göttingen tätig. 1971 begann sie ihre musikalische Karriere. Der Produzent Georg Moslener produzierte mit ihr die Single Frühling in Vietnam, die sich aber nicht durchsetzte. Haller lernte Klavier spielen und konnte bereits 1971 ihr erstes Album Applaus für Hanne Haller aufnehmen. Doch dieses Werk wurde nie auf den Markt gebracht, weil die Plattenfirma in Konkurs ging.

Daraufhin zog Haller nach München und erlernte den Beruf des Tonmeisters. Nebenher jobbte sie in verschiedenen Branchen und nahm auch weiterhin Schallplatten auf. Ende der 70er Jahre begann sie auch zu komponieren. Hierzu legte sie sich das Pseudonym Hansi Echer zu. Der Sänger Karel Gott veröffentlichte schließlich 1978 den von ihr geschriebenen Titel Wohin der Wind die Blätter weht. Nach einigen weiteren Singles bekam sie 1979 die Chance, als Sängerin einem größeren Publikum bekannt zu werden. Sie nahm mit dem Titel Goodbye, Chérie an der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest teil und belegte den siebten Platz. Daraufhin folgten weitere Schallplattenaufnahmen, bei denen meist Bernd Meinunger die Texte schrieb. Mit dem von ihm getexteten Titel Samstag Abend gelang ihr 1981 ein erster Charterfolg (Platz 11 in Deutschland). Daraufhin gründete sie mit Meinunger 1982 einen Musikverlag. In ihrem eigenen Tonstudio produzierte Haller, die zeit ihres Lebens keine Noten lesen konnte, seither ihre Titel selbst. Im selben Jahr bekam sie auch ihre erste Goldene Stimmgabel (weitere folgten).

1985 entdeckte Haller die Gruppe Wind, die mit dem von ihr komponierten Lied Für alle beim Eurovision Song Contest 1985 den zweiten Platz belegte. Nach diesem Erfolg schrieb Hanne Haller auch für andere Künstler neue Titel (teilweise unter dem Pseudonym Joan Haliver) wie etwa für Shari Belafonte, Daliah Lavi, Elke Martens, Katja Ebstein (für sie schrieb sie zum Beispiel 1986 gemeinsam mit Ramona Leiß das Lied der ARD-Fernsehlotterie), Rex Gildo, Lena Valaitis, Caterina Valente, Jürgen Drews, Ingrid Peters, Wolfgang Fierek (für ihn schrieb sie dessen Hit Resi, i hol di mit mei’m Traktor ab) und Milva. Sie entdeckte auch Rosanna Rocci.

Nach einigen kleineren Erfolgen hatte Haller 1989 ihren zweiten kommerziellen Hit mit Mein lieber Mann (Platz 20 der Hitliste). Danach war Haller in zahlreichen Fernsehsendungen zu sehen und gewann mit ihren weiteren Schlagern mehrere Hitparaden. 1992 nahm Haller beim Deutschen Song-Festival Schlager 92 teil und konnte diesen Wettbewerb mit ihrem Titel Schatz, ich will ja nicht meckern gewinnen.

Der von ihr entdeckte Sänger Leon gewann mit ihrem Titel Planet of Blue die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1996, schied damit jedoch bereits in einer nichtöffentlichen europäischen Vorauswahl aus. Bei den Deutschen Schlager-Festspielen 1999 erreichte Haller den vierten Platz mit Während Du mich liebst .

Am 2. Februar 2003 veranstaltete Haller ihr erstes Konzert vor über 1.200 Zuschauern. Dieser Start führte sie zu einer Tournee im Jahr 2004. Damit verbunden war nach langer Zeit wieder einmal ein Hit: Vater unser wurde von den Radiosendern häufig gespielt und das Album Mitten im Licht, das passend zur Weihnachtszeit erschien, stieg für vier Wochen in die Media-Control-Album-Charts ein.

Die Künstlerin erkrankte Mitte der 1990er Jahre an Brustkrebs. Sie starb am 15. November 2005 an den Folgen ihrer Krankheit. Hanne Haller ist auf dem Friedhof Egenstedt begraben.

Nach dem Tod wurde eine Zusammenstellung der religiösen Lieder (Wir sind nur Gast auf dieser Welt) veröffentlicht, die laut Plattenfirma ohnehin geplant war.

2008 wurde bekannt, dass sie Ende der 1980er Jahre ca. vier Jahre in einer Beziehung mit der Moderatorin Ramona Leiß lebte.[2]

Ehrungen[Bearbeiten]

Erfolgstitel[Bearbeiten]

  • Deckel auf Deckel zu 1979
  • Goodbye, Chérie 1979
  • Ich warte hier unten 1980
  • Samstagabend 1980
  • Geh nicht 1981
  • Weil du ein zärtlicher Mann bist 1981
  • Engel fallen nicht vom Himmel 1983
  • Der Sandmann 1985
  • Zeit für ein bisschen Zärtlichkeit 1985
  • Ich hab’ Dich unheimlich lieb 1985
  • Starke Frauen weinen heimlich 1986
  • Eine Wahnsinns Love Story 1987
  • Hallo, lieber Gott 1987
  • Mein lieber Mann 1989
  • Bratkartoffeln mit Spiegelei 1990
  • Willkommen im Leben 1991
  • Schatz, ich will ja nicht meckern 1992
  • Vater unser 2003
  • Und hättest du die Liebe nicht (2004)

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1976 Komm, lass uns miteinander reden
  • 1981 Stärker als ich
  • 1982 Augenblicke
  • 1983 Na und
  • 1984 Eines Tages
  • 1985 Gefühlsroulette
  • 1986 Ganz normale Frau’n
  • 1987 Love Story (Best Of)
  • 1988 Liebe u.s.w.
  • 1989 Mein lieber Mann
  • 1990 Bratkartoffeln mit Spiegelei
  • 1991 Willkommen im Leben
  • 1992 Überall ist Bethlehem (Weihnachtsalbum)
  • 1993 Immer mittendrin
  • 1994 Liebe hin – Liebe her
  • 1996 Verdammt ehrlich
  • 1998 Für alle Träumer
  • 1999 Ungeschminkt
  • 2001 Hellwach
  • 2003 Mitten im Licht
  • 2004 Gute Nachricht

postum[Bearbeiten]

  • 2005 Wir sind nur Gast auf dieser Welt (Best-of)
  • 2007 So long and goodbye (Live-Album)
  • 2008 Die unvollendeten Lieder

Das Debütalbum Komm, lass uns miteinander reden wurde ursprünglich unter dem Titel Applaus für Hanne Haller veröffentlicht. In der Diskographie sind nur Studioalben und offizielle Best-of-Zusammenstellungen enthalten. Weiterhin sind zahlreiche Zusammenstellungen von verschiedenen Plattenfirmen und Wiederveröffentlichungen älterer Studioalben unter neuen Titeln erschienen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Chartquellen: Bestplatzierungen / Detaildaten
  2. Lesben-Glück mit Hanne Haller, FOCUS, 11. Mai 2008

Weblinks[Bearbeiten]