Hanne Hiob

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hanne Hiob (* 12. März 1923 als Hanne Marianne Brecht in München; † 23. Juni 2009 ebenda) war eine deutsche Schauspielerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Die Tochter von Bertolt Brecht und dessen erster Frau Marianne Zoff wuchs bei ihrer Mutter und deren zweitem Mann Theo Lingen auf. Sie war Tanzelevin an der Wiener Staatsoper. Als Tänzerin und Schauspielerin arbeitete sie danach in Salzburg. Nach der Heirat mit dem Berliner Arzt Joachim Hiob im Juli 1948[1] nahm sie dessen Namen an.[2]

In der Uraufführung von Brechts Die heilige Johanna der Schlachthöfe spielte sie 1959 unter Gustaf Gründgens in Hamburg die Titelrolle der Johanna. Sie war an zahlreichen Theatern, unter anderem in München, Hamburg, Frankfurt, Wien und Berlin, als Schauspielerin engagiert. Außerdem wirkte sie in Filmen und Fernsehspielen mit.

Grabstätte von Brecht, Weigel und Hiob

Sie beendete 1976 ihre Bühnenlaufbahn, war aber seitdem aktiv bei Brechtlesungen und Straßentheaterprojekten, z. B. dem „Anachronistischen Zug“ (1979, 1980 und 1990). An der von juristischen Problemen begleiteten westdeutschen Erstaufführung des Herrnburger Berichts (Text: Bertolt Brecht; Musik: Paul Dessau) am 11. Mai 1983 in Essen war sie maßgeblich beteiligt. Mit den Programmen ... nun lebt wohl und werdet Kämpfer (letzte Briefe aus Konzentrationslagern) tourte sie ab 1985 durch ganz Deutschland und Österreich, ab 1989 mit dem Programm Am Fleischerhaken hängt er, ach (Aussagen von Wehrmachtsdeserteuren).

Die Urne Hanne Hiobs wurde am 21. Juli 2009 am Fußende des gemeinsamen Grabes ihres Vaters mit Helene Weigel auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte bestattet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2003 wurde ihr die Medaille München leuchtet der Bayerischen Landeshauptstadt München verliehen.
  • 2005 wurde sie mit dem Aachener Friedenspreis (gemeinsam mit dem Priester und Friedensaktivisten Roy Bourgeois) ausgezeichnet. Ihr wurde der Preis für ihr Lebenswerk in der Arbeit gegen Faschismus, Rassismus und Krieg verliehen.

Filmografie[Bearbeiten]

Als Schauspielerin[Bearbeiten]

  • 1941: Frau Luna
  • 1943/1944: Es fing so harmlos an
  • 1963: Wassa Schelesnowa – Fernsehspiel
  • 1964: Haben – Fernsehspiel
  • 1964: Nebeneinander – Fernsehspiel
  • 1966: Die Ermittlung – Fernsehspiel
  • 1970: Der Kommissar – Episode „Anonymer Anruf“ – Fernsehserie
  • 1975: Die Gewehre der Frau Carrar – Fernsehspiel
  • 1980/1981: Regentropfen
  • 1983: Die letzte Runde
  • 1990/1991: Ende der Unschuld
  • 1997: Hundert Jahre Brecht

Als Regisseurin[Bearbeiten]

  • 2003: Flüchtlingsgespräche

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatAugsburger Brecht-Lexikon bei Google Buchsuche. Abgerufen am 16. Oktober 2010.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHanne Hiob: Brecht-Tochter starb als aufrechte Kommunistin. In: welt.de. 25. Juni 2009, abgerufen am 25. Juni 2009.

Weblinks[Bearbeiten]