Hanns Blaschke

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Hanns Blaschke, auch Johann Blaschke (* 1. April 1896 in Wien; † 25. Oktober 1971 in Salzburg) war ein österreichischer Patentanwalt und Politiker der NSDAP.

Biographie[Bearbeiten]

Hanns Blaschke war der Sohn eines Steuerbeamten. Er absolvierte seine Schullaufbahn an der Volksschule und dem Gymnasium. Er begann 1914 an der Technischen Hochschule Wien ein Studium der Elektrotechnik, das er nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges unterbrach. Als Soldat der k.u.k. Armee nahm er durchgehend am Ersten Weltkrieg teil und wurde mehrfach ausgezeichnet als Leutnant der Reserve aus der Armee entlassen. Danach nahm er sein Studium wieder auf, dass er 1922 abschloss.[1]

Ab 1926 war er als niedergelassener Patentanwalt tätig. Bereits 1931 war er als illegaler Funktionär in der österreichischen NSDAP (Nr. 614.686) tätig.[2] Nach seiner Beteiligung am Juliputsch 1934 wurde er zu lebenslänglichem Kerker verurteilt, doch nach zwei Jahren (aufgrund der Bestimmungen des Juliabkommens) wieder begnadigt. 1938 nahm er am Sturm auf das Gebäude der Vaterländischen Front am Platz am Hof teil. Nach dem „Anschluss Österreichs“ trat er der SS bei (Nr. 292.790). Er wurde Beigeordneter und Ratsherr in Wien, sowie Leiter der Betreuungsstelle für Alte Kämpfer des „Gaues Wien“. Zunächst als dritter, dann als erster Vizebürgermeister war er für das Kulturamt verantwortlich. Am 30. Dezember 1943 übernahm er schließlich das Amt des Bürgermeisters von Wien von Philipp Wilhelm Jung, das er bis zum 6. April 1945 behielt. Im April 1944 wurde er zum SS-Brigadeführer befördert.[2]

1948 wurde Blaschke in Wien wegen Hochverrats zu sechs Jahren Haft und Vermögensentzug verurteilt.[3] Er verlor die Staatsbürgerschaft und ihm wurden sämtliche akademische Titel aberkannt.[2] Dieses Urteil wurde jedoch auf sein Betreiben im März 1958 aufgehoben.[3]

Blaschkes Tochter, Gertrud Barna, war Schauspielerin am Deutschen Volkstheater in Wien.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Graf: Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Hermagoras-Verlag, Klagenfurt/ Ljubljana/ Wien 2012, ISBN 978-3-7086-0578-4.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Graf: Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt/ Ljubljana/ Wien 2012, S. 150f.
  2. a b c Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 56.
  3. a b Wolfgang Graf: Österreichische SS-Generäle. Himmlers verlässliche Vasallen, Klagenfurt/ Ljubljana/ Wien 2012, S. 154
  4. Paulus Manker: Der Theatermann Gustav Manker. Spurensuche. Amalthea, Wien 2010 ISBN 978-3-85002-738-0
Vorgänger Amt Nachfolger
Philipp Wilhelm Jung Bürgermeister von Wien
1943–1945
Rudolf Prikryl