Hanns Diettrich

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Hanns Diettrich (* 4. April 1905 in Jahnsdorf/Erzgeb.; † 3. April 1983 in Karl-Marx-Stadt) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten]

Hanns Diettrich ging mit 18 Jahren nach Chemnitz und absolvierte dort eine Lehre zum Bildhauer und Steinmetz.

Seine Lehrer in dieser Zeit waren die Malerin und Grafikerin Martha Schrag und der Bildhauer Heinrich Brenner. Hanns Diettrich wurde Mitglied der Chemnitzer Kunsthütte. 1930 trat er der Assoziation Revolutionärer Bildender Künstler Deutschlands (ASSO) in Dresden bei und bekam Kontakte zu Künstlern wie dem Bildhauer Prof.Eugen Hoffmann, den Malern und Grafikern Hans und Lea Grundig sowie dem Maler Otto Griebel.

Ermutigt durch Aufträge wie die Gestaltung der Uhr mit zwei liegenden Sportlern in der Kassenhalle des Stadtbades Chemnitz 1934 bis 1935 bestimmte die freie bildhauerische Tätigkeit das zukünftige Schaffen Diettrichs. Von 1937 – 1943 war der deutsche Bauhausmeister für Plastik und Gefäßgestaltung Prof.Gerhard Marcks in Berlin sein Lehrer.

Nach Kriegsende engagierte sich Hanns Diettrich gemeinsam mit Karl Schmidt-Rottluff und der Ärztin Dr. Gertrud Korb für die Gründung des Kulturbundes in Chemnitz. Diettrich arbeitete bis zu seinem Tod als freischaffender Künstler und schuf zahlreiche bildhauerische Werke und Zeichnungen.

Neben großen Denkmalen sind seine spielerischen Plastiken mit Kindern und Tieren und seine hervorragenden Porträts zu benennen. Er war Mitglied im Verband Bildender Künstler der DDR.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Uhr mit 2 liegenden Sportlern in der Kassenhalle des Chemnitzer Stadtbades (Bronze),
  • Mahnmal der Opfer des Faschismus im Park OdF am Schauspielhaus Chemnitz,
  • Augustkämpfer vor dem Hauptbahnhof Chemnitz (Rochlitzer Porphyr),
  • Kinderbrunnen (spielende Kinder) auf der Straße der Nationen im Zentrum von Chemnitz
  • Mahnmal für die gefallenen Soldaten der Roten Armee in Chemnitz-Reichenhain
  • Kalksteinplastik mit musizierenden Kindern vor der Grundschule Reichenhain,
  • ein Mahnmal aus Rochlitzer Porphyr für die 4.000 Opfer des anglo-amerikanischen Bombenangriffs auf Chemnitz am 5. März 1945 (Chemnitz, Städtischer Friedhof). In der Mitte befindet sich eine Mutter mit ihrem toten Kind im Arm, umrahmt u. a. von einer Reliefdarstellung des Spreng- und Brandbombenangriffs und einem in den Stein gemeißelten Gedicht des jüdischen Schriftstellers Louis Fürnberg: "Es werden sich die Wunden schließen, die furchtbar der Barbar der Menschheit schlug; und leuchtend wird das Frührot sich ergießen über ein Erden-Neuland unterm Pflug."
  • VVN-Ehrenmal Sachsenburg (Rochlitzer Porphyr),
  • Ernst-Thälmann-Denkmal in Chemnitz und Aue (Bronze),
  • Bergarbeiterplastik an der Poliklinik Aue (Bronze),
  • Relief "Musizierende Kinder" vor der Schule in Neukirchen/Erzgebirge (Sandstein),
  • Brunnen mit weiblicher Plastik vor der TU Chemnitz, Reichenhainer Straße (Bronze),
  • Gruppe Ingenieur und Textilarbeiterin am TCC Annaberger Straße Chemnitz (Sandstein),
  • Kranichgruppe Chemnitz, Tierpark, und Mittweida, Bahnhofsvorplatz (Bronze),
  • Giebelrelief am Kulturhaus Brand-Erbisdorf (Sandstein),
  • Porträts von: Käthe Kollwitz, Martha Schrag, Robert Schumann, Hans Marchwitza, Karl Otto, Gaby Seifert, Maxim Gorki, Ernst Schneller und weitere

Ehrungen[Bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • in den 50er Jahren Mittelsächsische Kunstausstellung Freiberg und Karl-Marx-Stadt
  • 1958 Deutsche Kunstausstellung
  • 1969 Plastik im Zoo, Rostock
  • 1974, 1979 und 1985 Bezirkskunstausstellung Karl-Marx-Stadt
  • 1976 Jugend und Jugendobjekte
  • 1978 Ausstellung zum 50.Jahrestag der Gründung der ASSO Nationalgalerie Berlin
  • 1981 Kunstausstellung 25 Jahre NVA, Dresden
  • 1984 Retrospektive Karl-Marx-Stadt

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanns Diettrich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien