Hanns Fechner

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Hanns Fechner in seinem Atelier, 1907. Foto von R. Siegert.

Johannes „Hanns“ Fechner (* 7. Juni 1860 in Berlin; † 30. November 1931 in Schreiberhau) war ein deutscher Maler und Schriftsteller. Hanns Fechner hat sich vor allem mit Porträts von Theodor Fontane (1890) und Rudolf Virchow (1891) einen Namen gemacht. Seine Ausbildung hatte Fechner von 1877 bis 1883 an der Akademie der Künste erhalten. Seit 1892 war er Professor und Konservator im Kupferstichkabinett Berlin.

Maler[Bearbeiten]

Hanns Fechner: Porträt Rudolf Virchow, 1891
Hanns Fechner: Porträt Theodor Fontane, Lithographie, 1896

Fechner porträtierte ferner Gerhart Hauptmann, Wilhelm Raabe und Ernst Curtius. Neben der Porträtmalerei illustrierte er Texte, fertigte Lithografien und zeichnete Motive aus seiner Heimatgemeinde Wilmersdorf. Als Berliner Lokalmaler ist Fechner allerdings kaum noch bekannt.

In einer Arbeit über das Bild vom Wissenschaftler am Ende des 19. Jahrhunderts stellt die Kritikerin Gabriele Werner zum Virchow-Bild von Fechner unter anderem fest: „Zeitgenössische Fotografien dokumentieren, dass Fechners spezifische wissenschaftliche Attribuierung keine Bilderfindung von ihm ist.“ Vielmehr zeige das Porträt, das Virchow in seinem spartanischen Arbeitszimmer mit einem chirurgischen Arbeitsgerät in der rechten Hand darstellt, während die linke Hand auf einem menschlichen Schädel ruht, ein durchaus realistisch-detailgetreues Abbild der Realität. Die Ausführungen Werners über die Bedeutung des dunklen Anzugs, den Virchow trägt und die fast herrische Geste, mit der er den Schädel umspannt, kommen zu dem Schluss, dass Fechner damit den Anspruch des bürgerlichen Mannes dieser Zeit unterstreicht, nur aus sich selbst, aus der eigenen Leistung heraus Geltung zu beziehen.

Schriftsteller[Bearbeiten]

Ein Augenleiden zwang Fechner, die Malerei aufzugeben. Er wandte sich der Schriftstellerei zu, wurde in diesem Metier jedoch allenfalls mit seinen Jugenderinnerungen, der Autobiographie Spreehanns, bekannt. Wilhelm Fechner, Vater von Hanns Fechner und gleichfalls Maler, besaß im Kern des damals sogenannten Deutsch-Wilmersdorf ein märkisches Landhaus. Hier erlebte Fechner um 1870 als Kind die Gründerzeit, den Aufstieg vieler Großbauern zu den sogenannten „Millionenbauern“ und die Entwicklung zum berühmten Seebad Wilmersdorf mit. Seine Erinnerungen schildern diese Umbruchzeit mit viel Lokalkolorit.

Das bekannte Landhaus der Fechners stand noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein an der Ecke Brandenburgische/Konstanzer Straße in Berlin. Für den Neubau der damaligen Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) wurde es schließlich 1964 abgerissen. Zur Erinnerung trägt seit 1947 die „Fechnerstraße“ in Wilmersdorf den Namen des Künstlers, die zuvor bereits zweimal neue Namen bekommen hatte: vormals „An der Trift“ (ca. 1856 – ca. 1890), „Lauenburger Straße“ (ca. 1890–1937) und „Walter-Fischer-Straße“ (1937–1947).[1]

Hanns Fechners Asche wurde nicht in Berlin, sondern in Schreiberhau beigesetzt. (Willi Wohlberedt, Teil 3, Nachtrag)

Schriften[Bearbeiten]

  • Spreehanns – Eine Jugendgeschichte aus dem vorigen Jahrhundert. Fontane & Co., Berlin 1911 (Erste Ausgabe, laut Druckvermerk 1400 Stück)
  • Die Angelbrüder. Ein Malersommer in Mittenwald. Fontane & Co., Berlin 1911
  • Malerfahrten. (Lern- und Lärmzeit). Fontane & Co., Berlin 1912
  • Die Liebe im Wasser und andere Fischgeschichten. Richard Eckstein Nachf. GmbH, Leipzig 1920
  • Mein liebes altes Berlin. Ein neuer Band Spreehannsgeschichten. Rembrandt, Berlin 1926
  • Menschen, die ich malte. Mit 17 Abbildungen nach eigenen Werken. Vorwort von Hermann Stehr. (Über Wilhelm Raabe, Anton von Werner, Theodor Fontane, Gerhart Hauptmann, Wilhelm Bölsche u.a), Rembrandt, Berlin 1927
  • Aus Nöckelmanns Reich. Verlag J. Neumann, Neudamm 1927

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hanns Fechner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Fechnerstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)