Hans-Harald Ehlert

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Hans-Harald Ehlert (* 24. April 1962 in Detmold) war in der 14. Wahlperiode von 1999 bis 2001 für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses sowie von 1990–2010 Geschäftsführer der Treberhilfe Berlin.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Werdegang

Ehlert studierte nach dem 1981 abgelegten Abitur von 1981 bis 1985 Erziehungswissenschaften an der TU Berlin. Nach dem Abschluss als Diplom-Pädagoge war er bis 1991 Lehrbeauftragter an der TU Berlin. Nebenbei studierte er bis 1988 Rechtswissenschaften an der FU Berlin und leitete von 1986 bis 1990 ein Jugendfreizeitheim.

Ehlert, der seit 1991 der SPD angehört, war von November 1999 bis 2001 Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin, in das er über die Bezirksliste Schöneberg gewählt wurde. Die Wahlperiode wurde durch Auflösung des Abgeordnetenhauses im Zuge der Berliner Bankenaffäre vorzeitig beendet. Ab 2001 saß er zwischenzeitlich für die SPD in der Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg.

[Bearbeiten] Geschäftsführer der Treberhilfe

Von 1990 bis 2010 war Ehlert Geschäftsführer der Treberhilfe gGmbH, einer gemeinnützigen GmbH. Gesellschafter der gGmbH war der Treberhilfe e.V., der wegen undurchsichtiger Strukturen und des Geschäftsgebarens von Ehlert (u.a. Maserati mit Fahrer als Dienstwagen, Geschäftsführergehalt von mehr als 360.000 Euro im Jahr, Luxusessen auf Unternehmenskosten) 2010 aus dem Paritätischen Wohlfahrtsverband und dem Diakonischen Werk ausgeschlossen wurde.[1] Dieser Ausschluss wurde jedoch vom Landgericht Berlin wegen einiger Verfahrensfehler im Ausschlussprozess kassiert.[2] Die Berliner Diakonie und die Sozialsenatorin Carola Bluhm erstatteten wegen des Verdachtes der Untreue Strafanzeige gegen Ehlert. Er musste als Geschäftsführer zurücktreten, leitete aber über den unter seinem Einfluss stehenden Aufsichtsrat die Geschäfte der Treberhilfe weiter. Deshalb stellten mehrere Bezirksämter die Zusammenarbeit mit der Treberhilfe ein. Auch die Mitarbeiter der Treberhilfe demonstrierten öffentlich gegen die Bereicherung an den von ihnen erarbeiteten Überschüssen. Sie erhielten bei der Treberhilfe 20 Urlaubstage im Jahr und ein ebenfalls untertarifliches Gehalt.

Ehlert verteidigte seinen Lebensstil als rechtmäßig, ein „gefühltes Recht“ habe für ihn keine Bedeutung. Mitarbeiter, Berliner Senat und andere Stimmen[3] setzen dem entgegen, dass besonders ein Sozialunternehmen moralischen Verpflichtungen unterliege.

Ehlert versuchte bis zuletzt zu belegen, dass sein monatliches Gehalt in Höhe von zirka 35.000 Euro, seine Miete für die Seevilla und anderes angemessen gewesen seien.[4]

Der Treberhilfe wurde aufgrund des Geschäftsgebarens von Ehlert die Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt Berlin aberkannt.[5]

Als die Treberhilfe im November 2011 Insolvenz anmeldete wurde bekannt, dass Ehlert trotz seines angeblichen Rückzuges aus dem Unternehmen bis zuletzt ein monatliches Gehalt von mehr als 30.000 Euro monatlich von der Treberhilfe bezogen hatte[6], während die Klienten wegen fehlender Mietzahlungen aus den Wohnungen geklagt wurden und die Sozialarbeiter seit Monaten gar kein Gehalt mehr bekamen.[7] Später versuchte Ehlert, sich als Mitarbeiter bei der Neuen Treberhilfe einzuklagen.[8]

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. rp-online.de Rheinische Post) vom 10. April 2010.
  2. Landgericht Berlin, Beschluss vom 12. April 2011, 6 O 281/10.
  3. Rheinische Post vom 7. Mai 2010: „Manager von Wohlfahrtsverbänden und -unternehmen sind wegen teurer Dienstwagen und hoher Gehälter in die Kritik geraten. Fachleute fordern mehr Transparenz“. Der Artikel zitiert einen Spendenexperten von „Charity Watch“ so: Wer eine Organisation mit ihrem besonderen Nimbus leitet, muss sich mit den Zielen identifizieren und darf nicht die Mentalität eines Investmentbankers haben. Qualifizierte Führungskräfte für diese Aufgabe kriegt man auch für unter 100.000 Euro im Jahr.
  4. paperpress.org vom 10. Mai 2010.
  5. Der Tagesspiegel vom 15. Januar 2011
  6. Der Tagesspiegel vom 14. Dezember 2011
  7. Manuela Heim: Treberhilfe landet in den Armen des Herrn . In: taz, die tageszeitung, 30. November 2011, abgerufen am 1. Dezember 2011.
  8. Der Tagesspiegel vom 24. Januar 2012
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