Hans-Hilmar Staudte
Hans-Hilmar Staudte (* 18. Januar 1911 in Kaldenkirchen; † 21. Januar 1979 in Münster) war ein deutscher Schachmeister und -komponist.
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Turnierschach [Bearbeiten]
Staudte begann zunächst mit dem Turnierschach. 1925 wurde er Mitglied im Aachener Schachverein 1856. 1935 wurde er geteilter Zweiter bei der Meisterschaft des Niederrheinischen Schachverbandes. 1941 siegte er in Starnberg im Rahmen des Bayerischen Schachkongresses in einem von drei parallel durchgeführten Meisterschaftsturnieren, wodurch ihm der Aufstieg ins Meisterturnier gelang. 1950 belegte er bei der deutschen Meisterschaft in Bad Pyrmont zusammen mit Bogoljubow den geteilten 2. Platz hinter Unzicker. Im gleichen Jahr wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Schacholympiade 1950 in Dubrovnik Dritter (7,5 aus 12 an Brett 4).
Seine beste historische Elo-Zahl betrug 2620. Diese erreichte er im Juni 1950.
Schachkomposition [Bearbeiten]
| 1. ♙e4 Dieser Abschnitt benutzt die verkürzte Figurine Notation (FAN) zur Beschreibung von Schachzügen. |
Staudte befasste sich intensiv mit Endspielstudien. Er komponierte selbst Studien, die in Zeitschriften und FIDE-Alben veröffentlicht wurden.
Deutsche Schachblätter 1935
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| Lösung: |
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| 1. ♙g6!! (Ein effektvolles Bauernopfer, das Schwarz annehmen muss.) | |
| Varianten: |
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| 1. ... ♟fxg6 2. ♗d4!! (2. ♘d4† macht nur remis.) 2. ... ♟c2 3. ♗h8! (Hinlenkung) ♚e6 (3. ... ♟c1♛?? 4. ♘d4#) 4. ♘d4† ♚d5 5. ♘xb3 ♟a4 6. ♘c1 mit Gewinn. | |
| 1. ... ♚xg6! 2. ♘e5† ♚f5 3. ♘d3 ♟a4 (Droht Durchbruch mit 4. ... ♟a3) 4. ♗d4 ♟c2 5. ♘c1! ♚e6 6. ♔g4 ♚d5 7. ♗f6! ♚c4 8. ♔xf4 ♟a3! 9. ♔e3 ♟a2 10. ♘xa2 ♟bxa2 11. ♙b3†! ♚xb3 12. ♔d2 ♟a1♛! 13. ♗xa1 ♚a2 14. ♔xc2 ♚xa1 15. ♔b3 ♚b1 16. ♙f4!! (16. ♔xb4? ♚c2 17. ♔c5 ♚d3! 18. ♔d5 ♚e2 usw. mit Remis.) 16. ... ♚c1 17. ♔xb4 ♚d2 18. ♔c5 ♚d3 (Oder 18. ... ♚e2 19. ♔d6 usw.) 19. ♔d5 ♚e2 20. ♔d6 (Nicht 20. ♔e5?) 20. ... ♚xf2 (Oder 20. ... ♚f3 21. ♙f5 mit Gewinn) 21. ♔e7 und Weiß gewinnt. | |
Von Staudte selbst[1] wurde diese Studie als „einfaches, doch lehrreiches“ Beispiel mit praktischem Bezug zur Schachpartie und positionellem Spiel bezeichnet.
Jahrzehntelang redigierte er die Studienrubrik der Zeitschrift Schach-Echo und war hier auch als Preisrichter gefragt. Über Jahrzehnte war er in dem Aachener Anzeiger (später Aachener Nachrichten) für den wöchentlichen Problemteil verantwortlich.
1962 wurde er zum Internationalen Preisrichter für Schachkompositionen[2] ernannt.
Neben seinem kompositorischen Schaffen auf dem Gebiet der Studie beschäftigte sich Hans-Hilmar Staudte auch mit Märchenschach und veröffentlichte zahlreiche Hilsmatt- und Selbstmatt-Aufgaben. Nachfolgend zwei Hilfsmatt-Aufgaben (Schwarz ist Anziehender) als Beispiele:
Theodor Steudel
(2588) Aachener Nachrichten 27.11.1970
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| Lösung: |
| 1. ♝d5 O-O-O 2. ♚e4† ♔b1 3. ♜a1† ♔xa1 4. ♜f4 ♖e1# |
Diese im FIDE-Album aufgenommene Komposition zeigt einen Platzwechsel von weißem König und Turm und eine weiße große Rochade.
Schach-Echo 1971
2. Preis
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3 Lösungen |
| Satzspiel: |
| 1. ... ♙b8♘ 2. ♞c7 ♘xd7# |
| Lösungen: |
| 1. ♜xa6 ♙b8♗ 2. ♜a7 ♗xa7# |
| 1. ♜xa8 ♙b8♖† 2. ♚a7 ♖b7# |
| 1. ♞c5 ♙b8♕† 2. ♞b7 ♕c7# |
Die Darstellung einer Häufungsaufgabe der Allumwandlung in Form eines Dreispänners, wobei die vier Möglichkeiten einer Bauernumwandlung auf Satz- und Lösungsspiel verteilt wurden.
Funktionär [Bearbeiten]
Staudte war von 1955 bis 1961 Schriftführer beim Deutschen Schachbund.
Veröffentlichungen [Bearbeiten]
- Hans-Hilmar Staudte: Aus der Welt der Schachstudie, Loeffler, Bad Nauheim 1961
- Kurt Richter und Hans-Hilmar Staudte: Richtig und falsch. Praktische Endspielkunde, Walter de Gruyter, Berlin 1962, (2. Aufl. 1978, ISBN 3-110-07428-1)
- Hans-Hilmar Staudte und Milu Milescu: Das 1×1 des Endspiels. Ein Lehr- und Lesebuch der Endspielkunst, Walter de Gruyter, Berlin 1965 (2. Aufl. 1981, ISBN 3-110-07431-1)
Privates und Berufliches [Bearbeiten]
Staudte war promovierter Jurist und arbeitete im Ministerialrat des Bundesfinanzministeriums in Bonn. Zugunsten der beruflichen Karriere beendete er seine Aktivitäten im Turnierschach. Bei seiner Pensionierung im Alter von 65 Jahren hatte er den zweithöchsten Rang unter dem Unterstaatssekretär inne.
1979 starb er nach langer Krankheit.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ H. Staudte und M. Milescu: Das 1×1 des Endspiels. Ein Lehr- und Lesebuch der Endspielkunst, 2. erw. Aufl., Walter de Gruyter, Berlin 1981. ISBN 3-110-07431-1, S. 166
- ↑ Internationale Preisrichter für Schachkompositionen
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Hans-Hilmar Staudte im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Kompositionen von Hans-Hilmar Staudte auf dem PDB-Server Abgerufen am 28. Dezember 2012.
- Partien von Hans-Hilmar Staudte auf Chess Games DB Online (englisch) Abgerufen am 28. Dezember 2012.
| Personendaten | |
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| NAME | Staudte, Hans-Hilmar |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schachmeister und -komponist |
| GEBURTSDATUM | 18. Januar 1911 |
| GEBURTSORT | Kaldenkirchen |
| STERBEDATUM | 21. Januar 1979 |
| STERBEORT | Münster (Westfalen) |