Hans-Jürg Fehr

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Hans-Jürg Fehr (2007)

Hans-Jürg Fehr (* 7. August 1948 in Rheinklingen, Kanton Thurgau) ist ein Schweizer Politiker (SP).

Tätigkeiten als Parlamentarier[Bearbeiten]

Als Fehr bei den Wahlen 1999 in den Nationalrat gewählt wurde, konnte er bereits auf eine lange politische Karriere zurückblicken. Von 1983 bis 1984 war Fehr Mitglied des Stadtparlamentes von Schaffhausen, ebenfalls 1983 wurde er in den Grossen Rat (heute Kantonsrat) des Kantons Schaffhausen gewählt. 2009 trat er als Kantonsrat zurück.[1] Fehr ist Mitglied der nationalrätlichen Kommission für Wirtschaft und Abgaben und der Aussenpolitischen Kommission.[2] Am 24. Mai 2013 gab Fehr seinen Rücktritt aus dem Nationalrat auf Ende der Sommersession 2014 bekannt. Er wolle damit den Schaffhauser SP-Sitz im Nationalrat für die nächsten Wahlen von 2014 stärken. Nachfolgerin wird im September 2013 SP-Kantonsrätin und Präsidentin der Kantonalpartei Martina Munz.[3]

Fehr als Parteipolitiker[Bearbeiten]

Fehr trat 1977 der SP bei. Vier Jahre später übernahm er für zwei Jahre das Präsidium der SP-Sektion der Stadt Schaffhausen. 1985 wurde er Vorstandsmitglied der SP. Ein Jahr nach seiner Wahl in den Nationalrat, im Oktober 2000, wurde er von den Delegierten der SP Schweiz zum Vizepräsidenten der SP gewählt. Am 6. März 2004 wurde er als Nachfolger von Christiane Brunner zum Präsidenten der SP Schweiz gewählt. Fehr schaffte es, innert kurzer Zeit, die letzten verblieben, parteiinternen Konflikte aus der Ära Ursula Koch weiter zu beruhigen, und die Partei in der Öffentlichkeit wieder geeint erscheinen zu lassen.[4] Der parteiinterne Erfolg stand jedoch in einem starken Kontrast zur sinkenden Wählerstärke seiner Partei.

Am 26. Oktober 2007 hat Fehr seinen Rücktritt zum März 2008 angekündigt. Er zog damit die Konsequenzen aus der schweren Niederlage der SP bei den Schweizer Parlamentswahlen 2007.[5] Am 1. März 2008 wurde an einem ausserordentlichen Parteitag in Basel Christian Levrat zu seinem Nachfolger gewählt.

Politisches Profil[Bearbeiten]

In der 46. Legislaturperiode (1999–2003) lag Fehr praktisch auf der Linie seiner Partei. Er positionierte sich klar für eine aussenpolitische Öffnung der Schweiz, für den Ausbau der sozialen Wohlfahrt, für eine gesellschaftliche Liberalisierung sowie für den Schutz der Umwelt. Befürwortend, aber doch kritischer als die mittlere Position seiner Fraktion positioniert sich Fehr in Bezug auf wirtschaftliche Liberalisierungen. Klar ablehnend steht Fehr einer restriktiven Ausländerpolitik und Steuersenkungen gegenüber.[6]

Sonstiges[Bearbeiten]

Hans-Jürg Fehr ist Historiker und hat als Mittelschullehrer, Redaktor und Verlagsleiter gearbeitet. Er ist verheiratet und wohnt in Schaffhausen. Fehr präsidiert das Schweizerische Arbeiterhilfswerk SAH und den Verwaltungsrat der az Verlags AG, welche die Schaffhauser AZ herausgibt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hans-Jürg Fehr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.hj-fehr.ch/index.php?id=3
  2. http://www.parlament.ch/d/organe-mitglieder/kommissionen/Documents/mitgliederliste-kommissionen-d.pdf
  3. Rücktritt von Hans-Jürg Fehr als Nationalrat. Medienmitteilung der SP Schaffhausen vom 24. Mai 2013
  4. Auch SP-Präsident Fehr tritt zurück, Artikel der Basler Zeitung zum Rücktritt.
  5. SP-Parteipräsident Hans-Jürg Fehr tritt zurück, Artikel auf NZZ online vom 26. Oktober 2007
  6. Themenspezifische Positionierungen von Fehr in der 46. Legislaturperiode auf der Basis von Fehrs Abstimmungsverhalten (Sotomo-Smartspider)