Hans-Jürgen Bradler

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Jürgen Bradler
Spielerinformationen
Voller Name Hans-Jürgen Bradler
Geburtstag 12. August 1948
Geburtsort Bochum-HordelDeutschland
Größe 1,86 m
Position Torwart
Vereine in der Jugend

0000–1970
BC Hordel
TB 54 Eickel
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1970–1975
1975–1979
VfL Bochum
Westfalia Herne
44 (0)
71 (0)
Nationalmannschaft
1970–1972
1972
Deutschland Amateure
Deutschland Olympiaauswahl 1972
019 0(0)
1 0(0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Hans-Jürgen Bradler (* 12. August 1948 in Bochum) ist ein ehemaliger deutscher Fußballspieler, der als Torhüter des VfL Bochum von 1971 bis 1975 in der Fußball-Bundesliga 44 Einsätze bestritten hat.
Bradler lernte zuerst den Beruf des Drehers beim Bochumer Verein, bevor er sich der Fußballkarriere widmete.

Karriere[Bearbeiten]

VfL Bochum[Bearbeiten]

Aus der Jugend des BC Hordel, über die Station TB 54 Eickel in der Verbandsliga Westfalen, Gruppe Südwest, führte der Weg des Torhüters im Sommer 1970 zum Titelverteidiger der Regionalliga West, zum VfL Bochum. Trainerroutinier Hermann Eppenhoff löste im Laufe der Runde 1970/71 den bisherigen Stammtorhüter Theo Diegelmann durch das Talent aus Eickel ab. Bradler hütete in 21 Spielen in der Regionalliga das Tor der Bochumer. Zusammen mit dem vom Lüner SV gekommenen Vorstopper Manfred Rüsing stabilisierte Bradler die Abwehr des VfL und konnte die Titelverteidigung vor Fortuna Düsseldorf und dem Wuppertaler SV feiern. Auch beim DFB waren die Leistungen von Bradler aufgefallen: Am 16. Februar 1971 stand er im Tor der Juniorennationalmannschaft U 23 in Elbasan gegen Albanien. In der Aufstiegsrunde zur Fußball - Bundesliga im Sommer 1971 bestritt er alle acht Spiele gegen die Konkurrenten VfL Osnabrück, FK Pirmasens, Karlsruher SC und Tasmania Berlin. In der ersten Bundesligasaison des VfL Bochum, 1971/72, war der 1,86 cm großgewachsene Torhüter unumstrittener Stammspieler. Er absolvierte alle 34 Spiele für die Elf von Trainer Eppenhoff. Zusammen mit den erfahrenen Spielern Werner Krämer, Reinhold Wosab, Dieter Zorc und dem Torjäger Hans Walitza hatte er wesentlichen Anteil am Klassenerhalt des Aufsteigers. Nebenbei absolvierte Bradler noch seinen Wehrdienst beim Luftwaffenausbildungsregiment 5 im niederländischen Budel und konnte so dem VfL Bochum nur sehr eingeschränkt im Training zur Verfügung stehen, absolvierte aber trotzdem alle 34 Saisonspiele. Zur Saison 1972/73 löste Heinz Höher den Ex-Schalker Eppenhoff auf dem Trainerstuhl ab und vertraute in Zukunft auf den von Alemannia Aachen gekommenen Torhüter Werner Scholz. In den folgenden drei Spielzeiten musste sich Hans-Jürgen Bradler mit der Reservistenrolle begnügen. Bis 1975 stand er dadurch nur noch in zehn weiteren Bundesligaspielen im Tor des VfL Bochum in der Mannschaft.

Westfalia Herne[Bearbeiten]

Zur Saison 1975/76 wechselte er zu Westfalia Herne in die 2. Bundesliga Gruppe Nord. In seinem ersten Jahr im Stadion am Schloss Strünkede war er unter Trainer Heinz Murach Stammtorhüter. Er stand in 31 Spielen im Tor der Westfalia. In den nächsten drei Spielzeiten gab es ein Wechselspiel mit Lothar Matuschak. In der Saison 1976/77 war Matuschak, 1977/78 wiederum Bradler der Stammtorhüter des inzwischen in SC Westfalia Goldin Herne umbenannten Vereines. Als 1978/79 die Derbys gegen den DSC Wanne-Eickel auf dem Spielplan standen, hütete sein Mannschaftskollege und sportlicher Rivale Lothar Matuschak in beiden Begegnungen das Tor von Westfalia. Bradler kam in dieser Saison zu sechs Einsätzen in der 2. Bundesliga Nord. Da im Laufe der Rückrunde das Benzin-Imperium des Sponsors Erhard Goldbach Konkurs anmeldete, gab der Tabellenfünfte Westfalia Herne seine Lizenz zurück und wurde in die Amateurliga eingereiht.Danach beendete Hans-Jürgen Bradler seine Laufbahn in der Bundesliga im Sommer 1979 mit 31 Jahren.

Amateurnationalmannschaft und Olympiaauswahl, 1970 bis 1972[Bearbeiten]

Noch als Torhüter des westfälischen Verbandsligisten TB Eickel bestritt Bradler im Frühjahr 1970 zwei Länderspiele in der Fußballnationalmannschaft der Amateure. Am 7. April debütierte er in der von DFB-Trainer Jupp Derwall betreuten Mannschaft beim 2:0-Sieg in Wien gegen Österreich. Es folgten fünf Einsätze in Serie bis einschließlich des Länderspiels am 18. November 1970 in Zagreb gegen Jugoslawien. Am 21. November 1970 bekam dann Hans-Peter Schauber von Rot-Weiss Frankfurt in Athen gegen Griechenland seine Bewährungschance. Bei der Afrikatour zum Jahreswechsel 1970/1971 teilten sich die zwei Torhüter Bradler und Schauber die Spieleinsätze bei den insgesamt sieben ausgetragenen Länderspielbegegnungen. Am 25. August 1971 kam mit Jürgen Muche vom 1. FC Saarbrücken ein dritter Aspirant für den Platz im Tor hinzu. Mit dem Debüt von Günther Wienhold am 12. Januar 1972 entbrannte der Kampf um den Torhüterposten für die Olympiamannschaft 1972 erneut. Nach dem letzten Länderspiel vor den Münchner Spielen, der 1:2-Niederlage am 30. Juli 1972 in Lübeck gegen Finnlands Amateure, wurden personelle Konsequenzen gezogen. Angreifer Edgar Schneider vom FC Bayern München wurde aus dem Turnierkader genommen, Wienhold zur Nummer eins im Tor bestimmt und dadurch Bradler die Reservistenrolle für das Olympiaturnier 1972 in München zugeteilt. Nach dem mit 1:4 Toren verlorenen Zwischenrundenspiel gegen Ungarn am 6. September kam der Keeper des VfL Bochum am zwei Tage später stattfindenden Prestigespiel gegen die DDR zu seinem einzigen Einsatz bei Olympia 1972. Vor 80.000 Zuschauern im Olympiastadion setzte sich die DDR mit 3:2 Toren durch. Den Siegtreffer erzielte Eberhard Vogel in der 83. Minute. Mit diesem Einsatz, es war der 20., beendete Hans-Jürgen Bradler seine Karriere in der Amateurnationalmannschaft.

Nach der Karriere[Bearbeiten]

Bradler hatte neben seiner fußballerischen Laufbahn ein Ingenieurstudium absolviert.[1] Von 1996 bis 2006 war Bradler Inhaber einer großen Lottoannahmestelle in Witten, seit 2006 betreibt er in Oer-Erkenschwick einen Imbiss in der Nähe des legendären Stimbergstadions.[2][3] Bradler arbeitet derzeit an seiner Autobiographie.

Literatur[Bearbeiten]

  • Deutschlands Fußball, Das Lexikon, Sportverlag Berlin, 2000, ISBN 3-328-00857-8
  • KICKER, Fußball-Almanach ’93, Copress-Verlag, 1992, ISBN 3-7679-0398-9
  • Enzyklopädie des deutschen Fußballs, AGON, 1998, ISBN 3-89784-132-0
  • 25 Jahre 2. Liga, AGON, 2000, ISBN 3-89784-145-2
  • B. F. Hoffmann: Das große Lexikon der Bundesligatorhüter. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003, ISBN 3-89602-526-0
  • RevierSport-Serie "...erinnert sich": Jürgen Bradler, in: RevierSport 77/2012, S. 58f.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. B.F. Hoffmann: Das große Lexikon der Bundesligatorhüter, Seite 42
  2. WDR Dokumentation Wir sind NRW: Das Ruhrgebiet II
  3. Stimberg-Zeitung vom 25. August 2011