Hans-Joachim Dellwo

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Hans-Joachim Dellwo ist ein ehemaliges Mitglied der Rote Armee Fraktion. Der gelernte Industriekaufmann ist der Bruder des zu lebenslanger Haft verurteilten RAF-Mitglieds Karl-Heinz Dellwo.

Hans-Joachim Dellwo distanzierte sich nach seiner Verhaftung von der RAF. Für ihn sei eine Gruppe, deren „Politik sich auf die Befreiung von Gefangenen reduziert“ habe, „nichts anderes, als ein blindwütiger Haufen“.[1] Die Bundesanwaltschaft warf Dellwo und dem Mitangeklagten Volker Speitel Kuriertätigkeit für die RAF vor. Als Mitarbeiter im Anwaltsbüro von Klaus Croissant hätten sie ab 1977 die Verbindung zwischen den Stammheimer Häftlingen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe und den sogenannten 'Illegalen' im Untergrund organisiert. Dellwo und Speitel nahmen eine Kronzeugenregelung für sich in Anspruch und machten umfangreiche Aussage. Am 14. Dezember 1977 wurde Dellwo vom Oberlandesgericht Stuttgart wegen Unterstützung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung auf Grund seiner Kooperation zu nur zwei Jahren Haft verurteilt. Er erhielt danach eine neue Identität und lebt heute in Kanada.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Henkle: Speitel und Hans-Joachim Dellwo sagen sich von der RAF los, Frankfurter Rundschau, 18. November 1978
  2. Peter Henkel: Milde Urteile für Volker Speitel und Hans-Joachim Dellwo. In: Frankfurter Rundschau, 15. Dezember 1978