Hans-Joachim Selenz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans-Joachim Selenz (* 29. Juni 1951 in Gudensberg) ist ein deutscher Ingenieur, Politiker und Schriftsteller. Er ist Verfasser kritischer Bücher über die Volkswagen AG sowie die Preussag AG[1] und befasste sich in seinen Werken mit Themen aus den Bereichen der Wirtschaftskriminalität und der Stahlerzeugung.

Leben[Bearbeiten]

Hans-Joachim Selenz studierte nach dem Abitur 1970 an der König-Heinrich-Schule in Fritzlar Stahlmetallurgie an der Technischen Universität Berlin, erhielt sein Diplom im Jahr 1976 und wurde 1980 promoviert.

Anschließend wurde er in leitender Funktion bei den Unternehmen Nordferro, Klöckner Werke AG Georgsmarienhütte und Peine Salzgitter AG tätig. Seit 1992 war er Vorstandsmitglied, seit 1994 Vorstandssprecher der Preussag Stahl AG und seit 1996 Mitglied des Vorstands der Preussag AG. Am 4. Februar 1998 wurde er aus dem Vorstand der Preussag AG abberufen, nachdem er sich geweigert hatte, den nach seinem Dafürhalten gefälschten Jahresabschluss des Unternehmens zu unterzeichnen. Im selben Jahr übernahm er eine Honorarprofessur an der Universität Hannover.[2]

Am 15. März 1999 trat er nach Differenzen mit Vertretern der IG Metall als Vorstandsmitglied der Salzgitter AG zurück.[3] Von September 1999 bis Januar 2001 war er Vorstandsmitglied der EDAG in Fulda. Im November 2000 sagte er gegenüber der Staatsanwaltschaft Hannover zu Betrugsvorwürfen bezüglich der WestLB/Preussag-Gruppe aus.

2001 kandidierte er für die FDP bei der Wahl des Oberbürgermeisters von Salzgitter und erhielt 17% der Stimmen. Von Januar bis Mai 2002 war er Landesbeauftragter der von Ronald Schill gegründeten Partei Rechtsstaatlicher Offensive in Niedersachsen. Zu beiden Parteien ging er später auf Distanz.[2]

Im Jahr 2005 erschienen seine Bücher Schwarzbuch VW, ein Werk über die VW-Korruptionsaffäre, und Wildwest auf der Chefetage.[1] Im Januar 2008 übte er scharfe Kritik an Altbundeskanzler Gerhard Schröder.[4]

Er ist Gründer und erster Vorsitzender des eingetragenen Vereins CleanState, der sich nach eigenen Angaben „für Recht und Gerechtigkeit in Politik, Staat und Wirtschaft“ einsetzt[5] und sich als deutschlandweite Anlaufstelle für Whistleblower versteht.[6]

Selenz ist verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter.[2] Er lebt in Peine.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Meine Bücher von Hans-Joachim Selenz. Abgerufen am 2. April 2009.
  2. a b c Lebenslauf von Hans-Joachim Selenz. Abgerufen am 2. April 2009.
  3. Ewald Schulte: Salzgitter-Stahlmanager Selenz wirft das Handtuch, Berliner Zeitung 6. März 1999
  4. Hans-Joachim Selenz: Lieber Gerhard (Schröder!). Offener Brief vom 24. Januar 2008
  5. Satzung des CleanState e.V.. Abgerufen am 2. April 2009
  6. Hans-Joachim Selenz: CleanState, S. 2, 21. März 2006

Weblinks[Bearbeiten]