Hans-Martin Linde

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Hans-Martin Linde (* 24. Mai 1930 in Werne) ist einer der bedeutendsten deutschen Blockflöten-Virtuosen des 20. Jahrhunderts. Er lebt seit 1957 in Basel (Schweiz).

Linde hat das Spiel von Blockflöte und Traverso auf neue Weise geprägt. Als Solist und Kammermusiker trat er weltweit auf und spielte viele Platten und CDs ein, darunter zahlreiche Aufnahmen mit dem Linde-Consort.

Zudem blickt Linde auf eine reiche Tätigkeit als Dirigent zurück. Er arbeitete mit namhaften Orchestern, Chören und für die Oper. 1984 bis 2000 war er Hauptdirigent der Cappella Coloniensis des WDR Köln, die Vorbild wurde für andere Barockorchester. Anschließend wirkte er mehrfach als Dirigent bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Sein kompositorisches Schaffen umfasst Kammermusik, oft mit Block- oder Querflöte, sowie Lieder, Chorwerke und Orchestermusik. In Lindes Werken begegnet man zwar neuen kompositorischen Strukturen und avantgardistischen Spieltechniken. Dabei behält seine Sprache jedoch Nähe zur Tonalität und zu überlieferten Formen.

Linde hat an der Musik-Akademie Basel eine langjährige Lehrtätigkeit ausgeübt. Ab 1957 unterrichtete er an deren Schola Cantorum Basiliensis historische Flöteninstrumente und Ensemble. Anschließend übernahm er die Leitung des Konservatoriums (heute Musikhochschule). Ab 1979 baute er eine Klasse für Chorleitung auf, die er bis 1995 betreute. Nach wie vor ist er der Akademie verbunden als Gastdozent und Prüfungsexperte.

Werke in Auswahl[Bearbeiten]

  • Handbuch des Blockflötenspiels, (ISBN 3-7957-2531-3)
  • Kleine Anleitung zum Verzieren alter Musik. Mainz 1958
  • Amarilli mia bella, Komposition für Blockflöte solo
  • Music for a bird für Altblockflöte solo
  • Arcangelo Corelli, La Follia, Bearbeitung (siehe auch Folia)

Weblinks[Bearbeiten]