Hans-Paul Ganter-Gilmans

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Hans Paul Ganter-Gilmans (1951)

Hans-Paul Ganter-Gilmans (* 30. April 1917 in Wien; † 20. Januar 1955) war ein Politiker der DDR (CDU), Abgeordneter des Brandenburgischen Landtags und Staatssekretär im Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Hans-Paul Ganter-Gilmans besuchte in Schöneiche bei Berlin Volksschule und Gymnasium und studierte anschließend an der Handelshochschule in München und Wien. Seine Eltern waren katholisch getauft, seine Mutter stammte aus einer jüdischen Familie. Während der 20er und 30er Jahre arbeitete er als Kaufmann, bis er 1937 zum Wehrdienst eingezogen wurde.

Seit 1939 leistete er Kriegsdienst. 1941 wurde er aufgrund der mütterlicherseits jüdischen Herkunft aus der Wehrmacht entlassen, dann wegen Wehrkraftzersetzung zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Im Oktober 1943 wurde sein Vater im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet,[1] die Mutter Auguste Ganter-Gilmans wurde aus Köln nach Theresienstadt „deportiert“.[2] Anschließend wechselte Ganter-Gilmans in der Illegalität wiederholt den Aufenthaltsort, wobei ihm seine Verlobte Margot folgte. Im Mai 1944 wurde eine Tochter geboren. Das Kriegsende erlebten Hans-Paul Ganter-Gilmans, seine Verlobte und die Tochter in Potsdam.

Politik[Bearbeiten]

Hans-Paul Ganter-Gilmans war während der Weimarer Republik Mitglied der SPD. Nach dem Krieg gehörte er zu den Gründern der VVN und am 26. Juni 1945 zu den Gründern der Potsdamer CDU, deren Gründungskreisvorsitzender er wurde. Ab 1949 war er Beisitzer im Landesvorstand der CDU, von 1948 bis 1955 Mitglied des Zentralvorstandes der CDU der DDR.

Bei den Landtagswahlen in der SBZ 1946 wurde er in den Brandenburger Landtag gewählt. Ab Januar 1948 war er dort Nachfolger von Willi Hein (LDP) als Vorsitzender des Ausschusses für Kreis- und Gemeindeangelegenheiten.

Die SMAD ernannte Hans-Paul Ganter-Gilmans am 15. Mai 1945 zum Stadtrat und Leiter des Ernährungsamtes in Potsdam. Am 2. Juni 1945 heirateten Hans-Paul Ganter-Gilmans und Margot Ganter-Gilmans als erstes Brautpaar nach Kriegsende in Potsdam[3]. 1946 wechselte er als Abteilungsleiter „Verkehr“ in das Finanzministerium des Landes Brandenburg. Ab 1948 war er Leiter der Hauptverwaltung Handel und Versorgung der DWK. Oktober 1949 bis Januar 1955 war er Staatssekretär im DDR-Ministerium für Außenhandel und Innerdeutschen Handel, zuletzt vor seinem Tode stellvertretender Minister.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Margot Ganter-Gilmans: Leben auf Hoffnung, in Heinrich Fink Hg.: Stärker als die Angst. Den sechs Millionen, die keinen Retter fanden. Union, Berlin 1968, S.219-222, hier S. 219.
  2. Auguste Ganter-Gilmans, geb. 17. April 1883, überlebte und kehrte 1945 nach Köln zurück. Institut Theresienstädter Initiative: Theresienstädter Gedenkbuch. Die Opfer der der Judentransporte aus Deutschland nach Theresienstadt. Prag 2000, S. 367
  3. Margot Ganter-Gilmans: Leben auf Hoffnung, 1968 in: Fink, Heinrich (Hrsg.), Stärker als die Angst. Den sechs Millionen, die keinen Retter fanden, 1968 Berlin (Ost), S.219-222/220
  4. über die jüdische Herkunft des Hans-Paul und die daraus folgende Verfolgung von 1942 bis 1945. Ein Bericht seiner Ehefrau