Hans-Ulrich Thamer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hans-Ulrich Thamer (* 1. Januar 1943 in Rotenburg an der Fulda) ist ein deutscher Historiker.

Leben[Bearbeiten]

Hans-Ulrich Thamer studierte Geschichte, Klassische Philologie und Politikwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg und der Freien Universität Berlin. Nach dem Staatsexamen 1968 wurde er 1971 bei Ernst Nolte in Marburg mit der Dissertation Revolution und Reaktion in der französischen Sozialkritik des 18. Jahrhunderts. Linguet, Mably, Babeuf zum Dr. phil. promoviert. 1980 erfolgte seine Habilitation am Institut für Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Von 1983 bis zu seiner Emeritierung 2011[1] lehrte er als ordentlicher Professor (C-4) für Neuere und Neueste Geschichte an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster. Seit seiner Emeritierung ist Thamer als Seniorprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität tätig. Zu seinen Schülern gehören u.a. Frank Becker, Jan Nikolas Dicke, Ewald Frie, Thomas Großbölting, Peter Hoeres, Markus Köster, Armin Owzar, Rudolf Schlögl, Michael Wedekind, Gisela Weiß und Alexandra-Eileen Wenck. Er kuratierte zusammen mit Simone Erpel und Klaus-Jürgen Sembach die Ausstellung Hitler und die Deutschen. Volksgemeinschaft und Verbrechen, die von Oktober 2010 bis Februar 2011 im Deutschen Historischen Museum in Berlin stattfand.

Seine Forschungsschwerpunkte sind der Nationalsozialismus und der europäische Faschismus, die Ideen- und Sozialgeschichte Frankreichs im 18. und 19. Jahrhundert und die Kulturgeschichte von Sammlungen, Ausstellungen und Museen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

Als Autor:

  • Revolution und Reaktion in der französischen Sozialkritik des 18. Jahrhunderts: Linguet, Mably, Babeuf. Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-7997-0217-2 (Dissertation, Universität Marburg, 1971).
  • mit Wolfgang Wippermann: Faschistische und neofaschistische Bewegungen. Probleme empirischer Faschismusforschung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1977, ISBN 3-534-06754-1.
  • Verführung und Gewalt: Deutschland 1933–1945. Siedler, Berlin 1986; Taschenbuchausgabe: Goldmann, München 1998, ISBN 3-442-75528-X.
  • Der Nationalsozialismus. Reclam, Stuttgart 2002, ISBN 3-15-017037-0.
  • Die Französische Revolution (= Beck’sche Reihe. Bd. 2347, C. H. Beck Wissen). Beck, München 2004; 4. Auflage 2013, ISBN 978-3-406-50847-9.
  • Die Französische Revolution: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Illustrationen von Michael Welply. Gerstenberg, Hildesheim 2007, ISBN 978-3-8067-4868-0.
  • Die Völkerschlacht bei Leipzig. Europas Kampf gegen Napoleon (= Beck’sche Reihe. Bd. 2774, C. H. Beck Wissen). Beck, München 2013, ISBN 978-3-406-64610-2.
  • Der Erste Weltkrieg. Europa zwischen Euphorie und Elend. Weltbild, Augsburg 2013, ISBN 978-3-8289-4535-7.
  • Berlin im Dritten Reich. Herrschaft und Alltag unter dem Hakenkreuz. Elsengold, Berlin 2014, ISBN 978-3-944594-17-0.

Als Herausgeber:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GEDÄCHTNIS DER UNIVERSITÄT FEIERT 100-JÄHRIGES BESTEHEN. Universitätsarchiv startete 1912 am Domplatz/Umfangreiche historische Sammlung, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, 5. September 2012, abgerufen am 28. November 2014.